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Einen Bezug zum Thema finden

Wenn man über etwas schreiben soll, über das man gar nicht schreiben will, sind Schreibunlust und Blockade vorprogrammiert. Dann kann es Ihnen helfen, wenn Sie einen Bezug zum Thema erkennen, eine Bindung dazu herstellen können.

Wenn Schreibmotivation nur von außen kommt, drohen Blockaden

Schreiben kann Spaß machen, aber auch zur Qual werden. Und zwar mit schöner Regelmäßigkeit dann, wenn Sie über etwas schreiben sollen, über das Sie gar nicht schreiben wollen. Oder anders formuliert: Immer dann, wenn Ihre Motivation von außen und nicht von innen kommt, sind Schreibunlust und Blockade vorprogrammiert.

Aber nicht nur das.

Schreibe interessant = Schreibe über das, was dich wirklich interessiert

Es gibt im Schreiben nur wenige Regeln, aber eine davon lautet: Schreibe interessant. Wenn Sie allerdings Ihre Leser erreichen und für Text und Thema interessieren wollen, müssen Sie sich erst einmal selbst für das Thema interessieren. Sie müssen authentisch schreiben, das Thema muss Sie antreiben, es muss zu Ihnen und Ihrem Leben gehören.

Alles halb so wild, wenn Sie Ihr Thema selbst wählen können.

Sie müssen dann „nur“ herausfinden, was Sie wirklich interessiert. Und ja, ich habe die Anführungszeichen bewusst gesetzt, denn angesichts der Fülle von Informationen und Reizen, die heutzutage auf einen einstürmen, kann selbst das zu einem Problem werden. *schmunzel*

Aber immerhin: Hobbys haben die meisten von uns, Vorlieben und Abneigungen auch, menschliche Beziehungen und Konflikte sind immer ein dankbares Thema, persönliche Missgeschicke – und sei es in Form einer Satire – auch. Und so weiter, und so fort.

Für Stoff dürfte also gesorgt sein. 😉

Was aber, wenn Sie Ihr Thema nicht oder weitgehend nicht selbst wählen können?

Eine Bindung zum Thema herstellen

Dann kann es Ihnen helfen, wenn Sie einen Bezug zum Thema erkennen, eine Bindung dazu herstellen können.

Assoziationen festhalten

Schnappen Sie sich Stift und Papier und fragen Sie sich: Was verbinde ich mit diesem Thema? Was fällt mir dazu alles ein? Achten Sie auch immer auf mögliche Berührungspunkte mit Ihrem eigenen Leben.

Erinnerungen nachgehen

Hängen Sie Ihren Erinnerungen nach. Ein Beispiel: Nehmen wir an, Ihre Aufgabe lautet, einen Text über den Bratwurststand von gegenüber zu schreiben. Wann haben Sie dann das letzte Mal an einem solchen Stand eine Bratwurst gegessen? Gibt es vielleicht Momente oder Szenen in Ihrem Leben, in denen ein Bratwurststand auftaucht?

(Nicht gleich abwinken. Und sei es der Einkaufsbummel in x, bei dem Sie – genau – an einem Bratwurststand Halt gemacht haben.)

Fiktiver spielerischer Rahmen

Entwickeln Sie Interesse an Ihrem Thema durch einen fiktiven spielerischen Rahmen. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie müssten einem Außerirdischen erklären, was eigentlich ein Bratwurststand ist. Schreiben Sie doch gleich einen kleinen Dialog dazu oder bauen Sie ein Rollenspiel mit einem Freund ein.

Textform wechseln

Wechseln Sie die Textform. Nehmen wir an, Sie sollen einen Bericht schreiben und können mit dieser nüchternen Herangehensweise an Ihr Thema nicht viel anfangen. Dann schreiben Sie doch statt dessen eine kleine Krimiszene oder eine Räuberpistole. Derart animiert können Sie sich dann wieder Ihren Bericht vornehmen, der durch das eine oder andere farbige Detail vielleicht sogar noch zusätzlich gewinnen wird.

Positives herausarbeiten

Und last but not least: Versuchen Sie, die positiven Seiten Ihres Themas herauszuarbeiten. Schreiben Sie etwa einen Klappentext, eine Verlagsankündigung oder Werbeanzeige, mit der Ihr Bratwursttext enthusiastisch gefeiert wird. Mit dieser Brille vor Augen dürfte Ihnen Ihr Thema zumindest nicht mehr völlig Wurscht sein. 😉

Auf dass Sie Ihr Thema gar nicht mehr loslässt … Viel Spaß beim Schreiben.

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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