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Wie schreibe ich … ein eBook?

Viele versprechen, dass man mit einem eBook ganz schnell sehr reich werden könne. Nun, das wird wohl in den meisten Fällen kaum zu machen sein. Doch ein eBook kann für viele eine echte Alternative zu einem Buch sein. Hier habe ich 13 Tipps für Sie, wie Sie ein eBook schreiben.

Eines vorweg: Ich halte nicht viel von den vollmundigen Versprechen, die im Internet kursieren, dass man innerhalb weniger Tage ein eBook schreiben, es tausendfach im Netz verkaufen und sehr schnell sehr reich werden könne. Am besten noch ohne nennenswerte Marketing-Unterstützung. Mit derartigen Versprechen wird allenfalls einer reich: Die Anbieter solcher eBooks. 😉

Doch man kann ein eBook ja auch aus vielen anderen Gründen schreiben. Und da ich immer wieder gefragt werde, wie man denn nun ein eBook schreibt, folgen hier ein paar Tipps dazu.

1. Was wollen Sie mit Ihrem eBook erreichen?

Warum wollen Sie ein eBook schreiben? Welchen Sinn und Zweck verfolgen Sie? Bevor Sie loslegen, sollte Ihnen glasklar sein, welche Absicht und Hoffnung Sie damit verbinden.

Wollen Sie zum Beispiel „nur“ persönliche Erfahrungen niederschreiben und vielleicht noch Ihrer Familie oder wenigen anderen Menschen zugute kommen lassen? Haben Sie Spaß am Schreiben und suchen eine möglichst einfache Ausdrucksform? Wollen Sie sich als Autor einen Namen machen und breitere Leserschichten erreichen? Wollen Sie damit als Selbstständiger Ihre Dienstleistungen und Produkte bewerben oder Ihr Können demonstrieren? Wollen Sie damit Geld verdienen?

2. Worüber wollen Sie schreiben?

Ihre Schreibabsicht bestimmt den Inhalt Ihres eBooks. Für die Familie könnten es Teile Ihrer Lebensgeschichte sein. Der Trainer wählt vielleicht ein Detail seines Fachgebiets, um sich als Experte zu profilieren. Wer mit einem eBook richtig viel Geld verdienen will, sollte sich nach einem zugkräftigen, lukrativen Thema umsehen.

3. Wie wollen Sie Ihr eBook verkaufen?

Niemand wird Ihr eBook lesen, wenn Sie es nicht „verkaufen“, das heißt, unter die Leute bringen. Bei Familie und Freunden wird das noch recht einfach sein. Der Trainer könnte seine Teilnehmer oder Interessenten damit beglücken. Alle anderen müssen sich schon mehr Gedanken machen. Diese Buchtipps können weiterhelfen:

Sie sind zwar nicht ausdrücklich auf eBooks zugeschnitten, doch das Prinzip ist oft dasselbe.

4. Welches Format soll es haben?

Das gängige Format bei vielen eBooks ist immer noch das PDF-Format von Adobe. Damit können Sie ein eBook auf jedem Computer lesen, der über eine PDF-Lese-Software verfügt. (Und das tun heute fast alle.) Mit der Verbreitung spezieller eBook-Reader wie Amazons Kindle, Sonys Reader oder Apples iPad/iPhone werden auch deren Formate interessant.

Auch hier entscheiden Schreibabsicht und Bewerbung oft über das Format. Wer beispielsweise Amazons Kindle-Shop nutzt, ist schon fast zwangsläufig an ein entsprechendes Format gebunden.

5. Welchen Umfang soll es haben?

Bei einem eBook sind Sie relativ frei in der Wahl Ihrer Seitenzahl. Das Problem steigender Druckkosten bei steigender Seitenzahl von „richtigen“ Büchern entfällt.

Trotzdem – machen Sie sich ein paar Gedanken dazu, ob Sie eher einen dicken Wälzer oder eine kleine Broschüre schreiben wollen. Nicht zuletzt hängen davon auch Ihre Arbeitszeit und unter Umständen der spätere Preis Ihres eBooks ab.

6. Welche Ausstattung soll es haben?

Bei Büchern sind Abbildungen und Grafiken oft eine Kostenfrage: Je mehr Bilder, desto teurer wird das Buch im Druck und damit auch im Endpreis. Diese Begrenzung gibt es bei eBooks nicht. Hier sind Abbildungen oder ein hochwertiges Layout eher eine Frage von Arbeitsaufwand oder externen Dienstleistern, die das für Sie übernehmen.

Grundsätzlich müssen Bilder oder ein gefälliges Design auch nicht sein. Das hängt teils vom Inhalt ab (ja etwa bei Kochbüchern oder EDV-Anwender-Schulungen), teils von Zielgruppe / Schreibabsicht (hochwertige Präsentations-Broschüre) und teils von Ihrem Schreibstil.

(Können Sie farbig, anschaulich und lebendig schreiben? Können Sie so schreiben, dass der Leser Ihre Worte „sehen“ kann? Mit anderen Worten: Können Sie so schreiben, dass Sie auf erläuternde Abbildungen auch gut verzichten können? Wenn nicht, können Ihnen hier meine Kurse „Kreativ Schreiben lernen“ und „Mit Sprache spielen und Herzen berühren“ weiterhelfen.)

Abbildungen sind wie die übrige Ausstattung ein zusätzliches Detail. Überlegen Sie, ob es Ihnen wirklich etwas nutzt.

Eine gute Cover-Abbildung macht dagegen schon mehr Sinn. Auch wenn es hier genug Gegenbeispiele gibt und manches wieder vom Inhalt abhängt.

7. Wer soll Ihr eBook schreiben? Brauchen Sie externe Dienstleister?

Hin und wieder werde ich gefragt, ob ich als Ghostwriter für andere ein eBook schreiben will. Danke für die Anfrage, doch ich habe mit meinen eigenen Produkten bereits alle Hände voll zu tun. 😉

Aber die Frage zeigt es bereits: Sie müssen Ihr eBook nicht unbedingt selbst schreiben. Gerade im Business-Bereich gibt es sogar viele, die diese Aufgabe grundsätzlich aus der Hand geben.

Andere lassen nur Lektorat und Korrektorat von Externen übernehmen. Wieder andere schalten noch Grafiker und Designer ein.

Überlegen Sie, wen Sie brauchen, um ein professionelles, ansprechendes eBook zu erstellen. Das ist nicht zuletzt auch für Ihre Finanzplanung notwendig.

8. Wie wollen Sie Ihr eBook finanzieren?

Wenn Sie glauben, dass ein eBook Sie nichts kostet, weil Sie schließlich keine Druckerei mit dem Druck eines „richtigen“ Buches beauftragen müssen, sind Sie mitunter auf dem Holzweg. 😉

Schreiben Sie so gut, dass Sie auf Lektorat und Korrektorat verzichten können? Verfügen Sie über genügend Marketing- und Verkaufsmöglichkeiten, die Sie nicht einen Cent kosten?

Wenn nicht, brauchen Sie ein solides Finanzkonzept, mit dem Sie Ihre Kosten wieder einspielen. Vergessen Sie auch Ihre Arbeitszeit nicht, die Sie in dieses eBook stecken. Nur wenn Sie Ihr eBook eher als Marketing-Instrument sehen oder es als Hobby schreiben, muss es sich nicht rechnen. Alle anderen sollten sich hier ein wenig im Kalkulieren üben.

9. Welchen Preis wollen Sie für Ihr eBook nehmen?

Punkt 8 deutet es schon an: Ein eBook kann Geld kosten, relativ viel Geld sogar. Überlegen Sie deshalb, ob Sie es als Werbemittel in Umlauf bringen oder aber möglichst viel Geld damit verdienen wollen.

Davon hängt es ab, ob Sie das eBook kostenfrei, gegen eine Schutzgebühr, zum Buchpreis oder sogar hochpreisig abgeben wollen. Welchen Preis können und wollen Sie also für Ihr eBook nehmen?

Nebenbei: Je höher der Preis sein soll, desto zugkräftiger muss natürlich auch das Thema beziehungsweise desto spendabler und finanzkräftiger muss die Zielgruppe sein. Logisch. 😉

10. Welches Konzept soll Ihrem eBook zugrunde liegen?

Manche würden diesen Punkt am Anfang bedenken. Oft macht es aber auch Sinn, sich zunächst Gedanken um Marketing, Finanzierung, Ausstattung und so fort zu machen. Denn diese letzten Punkte sind es auch, die Ihrem Konzept eine feste Struktur geben (etwa: sich auf die und die Zielgruppe einschießen, weil ich die am besten erreiche) oder aber enge Grenzen setzen (etwa: Abbildungen aufgrund Kostenfrage knapp halten).

Spätestens jetzt brauchen Sie jedoch ein durchdachtes inhaltliches Konzept. Was wollen Sie an welcher Stelle Ihres eBooks auf welche Art und Weise schreiben? Welches Material und welche Inhalte wollen Sie bringen? Und in welcher Reihenfolge? Auch ein eBook ist keine Ansammlung von auf „Gerate-wohl-Geschriebenem“. Und der Leser möchte mit einem eBook genauso viel Spaß haben wie mit einem Buch. 😉

Unterstützung bekommen Sie hier von meinem Kurs „Bücher und Texte konzipieren und planen“. Er liefert Ihnen einen Leitfaden, mit dem Sie systematisch größere Schreibprojekte, eBooks oder Bücher erstellen können.

11. Welche Besonderheiten eines eBooks müssen Sie beachten?

Ein eBook ist kein Buch. Manche drucken es aus, doch viele lesen es am Computer-Bildschirm oder mit Hilfe eines Readers. Ein solches „elektronisches Lesen“ strengt erheblich mehr an, als etwa mit einem Buch gemütlich auf der Coach zu liegen. Es belastet die Augen genauso wie Ihre Körperhaltung.

Deshalb „scannen“ viele ein eBook, wie andere Internet-Texte auch. Sie vertiefen sich nicht gemütlich Seite für Seite, sondern springen hin und her und versuchen, möglichst schnell das herauszufiltern, was sie interessiert.

Das bedeutet: Bieten Sie Ihren Lesern in erster Linie einen konkreten, schnell erfassbaren Nutzen. Es gibt sicher Ausnahmen, doch am Bildschirm liest man (noch) in der Regel, weil man etwas wissen will, nicht, weil man unterhalten werden will.

Und: Achten Sie auf ein „bildschirm-gerechtes Layout“. Das heißt, gliedern Sie Ihre Texte durch kurze Absätze, Listen und Aufzählungen. Lockern Sie Ihren Text optisch auf, schreiben Sie nicht seitenweise im Fließtext ohne Punkt und Komma.

Machen Sie es Ihrem Leser so einfach wie möglich, Ihr eBook zu lesen. Ein gefälliges, leicht lesbares Layout gehört dazu.

12. Welche Rechte müssen Sie abklären?

Wenn Sie fremde Texte zitieren oder die Abbildungen anderer bringen, müssen Sie vorher deren Urheber um Erlaubnis bitten. Machen Sie sich gegebenenfalls vorher zum deutschen Urheberrecht schlau. Nicht nur prominente Politiker können über Zitatregeln stolpern. 😉

Achten Sie darauf, dass Ihre eigenen Rechte in Ihrer Hand bleiben. Wenn Sie mit externen Anbietern zusammenarbeiten, stellen Sie sicher, dass Sie denen nicht unbedacht Teile Ihrer Rechte abtreten.

13. Welchen Titel wollen Sie Ihrem Werk geben?

Nanu, ich nenne diesen Punkt ganz zum Schluss? Ja, denn Sie sollten zwar von vornherein eine Art Arbeitstitel für Ihr eBook haben. So können Sie sich unter dem, was Sie schreiben werden, wenigstens auch etwas konkret vorstellen.

Doch am endgültigen Titel feilen Sie in der Regel erst, wenn alles andere steht. Erst jetzt wissen Sie, was Sie wirklich geschrieben haben und können mit Ihrem Titel auch dem gerecht werden. Nicht umgekehrt. 😉

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren eBooks.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 30.08.11

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