Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Leserfrage: Wie schreibe und veröffentliche ich ein Buch?

Ein Leser schrieb mir, er wolle ein kleines Lehrbuch für den Nachwuchs in seiner Branche schreiben. Dazu fragte er mich: Wie schreibt man ein solches Buch? Wer druckt es? Wer bringt es auf den Markt? Und wie kann man das finanzieren?

Ein Leser schrieb mir, er wolle ein kleines Lehrbuch für den Nachwuchs in seiner Branche schreiben. Dazu fragte er mich: Wie schreibt man ein solches Buch? Wer druckt es? Wer bringt es auf den Markt? Und wie kann man das finanzieren?

Ich schrieb ihm zurück, dass man darüber selbst schon ein Buch schreiben könne. Und in der Tat haben das diverse Autoren getan. Zum Beispiel:

Nebenbei: Mein Paket „Schreib dein Buch“ bündelt zum Sonderpreis mehrere Kurse von mir, die Ihnen ebenfalls helfen, ein Buch zu schreiben.

Doch zu seinen Fragen.

Wie schreibt man ein Buch?

Oft hilft es, sich zu fragen: Für wen schreibe ich dieses Buch? Haben Sie einen bestimmten Leser oder eine bestimmte Zielgruppe vor Augen? Können Sie die Probleme, Interessen oder Bedürfnisse dieses „fiktiven Lesers“ sehen? Je klarer Sie Ihren Leser zu fassen bekommen, desto besser können Sie sich auf ihn einschießen und ihm einen größeren Nutzen bieten.

In anderen Fällen ist es sinnvoll, mit der eigenen Schreibabsicht zu starten: Warum wollen Sie ein Buch schreiben? Soll es zum Beispiel eher ein Hobby sein, soll es der Selbsterkenntnis dienen oder Geld einbringen? Worum soll es in Ihrem Buch gehen? Was wollen Sie damit erreichen? Welche „Botschaft“ möchten Sie übermitteln? Möchten Sie beispielsweise unterhalten oder Ihren Lesern verdeutlichen, dass Homöopathie die bessere Medizin ist?

Welche Inhalte und Themen brauchen Sie dafür? Wie ordnen Sie diese Inhalte an? Wie müssen Sie argumentieren, damit der Leser Ihre Botschaft versteht? Wie können Sie den „roten Faden“ halten? Wie soll der Plot beschaffen sein? Wie die Charaktere? Haben Sie Möglichkeiten, für mehr Spannung und Pep zu sorgen? Und vieles andere mehr.

Mit anderen Worten: Sie brauchen ein Konzept, ein Gerüst, das diese Fragen beantwortet.

Es kann auch nützlich sein, sich einen festen Zeitplan aufzustellen und ein paar Routinen auszuarbeiten, die dafür sorgen, dass Sie am Schreiben dranbleiben.

Wer druckt mein Buch?

Nun, wenn Sie Glück haben, können Sie einen „richtigen“ Verlag für Ihr Buch begeistern. Das kann ein ambitionierter Kleinverlag sein. Oder auch ein Großverlag, der schon lange am Markt etabliert ist. Versuchen kann man es immer.

Informieren Sie sich dazu zum Beispiel: Welche Verlage sind in der Branche, in der ich mich bewege, tätig? Welche haben mein Thema oder meinen Themenbereich in ihrem Programm? Wie kann ich Kontakt aufnehmen? Welche Wünsche haben sie vielleicht, was meine Bewerbung als Autor angeht?

Manchmal werden Sie keinen Verlag finden, der Ihr Buchprojekt annimmt. Oder Sie werden es von Anfang an in Eigenregie versuchen wollen.

Dann können Sie sogenannte elektronische Book-on-Demand-Dienste in Anspruch nehmen. Der bekannteste ist wohl die gleichnamige Books on Demand GmbH.

Diese Dienstleister drucken Ihr Buch, sobald eine Bestellung eingeht. Einen Teil des Verkaufspreises zahlen Sie für die Druckleistungen, der Rest wandert in Ihre Tasche. Da Sie der Druck nur dann etwas kostet, wenn auch eine Bestellung vorliegt, lohnt sich das Verfahren bereits bei kleinen Auflagen und hält Ihre Fixkosten überschaubar.

Bei größeren Auflagen ab etwa 500 bis 1.000 Stück rechnet es sich eher, eine Offset-Druckerei zu beauftragen. Die Fixkosten sind dann zwar höher, weil Sie die Bücher in Vorleistung drucken lassen und irgendwo lagern müssen. Auf das einzelne Buch umgerechnet, ist aber auch die Gewinn-Marge größer.

Wer bringt es auf den Markt?

Beim „richtigen“ Verlag ist das in der Regel immer noch der Verlag. Allerdings sind hier ebenfalls mehr und mehr tatkräftiges Selbstmarketing und Eigenwerbung der Autoren gefragt. Je besser Sie als Autor den Verlag beim Marketing unterstützen können, desto besser ist das auch für Ihr Buch.

Bei Digitaldruck und Offset-Druck sind im Wesentlichen Sie selbst dran. Bei beiden werden Sie zum Selbstverleger und müssen vom Layout bis zum Vertrieb alles in eigener Hand übernehmen.

Ausnahme: Manche Book-on-Demand-Unternehmen bieten gegen Aufpreis entsprechende Dienstleistungen an. In der Regel werden Sie diese aber noch durch eigene Aktivitäten anschieben müssen, wenn Sie Ihr Buch nicht nur an Ihre Verwandten verteilen wollen. 😉

Wie finanziere ich das?

Bei „richtigen“ Verlagen brauchen Sie das meistens nicht. Schließlich behält der Verlag dafür einen Anteil am Verkaufserlös des Buches ein und zahlt Ihnen nur ein relativ geringes Autorenhonorar.

Allerdings gibt es auch hier mittlerweile Verlage, die einen Eigenbeitrag des Autors mehr oder weniger deutlich begrüßen. Meist sind das Spezialverlage, die nur wenig Aussicht auf einen Publikums- und Verkaufsrenner haben.

Achtung: Hiermit meine ich nicht die sogenannten „Zuschuss-Verlage“, die sich ihre Druckleistungen sehr teuer bezahlen lassen, ohne dafür ein entsprechendes Marketing oder Ähnliches zu übernehmen. Informieren Sie sich hier sehr sorgfältig über das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Beim digitalen Book-on-Demand zahlen Sie meist nur eine geringe bis überschaubare Summe für die Basis-Dienstleistungen wie die Bereitstellung für den Druck oder (gegen Aufpreis) Lektorat, Satz und Layout. Die Druckkosten für das einzelne Buch werden Ihnen anschließend vom Preis des verkauften Buchs abgezogen.

Bei vollständigen Druckauflagen, die Sie in Eigenregie zum Beispiel bei einer Offset-Druckerei in Auftrag geben, müssen Sie selbst finanzieren und in Vorleistung gehen. Es liegt in Ihrer Hand, ob Sie dieses Geld – und einen Gewinn – über den Verkauf und Vertrieb des Buches wieder einspielen.

Noch einmal Achtung: Auch in die Landschaft der Offset-Druckereien ist mittlerweile Bewegung geraten. Erkundigen Sie sich, ob auch kleinere Auflagen oder ein Digital-Druck möglich sind. Die Unterschiede zu den reinen Digital-Anbietern verschwimmen langsam.

Weiterführende Lesetipps:

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 06.08.2010

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)