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9 Faktoren, mit denen Sie als Kreativer Ihr Alleinstellungsmerkmal finden

Der Markt ist längst gesättigt. Und wenn mal jemand eine neue Idee hat, wird sie schnell von der Konkurrenz aufgegriffen. Wie soll man als Kreativer da noch an sein Stück vom Kuchen kommen? Da hilft nur eines: Werden Sie einzigartig. Heben Sie sich mit Ihrem Alleinstellungsmerkmal von der Konkurrenz ab. Wenn Sie einen individuellen Topf bieten, wird sich auch bald ein passender Deckel (Kunde) dafür finden.

Ich hatte in einem früheren Artikel schon einmal darüber geschrieben, warum Kreative sich möglichst in ihren Angeboten voneinander unterscheiden sollten. So schwer das auch fallen mag, ist doch auf dem Markt praktisch alles vorhanden und ist zudem die Verlockung groß, Massenthemen zu bedienen und zum Beispiel den x-ten Kurs zum Thema „schneller lesen“ anzubieten.

Doch damit kann man vielleicht eine schnelle Mark (oder Euro ;-)) machen, aber nicht unverwechselbar werden. Irgendwann zählt für den Kunden nur noch der Preis, und die Margen sinken ins Bodenlose.

Das ist kein Problem, wenn man groß genug ist, eine schwache Rendite durch mehr Werbung und Kunden auszugleichen. Das ist ein großes Problem für alle Kreativen, die oft ihre eigene Arbeitsleistung einsetzen und an natürliche Grenzen stoßen.

Sich von der Konkurrenz abheben und einzigartig werden

Wenn Sie als Kreativer einen Teil vom Kuchen abhaben wollen, müssen Sie sich vom Rest unterscheiden. Sie brauchen etwas, was Sie einzigartig macht. Sie müssen Ihren USP (Unique Selling Proposition), Ihr Alleinstellungsmerkmal finden.

Nur so können Sie sich von der Konkurrenz abheben und Kunden finden, die genau das haben wollen, was Sie anbieten.

Dazu mal ein paar Beispiele.

Die Yoga-Schule

Ich bin seit etwa einem halben Jahr Mitglied einer Yoga-Schule. Sie ist weiter weg als andere Angebote bei mir um die Ecke. Das kostet mich Zeit und Geld. (Für Bus und Bahn.) Und sie ist teurer als andere Angebote bei mir um die Ecke. Trotzdem besuche ich sie. Warum?

Weil mir der spirituelle Schwerpunkt des Angebots gefällt und sich von dem auf bloße Körper-Ertüchtigung beschränkten Angebot der Konkurrenz unterscheidet. Weil mir das Trainer-Paar sehr sympathisch ist und ich mit ihnen auf einer Wellenlänge liege. Weil sie einen sehr guten Service und eine durch permanente Fortbildung gesicherte hohe Qualität anbieten.

Der Chor und Gesangsunterricht

Ich habe es endlich nach mehreren vergeblichen Anläufen geschafft, den schon im letzten Jahr anvisierten Gesangsunterricht zu nehmen und einen für mich in Frage kommenden Chor zu finden. Beides ist teurer als die Konkurrenz hier vor Ort und kostet mich mehrere Stunden Fahrtweg. Trotzdem habe ich dieses Angebot gewählt. Warum?

Weil mir Inhalt und Schwerpunkt gefallen und dem entsprechen, was ich gesucht habe. Weil der Trainer sich engagiert um jeden Teilnehmer kümmert. Weil das Betreuungsverhältnis sehr gut ist, man nicht in der Masse untergeht und auch Solo-Einlagen singen kann (oder muss ;-)). Und anderes mehr.

Nun hat jeder seine eigenen Kriterien, die ihm wichtig sind. Manche werden mit spirituellen Lesungen nicht klar kommen. Andere werden garantiert keine Solo-Einlagen singen wollen. Wieder andere werden vielleicht die räumliche Nähe oder den günstigen Preis bevorzugen. Und so weiter, und so fort.

Und so finden Topf und Deckel zueinander, findet jeder sein passendes Angebot. Wenn man sich genug vom anderen unterscheidet, um es zu einem individuellen, einzigartigen Topf zu bringen. 😉

Wie wird man unverwechselbar und einzigartig?

Doch wie findet man die Merkmale, in denen man sich von anderen unterscheiden will? Wie findet man sein Alleinstellungsmerkmal?

Bei Kreativen ist das relativ einfach. Im Grunde müssen sie nur das anbieten, was ihnen selbst Spaß macht, worin sie besonders gut sind und was ihnen wichtig ist. Da die meisten Kreativen Überzeugungstäter sind, ist es nicht weiter schwer, die Leidenschaft zu finden, für die man brennt.

Meine Yoga-Lehrer sprechen trotz ihrer Jugend Sanskrit, lesen alte Schriften und sind zur Fortbildung in Indien. Logisch, dass sie diese Interessen auch in ihren Kursen umsetzen. Mein Gesangslehrer war Sänger bei verschiedenen Bands und komponiert eigene Musikstücke. Logisch, dass seine Chöre ein anderes Gesicht haben als zum Beispiel ein Kirchenchor.

Doch wenn Sie wollen, habe ich hier noch ein paar Anregungen für Sie, wo und wie Sie sich von der Konkurrenz unterscheiden und sich ein unverwechselbares Gesicht geben können.

9 Faktoren, mit denen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal (USP) finden

Die Person

Jedes Unternehmen besteht aus Menschen. Wir arbeiten nicht an unserem Unternehmen. Wir sind unser Unternehmen. Und so werden wir auch von anderen wahrgenommen.

Seien Sie authentisch, pflegen Sie Ihren eigenen Stil, werden Sie für andere Menschen greifbar. Entweder wird man Sie mögen, ablehnen oder schlicht nichts mit Ihnen anfangen können. Doch nur so kann man sich ein Bild von Ihnen machen, und nur so können Topf und Deckel „passen“.

Die Inhalte

Ich sagte es schon, dass für mich auch die Inhalte von Yoga-Schule und Chor ausschlaggebend waren.

Bei einem größeren Unternehmen würde man vermutlich dazu raten, sich hier seine Zielgruppen anzuschauen und wie man ihnen nutzen kann. Dazu käme ein Studium von Markt und Konkurrenz. Nicht zu vergessen ein Schuß „Einzigartigkeit“. 😉

Man kann die Sache aber auch andersherum angehen, und bei Kreativen macht das oft mehr Sinn. Überlegen Sie beispielsweise, was Sie persönlich auszeichnet, was Sie können, was Sie anzubieten haben oder was Ihre Leidenschaft ist. Da wir alle verschieden sind, wird sich das oft schon von selbst vom Rest unterscheiden.

Dazu kommt dann noch etwas Marktanalyse, die Sie vielleicht hier oder da noch etwas zuschneiden lässt. Und dann suchen Sie Ihre Zielgruppe oder lassen sich finden.

Die besondere Note

Wenn Sie es nicht schon bei den Inhalten berücksichtigt haben, können Sie hier darüber nachdenken, ob Sie Ihre Angebote mit einer kleinen, feinen Besonderheit versehen können. Mein Yoga-Lehrer beendet zum Beispiel jede Sitzung mit einer kleinen Geschichte.

Eine Besonderheit meiner eigenen Kurse ist es, dass jeder Teilnehmer ein aktuelles Anliegen in den Kurs mit einbringen und alle Aufgaben darauf übertragen kann. So bekommen meine Teilnehmer nicht nur neues Wissen. Sie werden von mir „gecoacht“ und haben am Ende konkrete Ergebnisse in der Hand, die sie für sich weiter nutzen können.

Die Qualität

Manchen ist von Natur aus eine hohe Qualität wichtig. Wenn Sie Kunden finden, denen es genauso geht, können Sie höhere Preise nehmen. Andere wollen vielleicht kostengünstigere Angebote bieten und sind zu Abstrichen an der Qualität bereit. Auch das hat seine Berechtigung und wird seine „Deckel“ finden.

Der Service

Auch hier gilt: Wer hohe Qualität bieten will, wird in der Regel bessere Serviceleistungen anbieten. Andere „automatisieren“ und sind dafür günstiger im Preis, und und. Machen Sie sich Gedanken darüber, wo Sie sich ansiedeln und welche Leistungen Sie jeweils anbieten wollen.

Zusätzliche Leistungen

Meine Yoga-Schule bietet demnächst auch Lesungen an, viele Trainer ergänzen ihre Seminare mit individuellen Coachings oder Info-Produkten. Auch meine eigenen Angebote bauen mit der Kette „Selbstlernprodukte – betreute Kurse – Coaching und Beratung“ aufeinander auf.

Können Sie solche Pakete schnüren, die Ihr Kern-Angebot sinnvoll ergänzen?

Design und Aufmachung

Auch Ihre Wirkung nach außen unterstützt Ihre Einzigartigkeit. So habe ich zum Beispiel trotz meines kreativen Themas ein recht „nüchternes“ Design. Nichts Verspieltes, Verschnörkeltes oder Kreativ-Buntes. 😉

Das entspricht zum einen meinem Wesen. Ich ziehe nüchterne, klare Farben und Linien vor. Und es zieht natürlich auch eine bestimmte Zielgruppe an – nämlich Leute, denen es ähnlich geht und die mir hier gleichen. Das ist eine gute Voraussetzung dafür, die gleiche Sprache zu sprechen und auf einer Wellenlänge zu liegen.

Auftreten und Verpackung

Das ähnelt sich teils mit dem letzten Punkt. Es ist ein Unterschied, ob ich zum Beispiel in einer gediegenen Altbau-Villa arbeite oder in einem schummrigen Großstadt-Keller. Und nein, das soll keine Wertung sein, was besser oder schlechter ist. Es ist allerdings entscheidend dafür, ob sich Ihre Zielgruppe bei Ihnen wohlfühlt oder nicht. 😉

Marke und Image

Hier schließt sich der Kreis und ich kehre zum Ausgang und der Person zurück. Viele Unternehmen zahlen viel Geld dafür, um sich eine Marke und ein Image schneidern zu lassen. Sie als Kreativer haben es da einfacher: Sie sind schon Ihre Marke. Sie müssen es nur noch schaffen, diese glaubwürdig nach außen zu kommunizieren.

Welches Image wollen Sie sich zum Beispiel geben? Wollen Sie besonders „cool“ sein und tagen deshalb im erwähnten Großstadt-Keller? Oder wollen Sie damit werben, dass Sie mit „ökologisch unbedenklichen Fingerfarben“ malen und Mütter Ihnen und Ihrer Malstube deshalb ruhig die lieben Kleinen anvertrauen können?

Beides sollte sich aus Ihrem Wesen und Ihren Eigenschaften ergeben.

Und wenn Sie es schaffen, diese ganzen Punkte ineinandergreifen und verschmelzen zu lassen, wenn Sie etwas kreieren, was von außen als rundes Bild wahrgenommen wird, dann haben Sie auch Ihre Marke. Oder nein, halt, Sie sind Ihre Marke. 😉

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 30.09.2010

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