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von
Heike Thormann
Zeitdiebe
stehlen. Sie stehlen Ihre Zeit und
fressen an Ihren Tagen. Bis nichts mehr übrig bleibt.
Außer einer Frage. Der Frage, was Sie eigentlich den ganzen
Tag über gemacht haben. Arbeiten Sie deshalb mit dieser
Checkliste und erkennen Sie Ihre großen und kleinen Feinde.
Wenn die Zeitdiebe umgehen ...
... dann bleibt vom Tag nicht mehr besonders viel Rest, könnte
man vielleicht sagen.
Oder auch: Dann hört
die Arbeit nicht auf, wird man die Aufgaben nicht mehr
los, sieht man das Ende des Tages auf sich zukommen und ist immer noch
nicht weiter.
Zeitdiebe stehlen. Sie stehlen Ihre Zeit und fressen an Ihren Tagen.
Bis nichts mehr übrig bleibt. Außer einer Frage. Der
Frage,
was Sie eigentlich den ganzen Tag gemacht haben. Wo all die Stunden hin
sind, die Ihnen am Morgen noch zur Verfügung standen. Ohne
dass
Sie guten Gewissens entsprechende Ergebnisse und – jetzt
kommt
das entscheidende Wort – sinnvolle Tätigkeiten
vorweisen
könnten.
Zeitdiebe hinterlassen ein schales Gefühl. Das Gefühl, dass man seine
Zeit sinnvoller hätte nutzen können,
wenn ... Ja, wenn.
Erkennen Sie Ihre großen und kleinen Feinde.
Diese Checkliste
soll Ihnen
Anhaltspunkte dazu geben. Nutzen Sie sie, verinnerlichen Sie die
Anregungen und Fragen und ergänzen Sie sie bei Bedarf. Viel
Erfolg
damit.
| Fragen Sie
sich selbst und kreuzen Sie an: |
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Gehe
ich geduldig
und konzentriert (mehr ...) an eine
Sache heran?
--> Sorgfältig und bewusst vorgehen. Nicht
immer neu
ansetzen, den roten Faden und damit Zeit verlieren und Fehler
ausbessern müssen. |
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Kann ich mich selbst
motivieren, Interesse für eine Aufgabe entwickeln?
--> Konzentriert am Ball bleiben. Sich nicht von jeder
Kleinigkeit ablenken lassen. Vorsicht vor Aufschieberitis. Sich
ansammelnde Aufgaben führen zu Hektik und Stress und damit
sind
wir wieder bei Punkt 1. |
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Kann ich mich selbst
organisieren, Aufgaben rechtzeitig erledigen?
--> Verbindliche Termine setzen, Aufgaben
zügig
abarbeiten, Pausen machen. Nicht in Nacht- und Nebelaktionen Fehler
machen und Zeit verlieren. |
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Kann
ich Nein sagen
und Aufgaben ablehnen, die ich nicht machen kann oder will?
--> Zu seinen Grenzen stehen und diese durchsetzen.
Sich nicht
aus falschem Pflichtgefühl um Kopf und Kragen bringen. Nicht
zu
hohe Ansprüche und Erwartungsdruck schüren, die man
dann doch
nicht erfüllen kann. |
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Kann ich mir selbst Grenzen setzen und rechtzeitig aufhören?
--> Nicht zu viel Zeit in eine Aufgabe investieren.
Perfektionismus ist ein Zeitfresser Nummer Eins und etwas zum
Verbessern fällt einem immer noch ein. |
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Kann ich Entscheidungen
treffen und konsequent umsetzen?
--> Ziele setzen, Informationen sammeln, Alternativen
überlegen und konsequent durchziehen. Nicht zu viel Zeit mit
Überlegen und Sammeln verschwenden, aber auch nicht
überstürzt entscheiden und ständig
nachkorrigieren
müssen. |
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Kenne und lebe ich meinen persönlichen
Tagesrhythmus (mehr ...) ?
--> Aufgaben und Pausen entsprechend verteilen. Zeiten
hoher
bzw. niedriger Leistungsfähigkeit entsprechend nutzen
(„Denkaufgaben“ / Routineaufgaben). |
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Kann
ich Arbeitsplatz, Ablagesystem etc. organisieren und Ordnung halten?
--> Keine Zeit mit Suchen verschwenden. Unordnung
demotiviert und verführt zu Aufschieberitis. |
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Fasse ich mich kurz und knapp und beschränke mich auf das
Wesentliche?
--> Nicht alle Fakten wissen wollen, Interessen und
Tätigkeitsfelder zu weit spannen. Zeit und menschliche
Aufnahmefähigkeit sind begrenzt. Rechtzeitig einen Schnitt
machen. |
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Habe ich eine klare
Vorstellung von meinen Aufgaben und Zielen?
--> Sich einen Überblick verschaffen, Aufgabe
und Ziel
erfassen. Nicht Zeit mit Rätselraten und Nachbessern
verschwenden. |
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Plane ich meine Aufgaben und setze Prioritäten?
--> Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden, sich
einen
Aufgaben- und Tagesplan machen. Nicht alles gleichzeitig bzw. zu viel
auf einmal machen wollen und Aufgaben dann nicht zu Ende bringen
können. |
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Kann ich ruhig
und ungestört arbeiten?
--> Lärmquellen ausschalten und sich
abschotten. Nicht
durch ständige Telefonate, eMails, unangemeldete Besucher,
Schwatz
mit Kollegen usw. aufhalten und ablenken lassen. |
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Kann ich meinen Medienkonsum steuern (mehr
...) ?
--> Sinnvolles von weniger Sinnvollem unterscheiden.
Medien
gezielt nutzen. Nicht vom Fernsehen berieseln lassen und bei
Computerspielen oder im Internet die Zeit vergessen – und
verlieren. |
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Kann ich mit technischen
Hilfsmitteln, Computer und Co. umgehen?
--> Sich einmal gründlich mit der Technik
auseinandersetzen und diese beherrschen lernen. Nicht Zeit mit
ständigem Nachfragen oder Ausbessern von Fehlern verschwenden.
Bei
Computerproblemen (und die kommen ;-)) sich selbst helfen
können
oder Ansprechpartner zur Hand haben. |
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Kann ich Aufgaben
abgeben und koordinieren?
--> Die Arbeitskraft anderer nutzen, Teams sinnvoll
steuern.
Nicht alles selbst machen wollen und zwanghaft nachkontrollieren. Auf
ausreichende Informationen achten. |
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Versuche ich, präzise
zu kommunizieren und auf den Punkt zu kommen?
--> Besprechungen und Co. straff führen,
inhaltliche
Punkte festsetzen und abarbeiten, sich an eine Zeitvorgabe halten.
Nicht ins Plaudern oder Lamentieren geraten. Missverständnisse
zu
vermeiden suchen oder zügig klären. |
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Bitte ergänzen
Sie selbst ... |
Haben Sie das eine oder andere Mal ein Kästchen nicht
ankreuzen können? Konnten Sie so Ihre Zeitdiebe ausfindig machen
oder sind Ihnen weitere eingefallen?
Prima. Das ist der erste Schritt zur Besserung. ;-) Wer seine
persönlichen Zeitdiebe kennt, kann gegensteuern und ihnen den
Garaus machen.
Nehmen Sie die Tipps von oben als Anregung. Versuchen Sie auch, die eigentlichen Hintergründe
Ihrer Zeitdiebe herauszufinden. (Bei Aufschieberitis etwa die Angst zu
versagen, die wenig geliebte Aufgabe u.ä.m.) Auch bei
Zeitdieben
trifft der kluge Spruch zu, dass immer zwei zu einer Sache
gehören. Einer, der stiehlt, und einer, der stehlen
lässt.
Arbeit an sich selbst, Durchsetzungsvermögen und eine gewisse
Portion Egoismus sind die Zutaten für ein
„Anti-Zeitdiebe-Rezept“. Wenn Sie sich dann noch
einen Maßnahmenplan
erarbeiten und die nächsten Schritte überlegen, wie
Sie Ihre
Erkenntnisse in die Tat umsetzen können, haben die Zeitdiebe
das
Spiel schon verloren. Früher oder später. :-)
Diese Checkliste wurde zuerst
veröffentlicht im workshopwelt-magazin, November 2006. ©
2006 Heike Thormann
Artikeltipp
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7 Tipps für
ein kreatives Zeitmanagement und Zeitmanagement
für Selbstlerner.
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