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2007 - 2010
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Wenn zwei vom Gleichen reden, müssen sie noch lange nicht dasselbe meinen. Kennen Sie diesen Spruch? Es gibt eben keine zwei Menschen, die genau gleich kommunizieren. Entsprechend häufig wimmelt es in unserer Kommunikation von Missverständnissen. Aktives Zuhören kann Ihnen helfen, den anderen besser zu verstehen. Je älter ich werde, desto mehr glaube ich, dass zwischenmenschliche Probleme vor allem eine Folge von Missverständnissen und misslungener Kommunikation sind. Das Problem ist, dass wir alle unterschiedliche Kommunikationsmuster haben, aber fatalerweise denken, dass der andere genauso kommuniziert wie wir. Nur, so einfach ist das nicht. Es gibt keine zwei Menschen, die genau gleich kommunizieren.
Eine Möglichkeit, diesen Missverständnissen vorzubeugen und damit seine Kommunikation zu verbessern, ist das aktive Zuhören. Was ist aktives Zuhören? Beim aktiven Zuhören versuchen Sie, sich bewusst in den Gesprächspartner einzufühlen. Sie versuchen, seine Kommunikation oder sein Verhalten und die Gründe dahinter zu verstehen. Denn oft ist es ja so, dass wir zwar miteinander kommunizieren, aber den anderen in Wirklichkeit gar nicht richtig wahrnehmen. Wir gehen von uns selbst, unseren eigenen Verhaltensweisen und Routinen aus. Dass der andere diese nicht teilen könnte, blenden wir aus. Wir fragen uns nicht, wie unsere Aussagen auf den anderen wirken könnten, denn uns selbst sind sie ja sonnenklar. Wir überlegen nicht, welche Missverständnisse hinter dem seltsamen Verhalten des anderen stecken könnten, sondern gehen von bewusster Absicht aus. Und so weiter, und so fort. Wie funktioniert aktives Zuhören? Nun, manche sagen, dass aktives Zuhören schlicht eine Frage guten Willens und der Bereitschaft ist, in Gedanken die Position des anderen einzunehmen. Aber Sie können es mit folgenden Punkten noch ein wenig fördern: 1. Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Gesprächspartner. Mein arbeitssüchtiger Ex-Kollege hatte zum Beispiel den unglücklichen Hang, mit Handys, Telefon, eMails, anwesenden Besuchern oder einem Geschäftsessen gleichzeitig zu hantieren. Dass das nicht nur ins Auge gehen kann, sondern dem anderen auch nicht gerade das Gefühl gibt, wertgeschätzt zu werden, dürfte auf der Hand liegen. 2. Stellen Sie sich auf Ihren Gesprächspartner ein. Hören Sie mit allen Sinnen zu. Achten Sie auf die Körperhaltung oder den (schriftlichen) Tonfall des anderen. Schenken Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit. Signalisieren Sie ihm das auch, beispielsweise durch Kopfnicken, Lächeln, kleine eingestreute Kommentare, oder weiterführende Fragen. 3. Überlegen Sie nicht schon, was Sie selbst gleich sagen werden, während der andere noch spricht. Und für den Fall, dass Sie jetzt einwenden wollen, dass Sie das nicht tun, glauben Sie mir: Wir tun es alle. Denn auch beim Kommunizieren wollen wir in erster Linie gehört werden, und nicht hören. Wir wollen unsere Interessen und Bedürfnisse durchsetzen, und nicht auf die des anderen achten. Unter anderem deshalb ist unsere Kommunikation ja so fehlerhaft. *schmunzel* 4. Manche sagen auch, dass man auf versteckte Botschaften achten sollte. Andere raten, lieber nicht zwischen den Zeilen lesen zu wollen, sondern allenfalls nachzufragen oder unklare Dinge zu klären. Ich kann beide Seiten verstehen. Sicher wird es immer Aussagen geben, die eine tiefere Botschaft beinhalten. Klassisches Beispiel dafür: Sie zu Ihm "Liebling, es zieht". (Mit der stillschweigenden Bitte, doch die Tür zu schließen, oder Ähnliches mehr.) Andererseits gibt es genug Fälle, in denen man zu Unrecht eine Botschaft (oder auch nur eine Aussage des Sprechers über sich selbst) vermutet, einfach, weil man auf diesem Ohr empfindlich ist. 5. Gehen Sie dann lieber auf Nummer Sicher und haken Sie nach. Beschreiben Sie zum Beispiel die Gefühle, die Sie in der Aussage Ihres Gegenübers zu erkennen glauben. ("Du hast Angst, dass ..." "Ärgert Dich das, wenn ..." "Du scheinst entschlossen zu sein zu ...") 6. Oder geben Sie das Gehörte in eigenen Worten wieder (Paraphrasieren) beziehungsweise fassen Sie es kurz zusammen (Zusammenfassung). Nur wenn der andere Ihnen hier zustimmt, können Sie davon ausgehen, ihn verstanden zu haben. Ich bin jedenfalls vorgewarnt. Ich werde – hoffentlich – nie wieder glauben, dass zwei Menschen mit einem harmlosen Smiley ein und dasselbe meinen. Ich werde aktiv zuhören, oder in diesem Fall lesen, und gegebenenfalls nachfragen. ;-) © 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 25.06.09 Artikeltipp Mehr zum Thema "besser kommunizieren" gibt's in meinem Spickzettel Kommunikation oder in meinem Artikel Die Top 10 Kommunikationsfallen. Die Tatsache, dass wir unsere Kommunikation immer vor dem Hintergrund unserer eigenen Denkmuster und Erfahrungen beurteilen, beleuchtet auch mein Artikel Wissen Sie auch, was der andere denkt? Und immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit meinem Newsletter. Er informiert Sie regelmäßig über die neuesten Tipps, Downloads und Übungen. Kostenlos und unverbindlich.
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