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12 Tipps, wie Sie an Geld für kreative Ideen und Geschäfte kommen

Viele kreative Ideen, Träume, Projekte scheitern daran, dass nicht genug Geld für die Umsetzung zur Verfügung steht. Das gilt für einzelne Werke genauso wie für eine ganze Selbstständigkeit und unternehmerische Tätigkeit. Was tun, wenn Sie nicht gerade eine Bank überfallen oder Ihren Traum begraben wollen? Hier zeige ich Ihnen 12 Wege, wie Sie an die ersehnte Knete gelangen. 😉

In den letzten Monaten haben mich einige Kunden und Leser gefragt, wie sie ihre kreativen Träume finanzieren könnten. Es ist ja sehr schön, seinen Lebenstraum verwirklichen oder sich selbstständig machen zu wollen, aber es fehlt halt leider oft das Geld. Und wenn das eigene Kapital nicht ausreicht, man nicht reich geerbt und / oder reich geheiratet hat, bleiben diese Träume eben leider oft Schäume.

Das muss aber nicht so sein. Ich habe hier ein paar Ideen gesammelt, wie Sie doch noch an die nötige Knete gelangen – ohne gleich eine Bank ausrauben zu müssen. 😉 Der Schwerpunkt liegt auf den „Einzeltätern“, die viele Autoren, Kreative und Selbstständige sind. Bei größeren Gründungen oder gar technologiebasierten Unternehmen sieht die Sache teils anders aus.

1. Der Kontokorrent von der Hausbank

Diese Möglichkeit kennt wohl jeder: Mit dem Kontokorrentkredit Ihres privaten Bankkontos können Sie kleinere Engpässe für einen kurzen Zeitraum überbrücken. Die Zinsen sind hoch, auf Dauer würde ich damit nicht operieren, doch sonst ist kaum etwas so unproblematisch, an mehr Geld zu gelangen.

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrer Bank, ob Sie Ihre Kreditlinie ausgeweitet bekommen können. Bei mir war das damals die Alternative zu einem Existenzgründerkredit, obwohl ich dann beides nicht gebraucht habe.

2. Kredite von der Hausbank

Von Ihrer Hausbank können Sie auch zusätzliche private Kredite sowie Kredite für Selbstständige und Unternehmen bekommen. Das können kurzfristige Betriebsmittelkredite sein, um im Geschäft „flüssig“ zu bleiben. (Vergleichbar zur Überziehungsmöglichkeit mit dem Kontokorrentkredit.) Oder langfristige Investitionskredite für größere Unternehmensziele. Fragen Sie bei Ihrer jeweiligen Bank nach.

3. Förderdarlehen von Förderbanken

Gerade für Gründer und Unternehmen sind auch die Förderdarlehen der Förderbanken interessant. Die Zinsen sind hier günstiger und es gibt oft eine Schonzeit von mehreren Jahren, bevor man mit der Tilgung des Kredites beginnen muss. Diese Kredite werden in der Regel über die Hausbank beantragt. Sie können sich aber vorab schon zum Beispiel über diese Datenbank schlau machen, welche Angebote für Sie überhaupt in Frage kommen: www.foerderdatenbank.de.

Wichtig: Beantragen Sie den Kredit immer vor dem Vorhaben, das Sie damit finanzieren wollen, ob das jetzt der Kauf eines Firmenwagens oder die eigentliche Gründung ist. Im Nachhinein kann Ihnen die Bank den Kredit nicht mehr gewähren.

Tipp zu den Sicherheiten: Oft werden die berühmt-berüchtigten Sicherheiten verlangt, wenn Sie einen Kredit beantragen wollen. Das kann vorhandenes Eigenkapital, ein Haus oder eine Bürgschaft sein. Wenn Sie über all das nicht verfügen sollten, lassen Sie sich nicht gleich abschrecken. Ich hatte damals bei meiner eigenen Gründung nicht mehr als ein sauberes Konzept, was ich wo wie tun wollte, erste Erfahrungen in dem Bereich, und ich war offenbar überzeugend beim Gespräch mit meinem Bankberater. Das hat gereicht. Es ist nicht der Regelfall, doch es kann auch so gehen, wenn die Basis stimmt. Probieren Sie es zumindest aus. Auch Bankberater sind Menschen, die mit sich reden lassen.

Tipp zum Bankgespräch: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stellt ein kostenloses eTraining zur Verfügung, mit dem Sie sich auf ein solches Bankgespräch vorbereiten können. Mehr dazu finden Sie hier: eTraining „Vorbereitung auf das Bankgespräch“

Tipp zur Finanzierung: Und noch ein kostenloses eTraining vom Staat – das eTraining „Gründungs- und Wachstumsfinanzierung“ hilft, typische Finanzierungsfehler zu vermeiden.

4. Mikrokredite von Mikrofinanzinstituten

Aus den Entwicklungsländern kommt die Idee der sogenannten Mikrokredite zu uns. Dabei geht es um kleinere Summen von 5.000, 10.000 oder maximal 25.000 EUR, die unter dem Rahmen vieler normaler Förderdarlehen liegen. Auch ist die Forderung nach Sicherheiten hier nicht so hoch. Mehr dazu lesen Sie zum Beispiel bei Für-Gründer.de.

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Achtung: Grundsätzlich würde ich nur dann zu Krediten greifen, wenn das wirklich notwendig ist, und nicht, weil ich gern einen schicken neuen Firmenwagen hätte. 😉 Jeder Kredit ist eine finanzielle Belastung und man sollte ihn nur dann nutzen, wenn man damit entsprechende Mehreinnahmen erwirtschaften kann.

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5. Business Angels, Investoren, Venture Capital und Co.

Nur der Form halber erwähne ich hier auch einige „Förder-Möglichkeiten“, die eher für die oben erwähnten größeren, gegebenenfalls auch sehr kapitalintensiven Unternehmen in Frage kommen. Das sind zum Beispiel die sogenannten „Business Angels“, die Geld und Knowhow gegen eine Beteiligung in ein Unternehmen investieren. Oder ganze Gesellschaften, die „Venture Capital Gesellschaften“, die das Gleiche tun.

6. Anteilseigner, Sponsoren und Co.

Die Suche nach Anteilseignern, die gegen eine Geldeinlage einen Anteil am Unternehmens-Gewinn erwerben, muss nicht mehr auf die bekannten Aktiengesellschaften begrenzt bleiben. Heute suchen sogar Bauernhöfe und Co. solche – kleinen und großen – Geldgeber, die dafür mit einem Anteil x am Geschäftsertrag beteiligt sind oder eine bestimmte Summe garantiert bekommen. // Sponsoren können Sie zum Beispiel für einzelne Projekte oder Werbemaßnahmen suchen. Handeln Sie aus, was Sie vom jeweiligen Sponsor gebrauchen könnten und was dieser dafür von Ihnen bekommt.

7. Fundraising und Spendenplattformen

Im gemeinnützigen / Non-Profit-Sektor spricht man eher vom Spendensammeln und Fundraising statt von Geldgebern und Investoren. Fundraising bezeichnet alle Maßnahmen, die zur Sammlung von Spenden ergriffen werden. Interessant und seit einigen Jahren im Kommen sind die sogenannten „Online-Spendenplattformen“. Hier können Sie ein Projekt oder ein Unternehmen einstellen und dafür „Spenden“ sammeln. Einzige Voraussetzung ist, dass Sie gemeinnützig tätig sind und mit Ihrer Tätigkeit anderen Menschen, der Umwelt und so weiter helfen wollen. Beispiele sind www.betterplace.org und www.socialfunders.org.

8. Crowdfunding

Spannend finde ich die Entwicklung im internetgestützten „Crowdfunding“. Eine „crowd“ ist die Menge, die Masse, der „Schwarm“, der eine Idee, ein Projekt, einen Menschen oder eine Unternehmung mit Geld unterstützt. Die Entwicklung ist noch neu, die ersten deutschen Crowdfunding-Plattformen kamen erst um 2010 auf. Wie funktioniert es?

Ein „Nachbar“, Daniel Lieske (wohnt bei mir um drei Ecken), macht das sehr erfolgreich auf der internationalen Plattform kickstarter.com vor. Er gibt mit seiner „Wormworld-Saga“ eine „digital graphic novel“ mit angeschlossenem Shop im Internet heraus. Wer ihn mit Geld unterstützt, bekommt dafür je nach gespendetem Betrag mal ein spezielles PDF, mal einen Fan-Artikel, mal was Nettes aus dem Shop. Anders als bei den oben genannten Finanzierungsformen geht es hier nicht um eine Beteiligung am Gewinn oder gar am Unternehmen. Es geht eher darum, sich seinen Fans und Unterstützern mit etwas Nettem erkenntlich zu zeigen.

Weitere deutsche Crowdfunding-Plattformen sind zum Beispiel:

Gerade kommt auf Spiegel Online auch der Bericht von zwei Autoren rein, wie sie mit Crowdfunding ihr Buch finanziert und veröffentlicht haben: „Buch-Crowdfunding. Nie war es leichter, Verleger zu sein.“

Eine Auflistung von Crowdfunding-Plattformen finden Sie bei www.crowdfunding.de.

9. Crowdfunding „im Abo“ 😉

Eine Alternative zum projektbasierten Crowdfunding soll die neue Plattform patreon.com sein. (Patreon von Patron, also Mäzen, Förderer.) Hier kann man sich und seine Werke „im Abo“ unterstützen lassen. Solange ein Fan einen unterstützen möchte, zahlt er dafür einen bestimmten Abo-Beitrag. Auch diese Abos kann man wieder mit „Nettigkeiten“ belohnen. Peer Wandiger berichtet auf selbstaendig-im-netz davon, gibt aber völlig zu Recht zwei Dinge zu bedenken:

  • Ein Abo-Modell bietet zwar eine relative Sicherheit, man muss nicht für jedes neue Projekt oder Werk wieder die Werbetrommel rühren. Es setzt einen aber auch unter Druck, den Unterstützern regelmäßig etwas zu bieten, damit diese dranbleiben.
  • Ganz besonders solche Abo-Modelle, im Grunde aber alle Crowdfunding-Plattformen setzen voraus, dass man Zugriff auf eine relativ große Zahl von „Fans“ hat, die einen unterstützen wollen und das dann über solche Plattformen tun. Das dürfte so ähnlich sein, wie sein Buch oder eBook bei amazon und Co. einzustellen. Nur weil es dort eingestellt ist, wird es noch lange nicht gekauft. Der Autor muss seine Leser zu einem großen Teil durch Bekanntheit und Werbung selbst dorthin führen.

10. Crowdinvesting

Eine Mischung aus Crowdfunding und den oben erwähnten Investoren-Modellen ist das Crowdinvesting. Hier ist zwar wieder eine „Masse“, ein „Schwarm“ tätig, keine einzelnen Business Angels oder Ähnliches. Doch diese Masse unterstützt diesmal keine Ideen, Werke und Projekte gegen „Goodies“, sondern erwirbt Anteile am Gewinn und / oder Wert eines Unternehmens. Deshalb kann man bei diesen Plattformen seine Sache teils auch nicht einfach so einstellen, sondern wird, ähnlich wie bei einem Kreditgespräch, auf Herz und Nieren geprüft.

Einige Dutzend Crowdinvesting-Plattformen finden Sie wieder bei www.crowdfunding.de.

11. Sonderformen wie Stipendien

Wie ich gerade schon sagte, ist eine Abo-Finanzierung oft reizvoller als eine Projekt-Finanzierung, weil sie eine gewisse Sicherheit für regelmäßige Einnahmen bietet. So gibt es zum Beispiel Organisationen, die Existenz- / Unternehmensgründern über einen bestimmten Zeitraum ein regelmäßiges Stipendium geben, damit man sich in aller Ruhe seinem Geschäft widmen kann. Ein Beispiel ist die Non-Profit-Organisation Ashoka, die Sozialunternehmer fördert, die wieder anderen Menschen, der Umwelt und so weiter helfen wollen. (Mehr  dazu lesen Sie bei Spiegel Online, der darüber in mehreren Beiträgen berichtet.)

12. Kreditplattformen

Ich schließe den Kreis, kehre zu den Krediten vom Anfang zurück und nehme die Crowd-Plattformen mit. Auch bei den Kreditplattformen vergibt eine „Masse“ Geld an alle, die es brauchen, ob privat, selbstständig oder ganze Kommunen.

Mehr zu den Kreditplattformen finden Sie wieder bei www.crowdfunding.de.

Hier wie bei allen Finanzierungssachen gilt: Machen Sie sich schlau, prüfen Sie sorgfältig und trennen Sie die Spreu vom Weizen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren kreativen Ideen und Geschäften.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 31.03.14

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