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10 Tipps für ein gutes Brainstorming

Brainstorming ist nicht schwer. Im Grunde sucht man dabei nur zielgerichtet nach Ideen. Doch die Tücke liegt im Detail. Eine Reihe von „Sekundär-Faktoren“ entscheidet mit, ob ein Brainstorming ein Erfolg wird oder nicht. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, mehr aus Ihrem „Gehirnsturm“ herauszuholen.

Eigentlich ist Brainstorming sehr einfach, fast schon banal. Keine mysteriösen Techniken, kein kompliziertes Zubehör. Es gibt lediglich vier „Gebote“ oder Regeln, die man im Kopf behalten sollte:

  • Quantität vor Qualität
  • Keine Kritik. Keine Bewertung.
  • „Klauen“, Aufgreifen und Weiterentwickeln der Ideen anderer ist erlaubt.
  • Assoziieren, Herumspinnen und Phantasieren ist unbedingt erwünscht.

Mehr dazu lesen Sie auch in meinem Formular „Brainstorming“, das Ihnen diese Technik näher erklärt.

Doch es gibt da noch eine Reihe von „Sekundär-Faktoren“, die mit darüber entscheiden, ob ein Brainstorming erfolgreich verläuft oder nicht.

Also, sind Sie bereit? Dann bekommen Sie hier ein paar Tipps für ein gutes Brainstorming.

1. Holen Sie sich eine gemischte Truppe an Bord

Menschen fühlen sich zwar miteinander am wohlsten, wenn sie sich sehr ähnlich sind. Doch konstruktive Auseinandersetzungen, persönliches Wachstum und kreative Ideen entstehen dabei nur sehr selten. Je unterschiedlicher die Leute sind, mit denen Sie gemeinsam brainstormen, desto besser.

Werfen Sie Geschlecht, Alter, Herkunft wild durcheinander. Verlassen Sie sich darauf, dass der Dreikäsehoch genauso wertvolle Ideen und Fragen einbringen kann wie ein Universitäts-Professor. Es gibt viele Positionen im kreativen Prozess zu besetzen, vom Trend-Scout bis zum pedantischen Tüftler.

2. Alle Teilnehmer sollten sich als gleichwertig betrachten

Man kann es spüren: Wenn Vorgesetzte an einem Brainstorming beteiligt sind, herrscht ein anderer Wind. Die Teilnehmer sind vorsichtiger, wollen nicht anecken, versuchen zu gefallen. Das ist schlecht für neue Ideen, denn diese werden entsprechend gezähmt sein und getunt werden.

Das Beste ist, wenn alle Teilnehmer sich gleichwertig fühlen. Achten Sie auch darauf, dass niemand ausgegrenzt wird oder sich überfahren fühlt.

3. Sie brauchen einen fähigen Moderator

Manche Gruppen harmonieren einfach nicht miteinander. Das kommt vor. Doch oft ist es der Gruppenleiter oder Moderator, der den Unterschied macht.

Der Moderator eines Brainstormings muss viele Dinge zugleich beherrschen: Er muss die Kreativität der Teilnehmer anregen und gegebenenfalls Kreativitätstechniken vermitteln und einsetzen können. Er muss die Gruppe gut und effizient leiten. Er braucht ein Händchen für Kommunikation und unterschwellige Gruppendynamik. Menschenkenntnis sollte er auch noch haben … Sie sehen, ein vielseitiger Posten. 😉

4. Stellen Sie eine entspannte, stressfreie Atmosphäre her

Stress ist sowieso ein Kreativitätskiller. Wenn Sie die Leute zwischen Tür und Angel zu Ihrem Brainstorming bitten und alle gehetzt sind, oder manche auch „sozial gestresst“ sind und sich in der Gruppe unwohl fühlen, wird daraus nichts.

Aber auch Druck, Anspannung, Sorgen und anderes mehr helfen nicht gerade, sich offen und neugierig auf neue Ideen einzulassen.

Kümmern Sie sich um eine entspannte Atmosphäre: Ruhige Musik in den Pausen oder im Hintergrund kann helfen. Oder schöne Bilder, Symbole, Gegenstände, die zum Thema passen, einen in Stimmung bringen und die Vorstellungskraft aktivieren.

Ermuntern Sie die Teilnehmer, die Business-Atmosphäre an der Tür abzugeben. Fort mit dem gelackten Anzugträger. Fördern Sie mit Humor und kleinen Spielen das kreative Kind in jedem.

Extra-Tipp: Lassen Sie die Teilnehmer auch Gefühle zeigen. Selbst und vielleicht sogar gerade im scheinbar nüchternen Business herrschen Emotionen. Die „Chemie“ entscheidet, ob man mit einem Unternehmen konform geht oder nicht. Die Beziehung zu Kunden wird durch Emotionen geprägt. Viele Ideen und Produkte werden auch aufgrund von Emotionen abgelehnt. Und so fort.

Dann kann man besagte Emotionen auch gleich in seinen Ideenfindungsprozess einbeziehen. Edward de Bono hat das zum Beispiel sehr schön mit seinen „6 Hüten des Denkens“ aufgegriffen.

5. Versuchen Sie, gewisse Kommunikationsstandards durchzusetzen

Wenn Menschen produktiv zusammenarbeiten wollen, gehören auch ein paar Kommunikationsregeln dazu. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man den anderen ausreden lässt, in Ruhe zuhört, niemanden verbal angreift, andere in die Ecke drängt oder ihnen über den Mund fährt.

Da wir aber alle nur Menschen sind, erwähne ich es hier noch einmal. Denn gerade beim Brainstorming ist es wichtig, frei und ohne Angst seine Meinung äußern zu können. Sonst werden viele Ideen nie das Licht der Welt erblicken.

6. Suchen Sie nach der richtige Frage

Wie heißt es so schön: Die Frage bestimmt die Blickrichtung. Suchen Sie nach A, werden Sie schneller alles, was mit A zu tun hat, finden. Und so fort. Deshalb hängt bei einem Brainstorming viel von Ihrer Ausgangsfrage ab.

Feilen Sie ruhig sorgfältig an dieser Frage. Umso effizienter werden Sie nach Ideen suchen.

Achten Sie auch darauf, Ihre Ausgangsfrage positiv zu formulieren. Wir können kein „nein“ sehen. Es hat deshalb nur wenig Sinn, zu überlegen, was einen zum Beispiel am vertrieblichen Erfolg hindert.

Suchen Sie entweder wirklich klar nach dem Gegenteil. (Gegenteiltechnik, „wie können wir unseren Erfolg verhindern“.) Oder überlegen Sie gleich, was Sie erfolgreicher sein lässt.

7. Beeinflussen Sie Ihre Ergebnisse durch Einstellung und Fokus

Es klang oben bei den vier Geboten für ein gutes Brainstorming schon an: Trennen Sie unbedingt die Ideen von der Kritik. Das heißt, lassen Sie erst hemmunglos phantasieren. Und nehmen Sie dann auseinander und bewerten Sie. Nicht umgekehrt. Denn Ideen sind erheblich schneller zerredet als gewonnen. Beugen Sie dem vor, indem Sie den Fokus zunächst auf die Ideen richten.

Es kann auch helfen, den Fokus einmal sozusagen ins Makroskopische und einmal ins Mikroskopische zu lenken.

Das heißt, greifen Sie einmal nach den Sternen. Denken Sie groß. („Think big.“) Sie können anschließend immer noch auf das „Realistische“ herunterbrechen.

Und denken Sie ein anderes Mal – wie beim Kaizen – Stück für Stück von Ihrer jetzigen Ausgangsposition weiter. Was könnte hier zur Verbesserung führen beziehungsweise verbessert werden. Und so fort.

Im Leben ist bekanntlich alles eine Einstellungsfrage. Denken Sie „groß“, werden Sie auch schneller große Ideen finden. Und so fort.

8. Steigern Sie durch äußere Vorgaben den Ausstoß neuer Ideen

Sie können die Top-Idee, die Sie weiterbringt, an zehnter Stelle finden – oder an hundertster. Das können Sie nicht wissen. Deshalb gilt im Brainstorming auch, so viele Ideen wie möglich zu finden.

Sie können einen solchen „Ideen-Ausstoß“ durch äußere Vorgaben steigern. Machen Sie es zum Beispiel zur Auflage, dass jeder mindestens x Ideen einbringen muss. Oder setzen Sie eine zeitliche Grenze von y, in der um Einfälle gerungen wird.

Viele gute Ideen kommen erst nach einer gewissen Zeit zum Vorschein, wenn Sie geläufige Ideen an der Oberfläche Ihres Geistes „abgefischt“ haben.

9. Vergessen Sie die Solo-Künstler nicht

Viele Menschen brauchen die Gruppe und den geistigen Funkenflug mit anderen, um kreativ zu sein. Doch es gibt auch viele „Solo-Künstler“, die lieber im stillen Kämmerlein über ihren Ideen brüten. Und manche von uns gehören zu beidem gleichzeitig. (Dieser Wechsel zwischen Nähe und Distanz ist übrigens typisch für Kreative.)

Zudem fällt es vielen eher schüchternen Menschen oft schwer, sich lautstark in einer Gruppe zu äußern und für ihre Meinung zu kämpfen. Auch hier hilft ein sogenanntes Solo-Brainstorming.

Dafür gibt es Methoden wie das Brain-Writing. Oder Sie lassen die Leute eine bestimmte Zeit allein nach Ideen suchen und sammeln diese dann beispielsweise in einem Collective Notebook.

10. Lassen Sie darüber schlafen

Das ist kein Witz: Wir finden Ideen auch einfach so im Schlaf. Jedenfalls dann, wenn wir uns vorher mit dem Thema oder dem Problem beschäftigen, und uns danach aufs Ohr hauen. Unser Gehirn wird im Schlaf munter weiterspinnen und brainstormen. Sie müssen nur aufpassen, die neuen Ideen am nächsten Morgen nicht gleich wieder zu vergessen. 😉

Sind wir jetzt durch? Nun, man könnte so noch eine Weile weitermachen. Sie sollten Ihre Ideen zum Beispiel noch irgendwo festhalten und für die Gruppe visualisieren. Und ein Koffer an Kreativitätstechniken lässt alle effizienter nach Lösungen suchen. Doch ich denke, das reicht fürs Erste. Ihnen einen ergiebigen kreativen Funkenflug.

PS: Die meisten Tipps können Sie natürlich auch anwenden, wenn Sie Einzeltäter sind und allein brainstormen. Wandeln Sie in dem Fall bitte entsprechend ab.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.01.2011

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