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Zwei Dinge fürchten Autoren und Kreative wie der Teufel das Weihwasser: Ablehnung und Kritik. Doch wer seine Kreativität leben will, wird auch eine Ablehnung riskieren müssen. Hier finden Sie ein paar Ideen und Tipps, wie Sie besser mit der Angst vor Ablehnung umgehen.

Zwei Dinge fürchten Autoren und Kreative wie der Teufel das Weihwasser: Ablehnung und Kritik. Verlage nehmen einen nicht an, Leser verreißen einen und die Besucher der letzten Ausstellung glänzten durch Abwesenheit.

Kein Wunder, wenn aus Angst vor Ablehnung das Buch in der Schublade bleibt und die Bilder nie das Licht der Welt erblicken. Kritisiert, ja vollständig abgelehnt zu werden, berührt Urängste.

Als Kind waren wir von der Annahme durch unsere Eltern abhängig, um versorgt zu werden. In der Schule haben wir versucht, uns anzupassen, um nicht ausgegrenzt zu werden. Und als selbstständige Autoren oder Kreative hängt vielleicht unsere Existenz daran, mit unseren Werken auf Wohlgefallen zu stoßen.

Mehr noch: Für viele Kreative ist der „Job“ untrennbar mit der Person verbunden. Kreative können nicht einfach mit der Achsel zucken, wenn sie zum Beispiel in der Firma eine Sache verschlampt haben. Jedes Buch, jedes Bild ist Ausdruck ihrer selbst. Jede Ablehnung berührt einen immer auch im innersten Kern.

Es hat auch keinen Sinn, sich ein so dickes Fell zuzulegen, dass man den Schmerz nicht mehr spürt. Dann verliert man nur seine Sensibilität für seine Kreativität und seine Kunst.

Noch perfider: Haben wir es früher vermieden, aufzufallen, ist jetzt genau das von Nöten, um als Kreative unseren eigenen Stil und unsere Art zu entwickeln. Denn es sind unser Stil und unsere Persönlichkeit, die unsere „Fans“ lieben werden – oder eben auch nicht. 😉

Es hilft nichts, wenn Sie Ihre Kreativität leben wollen, müssen Sie sich aus der Deckung wagen und lernen, mit Ablehnung und Absagen umzugehen. Dafür habe ich hier ein paar Tipps und Ideen. Mehr zum Thema Kritik lesen Sie in meinem Artikel So gehen Sie besser mit Kritik um.

1. Die Logik einschalten

Sehen Sie nicht gleich rot, suchen Sie erst nach einer harmlosen Erklärung. Niemand wollte sich auf Ihre Ausstellung verirren? Vielleicht hatten Sie nur Pech, das Wetter hat die Leute zuhause bleiben lassen oder ein Fußball-Derby alle ins Stadion gelockt. Der Verlag hat Ihr Buch nicht angenommen? Vielleicht passte es schlicht nicht ins Programm oder der Verlag hat für dieses Jahr schon genug entsprechende Bücher in der Pipeline.

Es kann viele verschiedene Gründe geben, warum etwas abgelehnt wird oder „durchfällt“. Das muss nichts mit Ihnen zu tun haben.

Nebenbei: Wenn Sie nicht genug Werbung für Ihre Ausstellung gemacht haben, hatte das vielleicht sehr wohl etwas mit Ihnen zu tun. Es war allerdings keine Ablehnung, mmh? 😉

2. Nicht persönlich nehmen

Eine Ablehnung ist wie eine Zusage immer nur eines: Ein Hinweis darauf, ob man „auf einer Wellenlänge liegt“ oder nicht. Nehmen Sie sie nicht persönlich.

Vielleicht hat der Lektor oder Verleger einen anderen Geschmack als Sie. Vielleicht müssen Sie sich für Ihre ungewöhnliche Kunst erst einen Markt schaffen und die Menschen dazu bringen, umzudenken.

In jedem Fall sagt die Ablehnung immer nur etwas über den anderen aus. Sie ist Ausdruck seiner persönlichen Meinung oder auch seines eigenen Stils.

3. Die Ablehnung erwarten

Gehen Sie mathematisch vor: Rechnen Sie nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung mit einem bestimmten Satz an Ablehnungen. Multiplizieren Sie noch ein wenig mit Faktoren wie Ihrem Bekanntheitsgrad, der Zugkraft Ihres Themas oder Ihren finanziellen / Werbe-Möglichkeiten, und Sie bekommen ein besseres Gefühl dafür, inwieweit Sie Absagen erwarten müssen.

Sehen Sie es professionell: Absagen sind normal und gehören zum Leben dazu. Sie können gar nicht nur Zusagen ernten.

Setzen Sie auch nicht alles auf eine Karte: Stürzen Sie sich nicht auf Ihren Lieblings-Verlag und feiern dann den Weltuntergang, nur weil dieser Sie nicht will. Es gibt gottlob genug Auswahl auf der Welt.

Oder fangen Sie schon mit dem nächsten Projekt an, während Sie Ihr erstes noch an den Mann oder die Frau zu bringen versuchen. Sie werden sich schon stark mit dem nächsten „Kind“ beschäftigen und die Ablehnung des alten weniger persönlich nehmen.

4. Es positiv sehen

Achten Sie darauf, wie Sie etwas interpretieren: Viele hören zum Beispiel aus Aussagen wie „wir können Ihr Buch in diesem Jahr leider nicht herausgeben“ nur die Ablehnung heraus. Ihnen entgeht völlig der entscheidende Punkt „in diesem Jahr“. Sie sehen also die Chance dahinter (nächstes Jahr) nicht.

Sehen Sie es positiv: Selbst eine Ablehnung ist ein Sieg, ein Sieg über sich selbst. Sie haben sich selbst überwunden und es versucht. Sie können stolz auf sich sein.

Überdies werden Sie aus jeder Absage auch für sich lernen können – und es beim nächsten Mal besser machen.

5. An eigenen Blockaden arbeiten

Ablehnung ist oft eher gefühlt, rein sachlich steckt nur selten ein Schaden oder Verlust dahinter. Sie hängt eher mit unseren eigenen Denkmustern und Blockaden zusammen.

Wer zum Beispiel ein schlechtes Bild von sich hat und sich für eine Niete im Schreiben hält, wird überall Ablehnungen wittern und sie geradezu begrüßen. Immerhin bestätigen sie ihn in seinem negativen Selbstbild. Während andere die Schultern zucken und es woanders versuchen, wird unser Freund sich kasteien und fertigmachen.

Das heißt, wenn Sie Ihre Angst vor Ablehnung überwinden wollen, sollten Sie immer auch an möglichen Ursachen ansetzen und dafür Lösungen finden. Ob das nun ein Problem mit dem Selbstbild ist oder finanzieller Druck, der zu Existenzangst führt.

6. Zwischen Ablehnung und konstruktiver Kritik unterscheiden

Scheren Sie nicht alles über einen Kamm: Was bei Ihnen als Ablehnung ankommt, kann auch konstruktive Kritik sein. Schauen Sie, ob Sie Tipps und Optimierungsvorschläge bekommen, und bessern Sie dann nach.

Sie müssen es nicht jedem recht machen. Doch wenn etwas öfter genannt wird, könnte das ein Hinweis für Sie sein, wo Sie noch „Potenzial“ haben.

7. Die Tür offenlassen

Manche lassen einer Ablehnung das berühmte HB-Männchen folgen und gehen in die Luft, ziehen sich verletzt zurück oder schwören finstere Rache.

Das ist schon allein „strategisch“ unklug. Denn wer Sie heute ablehnt, kann morgen wieder auf Sie zukommen wollen. Gut, wenn Sie dann die Tür offen gelassen haben und einen zweiten Versuch starten können.

8. Durchhalten und nicht aufgeben

Wenn ein Kreativer eines braucht, dann ist es Ausdauer und Durchhaltevermögen. Nur die wenigsten werden einen roten Teppich erwarten können. Gerade am Anfang wird Ihr Weg oft steinig und hart sein. Es sind oft die, die durchgehalten haben, die hinterher den Erfolg einstreichen.

Erfreuen Sie sich an jedem kleinen Teilerfolg. Lernen Sie jeden kleinen Schritt zu schätzen. Machen Sie sich nicht damit verrückt, die Weltauflage erreichen zu müssen. Auch überzogene Erwartungen lassen eine Ablehnung riesengroß erscheinen, bis man jeden Mut verliert.

Wie sehen Ihre Schritte und Erfolge aus? Feiern Sie sie. Wen kümmert denn dann noch die eine oder andere Ablehnung? 😉

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 10.02.11

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