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6 Tipps, wie Sie kreativ Feedback geben

Feedback zu geben ist gar nicht so leicht. Viele halten sich vorsichtshalber bedeckt. Andere pflegen den gekonnten Verriss. Jemanden einfach nach seiner Meinung zu fragen, führt nicht unbedingt zu den besten Ergebnissen. Wie bekommt man also Feedback für seine Ideen, Meetings oder Konzepte? Dafür habe ich hier ein paar kreative Vorschläge.

Was so ein zünftiger Kreativ-Workshop ist, der sollte doch auch eigentlich über kreative Feedback-Möglichkeiten verfügen, mmh? Dieser Meinung war jedenfalls der Moderator eines solchen Workshops und bat mich um ein paar Tipps. Und da ich mich gefreut habe, von ihm als Quelle genannt zu werden, habe ich mich doch glatt an die Arbeit gemacht, den Ball aufgegriffen und ein paar Ideen für ein kreatives Feedback gesammelt. 😉

1. Die Punktabfrage

Fangen wir klassisch an: Egal, ob Sie Ideen bewerten oder den Leiter eines Workshops bei der Beurteilung schwitzen lassen wollen – mit Punkten geht es leichter und macht mehr Spaß.

Dazu können Sie bestimmte Kriterien vorgeben oder die Teilnehmer selbst nennen lassen. Jeder bekommt die gleiche Menge von Punkten. Und dann dürfen alle ihre Punkte munter dorthin kleben, wo sie ihre Meinung wiederfinden. Mehrfach-Nennungen sind möglich.

2. Das Koordinatensystem

Das ist etwas für die Mathe-Fans unter Ihnen: Machen Sie die Bewertung durch ein Koordinatensystem sichtbar. Statt wilde Haufen von Punkten, die Sie mühsam auszählen müssen, bekommen Sie so eine sichtbare Entwicklung.

Tragen Sie dazu in Ihrem Koordinatensystem auf der x-Achse ein, wie nützlich zum Beispiel eine Ideen ist, und auf der y-Achse, für wie umsetzbar Sie oder Ihre Teilnehmer sie halten.

Setzen Sie für jede Idee einen Klebepunkt auf die Schnittstelle der beiden Werte. In die nähere Planung kommen dann alle Ideen, die möglichst nützlich und umsetzbar sind.

3. Bilder auswählen

Sag’s mit Blumen – nein, halt, mit Bildern. 😉 Statt mühsam nach den passenden Worten zu suchen, können Ihre Teilnehmer ihr Feedback auch durch Bilder ausdrücken.

Nutzen Sie dazu Karten, Fotos, kleine Gimmicks – was immer Sie da haben. Geben Sie entweder jedem Bild eine bestimmte Bedeutung oder lassen Sie die Teilnehmer intuitiv ein Bild wählen. Bei der Analyse dürfen Sie dann ebenso intuitiv vorgehen und Stimmung oder Meinung zu deuten versuchen. 😉

Achtung: Lassen Sie diese und andere Methoden je nach Art des Feedbacks geheim durchführen. Nicht jeder traut sich, offen seine Meinung zu sagen. Und nicht jeder kann damit umgehen, diese Meinung gesagt zu bekommen. Das verkrampft nur unnötig die Atmosphäre.

4. Artikel schreiben

Diese Methode ist etwas für alle Schreib-Fans. Verteilen Sie Stift und Papier und lassen Sie Ihre Teilnehmer ihr Feedback schreiben.

Das könnte ein kleiner Artikel sein, eine Pressemitteilung, eine Glosse, was auch immer.

Das Schreiben hilft, seine Gedanken zu klären, sich die Gründe für etwas klarzumachen oder anschauliche Beispiele zu finden.

Je nach Textform ist es zudem eine gute Methode, die Perspektive zu wechseln (und etwa aus Kundensicht zu schreiben), sich um Neutralität zu bemühen (als wissenschaftlicher Bericht), es mit Humor zu versuchen (die Glosse), und anderes mehr.

5. Sich bewegen

Bringen Sie Bewegung ins Spiel. Nutzen Sie zum Beispiel eine Technik aus der System-Aufstellung und weisen Sie bestimmten Ecken des Raumes bestimmte Beurteilungs-Möglichkeiten zu.

Je nachdem, welche Meinung sie haben, sammeln sich Ihre Teilnehmer anschließend in der einen oder anderen Ecke.

So etwas können Sie auch gut zwischendurch machen, um alle aufzuscheuchen und wachzurütteln. 😉

6. Verschiedene Perspektiven einnehmen

Ich hatte gerade schon erwähnt, dass Sie über einen fiktiven Artikel die Perspektive wechseln können. Das geht auch mit Kreativ-Techniken. Eine bekannte Methode dafür ist die 6-Hut-Methode von Edward de Bono.

Lassen Sie Ihre Teilnehmer jeweils unterschiedliche Denkhüte tragen und dazu passendes Feedback geben. Bemühen Sie sich beispielsweise einmal wieder um Objektivität und reine Fakten. Hören Sie dann auf Ihren Bauch. Suchen Sie nach Positivem, nach Negativem, und und.

Ihnen erbauliche Meetings, Workshops und Seminare. 😉

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 29.09.2010

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