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Aufmerksamkeit fokussieren

Der Medienalltag schenkt uns Anregung, Wissen und Kommunikation. Aber er kann uns auch Stress, Konzentrationsmängel und ein nachlassendes Gedächtnis bescheren. Üben Sie, Informationen und Reize bewusst aufzunehmen. Für ein klares Denken, kreativen Flow und eine intensivere Wahrnehmung Ihrer selbst.

Der Wahnsinn des ganz normalen Medienalltags

Das Telefon schrillt, das Radio dudelt, der Fernseher läuft. Das eMail-Programm plinkt und winkt bei einer neuen Nachricht vielleicht noch mit einer kleinen Fahne. Manche leiden vom vielen SMS-Schreiben schon an einem Handydaumen wie andere an einem Tennisarm. Und natürlich wollen Bücher und Zeitungen gelesen, Weblogs kommentiert, virtuelle Welten gepflegt und Auktionen bei eBay verfolgt werden.

Der ganz normale Medienalltag also. Mit einer Fülle an Informations- und Interaktionsmöglichkeiten, die es früher so nie gegeben hat, ob beruflich oder privat.

Nicht unbedingt ein Problem in der Sache an sich. Im Gegenteil. Die mediale Fülle kann ein Segen sein, uns Anregung, Wissen und Kommunikation schenken.

Mit Sicherheit aber ein Problem, wenn wir diesem Medienalltag ungesteuert und vielleicht noch mehrere Quellen gleichzeitig nutzend nachgehen.

Die Folge: Permanenter Stress und ein nachlassendes Denkvermögen

Permanenter Stresszustand nennen das die Experten, wenn unser Gehirn ständig umschalten muss und unter Dauerberieselung steht. Von Kopfschmerzen und Schlafstörungen bis hin zu Konzentrationsmängeln und nachlassendem Gedächtnis ist alles drin.

Vielleicht noch schlimmer: Auch das Denkvermögen leidet. Abgelenkt und mit zersplitterter Aufmerksamkeit fällt es uns schwer, eine Sache gründlich zu durchdenken, Zusammenhänge zu erkennen. Geistige Höhenflüge haben da einen schweren Stand. Der kreativitätsfördernde Flow, der sich einstellt, wenn wir konzentriert einer Sache nachgehen, erst recht.

Aufmerksamkeit fokussieren und konzentrieren

Da hilft nur eines: Abschalten. Raus aus dem Sog, den all diese Impulse auf uns ausüben. Weg von dem Vollzeitprogramm, in das wir uns gern stürzen würden. Wir müssen wieder lernen, unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren, Informationen nacheinander und bewusst aufzunehmen. Erst dann können wir sie auch zur Gänze wahrnehmen.

Probieren Sie es doch vielleicht einmal selbst und fangen Sie gleich radikal an.

Konsequenter Medienentzug

Üben Sie den konsequenten Medienentzug. Setzen Sie sich eine bestimmte Zeitspanne und rühren Sie während dieser Frist Buch, Computer und Fernsehen nicht an. Verbringen Sie sie stattdessen z.B. intensiv mit einem (medienlosen ;-)) Hobby, anderen Menschen oder auch allein. Streifen Sie durch Wald und Feld oder sitzen Sie nur ruhig an Ihrem Lieblingsplatz. Gönnen Sie sich diese Momente und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nach innen.

Merken Sie, wie sich Ihre Gedanken wieder zu Wort melden? Nutzen Sie die Gelegenheit, um Erlebtes und Gesehenes mental noch einmal von allen Seiten zu betrachten. Wie eine Scherbe, die im Sonnenlicht auf Ihrer Handfläche glitzert. Wie sieht sie aus, wie fühlt sie sich an, Ihre Gedankenscherbe? Beschreiben Sie sie. Erfahren Sie sie.

Nur eine einzige Medienquelle

Widmen Sie sich nur jeweils einer einzigen Medienquelle. Telefonieren Sie gerade? Dann sehen Sie nicht noch gleichzeitig fern oder arbeiten an Ihrem Computer. Sie können nicht beides gleichermaßen aufnehmen, eines davon leidet. Entweder hat Ihr Gesprächspartner Pech und Sie hören ihm nur mit halbem Ohr zu oder Sie haben den Film mehr oder weniger umsonst gesehen, müssen Ihre Arbeit unter Umständen noch einmal machen. Beides kostet Zeit, geht auf die Qualität.

Auf bestimmten Reiz konzentrieren

Gehen Sie noch einen Schritt weiter und konzentrieren Sie sich ganz auf einen bestimmten Reiz. Versuchen Sie Ihr Telefonat, Ihren Film, Buch und so weiter mit allen Sinnen zu erfassen. Wie hört sich Ihr Gegenüber an, welche Emotionen können Sie an seiner Stimme, seinen Worten ablesen? Welche Farben und Bewegungsmuster im Film ausmachen? Wie fühlen sich die Buchseiten an, welche Bilder löst der Text in Ihnen aus?

Medienkonsum begrenzen

Üben Sie diesen Dreischritt, wann immer Sie können. Lernen Sie, Ihren Medienkonsum zu begrenzen, gehen Sie jeweils einer Informationsquelle nach der nächsten nach und schenken Sie dieser dann Ihre volle Aufmerksamkeit. Sie fördern damit nicht nur Ihr Denken und Ihre Kreativität – umso anregender wird Ihnen die Quelle auch erscheinen. Kein Grund mehr für stresserzeugendes Hantieren auf allen Kanälen. :-)

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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