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Was schreibe ich in einem Blog?

Bloggen ist „in“. Viele bloggen. Doch es gibt immer noch genug Menschen, die noch nie gebloggt haben und die sich vielleicht fragen: „Was, herrje, schreibe ich eigentlich in einem Blog?“ Nun, hier habe ich neun Tipps für Sie. Vielleicht ist auch der eine oder andere Augenöffner für schon erfahrenere Blogger dabei. 😉

Bloggen ist ja seit ein paar Jahren „in“. Auch ich selbst betreibe meine Webseite mit Hilfe eines Blog-Programms, auch wenn ich mich nicht als klassische Bloggerin sehen würde. Ich werde von meinen Lesern als Herausgeberin eines Newsletters wahrgenommen, und ich denke, das gibt die Wirklichkeit ganz gut wieder.

Angesichts der Vielzahl von Blogs sollte man meinen, dass das Thema Bloggen mittlerweile ein „alter Hut“ ist. Doch weit gefehlt. Noch immer gibt es „Blog-Novizen“ und Ersttäter. Und hin und wieder bekomme ich eine Frage gestellt, bei der ich eigentlich kein Problem gesehen hätte: „Was schreibt man in einem Blog?“

Okay, also folgen hier ein paar Tipps dazu. Denn so groß sind die Unterschiede zwischen Newsletter, Blog und allgemeinem Schreiben fürs Internet nicht.

Ich würde sagen, was Sie in einem Blog schreiben, hängt ab von Ziel, Zweck und Thema Ihres Blogs, von Ihrer anvisierten Zielgruppe und von Ihren persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten.

Zusätzlich brauchen Sie noch ein paar Methoden, um Ideen zu gewinnen. Es kann nicht schaden, mögliche „Standard-Formate“ zu kennen. Und Ihnen sollten ein paar generelle Regeln übers Bloggen beziehungsweise Schreiben im Internet geläufig sein. Das war’s.

Nebenbei, wenn Sie selbstständig sind und ein Blog haben oder ein Firmen-Blog betreiben, könnte auch mein Kurs „Texte schreiben für Homepage, Flyer, Broschüre und Co.“ interessant für Sie sein. Lernen Sie, wie Sie sich selbst, Ihre Angebote und Produkte besser präsentieren.

1. Ziele des Blogs festlegen und im Auge behalten

Was wollen Sie mit Ihrem Blog erreichen? Wenn Sie nur aus Spaß und als Hobby schreiben, sind Sie völlig frei und können „frei nach Schnauze in die Tastatur hauen“. Verfolgen Sie mit Ihrem Blog aber eine bestimmte Absicht, sollten Sie diese so präzise wie möglich formulieren und Ihr Blog konsequent danach ausrichten.

Das kann der Wunsch sein, damit Geld zu verdienen. Oder sich als Selbstständiger zu profilieren und als Auftragnehmer zu empfehlen. Oder den Boden für ein späteres Buch zu bereiten und schon mal ein erstes, interessiertes Publikum um sich zu scharen. Oder Sie bieten darüber Ihre Produkte an wie ich meine Selbstlernkurse. Und so fort.

Achtung, kleiner Tipp: Verlieren Sie nie das Ziel Ihres Blogs aus den Augen. Schreiben Sie nicht, nur weil es Spaß macht, (irgendetwas) zu schreiben. Jeder Blog-Artikel muss diesem Ziel untergeordnet sein, wenn Sie nicht irgendwann selbstlos, ziellos oder erfolglos vor sich hin schreiben wollen. Jeder.

2. Thema des Blogs festlegen und Inhalte darauf ausrichten

Worüber wollen Sie schreiben? Jedes Blog braucht ein Ober-Thema, ob das jetzt, sagen wir, alles rund um Gedächtnistrainings und Ihre Arbeit als Gedächtnistrainer ist, oder das Thema Ihres anvisierten Romans.

Selbst thematisch stark gemischte „Blogs“ wie meines haben eine gemeinsame Linie. So wie meine Produkte greifen auch meine Inhalte ineinander und verfolgen ein übergeordnetes Ziel.

Mein Kurs „Bücher und Texte konzipieren und planen“ zeigt Ihnen, wie Sie nicht nur Bücher, sondern auch Blogs strukturieren und inhaltlich zuschneiden.

3. Persönlich schreiben und sich als Person einbringen

Ein Blog ist keine Ansammlung von Werbetexten oder Pressemitteilungen, selbst ein Firmen-Blog nicht. Blogs leben von der Persönlichkeit ihrer Autoren. Bringen Sie sich deshalb ruhig als Person ein. In diesem Sinne ist mein „Blog“ in der Tat ein Blog und kein eher sachlich-distanziertes Artikel-Magazin, weil ich immer wieder persönliche Beispiele anführe.

Aber bitte: Keine unangebrachten Lobhudeleien oder Selbstbeweihräucherungen. 😉 Blogger sind natürlich alle irgendwo auch Selbstdarsteller, doch bleiben Sie auf dem Teppich. Bleiben Sie authentisch, mit Ecken, Fehlern und Kanten. Strahlende Übermenschen schrecken nur ab.

Lassen Sie Ihre Persönlichkeit in Ihren Artikeln durchscheinen. Sich selbst stellen Sie in einem kurzen „About“ (über mich)-Text beziehungsweise einer „Über mich“-Seite vor. Wenn es Sinn macht und für die Leser wichtig ist, können Sie auch die Ziele Ihres Blogs hier mit erwähnen.

4. Eigene Meinung einbringen und Stellung beziehen

Manche Blogger sind ein streitbares Völkchen, manche provozieren auch gern oder schreiben bewusst über heiß diskutierte, kontroverse Themen. Und wenn das in Ihrer Persönlichkeit liegt und den Zielen Ihres Blogs dient, nur zu.

Doch auch, wenn Sie eher die „sanfte Art, anzugreifen“ bevorzugen (Feedback eines Lesers über mich ;-)), sollten Sie mit Ihrer Meinung nicht unnötig hinterm Berg halten. Das lässt Sie als Mensch greifbar werden, und auf die persönliche Komponente kommt es beim Bloggen ja an.

5. Sich der Öffentlichkeit bewusst sein und Verantwortung übernehmen

Aber Achtung, vergessen Sie bitte nicht: Sie schreiben in der Öffentlichkeit und für die Öffentlichkeit. Alles, was Sie schreiben, wird vielleicht von sehr vielen Augen gesehen und ist womöglich noch Jahre über Suchmaschinen, Zitate bei anderen Bloggern und Ähnlichem abrufbar.

Wenn Sie lauthals hinausposaunen, dass Sie ein halbes Jahr in Urlaub fahren, könnte das Einbrecher auf den Gedanken kommen lassen, dass Ihre Wohnung leersteht. (Oder es kann Sie zumindest bei Versicherungen in Erklärungsnotstand bringen.) Wenn Sie über (frühere) Kunden oder Konkurrenten herziehen, wirft das ein schlechtes Licht auf Sie und ist extrem kontraproduktiv. Für Lästereien über frühere oder – schlimmer – gegenwärtige Arbeitgeber gilt natürlich das Gleiche.

Nicht zuletzt tragen Sie auch eine Verantwortung beim Schreiben. Mit ein paar unbedachten oder verärgerten Worten können Sie ganze Existenzen vernichten oder Rufmord betreiben.

6. Die Leser einbeziehen und eine Community aufbauen

Blogs sind ein typisches Instrument des Web 2.0 und deshalb sehr gut dazu geeignet, Ihre Leser einzubeziehen, eine Bindung zu ihnen herzustellen und vielleicht sogar eine Community aufzubauen.

Hier unterscheidet sich meine eigene Seite übrigens von einem klassischen Blog, denn ich habe nach einigen Versuchen in der Richtung bewusst auf die Kommunikation über die Newsletter gesetzt.

Überlegen Sie selbst, inwieweit Sie den aktiven Austausch mit Ihren Lesern möchten. Sie können diese zum Beispiel zu Kommentaren anregen und um ihre Meinung bitten. Sie können „interaktive Übungen“ machen. Sie können, wie oben schon erwähnt, provozieren und ebenfalls zum Meinungsaustausch anregen. Und mehr.

7. Einzigartig sein und einen Mehrwert bieten

Heutzutage wird im Web viel geschrieben, doch die meisten Blogs gehen in der Masse unter. Es ist nicht einfach, „einzigartig“ zu sein, doch Sie sollten zumindest versuchen, Ihre eigene Note zu finden.

Das kann Ihr Schreibstil sein, die Auswahl Ihrer Inhalte, der Zuschnitt Ihrer Themen, die eine oder andere „Besonderheit“ in Ihren Artikeln, Ihre Person natürlich, und mehr. Auf jeden Fall sollten Sie nicht umgekehrt bei anderen abkupfern, damit tun Sie sich in der Regel keinen Gefallen.

Dazu habe ich auch einmal einen Artikel geschrieben: „7 Tipps für originelle Ideen und originelle Texte“

Und vor allem: Bieten Sie Ihren Lesern einen Mehrwert. Denken Sie daran: Ihre Leser schenken Ihnen Ihre Zeit. Bedanken Sie sich dafür, indem Sie ihnen etwas wirklich Brauchbares, Nützliches, Schönes oder sonstwie Wertvolles geben.

8. Ideen finden und festhalten

Wenn Sie regelmäßig schreiben, brauchen Sie auch ständig neue Schreibideen. Ich selbst habe dazu zwei, drei Dateien angelegt, in denen ich mögliche Themen festhalte.

Die Quelle solcher Themen können zum Beispiel Dinge sein, die Ihnen als Mangel aufgefallen sind. („Jemand sollte mal etwas über xyz schreiben. Was ich bis jetzt dazu gelesen habe, reicht mir nicht.“) Oder eigene Bedürfnisse. („Ich möchte gern etwas über xyz schreiben oder lesen.“)

Ich höre auch immer gern auf meine Teilnehmer oder Leser und deren Fragen, Probleme oder Themenvorschläge.

Weitere Tipps, wie Sie Ideen zum Schreiben finden, lesen Sie in meinen Artikeln „10 Tipps, wie Sie leichter Textideen finden“ und „10 Inspirationsquellen fürs Schreiben“.

Auch mein Kurs „Ideen für Kunden und Konzepte finden“ gibt Ihnen einen Leitfaden an die Hand, wie Sie schnell, einfach und systematisch neue (Schreib-) Ideen finden.

9. Formate ausprobieren und abstimmen

Es gibt verschiedene Formate, die Sie für Ihr Blog nutzen können.

Bei mir sind das zum Beispiel in der Regel Anleitungen, Checklisten, How-Tos oder Tipp-Sammlungen. Dazu gibt es noch Buchrezensionen. Das passt zum stark Wissen vermittelnden Aspekt meiner Seite.

Wenn Sie selbstständig sind oder eine Firma betreiben, können Sie zum Beispiel (zusätzlich) aktuelle Nachrichten, Berichte über (neue) Produkte oder Services, Kunden-Feedback, Berichte über Ihr Unternehmen (zum Beispiel in der Art eines Storytellings), Auszeichnungen, die Resonanz in der Presse und mehr bringen.

Wenn Sie eher ein kreatives-privates Blog betreiben, können diese Formate für Sie Sinn machen: Geschichten, Gedichte, Anekdoten, gegebenenfalls wieder Berichte, Fotos (zum Beispiel bei einem Reise-Blog), Audio-Video-Material, Rätsel, Quizzes, Witze, Zitate, Motivationssprüche, Glossen oder Satiren, Kolumnen oder Essays, und so fort.

Oder Sie wollen ein stark „interaktives“ Blog. Dann beziehen Sie Ihre Leser zum Beispiel durch Übungen, Wettbewerbe, Wikis, Gastartikel oder Interviews ein.

Probieren Sie einfach mal etwas aus. Schauen Sie, was Ihnen liegt und was auch den Zielen Ihres Blogs dient. (Meistens geht beides ineinander über.)

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und vor allem – nach all der Zielorientierung – auch viel Spaß beim Bloggen. Der sollte schließlich nicht fehlen. 😉

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 08.10.11

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