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Das Alltägliche sehen

Üben Sie, das Alltägliche mit neuen Augen zu sehen. Für eine Unterbrechung der Routine, eine bessere Wahrnehmung – und neue Impulse, Inspiration und Ideen.

Wider die tägliche Routine

Kreative Menschen haben Ideen, ihnen fällt ständig etwas ein. So weit die Theorie. Aber was, wenn die Inspiration nicht fließen will, die Ideen ausbleiben? Dann kann das daran liegen, dass die tägliche Routine Ihr Denken und damit Ihre Kreativität im Griff hat.

Gibt es Abhilfe?

Aber immer. Fahren Sie in Urlaub, ziehen Sie um, suchen Sie sich einen neuen Job. 😉

Nein, im Ernst. Das Außergewöhnliche würde natürlich Ihre Routine unterbrechen und neue Impulse liefern. Aber nicht jeder kann oder will sich ständig einen neuen Job zulegen oder auf Reisen gehen. *schmunzel*

Was also dann?

Lassen Sie sich durch das Alltägliche inspirieren. Versuchen Sie, es mit neuen Augen zu sehen, das Unbekannte zu sehen, den Reiz des Fremden im Vertrauten auszumachen. Derart inspiriert kommen Ihnen dann vielleicht auch neue Ideen.

Wie das geht?

Nun, Sie können sich das Fremde ganz wortwörtlich in Ihr Leben holen, indem Sie zum Beispiel neue Bekannte, Gäste usw. in Ihr Heim oder Unternehmen einladen – und dann die Ohren spitzen und darauf achten, was diese sagen, und mehr noch, wonach sie fragen. Je unverstellter und ungekünstelter Ihr Besuch, je andersartiger dessen Herkunft und Hintergrund, umso besser.

Mit anderen Worten: Kinder und ausländische Touristen sind ideal. 😉

Durch Schreiben neue Impulse gewinnen

Sie können Ihre Wahrnehmung aber auch schreibend, sozusagen im Selbstversuch schulen.

Denken entschleunigen und bewusster wahrnehmen

Stellen Sie sich nach dem Zufallsprinzip einen Küchenwecker. Wenn’s klingelt, halten Sie mit dem, was Sie tun inne und beobachten Sie sich genau. Fragen Sie sich (gern auch schriftlich): Was mache ich gerade? Wie mache ich das? Warum mache ich es eigentlich? Und dergleichen mehr. Sie unterbrechen damit Ihre Routineabläufe und entschleunigen Ihr Denken – für eine bewusstere Wahrnehmung.

Sinne trainieren und intensiver wahrnehmen

Schnappen Sie sich Ihr Fahrrad und radeln Sie durch die Stadt, setzen Sie sich ins nächste Café. Notieren Sie, was Sie sehen, hören, riechen usw. Angeregt durch das Aufschreiben trainieren und interpretieren Sie so Ihre Sinne – für eine intensivere Wahrnehmung.

Details sehen und genauer wahrnehmen

Schreiben Sie für einen echten oder fiktiven Brieffreund. Einen, dessen Umgebung sich möglichst von dem Ihren unterscheidet – also etwa einen Großstadtmenschen, wenn Sie ein beschaulicher Dörfler sind. Schildern Sie ihm Ihren Alltag und Ihre Heimat, amüsieren Sie sich mit Anekdoten aus Ihrem Leben. Sie lernen dadurch Details zu sehen, die sonst im weißen Rauschen der Selbstverständlichkeit untergehen würden – für eine genauere Wahrnehmung.

Das Eigene verfremden und wertschätzender wahrnehmen

Tun Sie so als ob: Stellen Sie sich vor, Ihr noch ungeborenes Kind (oder ein anderer Fremder) könnte Sie jetzt sehen. Was würde es über Sie denken? Was würde es über Sie und Ihren Alltag schreiben? Versuchen Sie, sich mit seinen Augen zu sehen. Sie können so über das Verfremden das Eigene deutlicher erkennen – für eine wertschätzendere Wahrnehmung.

Und, wollen Sie immer noch in Urlaub fahren, um sich neue Anregungen zu holen und Impulse zu gewinnen?

Nur zu. Das ist zweifellos eine gute Idee.

Aber wenn Sie dann wieder zu Hause sind, versuchen Sie es vielleicht auch einmal damit, das Alltägliche zu sehen. Ihre Kreativität wird es Ihnen danken. :-)

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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