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10 Faktoren für gute Entscheidungen

Das ganze Leben besteht aus Entscheidungen. Sobald Sie morgens die Augen aufmachen, werden Sie sich entscheiden müssen: Liegenbleiben oder aufstehen? Doch viele Menschen tun sich mit Entscheidungen schwer. Deshalb nenne ich Ihnen hier 10 selbsterprobte Faktoren für bessere Entscheidungen.

Sie werden sich im Leben immer wieder entscheiden müssen: „Nehme ich diesen Job an – oder jenen?“ „Mache ich Yoga – oder lieber Ausdruckstanz?“ „Stecke ich meine Zeit, meine Energie und mein Geld lieber hier hinein – oder dort hinein?“

Sicher, manchmal sind auch „Mischformen“ möglich; ein bisschen von diesem, ein bisschen von jenem. Doch oft sind Zeit und Ressourcen begrenzt, und Sie werden sich um Kopf und Kragen bringen oder hoffnungslos verzetteln, wenn Sie alles zugleich machen oder haben wollen.

Doch viele tun sich mit Entscheidungen schwer. Wenn Sie das eine wählen, werden Sie das andere verlieren oder aufgeben müssen. Und das ist ein Preis, den viele nicht zahlen wollen. Je wichtiger eine Entscheidung ist, je „perfekter“ sie sein soll, je größer die Gefahr einer Fehl-Entscheidung wird, desto schwerer tun sich viele damit, sich überhaupt zu entscheiden.

Nun war ich in der Regel immer ein schneller, sicherer Entscheider. Es gab nur wenige Fälle, wo ich mich wirklich schwer getan habe. Dafür waren diese „Brocken“ umso lehrreicher. Für mich und für Sie habe ich die folgenden 10 Faktoren für eine gute Entscheidung zusammengefasst.

Nebenbei: Weitere Kreativitätstechniken für gute Entscheidungen zeige ich Ihnen in meinem Kurs „Kreatives Denken leicht gemacht. Mit Kreativität mehr Erfolg in Business und Beruf.“

Faktor 1: Setzen Sie sich Ziele

Viele stolpern schon über diese erste Hürde. Doch ohne Ziel gibt es keinen Weg, für den Sie sich entscheiden können.

Ich habe mich zum Beispiel für Yoga statt für Ausdruckstanz entschieden, weil ich die spirituell-geistig-psychologische Komponente des Yoga für mich persönlich sehr hilfreich finde und beruflich nutzen will. Das ist ein Mehrwert, den mir der Ausdruckstanz in dieser Form nicht geben kann – also ein klares Votum für Yoga.

Und noch mal nebenbei: An Ihren (Lebens-) Zielen arbeiten können Sie in meinem Kurs „Schreiben Sie die Geschichte Ihres Lebens“. Finden Sie mit autobiografischem und kreativem Schreiben heraus, wer Sie sind und was Sie wollen.

Faktor 2: Lassen Sie sich Zeit

Manche Entscheidungen können Sie gut und gern impulsiv, spontan treffen. Zu viel Selbstkontrolle schadet dann nur. In anderen Fällen wäre ein bisschen mehr Selbstdisziplin angebracht, um nicht vorschnell lautstarken Impulsen und dem inneren Schweinehund nachzugeben. 😉

Lassen Sie sich gerade bei wichtigen Entscheidungen Zeit. Lassen Sie sie reifen. Wenn Sie sich zu schnell entscheiden, kann es die falsche sein.

Treffen Sie zudem auf keinen Fall Entscheidungen bei starkem Stress oder Druck, in Angst oder Panik. Eine solche Entscheidung ist fast immer eine Flucht- oder Abwehr-Entscheidung. Versuchen Sie, zu entspannen, einen klaren Kopf zu bekommen oder sich Automatismen gegen Ihre Panik anzueignen.

Faktor 3: Machen Sie sich Ihre Motive klar

Viele entscheiden sich bewusst für A, obwohl sie unbewusst lieber B hätten. 😉 In der Psychologie heißt das: Ihre unbewussten Motive und Ihre bewussten Ziele müssen übereinstimmen.

Ein Beispiel: Die „Brocken“, bei denen ich mich mit Entscheidungen schwer tat, waren fast immer nach demselben Muster gestrickt. Ich stand oft zwischen Kopf (etwa: „nimm diesen Job, er bringt Geld“) und Herz („ich will mich aber selbstständig machen“). Der Kopf hätte sich für A entschieden, das Herz sehnte sich aber, wenn auch übertönt, nach dem B.

Ich habe in diesen Fällen – ebenso unbewusst – zu einem Trick gegriffen, der mir immer geholfen hat, mich über den Kopf hinwegzusetzen und dem Herzen freie Fahrt zu geben.

Praktischer wäre es natürlich, sich gleich klarzumachen, was für Sie an den Alternativen A, B, C und so fort attraktiv ist. („Wenn ich mich für A entscheide, befriedige ich mein Bedürfnis nach Sicherheit. Bei B …“) Je nach Priorität wählen Sie dann das, was für Sie wichtiger ist. (Die Sicherheit, den Herzenswunsch, und so fort.)

Faktor 4: Befragen Sie Kopf, Herz, Bauch und Körper

Womit sollen Sie sich entscheiden? Mit Kopf, Herz, Bauch oder Körper?

Seit einiger Zeit wird das Denken mit dem Bauch hochgelobt. Doch „Bauch“ bedeutet nicht unbedingt „intuitiv, nach Gefühl“, sondern oft genug „in Panik, aufgrund von Vorurteilen“ und Ähnliches mehr.

Doch selbst die Intuition muss nicht unbedingt zu richtigen Enscheidungen führen. Und hinter dem Kopf („mach das, das bringt Geld“) können auch „Bauch-Motive“ (wie der Wunsch nach Sicherheit) stehen. Also alles gar nicht so einfach. 😉

Die Psychologie rät: Am besten setzen Sie die gesamte Klaviatur so ein, dass sie Ihre Lebensziele und -wünsche unterstützt. Schön gesagt, damit wären wir also wieder bei Punkt 1, den Zielen.

Der Kopf ist immer gut für Entscheidungen, die wir auf rein rational-logischer Basis treffen. Das ist allerdings eher bei einfachen Situationen der Fall. („Die Blumen sehen so trocken und leidend aus. Ich sollte sie besser jetzt und nicht später gießen.“)

Das Herz steht für unsere Gefühle; und die allermeisten Entscheidungen sind immer emotional gefärbt. („Ich habe Hunger, die Blumen müssen noch warten.“ „Foto-Apparat A sieht einfach schicker aus als B. Ich nehme also A.“) Gegebenenfalls wird diese emotionale Entscheidung noch mit rational-logischen Argumenten „aufgepeppt“. („Außerdem hat Foto-Apparat A auch einen geringeren Energie-Verbrauch und eine längere Garantie.“)

Der Bauch steht für spontane, schnelle, unbewusste Entscheidungen. Das kann Intuition sein, aber, wie oben erwähnt, auch Panikverhalten. Ist es Intuition, dann beruht sie oft auf früheren Erfahrungen und Entscheidungen. („Ach schön, ich habe früher schon einen Foto-Apparat dieser Marke gehabt, und der hat mich nie im Stich gelassen. Ich habe einfach ein gutes Gefühl bei der Sache.“)

Der Körper wird als „Entscheidungs-Werkzeug“ oft unterschätzt. Dabei können die Signale Ihres Körpers Ihnen helfen, eher unbewusst ablaufenden Vorgängen auf die Spur zu kommen. („Wenn ich mir diesen Weg vorstelle, verkrampft sich etwas in mir. Ich ziehe meine Schultern hoch. Ich atme schwerer. Meine Stirn legt sich in Falten. Irgendetwas scheint mir daran nicht geheuer zu sein. — Bei jenem Weg dagegen fühle ich mich leicht, ich atme freier, mein Kopf ist aufrecht – sieh mal an, vielleicht ist das mein Weg.“)

Faktor 5: Legen Sie sich Techniken für Kopf, Herz, Bauch und Körper zu

Den Kopf können Sie zum Beispiel unterstützen, indem Sie nach Informationen recherchieren, eine Pro-und-Kontra-Liste führen, Details auflisten und analysieren. Aber auch Kreativtechniken wie Edward de Bonos „Sechs Hüte des Denkens“ sind hilfreich. (Wobei Sie hier ganzheitlich arbeiten und neben dem Kopf auch Herz und Bauch einbeziehen.)

Für Herz und Bauch / Intuition lasse ich meine Teilnehmer gern zum Stift greifen und (kreativ) schreiben. Sie können auch Träume und Bilder interpretieren oder zum Beispiel in Symbolen wie Tarotkarten Dinge wiedererkennen, die Ihnen (in diesem Moment) wichtig sind.

Natürlich hilft es zudem, etwas mit Freunden oder wildfremden Menschen durchzusprechen. Das setzt ebenfalls den Entscheidungsfindungsprozess in Gang. Freunde kennen Sie besser, wildfremde Menschen haben dafür manchmal eine klarere, unvoreingenommenere Perspektive.

Über die Signale Ihres Körpers, die sogenannten „somatischen Marker“, habe ich zum Beispiel hier etwas geschrieben: „Besser entscheiden mit Gefühlen und somatischen Markern“

Nebenbei: Auch Sport und körperliche Bewegung können Ihnen helfen, sich zu entscheiden. Durch die äußere Dynamik geraten auch die inneren Dinge in Bewegung. Sie werden aktiv. Sie können leichter eingefahrene Denkmuster überwinden. Deshalb laufe ich vor größeren Entscheidungen immer meine Runden um unseren See.

Ähnliches habe ich beobachtet, wenn ich den Ort und mein Umfeld gewechselt habe. Eine neue Umgebung gibt auch neue Impulse und bricht Verkrustetes auf.

Weitere Techniken, wie Sie kreativ Entscheidungen treffen, finden Sie in diesem Artikel: „Sechs Tipps für kreative Entscheidungen“

Faktor 6: Beugen Sie Blockaden vor

Wenn Sie sich nicht entscheiden können, kann das an fehlenden Zielen, unklaren Motiven und so fort liegen. Aber auch „Blockaden“ sind möglich, wie zum Beispiel

  • die Angst vor Verlusten: Wenn Sie Verluste vermeiden wollen und nicht den potenziellen Gewinn sehen können, versuchen Sie, sich so viele Türen wie möglich offenzuhalten oder „auf mehreren Hochzeiten zu tanzen“ – bis andere oder das Leben Ihnen die Entscheidung abnehmen.
  • der Zwang zur perfekten Entscheidung: Wenn Sie bei Entscheidungen keinen Fehler machen wollen, zögern Sie diese so lange wie möglich hinaus – doch auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung; und im Allgemeinen bereuen wir eher das, was wir nicht getan haben, als das, was wir getan haben.

Faktor 7: Treffen Sie die Entscheidung, mit der Sie leben können

Egal, wie Sie sich entscheiden: Sie müssen damit leben können. Treffen Sie deshalb die Entscheidung, die zu Ihrer augenblicklichen Persönlichkeit und Ihren momentanen Prioritäten passt. Treffen Sie die Entscheidung, mit der Sie im Augenblick zufrieden sind.

Andere Autoren betonen eher den Sicherheitsfaktor: Treffen Sie die Entscheidung, die im Fall des Scheiterns die weniger schlimmen Folgen nach sich zieht. Doch die Sache hat einen Haken: Was für uns nun die schlimmeren Folgen sind, können wir nicht nach einem Abzählreim im Vorhinein bestimmen. Auch das zeigt mitunter erst das Leben.

Faktor 8: Vergessen Sie nicht – nur wenige Entscheidungen sind endgültig

Jede Entscheidung hat zwar ihre Konsequenzen, deshalb sollte man sie sorgfältig treffen. Doch nur wenige Entscheidungen sind wirklich endgültig.

Gut, wenn Sie sich gegen Job A entschieden haben und das bereuen, mag es sein, dass Job A Ihnen durch die Lappen gegangen ist.

Andererseits

  • läuft Ihnen später vielleicht ein Job B über den Weg
  • scheint irgendetwas es Ihnen verwehrt zu haben, sich um Job A zu bemühen.

Der Volksmund sagt dann auch: Die Zeit war noch nicht reif. Diese Hürden und Hindernisse gilt es erst einmal beiseite zu räumen. Dann sollten Sie allerdings auch in der Lage sein, Ihre Entscheidung zu revidieren und / oder neue Chancen zu ergreifen.

Extra-Tipp: Versuchen Sie deshalb bitte nie, etwas zu entscheiden, was Sie gar nicht entscheiden können. Zum Beispiel etwas, worauf Sie keinen Einfluss haben. Oder etwas, was nur die Zukunft zeigen kann. Glauben Sie mir, Sie machen sich sonst völlig verrückt. 😉 Sie können nur für den Augenblick und das Hier und Jetzt entscheiden, niemals mehr.

Faktor 9: Es liegt in Ihrer Hand, wie Sie Ihre Entscheidung sehen

Eine Freundin meinte selbstkritisch, dass sie ihre Entscheidung für einen bestimmten Job schöngeredet habe. Doch dieses Prinzip gilt für alle: Wir neigen von unserem Gehirn her dazu, unsere Entscheidungen schönzufärben, einfach, um damit besser leben zu können.

Nun, Sie müssen es nicht schönfärben nennen. Doch es ist zweifellos ein Vorteil, wenn Sie die positiven Auswirkungen Ihrer Entscheidung sehen können, statt sich wegen der negativen fertigzumachen. (Statt „warum habe ich nur dieses Studium nicht abgeschlossen, ich Niete“ lieber etwas wie „aus meinen xx Semestern von Studium Y habe ich das und das für mich mitgenommen“.) Man nennt diese Kunst auch Reframen.

Der Faktor X …

Und wissen Sie was: Ich glaube, gar nicht mal selten entscheiden Zufall, Schicksal, Gott oder höhere Mächte. Und das muss nicht die schlechteste Entscheidung sein. 😉

© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 12.06.12

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