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Mit Free Writing Blackouts in Klausuren überwinden

Sicher kennen Sie das: Eine Klausur steht an und Wissen soll zu Papier gebracht werden. Nur: Nichts geht. Ein Blackout scheint alles Gelernte hinweggefegt zu haben. Die kreative Schreibtechnik Free Writing wird dann zum Retter in der Not.

Ein Teilnehmer meiner Schreibkurse erzählte mir einmal, wie es ihm gelungen war, seinen regelmäßigen Blackout bei Klausuren zu überwinden:

So saß er wieder einmal vor seinem Blatt Papier, jedes Wort ein einziger Kampf. Über die Hälfte der zur Verfügung stehenden Zeit war schon verstrichen, ohne dass er nennenswert vorangekommen wäre. Wütend auf sich selbst wollte er gerade den Klassenraum verlassen, als er sich sagte, dass jetzt eh alles egal sei, den Stift in die Hand nahm … und schrieb … und schrieb. Die Klausur in einem rasenden Tempo herunterschrieb – und mit einer guten Note bestand.

Die Technik, die er dabei instinktiv anwandte, ist die kreative Schreibtechnik Free Writing. Erstmals hat sie 1964 der Amerikaner Ken Macrorie als Mittel gegen Schreibängste und -hürden eingesetzt.

Die Methode ist denkbar einfach zu erlernen.

Alles, was Sie tun müssen, ist schreiben. Buchstäblich schreiben. Nicht mehr und nicht weniger. Egal, ob zur Sache oder abseits Ihres Themas.

Allerdings gibt es noch einen kleinen Trick. Sie dürfen nicht aufhören.

Unterbrechen Sie nicht, kritisieren Sie nicht, zensieren Sie nicht. Kümmern Sie sich nicht um Inhalt, Struktur oder Zusammenhang. Das können Sie alles später in der Überarbeitung tun. Jetzt geht es erst einmal darum, die Starre abzuschütteln und ins Schreiben zu kommen.

Der Witz an der Sache ist, dass Ihr Gehirn durch die äußeren Vorgaben wie den Zwang zum Schreiben mit dem Schreibprozess an sich beschäftigt ist und deshalb nicht mehr dazu kommt, Sie und sich selbst zu kontrollieren.

Denn genau das ist es ja, was den Blackout in Klausuren und Prüfungen oft auslöst: Die Angst zu versagen und Erwartungen nicht zu erfüllen. Der innere Kritiker, der jedes Wort schon im vorhinein zensiert. Der Perfektionist, der sich mit seinen hohen Ansprüchen selbst unter Druck setzt. Und andere Blockaden mehr.

Stattdessen erlaubt es Ihnen Free Writing, Ihr Unbewusstes freizusetzen, den kontrollierenden Verstand und Ihre Ängste auszutricksen. Wenn Sie sich dann warmgeschrieben haben, können Sie sich auch wieder Ihrem Thema widmen – und Geschriebenes korrigieren.

Nebenbei: Da diese Methode Ihnen dabei hilft, Ihrem Unbewussten und Intuitiven Raum zu geben, ist sie auch immer gut, um Ideen zu finden oder Zugang zu sich selbst zu gewinnen. Kurz: um Ihre Kreativität zu fördern. Nicht nur in Klausuren.

© 2007 Heike Thormann

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