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5 Tipps gegen die Angst vor Konflikten

Konflikte wollen wir wohl alle meiden. Nur wenige stürzen sich freiwillig in die Schlacht. Manche fügen sich aber durch ihre Angst vor Konflikten regelrecht Schaden zu. Eine schnelle Lösung, was Sie gegen Ihre Konfliktscheu tun können, kann Ihnen der Artikel nicht geben. Aber vielleicht die eine oder andere Idee.

Die Angst vor Konflikten

Konflikte wollen wir eigentlich alle meiden. Die wenigsten dürften sich mit einem „hurra“ in die Schlacht stürzen. 😉 Noch dazu gibt es Konflikte und Konflikte. Manche sind nach einem zehnminütigen Gefühlsausbruch und anschließender Versöhnung vergessen. Manche schleppt man nachtragend wochenlang mit sich herum. Und manche spitzen sich vielleicht über Jahre hin zu.

Manche von uns haben aber notorische Angst vor Konflikten und fühlen sich von ihnen regelrecht bedroht. Der Autor wagt es nicht, auf die Einhaltung seiner Rechte zu bestehen. Der Kreativ-Workshop droht an unterschwelligen Spannungen im Team zu scheitern. Und die Marketing-Agentur ärgert sich über einen unliebsamen Kunden und sabotiert unbewusst den Auftrag. Treffen kann es jeden.

Wer Angst vor einem Konflikt hat, beseitigt nicht die Ursache dieser Spannungen, sondern er versucht, den Konflikt selbst unter allen Umständen zu meiden.

Bis die Nerven vielleicht so blank liegen und der Druck so groß ist, dass man unkontrolliert doch explodiert oder sich und anderen durch Anti-Reaktionen wie der erwähnten unbewussten Sabotage schadet. Möglicherweise mit der Folge, dass der Konflikt dadurch nicht vermieden, sondern im Gegenteil noch angeheizt wird.

Gründe, warum man eine solche Konfliktangst mit sich herumträgt, kann es viele geben.

Vielleicht ist man in einem gewalttätigen Elternhaus aufgewachsen. Oder man ist nicht so sprachgewandt und befürchtet, der Schlagfertigkeit des anderen nichts entgegenzusetzen zu haben. Oder man hat Angst, von anderen abgelehnt zu werden, wenn man sich so zeigt, wie man ist, und andere dadurch auch mal verärgert. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Die Folgen können allerdings fatal sein.

Wie gesagt, der Autor bringt sich um seine Rechte. Der Kreativ-Workshop hängt sich auf. Und die Marketing-Agentur macht vielleicht unfreiwillig Negativ-Werbung.

Wer Angst vor Konflikten hat, schadet sich in erster Linie selbst, manchmal auch dem anderen, und er nimmt beiden die Möglichkeit, eine Situation zu bereinigen und zu klären.

Denn so unangenehm Konflikte auch sein mögen, sie setzen die Dinge in Bewegung. Sie haben Entwicklungspotenzial. Das, was nicht mehr stimmt oder ärgert, kommt durch sie auf den Tisch und kann gelöst werden. Ohne Konflikte gibt es hier keine Veränderung und kein Wachstum.

Welche Lösungen kann es geben?

Nun, dieser Artikel kann das Problem nur oberflächlich anreißen, im Grunde nur darauf aufmerksam machen. Und ich bin auch kein Psychologe oder Psychotherapeut.

Manchmal macht vielleicht eine Therapie Sinn. Manchmal reichen ein paar Kniffe und Strategien, wie man Konflikte bewältigt. Und der große Rest dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen.

Aber immerhin: Hier kommen ein paar Ideen, wie Sie besser mit Ihrer Angst vor Konflikten umgehen.

1. Hinterfragen und ändern Sie Ihre Einstellung zum Konflikt

Wie gesagt, allen wäre es wohl lieber, wenn es keine Konflikte geben würde. Aber wie realistisch ist das? Kann es eine Welt ohne Konflikte geben? Wie realistisch ist es, immer „in Harmonie und Frieden“ leben zu wollen? Wenn selbst eine Meinungsverschiedenheit über die anstehende Geburtstagsparty im Prinzip genau das ist: Ein Konflikt?

Zudem müssen Konflikte nicht per Definition schlecht sein. Wer sagt, dass sie zum Beispiel mit verbalem oder gar tätlichem Gewitter, mit Niedertracht oder Feindseligkeit einhergehen müssen? Das alles gehört nicht zu einem Konflikt selbst, sondern allenfalls dazu, wie häufig mit ihm umgegangen wird.

Nicht zuletzt ist jeder Konflikt zunächst einmal ein Zeichen. Ein Zeichen, dass man nicht konform geht, dass etwas anzupassen gilt oder beachtet werden will, dass etwas nicht mehr stimmt oder nach Veränderung schreit. Wer dieses Zeichen ignoriert, lässt nur dem seinen, vielleicht unheilvollen, Lauf, was es ausgelöst hat.

2. Machen Sie sich den Schaden klar, wenn Sie Konflikten aus dem Weg gehen

Mein Vater pflegt zu sagen: „Wenn Du Konflikte vermeiden willst, musst Du jwd leben – janz weit draußen“.

Und er hat Recht. Konflikte kann man nur dann meiden, wenn man den Umgang mit anderen Menschen meidet oder aber sich selbst völlig aufgibt. Denn sobald wir mit anderen Menschen zusammentreffen, treffen auch unterschiedliche Ansichten, Denkweisen und Bedürfnisse aufeinander. Alles potenzielle Quellen für einen Konflikt.

Und selbst wenn wir den offenen Konflikt, also die offene Auseinandersetzung meiden, führen wir doch immer noch einen Konflikt. Nämlich den in unserem Innern. Wir hadern mit uns, auf unseren Willen zu verzichten. Wir sammeln Frust und Stress an, bis es irgendwann doch noch zur Explosion kommt.

Ganz abgesehen davon, dass der Schaden, auf unsere Wünsche und Interessen zu verzichten, immens sein kann.

3. Geben Sie dem anderen eine Chance

Wenn Sie einen Konflikt meiden, weil Sie eine bestimmte Reaktion fürchten, gehen Sie auch davon aus, dass diese Reaktion erfolgen wird. Sie gehen also zum Beispiel davon aus, dass Ihr Gegenüber zum Angriff übergehen oder finstere Rachepläne schmieden wird.

Hinterfragen Sie, ob a) diese Verallgemeinerung generell angebracht ist, und ob sie b) bei einem bestimmten Menschen im Besonderen angebracht ist.

Geben Sie dem anderen eine Chance. Trauen Sie ihm zu, einen Konflikt vernünftig zu lösen. Reichen Sie ihm die Hand.

Vergessen Sie auch nicht, dass der andere es oft merkt, wenn Sie an irgendetwas knabbern, mit der Sprache aber nicht herausrücken. Wenn Sie Pech haben, wird er das Ergebnis sehen, ohne die Ursache zu kennen – und es persönlich nehmen.

Wie gesagt, Konflikte sind nicht per Definition schlecht, nur die Art, wie oft mit ihnen umgegangen wird. Auch hier wie anderswo gilt das Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus.“ Wenn Sie selbst Konflikte offen und sachlich bis freundlich ansprechen, stehen die Chancen gut, dass der andere entsprechend reagiert.

4. Üben Sie es, Konflikte zu lösen

Schwimmen lernt man durch Schwimmen. Üben Sie, Konflikte zu lösen. Dann müssen Sie sie auch nicht länger fürchten.

Vielleicht können Sie sich besonders gut auf andere Menschen einstimmen? Dann wäre das ein Ansatzpunkt. Oder vielleicht haben Sie ein Händchen für Worte und Sprache? Das wäre ein anderer. Oder sind Sie fit darin, Lösungen für Ihre eigenen und die Probleme anderer zu finden? Ein weiterer. Nutzen Sie Ihre individuellen Stärken für Ihre ganz eigene Art, Konflikte zu lösen.

Wenn Sie wollen, üben Sie auch zunächst einmal im kleinen Kreis. Üben Sie es bei Menschen, die Sie kennen und denen Sie vertrauen, Ihre Meinung zu vertreten. Steigern Sie sich dann langsam.

Es gibt natürlich auch diverse Trainings und Coachings zur Konfliktbewältigung.

5. Begegnen Sie der eigentlichen Angst hinter Ihrer Konfliktangst

Wir hatten es schon: Die Angst vor Konflikten kann die verschiedensten Ursachen haben. Ideal wäre es, wenn Sie an dieser Ursache anzusetzen versuchten. Sonst doktorn Sie an den Symptomen herum, ohne das eigentliche Problem zu lösen. 😉

Wenn Sie zum Beispiel Angst haben, vom anderen überfahren und mundtot gemacht zu werden, weil Sie nicht so redegewandt sind, könnten Sie hieran feilen. Oder Sie üben es umgekehrt, den anderen gelassen ausreden zu lassen, bis Sie dann in Ruhe kontern.

Das geht. Mein Onkel hat zum Beispiel einen schweren Sprachfehler. Das hält ihn aber nicht davon ab, seine Meinung zu äußern und alle, die ihn unterbrechen wollen, zur Ordnung zu rufen. 😉

Oder wenn Ihnen Harmonie über alles geht, weil Sie Angst haben, sonst den Halt und die Geborgenheit anderer Menschen zu verlieren, wäre das ein Ansatzpunkt.

Bekämpfen Sie die Angst hinter der Angst. Bohren Sie sich so lange in Ihre Gedanken und Ihr Problem rein, bis Sie es verstehen. Nur so können Sie es lösen.

Meiden oder unterdrücken Sie Konflikte nicht einfach. Versuchen Sie, sie zu lösen. Das ist langfristig immer der bessere Weg. Egal, ob als Autor, im Kreativteam oder einfach nur so.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 21.05.2010

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