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2005 - 2008
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Fehler sind unbeliebt, aber sie sind auch eine Chance. Fünf Tipps, wie man aus seinen Erfahrungen lernen und Fehler in Wissen verwandeln kann. Fehler sind unbeliebt. Es gibt wohl keinen, der sie freiwillig macht, und nur wenige, die sie bereitwillig melden. Fehler kratzen an unserem Image und können unangenehme Folgen nach sich ziehen. Nicht nur, wenn der Arbeitgeber zu einer toleranten Fehlerkultur lediglich Lippenbekenntnisse ablegt. Fehler lassen uns innehalten, fluchen, manchmal verzweifeln. Verständlich, aber auch fatal. Denn Fehler sind nicht nur ein Rückschlag. Sie sind auch eine Chance. Eine Chance, zu lernen, zu wachsen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Es kommt nicht darauf an, möglichst wenig zu riskieren, um nur ja keine Fehler zu machen. Es kommt darauf an, Erfahrungen zu sammeln und aus seinen Fehlern zu lernen. Dazu sollten Sie allerdings einen wichtigen Schritt nicht unter den Tisch fallen lassen – Ihre Erfahrungen zu verarbeiten und in Wissen zu verwandeln. Schließlich: Wer will schon seine Fehler immer wieder machen. ;-) Tipp 1: Versuchen Sie, Ihre Fehler vorauszuahnen. Nein, keine Bange. Ich will Sie nicht zum nächsten Wahrsager schicken und in die Zukunft sehen kann keiner. Was wir aber können, ist, uns auf mögliche Fehler vorzubereiten. Fragen, die Sie sich dazu stellen könnten, wären etwa:
Tipp 2: Analysieren Sie Ihre Fehler. Es ist passiert. Sie haben einen Fehler gemacht. Shit happens. Gehen Sie aber jetzt nicht in Deckung und machen Sie die Augen zu, sondern sehen Sie genauer hin. Versuchen Sie Ihren Fehler zu verstehen, zeichnen Sie seinen Weg nach. Überlegen Sie:
Nebenbei: Ganz Kreative können nicht nur der Spur ihres Fehlers folgen, sondern zu ihrem Fehler werden. Wechseln Sie die Perspektive und erzählen Sie die Geschichte Ihres Fehlers. Begleiten Sie ihn von seiner heimlichen Geburt bis zu seinem offenkundigen Zu-Tage-Treten. Lernen Sie Ihren Fehler kennen und damit besser vermeiden. :-) Tipp 3: Halten Sie Ihre Fehler fest. Verstehen ist gut, nicht vergessen besser. Deshalb: Arbeiten Sie Ihre Fehler auf und halten Sie Ihre Erkenntnisse anschließend irgendwo fest. Sie können dazu eine Art Fehlertagebuch führen, in das Sie Ihre Erinnerungen schreiben. Oder Sie können – etwa als Unternehmen – eine eigene Datenbank anlegen, in der Sie Ihre Erfahrungen dokumentieren. Sie können selbstreflexiv und im stillen Kämmerlein arbeiten oder gemeinsame Workshops und Besprechungen abhalten. Welche Form Sie im Einzelnen wählen, ist relativ egal. Sie muss nur zu Ihren Bedürfnissen passen und Ihre Ziele unterstützen. Das heißt, Sie muss es Ihnen ermöglichen,
Tipp 4: Lernen Sie aus den Fehlern Ihrer Mitmenschen. Und für ganz Schlaue habe ich noch einen Tipp: Lernen Sie nicht nur aus Ihren eigenen Fehlern (denn die tun weh), sondern möglichst auch aus denen der anderen (dann müssen Sie diese Fehler nicht auch noch machen). Im Projektmanagement hat sich diese Praxis schon bewährt: die Lessons Learned. Die systematische Erfassung der Erfahrungen, die man mit einem Projekt gemacht hat – ob positiv oder negativ. Zentral gespeichert und möglichst vielen zugänglich gemacht, hat hier jeder die Chance, sich beim nächsten Projekt schlau zu machen und die Versuch-und-Irrtum-Phase möglichst klein zu halten. Überlegen Sie doch einmal, ob Sie in Ihrem Unternehmen vergleichbare Strukturen schaffen können. Und wenn Sie „privat“ sind? Dann hören Sie aufmerksam zu, wenn andere von ihren Fehlern und Erfahrungen berichten – und geben Sie auch Ihr eigenes Wissen weiter. Ob in Netzwerken oder der Familie. So wächst der Schatz an Wissen – und verringert sich die Zahl der Fehler. Vor allem aber ... Tipp 5: Akzeptieren Sie Ihre Fehler. Fehler sind ärgerlich, ich weiß. Und wir würden einiges dafür geben, wenn wir sie zurücknehmen könnten. Aber permanentes Grübeln bringt ebensowenig wie die Suche nach einem Schuldigen. Beschränken Sie sich darauf, aus Fehlern zu lernen und sie damit für die Zukunft zu vermeiden. Und dann schließen Sie die Tür und vergessen den Rest. Wir sind Menschen und wir machen Fehler. Immer wieder. Solange wir aus ihnen lernen, waren sie nicht umsonst. Und nur darauf kommt es an. Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht im workshopwelt-magazin, Januar 2007. © 2007 Heike Thormann Artikeltipp Warum es notwendig ist, Fehler zuzulassen, um kreativer zu arbeiten, erfahren Sie auch in meinem Artikel "Von Japan lernen - mit Kaizen kreativer arbeiten". Alle Artikel finden Sie bequem zum Nachschlagen in der Seitenübersicht. Und immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit meinem Newsletter. Er informiert Sie regelmäßig über die neuesten Tipps, Downloads und Übungen. Kostenlos und unverbindlich.
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