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Heike Thormann
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Kreativitätstechnik: Analogie


von Heike Thormann

Kennen Sie das?

Sie möchten ein Problem lösen – aber Sie haben keine Ahnung, wie. Sie wollen etwas Neues schaffen – aber Sie haben keine Zeit für mühsamen Versuch und Irrtum.

Ihnen fehlen also Wissen, Ressourcen und die eine oder andere Idee. ;-)

Und jetzt?

Probieren Sie es mal mit Analogien.

Wenn etwas analog ist, dann ist es gleich oder entsprechend zu etwas anderem. D.h. bei Analogien geht es immer darum, zwei Dinge miteinander zu vergleichen, Ähnlichkeiten festzustellen. Über diesen Vergleich lassen sich dann auch Erkenntnisse gewinnen und neue Ideen finden.

Einige Beispiele ...
  • Die direkte Analogie: Bei der direkten Analogie suchen Sie sich etwas, was Ihrem Problem entspricht, nur aus einem anderen Bereich stammt. Beliebt sind zum Beispiel immer Rückgriffe auf die Natur. Etwa: Sie vergleichen Flugzeugflügel und Vogelflügel miteinander, lernen so aus den Lösungen der Natur.

  • Die visuelle Analogie: Diese Analogieform beruht auf einem ähnlichen Aussehen. So könnten Sie zum Beispiel die Gestaltungsweise von eBooks an das vergleichbare Medium Buch anlehnen – und an einem bewährten Konzept anknüpfen.

  • Die funktionelle oder strukturelle Analogie: Hier vergleichen Sie schon bekannte Aufgaben oder Strukturen mit Ihrem neuen Anliegen. Beispiel: Sie suchen eine Unternehmensform, die zu Ihren Vorstellungen passt, und sehen sich dazu verschiedene gesellschaftliche Strukturen an.

  • Die symbolische Analogie: Bei der symbolischen Analogie überlegen Sie, mit welchen Symbolen sich Ihr Thema wiedergeben lässt, welche Bilder Ihnen dazu einfallen. So könnten Sie z.B. das Verteilen von Haarspray aus einer Spraydose mit einer Wolke vergleichen – und sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede bewusst machen.

  • Die persönliche Analogie: Setzen Sie Ihre Bildersuche mit der persönlichen Analogie fort und fragen Sie sich, wie Sie sich als Haarspray oder Spraydose fühlen würden. Und nein – nicht lachen. Diese Übertragung hilft Ihnen nicht nur, sich mit der Spraydose zu beschäftigen, sondern kann auch für ganz neue Erkenntnisse sorgen. Und sei es, dass Sie sich in der Dose eingeschlossen fühlen und sich fragen, ob es nicht noch andere Möglichkeiten gibt, Ihr Alter Ego Haarspray aufzubewahren. ;-)

Nehmen Sie in diesem Sinne die Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die Anregungen und Bilder, die Lösungen aus Natur und Co. und bringen Sie sie mit Ihrem Problem zusammen.

Das hat den Vorteil ...
  • Sie können einen größeren Wissensschatz in Ihr Problem einbringen und etwa bei dem Unternehmensbeispiel auch auf politische, soziologische und historische Fakten zurückgreifen. Damit erweitern Sie Ihren Lösungsspielraum und können – indem Sie verschiedene Wissensbereiche kombinieren – ganz neue Ideen finden.

  • Sie können von Vorbildern lernen und z.B. die Lösung „Vogelflügel“ auf Ihr Problem „Flugzeugflügel“ übertragen. Es ist immer leichter, eine Idee abzuwandeln als ganz neu anzusetzen. Das erspart Ihnen Zeit, Aufwand und diverse Fehlschläge.

  • Sie können sich von Vorgaben, Bildern und Symbolen inspirieren lassen, diese weiterdenken. Lassen Sie Ihrer Vorstellungskraft freien Lauf, versuchen Sie sich in Spraydose und Co. einzufühlen. So können Sie Ihre Sinne und die damit verbundenen Gehirnfunktionen zur Problemlösung mit heranziehen. Und natürlich wirkt sich die persönliche Identifikation ebenfalls segensreich auf Motivation und Ideenfluss
    aus. ;-)

  • Vor allem aber können Sie – wie bei vielen Kreativtechniken – Abstand gewinnen und durch die teils ganz anderen Szenarien gleichsam spielerisch nach Lösungen suchen. Entspannt, ohne Stress, nicht ständig mit dem eigentlichen Problem vor Augen und der Aufforderung, dieses lösen zu müssen.

Sie wissen ja, die besten Ideen findet man unter der Dusche oder im Park – wenn man das Problem Problem sein lassen kann und nur sein Unterbewusstes daran arbeiten lässt. :-)


Artikeltipp

Für diese Methode gibt es auch ein Formular zum Downloaden.


© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung


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