Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




12 Tipps, wie Sie auf kreative Art Ihre Bestimmung finden

Manche verspüren schon früh den Drang einer Berufung. Andere fragen sich spätestens in der Lebensmitte: Was will ich aus oder mit meinem Leben machen? Was gibt meinem Leben Sinn? Was ist meine Lebensaufgabe oder „Bestimmung“? Sind auch Sie auf der Suche? Dann habe ich hier 12 Tipps, wie Sie mit Hilfe von Kreativität und Unbewusstem Ihre Bestimmung finden.

Was ist eine Berufung oder Bestimmung?

Sie müssen nicht gleich von einer Berufung oder Bestimmung reden, wenn es um den Sinn in Ihrem Leben geht. Für manche ist das eh ein (zu?) „großes Wort“. Andere verstehen darunter Antworten auf so verschiedene Fragen wie „was will ich“, „welcher Job ist der richtige für mich“ bis zu „was macht mich glücklich, was brauche ich für mein Leben“. Und überdies können Sie mehrere Berufungen gleichzeitig oder nacheinander haben.

Für mich ist eine Bestimmung oder Lebensaufgabe eine Antwort auf das Potenzial, das ich in mir trage. Es ist etwas, für das ich durch mein Leben, meine Fähigkeiten und Erfahrungen geprägt worden bin. Es ist ein Bedürfnis, das sich durch meine Stärken und meine Persönlichkeit ergibt. Es ist durch mich und mein Leben bestimmt.

Und je nachdem, ob Sie nun an Gott, höhere Mächte und Co. glauben oder nicht, ist es etwas, für das Sie (durch andere / von außen) „berufen“ sind. 😉

Wer sucht seine Berufung oder Bestimmung?

Genauso „zwittrig“ ist die Frage, wer eigentlich nach seiner Berufung oder Bestimmung sucht. Viele tun das nämlich (zunächst) nicht. Vielen reicht es zum Beispiel, „einfach einen Job zu machen“. Andere folgen fasziniert vorgezeichneten Karrierebahnen. Wieder andere machen das, wofür sie ein gewisses Interesse aufbringen und was ihnen das Nötige zum Leben gibt. Daran ist nichts verkehrt.

Doch manche Menschen haben andere Prioritäten. Sie können vielleicht nur dann arbeiten, wenn sie das, was sie tun, lieben. (Das ist bei mir der Fall.) Solche Menschen sind stark „herz-gesteuert“. Oder sie brauchen etwas, was ihrem Leben Sinn gibt. Sie brauchen das Gefühl, dass ihr Leben „sinn-voll“ ist. Wieder andere, wie zum Beispiel Künstler, verspüren von klein auf den Drang einer „Berufung“.

Viele Menschen finden ihre Bestimmung auch als Ausdruck auf eine große Veränderung oder „Krise“ in ihrem Leben. Ich kenne zum Beispiel gleich mehrere Leute, die nach Burnout, schwerem Mobbing oder Belastungen am Arbeitsplatz Heilpraktiker, Trainer für „Burnout-Prophylaxe“ und Ähnliches mehr geworden sind. Sie haben ihre Erfahrungen zu einer Lebensaufgabe verarbeitet. Bei anderen setzt eine solche „Krise“ das frei, was sowieso schon in ihnen schlummert.

Auch die berühmte „Krise der Lebensmitte“ mündet oft in die Suche nach einer derartigen Lebensaufgabe.

Die erste Lebenshälfte steht oft im Zeichen von Dingen, die „gemacht werden müssen“. Eine Ausbildung und eine berufliche / finanzielle Existenz muss her. Die Karriere will in Angriff genommen, das obligatorische Haus gebaut werden. Familie und Kinder stehen schon aus biologischen Vorgaben auf der „Todo-Liste“. (Immer vorausgesetzt, dass Sie das alles auch wollen.)

Ab der Lebensmitte ändert sich das. Jetzt pocht auch das „Ich“ stärker an die Tür. Viele Menschen fragen sich spätestens jetzt: Was will und brauche ich eigentlich *für mich*? Will ich mit diesem Partner alt werden? Will ich diesen Beruf weiter ausüben? Was möchte ich in meinem Leben noch gern erreichen oder bekommen?

Man hält sich nicht mehr für unsterblich. Früher oder später realisiert man: Das Leben ist begrenzt. Viele leiten jetzt diverse Veränderungen ein oder fangen etwas völlig Neues an. Und viele suchen eben auch, instinktiv oder ganz bewusst, nach dem Sinn in ihrem Leben, ihrer Berufung, ihrer Bestimmung.

Wie finden Sie Ihre Berufung oder Bestimmung?

Tja, und wie finden Sie jetzt Ihre Berufung, Lebensaufgabe, das, was Sie wollen, und Co.? Dazu gibt es, wen wundert’s, ebenfalls diverse Ansätze. 😉

Sie können zum Beispiel ganz simpel nach dem suchen (oder das umsetzen), was Sie lieben und leidenschaftlich gern tun.

Sie können auch relativ „verkopft“ etwa nach Ihren Stärken und Fähigkeiten, Ihren Werten, Ihrer Vorstellung von einem idealen Job und so weiter fragen.

Sie können Überlegungen anstellen wie: Was will ich geben? Was will ich hinterlassen? Worauf kann ich nicht verzichten?

Sie können in Ihrer Lebensgeschichte graben, reflektieren, nach Mustern und einem roten Faden suchen: Was könnte auf eine „Bestimmung“ hindeuten?

Oder Sie gehen es noch etwas „kreativer“ an und versuchen, Ihr Unbewusstes, das, was wie eine Schlange eingerollt in Ihnen schläft, zu wecken. Dabei sollen Ihnen die folgenden Tipps helfen.

(Nebenbei: Mein Kurs „Schreiben Sie die Geschichte Ihres Lebens“ ist eine Mischung aus all diesen Methoden. Finden Sie mit ihm heraus, „wer Sie sind und was Sie wollen“.)

12 Tipps, wie Sie auf kreative Art Ihre Bestimmung finden

I. Lauschen Sie Ihren Gefühlen

Ich starte mal mit etwas, was recht einfach sein sollte, was aber viele trotzdem ignorieren, missverstehen oder gar nicht erst wahrnehmen: Die eigenen Gefühle.

Ein persönliches Beispiel: Es ist jetzt über 15 Jahre her, dass ich tränenüberströmt im kleinen Bad meiner Studentenbutze saß und verzweifelt war angesichts des Gedankens, dass ich mir nun einen „vernünftigen Job“ suchen müsse, um damit Geld zu verdienen. Ich murmelte vor mich hin: „Aber ich bin doch eine Autorin!!!“ (Damit meinte ich: Schriftstellerin.)

Mein Fehler war: A) Ich habe meine eigenen Gefühle und Widerstände nicht ernst genommen. B) Ich habe nicht nach Möglichkeiten für eine Lösung gesucht. C) Das Berufsbild „Autor“ existierte nicht auf meinem inneren Schirm, denn schließlich wusste ich damals schon: Vom Bücherschreiben kann man nicht leben.

Achten Sie in diesem Sinne selbst darauf:

1) Wo verspüren Sie „negative“ Gefühle, Widerwillen, Unwillen, Ungeduld? Was fühlt sich „falsch“ an? Wo haben Sie vielleicht sogar das Gefühl, „Ketten“ (im Sinne von Fesseln) zu tragen?

2) Was fühlt sich dagegen „richtig“, gut, erfüllend an? Wo verspüren Sie ein Gefühl reinsten Glücks? Was lässt Sie innerlich strahlen, sich leicht und lebendig fühlen?

Achtung: Unsere Gefühle sind flüchtig. Sie werden sie immer nur wenige Minuten oder gar Sekunden verspüren. Es braucht ein bisschen Übung, um diese, sagen wir, „Gefühls-Blitze“ wahrzunehmen. Und es braucht noch mehr Übung, den Grund für ein Gefühl zu erkennen.

Beispiel: Sind Sie sicher, dass Sie bei dem Gedanken an A innerlich Ketten tragen? Oder kann es vielleicht auch B sein?

3) Permanente Selbstbeobachtung kann helfen, die Gefühls-Blitze wahrzunehmen. Ein gutes Gedächtnis lässt Sie ähnliche Gefühle und Situationen aus der Vergangenheit rekonstruieren – und damit Muster ausmachen.

4) Ein gutes Körpergefühl ist vonnöten, damit Sie diese „Primär-Gefühle“ möglichst deutlich verspüren – und sie nicht durch diverse Gedanken, Überlegungen, scheinbare „Geht-Nicht“s von vornherein überlagern und ausbremsen.

Und bitte: Nehmen Sie Ihre Gefühle und Widerstände ernst. 😉

II. Achten Sie auf Hinweise von außen

Bei Gefühlen brauchen Sie eine gute Innen-Wahrnehmung. Jetzt geht es um Dinge, die von außen auf Sie einwirken und eine Saite zum Schwingen bringen können.

5) Achten Sie auf Worte, Situationen und so weiter, die Sie assoziativ aufhorchen lassen. Die hoffnungsvolle, aber abgewürgte Autorin könnte beispielsweise neuen Schwung bekommen, wenn sie über einen (vermeintlichen) Buchtitel stolpert wie „mach das verdammte Buch fertig“.

(Freudsche Fehlleistung des korrekten Titels „Mach dieses Buch fertig“ (Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich) mit völlig anderem Inhalt. Nun, zumindest ließ das bei mir sämtliche Wecker klingeln. ;-))

6) Oder bemühen Sie wieder Ihr Gedächtnis: Haben Sie etwa schon vor Jahren beim Geburtstag Ihres Onkels in dessen Garten gestanden und erzählt, dass Sie ja eigentlich Bücher schreiben wollen? Und nun stehen Sie, wie ein Deja-vu, wieder in seinem Garten – nur Ihre Bücher sind immer noch ein Produkt Ihrer Phantasie?

7) Ich bin ein großer Fan des Prinzips der Synchronizitäten. Für mich gibt es keinen Zufall, sondern Anregungen („Nasenstüber“), aus denen wir etwas machen können oder auch nicht. Achten Sie auf solche Botschaften aus Ihrem Alltag und Ihrem Leben.

Bei mir was es zuletzt zum Beispiel der Drucker, der eines Tages „zufällig“ auf meiner Türschwelle stand und nun meine Lernunterlagen und Trainings-Bücher druckt. Das hat meinem Leben eine vollständige Wendung gegeben. (Hier lesen Sie mehr zur Synchronizität.)

III. Kitzeln Sie Ihr Unbewusstes mit kreativen Methoden

Die „Anregungen von außen“ lassen auf sich warten oder sie gehen Ihnen durch die Lappen? Dann gibt es auch Methoden, wie Sie Ihre „innere Stimme“ bewusst kitzeln können.

8)) So können Sie kreative Schreibtechniken nutzen, um besser an Ihr Unbewusstes und das, was in ihm schlummert, heranzukommen. Schreiben Sie zum Beispiel Morgenseiten, um alles einfach mal herauszulassen. Schreiben Sie Tagebuch, um die erwähnten Muster zu erkennen. Beschäftigen Sie sich über autobiografischem Schreiben mit Ihrer Vergangenheit, um sich besser zu verstehen und wieder Muster zu bemerken. Machen Sie Free Writings, um Ihr Bewusstsein „auszuhebeln“ und in die Tiefe Ihres Selbst zu gehen.

9) Malen Sie lieber, statt zu schreiben? Kein Problem, das geht auch. Lassen Sie sich zum Beispiel von Bildern inspirieren, die Ihnen begegnen, und stellen Sie sie zu einer Zielcollage zusammen. Oder bringen Sie sich in eine „meditative Grundstimmung“ und lassen Sie dann Hand und Pinsel freien Lauf. Wenn Sie sich vorher intensiv mit Fragen wie dem Sinn Ihres Lebens oder Ihrer Lebensaufgabe beschäftigt haben, kann (meditatives) Malen jetzt unbewusst Antworten produzieren.

10) Wo wir schon bei Meditation sind: Auch in selbstversunkenem Gebet und Meditation sind Sie Ihrem innersten Kern ganz nah. Achtung: Absolute Anfänger sollten ihre Meditationspraxis langsam steigern. Hier lesen Sie mehr zu Meditationen.

(Meditieren bedeutet erheblich mehr, als nur im Yoga-Sitz auf einem Kissen zu sitzen und „ooomm“ zu machen. 😉 Sie können meditierend malen, schreiben, Musik machen oder Musik lauschen, Körperübungen machen, und und.)

IV. Suchen Sie nicht, finden Sie

Wenn Sie verbissen nach Ihrer Bestimmung suchen, werden Sie oft nicht fündig werden. Daraus entspringen dann eher „verkopfte Berufs-Findungs-Seminare“. 😉 Wie gesagt, Ihre Bestimmung schläft in Ihnen, sie ruht in Ihrem Inneren. Sie können sie nicht mit einer einfachen Abfrage Ihrer Fähigkeiten wecken.

11) Ein weiterer Tipp lautet deshalb: Nicht suchen, finden. Geben Sie dem Leben und Ihrer Berufung eine Chance, sich selbst zu enthüllen. Gehen Sie spielerisch, ziellos vor. Lassen Sie den zielgerichteten Fokus sein. Bleiben Sie offen für „Zufälle“ und Anregungen von außen. Wenn diese Anregungen sich gut anfühlen, ist es vielleicht eine Synchronizität, die nur auf Sie gewartet hat.

12) Übrigens: Ich bin zwar nicht der Meinung, dass der Weg immer das Ziel ist. Soo planlos müssen Sie nun doch nicht durchs Leben wandern. 😉 Doch ich habe in der Tat gelernt, dass der Weg beim Gehen entsteht.

Mit anderen Worten: Warten Sie nicht auf den Startschuss „hey, das ist Deine Bestimmung, jetzt aber los“. Damit habe ich mich mehrere Jahre selbst blockiert. Laufen Sie los und gehen Sie ungefähr in die Richtung, die Ihnen die richtige zu sein scheint. Und halten Sie achtsam immer wieder Ausschau nach Anregungen, Abzweigungen, Weichen.

Wenn Sie den Weg einschlagen, der sich gerade gut anfühlt, und flexibel genug für Kurswechsel sind, folgen Sie automatisch Ihrer „Bestimmung“: Sie tun nämlich (nach meiner Definition) das, was sich aus Ihren Erfahrungen, Ihren Fähigkeiten und Ihrem Leben ergibt. Sie tun das, was Ihrem Leben gerade jetzt Sinn gibt.

Natürlich müssen Sie oft noch „dechiffrieren“. Ihr Unbewusstes wird Sie selten mit klaren Aussagen erfreuen. Hier kann wieder aufmerksame Selbstbeobachtung und Selbstreflexion helfen. Jeder denkt anders, nimmt anders wahr und „redet“ anders mit sich selbst. Ihre Aufgabe ist es, Ihrer persönlichen „Sprache“ auf die Spur zu kommen.

V. Extra-Tipp: Machen Sie Ihre inneren Saboteure ausfindig

Und zum guten Schluss noch ein Extra-Tipp: Ich glaube, dass viele Menschen im Stillen sehr wohl wissen, wozu sie sich berufen fühlen und was ihrem Leben Sinn gäbe. Doch wir sind sehr erfinderisch darin, uns immer wieder auszubremsen und auszuhebeln.

Hier grüßt mal nicht der innere Schweinehund, der uns auf dem Sofa halten will (obwohl der auch vorkommen kann), und auch nicht das Murmeltier aus dem Fernsehen. Hier grüßt der innere Saboteur.

Glaubenssätze, Ängste, scheinbare Sachzwänge, widerstreitende Impulse – die Liste ist lang, womit wir uns ein Bein stellen können.

Seien Sie sehr wachsam, wenn Sie wieder einmal denken: Vom (Bücher)schreiben kann man nicht leben. Ach so, nein, falscher Film. Das war ja ich. Drehen Sie Ihren eigenen Film. 😉

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 07.01.13

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)