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2005 - 2008
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Frauen sind anders. Das ist nichts Neues. Die WM ist nicht das erste, vermeintlich einschneidende Ereignis, das die Geschlechter spaltet. Frauen sind anders. Das weiß jedes Kind. Frauen können nicht Auto fahren, tratschen gern und sind mit weniger als 10 Paar Schuhen im Schrank nicht wirklich glücklich. (Männer sind dafür gut darin, sich zu *verfahren*, sind begnadete Seilschaftler und Stammtischler und bekommen erst dann mit, dass ihre Schuhe den Dienst aufgegeben haben, wenn sie ihnen von den Füßen fallen. Aber das nur nebenbei.) Frauen sind anders. Das dachten wir uns schon. Frauen haben keine Ahnung von Computer & Co., stehen mit Zahlen auf Kriegsfuß und haben einen Hang zum Irrationalen und Unwissenschaftlichen. (Ada Lovelace, die „Erfinderin der Programmierung“, ist ebenso wie viele andere Technikerinnen und (Natur-) Wissenschaftlerinnen weitgehend unbekannt – wenn sie nicht gleich als Blaustrumpf verschrien waren.) Frauen sind anders. Das kann jeder sehen. Frauen interessieren sich für Frauenthemen, haben eine eigene Literatur in der Frauenecke und auch sonst vom Ernst des (Geschäfts-) Lebens noch nicht viel mitbekommen. (Nur, dass es die „weichen“ Themen sind, die immer wichtiger für uns und unsere Welt werden; dass es „Frauenkompetenzen“ sind, die immer wichtiger als Schlüsselqualifikationen auch und gerade im „harten Business“ werden. Aber auch das nur nebenbei.) Frauen sind anders. Jetzt wissen wir's. Frauen können nicht lernen, sind Männern (zum Beispiel in Seminaren) unterlegen und machen häufiger Fehler. (Nur, dass Mädchen mittlerweile ihre Mitschüler überrunden, bessere Noten bekommen und die Hälfte aller Studienanfänger weiblich ist; dass Frauen Männern den (Rede-) Vortritt überlassen, sich mit ihrer Meinung zurückhalten und ihre Fehler offener zugeben.) Was also? Sind Frauen anders? Lernen Frauen anders? Oder schaffen Klischees nicht ihre eigene Wirklichkeit? Arbeiten nicht beide, Männer und Frauen, immer noch daran, eine Realität zu zementieren, die nie eine war? Lernen Frauen anders? Und wenn ja: Heißt anders schlechter? Oder sind es nicht bestimmte Denkmuster und Einstellungen, die hier eine Bewertung vornehmen? Einstellungen, die Frauen ihren Platz zuweisen und Männern diesen nicht erlauben. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Frage einmal umzudrehen: Lernen Männer anders? Und wenn ja, warum? In diesem Sinne: Frauen lernen anders. Männer auch. Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht im workshopwelt-magazin, Mai 2006. © 2006 Heike Thormann Artikeltipp Alle Artikel finden Sie bequem zum Nachschlagen in der Seitenübersicht. Und immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit meinem Newsletter. Er informiert Sie regelmäßig über die neuesten Tipps, Downloads und Übungen. Kostenlos und unverbindlich.
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