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Checkliste:
Vokabeln lernen
von
Heike Thormann
Sprachen lernen bedeutet Vokabeln lernen. Wenig
beliebt, aber auch zu Unrecht gefürchtet. Es gibt Mittel und
Wege, sich das Vokabellernen zu erleichtern. Diese Checkliste zeigt
Ihnen, wie.
Die Welt ist ein Dorf. Dieses Schlagwort von digitaler Revolution und weltweiter Kommunikation
ist zwar etwas übertrieben, aber dank Internet und
Globalisierung nicht mehr allzu weit von der Wirklichkeit entfernt.
Leider spricht dieses Dorf verschiedene
Sprachen. Und so sehr die Sprachenvielfalt eine
Bereicherung von Identität und Kultur ist, so sehr erschwert
sie die Kommunikation.
Der einzige Weg da hindurch ist – lernen Sie Sprachen.
(Jedenfalls solange es keinen Universaltranslator gibt. ;-)) Und Sprachen lernen
bedeutet Vokabeln lernen. Wenig beliebt, aber auch zu Unrecht
gefürchtet.
Es gibt Mittel und Wege, sich das Vokabellernen
zu erleichtern. Diese Checkliste zeigt Ihnen, wie.
| Allgemeine Lerntipps |
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Konzentrieren
Sie sich auf Ihre Aufgabe „Vokabeln lernen“. Meiden
Sie alles, was Sie ablenken könnte. |
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Lernen Sie nicht zu viele Vokabeln auf einmal. Das
ist der Tod Ihres Langzeitgedächtnisses. Lieber regelmäßig
eine überschaubare Menge lernen – und sich die
merken können.
(Nebenbei: Wenn Sie sich eine gewisse Regelmäßigkeit
angewöhnen, kann sich auch der Schlendrian nicht so schnell
durchsetzen. ;-)) |
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Unterteilen Sie Ihre Lernzeit und lernen Sie in Blöcken.
Machen Sie zwischendurch etwas ganz anderes. Ihr neues Wissen kann sich
besser setzen und wird nicht durch ähnliche Informationen
überlagert. Zudem kann sich Ihr Gehirn Anfang und Ende einer
Lerneinheit besser merken als den Mittelteil. Nutzen Sie das aus und
erhöhen Sie die Zahl Ihrer Anfänge. |
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Wiederholen
Sie das Gelernte in wachsenden Abständen. So verhindern Sie,
dass die Vokabeln durch die Filter Ihres Kurzzeitgedächtnisses
fallen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Erhöhen Sie die
Wiederholungsrate von Minuten auf Stunden und Tage – bis es
sitzt.
Tipp: Ein gutes Hilfsmittel ist der Vokabelkasten. Mehr
dazu weiter unten. |
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Bilden Sie Lerngruppen.
Fragen Sie sich ab, motivieren Sie sich gegenseitig, veranstalten Sie
Wettbewerbe. Gemeinsam geht vieles besser und macht auf jeden Fall mehr
Spaß. |
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Finden Sie die für Sie passende(n)
Lernmethode(n) heraus und entwickeln Sie Ihren eigenen Lernstil. |
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Machen Sie zwischendurch Pausen und
entspannen Sie sich. |
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Belohnen
Sie sich für erreichte Lernziele. Das spornt an. :-) |
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| Eine Vokabel verstehen |
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Denken Sie über eine neue Vokabel nach. Machen Sie sie sich vertraut. Um
so besser können Sie sie behalten. Fällt sie Ihnen
leicht oder schwer? Warum fällt sie Ihnen schwer? Was ist ihre
Grundbedeutung? Gibt es Nebenbedeutungen? Usw. usf. |
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Suchen Sie nach ähnlichen Worten
(Fremdsprache oder deutsche Fremdwörter), die Sie schon
kennen. Machen Sie sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede klar und
verankern Sie so das neue Wissen. |
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Zerlegen Sie eine Vokabel in ihre Bestandteile.
Suchen Sie nach Synonymen oder Gegensätzen. Lernen Sie in Sinnzusammenhängen
und aus dem jeweiligen Kontext heraus. Versuchen Sie, eine Vokabel zu verstehen.
Was Sie verstanden haben, können Sie sich auch merken. |
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| Hilfsmittel und
Gedächtnishilfen |
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Das berühmte Vokabelheft: Lernen
Sie Vokabeln nicht nur aus dem Buch, sondern schreiben Sie sie
– evtl. ausgewählt und sortiert – in ein
Heft. Auch was Sie selbst getan haben, können Sie sich
(besser) merken. |
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Der ebenfalls berühmte Vokabelkasten:
Schreiben Sie Ihre Vokabeln nicht in ein starres Heft, sondern legen
Sie sich einen flexiblen Vokabelkasten zu. Schreiben Sie je eine
Vokabel mit ihrer Bedeutung und evtl. Hinweisen zu Aussprache,
Grammatik und Redewendungen auf eine Karteikarte (Vokabel vorn, Rest
hinten, so dass Sie sich selbst abfragen können).
Legen Sie dann verschiedene Fächer an und verteilen Sie Ihre
Vokabelkarten je nach Kenntnisstand. Etwa: Fach 1 Kann ich noch nicht.
– Fach 2 Kann ich nicht so gut. – Fach 3 Kann ich
gut. Wiederholen Sie Fach 1 häufig, Fach 3 selten. Wenn Sie
eine Vokabel gut können, wandert sie ins Fach 3. Wenn Sie sie
teilweise verlernt haben, wieder zurück nach Fach 2 usw. Das
ist aber nur ein Vorschlag. Schaffen Sie sich Ihr eigenes
System. |
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Versehen Sie Vokabelheft oder –karten
mit Bildern, verteilen Sie Zettel
mit Vokabel und Zeichnung in der Wohnung, beschriften Sie
Gegenstände. Bilder und Gegenstände können
wir uns nicht nur leichter merken als Worte. Beide helfen Ihnen, die
neue Vokabel zu versinnbildlichen, die Verteilung im Raum, sie zu
verankern. Wenn Sie das nächste Mal vor Ihrem Spiegel stehen
oder an diesen denken, denken Sie auch an die Vokabel, die Sie dort
angeheftet haben. :-) |
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Bauen Sie Eselsbrücken.
Stellen Sie Assoziationen her und verknüpfen Sie sie mit der
Vokabel. Fällt Ihnen zum Wort flash (engl. für Blitz)
der Comic-Held Flash Gordon ein? Prima. Merken. |
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Lernen Sie mit
allen Sinnen, sprechen Sie verschiedene Lernwege an:
Schreiben und / oder zeichnen Sie die Vokabel. Arbeiten Sie mit
Unter-streichungen, Farben o.ä. Erstellen Sie eine Mind Map zu
einer Vokabelgruppe. Stellen Sie sich die Bedeutung der Vokabel
bildlich vor, drehen Sie ganze „Filme“,
verknüpfen Sie sie mit Gefühlen. Sprechen Sie die
Vokabel aus, singen Sie sie zu einer bestimmten Melodie. Veranstalten
Sie Rollenspiele oder erzählen Sie sich Geschichten. Gehen
Sie beim Lernen auf und ab. Usw. usf. Je mehr Sinne Sie einbeziehen, je
konkreter Sie eine Vokabel erfassen, desto leichter können Sie
sie sich merken. |
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| Der Praxistest |
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Lernen Sie eine Vokabel nicht stur nach Schema F,
sondern in ihrem Kontext. Stellen
Sie Zusammenhänge her und wenden Sie sie konkret an.
Oder mit anderen Worten: Lesen Sie, sprechen Sie und hören
Sie. Lernen Sie durch aktives
Tun. So haben Sie als Kleinkind sprechen gelernt, so
können Sie auch neue Sprachen lernen. Also: Schnappen Sie sich
einen Krimi von Agatha Christie im Original, sprechen Sie Italienisch
bei Ihrem Pizzabäcker um die Ecke (Klischee, ich
weiß) und lauschen Sie französischen Chansons (noch
ein Klischee *schmunzel*). |
Dieser Artikel wurde zuerst
veröffentlicht im workshopwelt-magazin, Dezember 2006. ©
2006 Heike Thormann
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