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So finden Sie auf kreative Art einen Firmennamen

Egal, ob Sie sich nun als Freiberufler selbstständig machen oder eine „Firma“, ein größeres Unternehmen gründen: Sie brauchen auch immer einen Namen für Ihr „Kind“. Hier zeige ich Ihnen, worauf Sie bei der Namenswahl achten sollten. Und mehr noch: Ich zeige Ihnen auch ein paar Kreativitätstechniken, mit denen Sie Ihrer Inspiration Beine machen.

Vor einigen Wochen fragte mich eine Kundin: „Sag mal, hast Du ein paar Tipps, wie ich einen Namen für meine neue Firma finden kann? Vielleicht sogar ein paar Kreativitätstechniken?“

Nun muss ich zugeben, dass ich an meinen (Firmen-) Namen geraten bin wie die Jungfrau an das Kind: Einigermaßen blauäugig. Wenn ich könnte, würde ich mir heute einen anderen Namen und vermutlich auch ein anderes Profil wählen. Andererseits ist diese Mischung einigermaßen einzigartig und funktioniert auf ihre Weise. Also warum nicht. 😉

Ich schrieb ihr dann auch zurück, dass Name wie „Firma“ „historisch gewachsen“ seien und ich das Schiff nach und nach in die Richtung lenke, in der ich es haben will. Zudem entwickle ich mich selbst auch gleichzeitig mit beiden. Es ist ein gegenseitiger Wachstums-Prozess.

Doch für alle, die etwas planvoller vorgehen wollen, habe ich die erwähnten Tipps, wie Sie einen Firmennamen finden. Samt Kreativitätstechniken. 😉

Wer braucht einen Firmennamen

Ich rede zwar die ganze Zeit von einem „Firmennamen“, doch im Grunde bin ich keine Firma. Ich bin eine Freiberuflerin und ein Einzelunternehmen, und aus. Doch selbst, wenn Sie wie etwa meine Kundin als Texterin ihre Leistungen anbieten wollen, brauchen Sie einen Namen. (Oder, beim Freiberufler streng genommen, eine Geschäftsbezeichnung.)

Erst recht gilt das natürlich, wenn Sie ein (größeres) Unternehmen gründen, neu aufstellen oder mit einem anderen fusionieren wollen.

Machen Sie sich im Vorfeld ein paar Gedanken

Wenn ich mir einen Namen für meine neue Selbstständigkeit oder Firma suchen wollen würde, würde ich mir als erstes ein paar Gedanken zu meinem „Unternehmen“ machen.

Schreiben Sie auf, worum es bei Ihrer Firma eigentlich geht. Was bieten Sie an? Welche Zielgruppe wollen Sie erreichen? Welche Märkte wollen Sie bedienen? Welche Besonderheiten zeichnen Sie aus? (USP = Unique Selling Proposition)

Diese Inhalte müssen zwar nicht in Ihrem Namen vorkommen. (Auch wenn das oft Sinn macht.) Doch der Name sollte zumindest nicht irreführend sein und etwas völlig anderes versprechen. Außerdem sind diese Fakten auch eine gute Basis, wenn Sie später Ihren Unternehmens-Namen finden wollen.

Manche Autoren argumentieren, dass man hier nicht zu eng denken sollte. Vielleicht will man später erweitern. Doch es hat auch keinen Sinn, mich Geschäft für Haushalts-Waren zu nennen, wenn ich jahrelang nur Teekannen verkaufe (und mir damit eine Nische schaffen könnte). Der Grat ist also schmal.

Achten Sie, wie oben angedeutet, auch auf die Rechtsform. Bei einem Freiberufler müssen Sie zum Beispiel zumindest Ihren Nachnamen in die Geschäftsbezeichnung mit aufnehmen. Bei anderen Selbstständigen müssen es oft Vor- und Nachname sein.

Bei größeren Unternehmen (GmbH und Co.) muss die Rechtsform in den (jetzt auch wirklichen) Firmennamen aufgenommen werden. Dafür kann der Name der Besitzer wegfallen. (Ausnahme GbR.)

So war ich zum Beispiel in meinen Anfangsjahren „Heike Thormann, Text, Training & Beratung“. Jetzt bin ich „Heike Thormann, kreativesdenken.com“.

(Achtung: Ich übernehme keine Rechtsgarantie. Bitte erkundigen Sie sich im Zweifelsfall selbst bei Anwalt, Kammern und Co.)

So finden Sie einen Firmennamen

So, wie finden Sie jetzt Ihren Firmennamen? Dazu nenne ich Ihnen 10 üblichere – und einige kreative 😉 – Möglichkeiten.

1. Verwenden Sie Ihren eigenen Namen

Wie gesagt, Freiberufler und Co. müssen ihren persönlichen Namen sowieso in die Geschäftsbezeichnung mit aufnehmen. Das geht auch bei größeren Unternehmen. Dazu noch ein erklärender Zusatz wie bei mir oben, und Sie sind fertig.

2. Schließen Sie einen geografischen Zusatz an

Zur Unterscheidung können Sie auch (noch) Ihre Region in den Namen aufnehmen. Beispiel: Susanne Schmidt, Pferdepraxis Stuttgart.

3. Greifen Sie zu Abkürzungen

Ich erinnere mich, dass ich mich zu Beginn meiner Selbstständigkeit mal die HAT Consult nennen wollte. Nach einer Abkürzung für meine drei Namensteile Heike Andrea Thormann und meinem anvisierten Tätigkeits-Schwerpunkt, der Beratung. Daraus wurde dann, rechtlich einwandfreier, die Thormann Beratung. Und anschließend die erwähnte Heike Thormann, Text, Training und Beratung.

(Wobei ich zu einem sehr frühen Zeitpunkt schon bei Text und Training (und später Coaching) hängenblieb. Aber das ist eine andere Geschichte, Stichwort „historisch gewachsen“. ;-))

4. Beschreiben Sie die Inhalte Ihrer Firma

Ich hatte Sie oben mal ein wenig zum Inhalt Ihrer Firma oder Selbstständigkeit brainstormen lassen. Ihre Funde können Sie in Ihren Namen einfließen lassen wie Susanne Schmidt, Pferdepraxis Stuttgart, oder Elvira Müller, Kleintierbetreuung.

5. Stellen Sie den Nutzen für den Kunden heraus

Welchen Nutzen hat Ihr Kunde von Ihnen? Machen Sie das gleich durch Ihren Namen deutlich. Ich möchte zum Beispiel, dass meine Kunden „kreativer denken“. Das steht für eine gewisse Lebens- und Geisteshaltung. Es soll aber auch Leute anziehen, die sich durch die Bezeichnung „kreativ“ angesprochen fühlen. (Das können „klassische Verdächtige“ wie Autoren und Künstler sein, aber auch alle anderen, die sich damit identifizieren.)

Andere Beispiele wären etwa: Jutta Bauer, Marketing für Autoren. Oder: Berlin Buch Coaches. (Berlin als Eigenname oder Region, das kommt auf die Rechtsform an.)

–> Tipp Kreativtechnik:

Nutzen Sie Visualisierungsmethoden wie Mind Mapping oder Vistem, um Ihr Unternehmen in seinen Inhalten besser zu erfassen und sich darüber klar zu werden, worum es eigentlich geht. (Gut für Strukturen und Details.)

Trainieren Sie Ihre Vorstellungskraft, um den Nutzen für den Kunden besser sehen zu können. (Gut, um sich ganz wortwörtlich ein Bild von Ihrer Tätigkeit zu machen.)

6. Verfremden Sie zum Beispiel mit einer anderen Sprache

Bei der erwähnten HAT Consult griff ich zum Englischen, ganz im Sinne des Beratungs-Hintergrundes, der mich damals geprägt hatte. Auch Sie können Ihren Namen oder Teile davon mit einer anderen Sprache verfremden.

Damit können Sie sich zum Beispiel einen internationalen Touch geben (das „Consult“) oder einen akademischen, gehobenen Eindruck hinterlassen (etwa „Thormann Scribere et Educare“; lateinisch für Schreiben & Lehren).

–> Tipp Kurs:

Sie sehen schon, Sprache drückt auch immer etwas aus, sie hinterlässt beim Leser gewisse Assoziationen. Tiefer steigen Sie in das Thema ein mit meinem Kurs „Mit Sprache spielen und Herzen berühren“.

7. Suchen Sie nach Analogien

In der Produktentwicklung wird ganz gern mit Hilfe von Analogien nach neuen Produkten gesucht. Wenn die Vorbilder aus der Natur stammen, nennt man das Ganze Bionik. Ein populäres Beispiel sind die Flügel von Vögeln, die Pate standen für die Flügel von Flugzeugen.

Auch Sie können mit Analogien nach einem Namen für Ihre Firma suchen. Fragen Sie sich dazu etwa: Woran erinnert mich meine Firma – oder deren Inhalte / Teile davon? Gibt es Vergleichbares dazu? (Analogie = etwas mit etwas anderem analog, d.h. vergleichbar.)

Beispiel: „Feder“ für Texte, Schreiben. (Ein Texter-Kollege von mir nennt sich „die Feder“. Heute hält man einen Stift in der Hand. Doch früher schrieb man mit und hielt dort in der Tat eine (Vogel-) Feder. Noch heute kann man jemandem zum Beispiel eine „flinke – oder freche – Feder“ nachsagen – was bei mir manchmal der Fall war. ;-))

8. Experimentieren Sie mit Assoziationen

Assoziationen sind Analogien relativ ähnlich, beide gehen ineinander über. Doch Assoziationen sind ein weitergefasster Bereich. Wenn Sie assoziieren, suchen Sie nicht nach etwas Vergleichbarem, sondern nach allem Möglichen, dass Sie mit Ihrem Unternehmen oder seinen Inhalten verbinden. (Assoziieren = verknüpfen, verbinden)

Beispiel: Lesezeichen, Buchecken und so fort für alle, die mit Büchern zu tun haben. Also etwa: „Die Buch-Ecke: Der Online-Shop für Bücher-Freunde“. Weitergefasst auch: Seitenweise, Wortsalat, Lesefieber, Büchernasen und vieles andere mehr.

–> Tipp Kreativtechnik:

Ihre Assoziationen können Sie unter anderem mit ABC-Listen, der Bisoziation und der Reizworttechnik bzw. Lexikonmethode trainieren.

9. Kombinieren und setzen Sie zusammen

Auch das ist eine beliebte Kreativtechnik: Worte oder Sätze auseinanderzuschneiden, die Schnipsel etwa auf dem Fußboden hin- und herzuschieben und neu zusammenzusetzen. (Sie können sich das Ganze natürlich auch im Kopf vorstellen und Ähnliches mehr.)

Beispiel: Aus „Text, Training & Beratung“ könnte so die „Heike Thormann TexTrai“ werden. (Ob das Sinn macht oder sich schön anhört, liegt natürlich im Auge des Betrachters.)

10. Sammeln Sie permanent Ideen

Ideen haben es so an sich, dass sie selten auf Kommando kommen. Führen Sie deshalb zum Beispiel ein Ideenbuch und halten Sie alles fest, was Ihnen so „vor die Flinte kommt“. Vielleicht können Sie es eines Tages gebrauchen.

Überprüfen Sie Ihren Namen

Überprüfen Sie zum Schluss noch Ihre Kandidaten auf rechtliche, werbliche und stilistische Aspekte.

Rechtliches: Achten Sie auf Markenschutz und schon vorhandene Namen. Verletzen Sie keine Namens- und Urheberrechte anderer.

Werbliches: Achten Sie darauf, dass Ihr Name zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passt. Er sollte authentisch sein und eine Identität stiften und verkörpern. (Vor allem bei Freiberuflern usw. wichtig.)

Bei frei erfundenen Namen und / oder größeren Unternehmen sollte der Name zudem eine gewisse Einzigartigkeit verkörpern, gern Aufmerksamkeit wecken und vor allem leicht zu merken und wiedererkennbar sein. (Das ist leider ein Problem bei meinem eigenen Namen.) Eine entsprechende freie, gute Domain ist im Internet-Zeitalter natürlich auch wichtig.)

Stilistisches: Achten Sie darauf, dass Ihr Name leicht verständlich und gern auch kurz und knapp ist. Dann kann man ihn sich leichter merken. Er darf gern bildhaft sein. („Lesezeichen“ und Ähnliches kann man gut vor sich sehen.) Und er sollte keine negativen Assoziationen wecken.

Die Alternative: Der kreative Weg

Nun, wie ich eingangs schon schrieb: Mein eigener „Firmenname“ ist „historisch gewachsen“. Ich würde heute einen anderen wählen. Das spricht für eine gewisse Sorgfalt bei der Namenswahl.

Andererseits kann man in einen Namen auch „hineinwachsen“. Man kann ihn Stück für Stück mit Leben füllen, ihm ein Gesicht geben, ihn auf diese Weise erst zu einem Namen und einer Marke machen. Angebot und Name haben ja durchaus eine Wechselwirkung.

Oder noch anders formuliert: Man kann einen Namen bewusst zum Wesen und Inhalt seiner Firma suchen, ja. Man kann aber auch seine Firma mit Inhalten füllen und zu einer Marke aufbauen, so dass der Name keine Rolle mehr spielt, sondern einfach zum Träger dieser Marke wird.

Das Leben lässt sich nun mal nicht auf dem Reißbrett planen. So wollte ich mich ursprünglich mit einer Marketingberatung für Bildungsträger selbstständig machen. Und nun bin ich selbst ein kleiner „Bildungsträger“. Die Wandlungen in meinem Namen geben auch meine eigenen Wandlungen wieder. 😉

–> Tipp Kreativtechnik:

Lassen Sie locker. Suchen Sie nicht, finden Sie. Geben Sie dem Unerwarteten eine Chance.

–> Tipp Kurs:

Wollen Sie doch systematisch nach Ideen suchen? Dann könnte mein Kurs „Ideen für Kunden und Konzepte finden“ etwas für Sie sein. Die Vorgehensweise ist immer dieselbe, ob Sie damit nun Ideen für Produkte oder eben einen Namen für Ihre Firma suchen wollen. 😉

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 29.03.13

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