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Wie Sie in 11 Schritten Ihre Gewohnheiten ändern

Es ist schön und gut, wenn Sie wissen, welche Gewohnheiten zum Beispiel gut für Ihre Kreativität oder für Sie selbst sind und welche nicht. Doch das reicht nicht. Sie müssen diese „guten Gewohnheiten“ auch ausbilden beziehungsweise schädliche Muster abbauen. Lesen Sie deshalb, wie Sie in 11 Schritten Ihre Gewohnheiten ändern.

Ich habe Ihnen in früheren Beiträgen erzählt, welche Gewohnheiten gut für Ihre Kreativität sind, und welche absolutes Gift für Ihre Kreativität sind. Ich habe Ihnen auch gezeigt, wie Sie in sechs Schritten Ihre Gewohnheiten überhaupt erkennen können.

Doch dieses Wissen hilft Ihnen natürlich nicht weiter, wenn Sie Ihre Gewohnheiten, Marotten, Verhaltensweisen nicht auch ändern können.

Nun ist das wieder eines von diesen komplexen Themen, die ein einfacher Artikel nur anreißen kann. Verhaltensänderungen brauchen Jahre und manchmal professionelle Unterstützung. Und selbst Macken und Marotten sind anhänglich.

Nehmen Sie den Artikel deshalb als Anregung, mehr nicht. Gehen Sie bei Interesse selbst weiter in die Tiefe. Hier bekommen Sie zumindest eine Idee davon, wohin die Reise geht.

Gewohnheiten haben Vorteile und Nachteile

Zunächst einmal: Gewohnheiten haben ihre Vorteile. Wenn Sie etwas zum Beispiel als positiv für Ihre Kreativität erkannt haben, sollten Sie es nicht ändern. Im Gegenteil. Je häufiger Sie etwas tun, desto eher wird es Ihnen zur Angewohnheit werden. Sie werden es unbewusst tun, ohne groß nachzudenken.

Das gibt Ihnen Sicherheit und Halt, lässt Sie schneller und effizienter handeln. Wenn Sie über jeden einzelnen Schritt, den Sie tun, bewusst nachdenken müssten, kämen Sie nicht weit.

Diese traumwandlerische Sicherheit kann aber auch zum Albtraum werden. Dann nämlich, wenn Sie Ihre Gewohnheiten ändern wollen und aus diesen eingefahrenen Mustern nicht mehr herauskommen.

Niemand ändert seine Gewohnheiten mal eben durch Fingerschnipsen. Dafür haben sie sich viel zu sehr in unsere Nervenbahnen eingegraben. Doch es gibt Mittel und Wege. Hier habe ich einen kleinen „Leitfaden“ für Sie.

Schritt 1: Werden Sie aktiv

Die wenigsten wollen sich freiwillig ändern. Wir hängen an unseren Angewohnheiten und unserem gewohnten Leben. Wir fühlen uns wohl damit, es gibt uns Sicherheit und Halt. Doch manchmal müssen Änderungen sein. Dann ist es besser, diese Notwendigkeit einzusehen und sie selbst zu wollen, als dazu gezwungen zu werden. Sie sind motivierter und vermeiden mögliche Nachteile.

Schritt 2: Zeichnen Sie Ihre Gewohnheiten auf

Wenn Sie sich zum Beispiel vornehmen, sich mehr Wissen anzueignen, um dieses kreativ einsetzen zu können, dann überlegen Sie zunächst, was Sie bisher in Sachen Wissenserwerb getan haben. Beobachten Sie sich und halten Sie Ihre entsprechenden Gewohnheiten und Verhaltensweisen fest. Lesen Sie dazu auch meinen Artikel „Gewohnheiten erkennen“.

Schritt 3: Machen Sie schlechte Gewohnheiten ausfindig

Überlegen Sie, was Sie von dieser Routine oder Vorgehensweise behalten und was abgeben wollen.

Nehmen wir an, Sie schätzen Ihre Gewohnheit, sich eng in Ihrem Fachbereich weiterzubilden. Es lässt Sie effizienter vorgehen und zu einem anerkannten Experten werden. Gleichzeitig ist diese Gewohnheit aber auch schlecht für Ihre Kreativität. Denn je breiter das Wissen ist, das Sie für Ihre Ideen einbringen und kombinieren können, desto origineller und kreativer werden Sie.

Schritt 4: Versuchen Sie, schlechte Gewohnheiten zu verstehen

Für Ihre Kreativität wäre also das enge Fachwissen schlecht. Sie sollten hier etwas ändern. Andererseits hat diese Gewohnheit ja auch offenbar ihr Gutes, sonst hätten Sie nicht bis jetzt an ihr festgehalten.

Wenn Sie Ihre Gewohnheiten ändern wollen, müssen Sie sie zunächst einmal verstehen. Der Vorteil an einem sehr speziellen Wissen wäre vielleicht die größere Effizienz oder auch die Möglichkeit, ein anerkannter Experte zu werden. Ihre Aufgabe wäre dann, hierfür Alternativen zu finden.

Manche Gewohnheiten haben auch viel mit unserer Biografie zu tun. Mit den Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben. Mit Werten, zu denen wir aufgezogen wurden.

Je besser Sie Sinn, Zweck und Herkunft Ihrer Gewohnheiten begreifen, desto größer ist auch Ihre Chance, sie zu ändern.

Schritt 5: Gehen Sie eine Verpflichtung mit sich selbst ein

Wie gesagt, wir ändern uns und unsere Gewohnheiten nicht, wenn wir das nicht wirklich wollen. Treffen Sie deshalb zunächst eine eindeutige Entscheidung. Gehen Sie mit sich selbst eine Verpflichtung ein. (Ein Commitment eingehen.) Sagen Sie sich: Ja, ich will etwas gegen meine drohende Fachblindheit tun, einem kreativen Hobby nachgehen oder was auch immer.

Schritt 6: Tun Sie nicht zu viel auf einmal

Begehen Sie nicht den Fehler, den viele an Neujahr begehen: Sie wollen alles Mögliche in ihrem Leben ändern, und das am besten sofort. Damit überfordern sie sich aber heillos. Halten Sie Ihre Wünsche und Ideen ruhig beispielsweise in einem lockeren „Fünf-Jahres-Plan“ oder einem Pool von Möglichkeiten fest. Gehen Sie aber konkret immer nur eine Sache nach der nächsten an.

Schritt 7: Ersetzen Sie schlechte Gewohnheiten durch gute Gewohnheiten

Wir hatten es schon: Sie können eine schlechte Gewohnheit nicht einfach loswerden. Dafür sind die Dinger viel zu hartnäckig. 😉

Sie werden sich ein neues Muster angewöhnen und eine neue Routine zulegen müssen, um die alte Stück für Stück zu überwinden und zu vergessen. Sie brauchen eine „gute Gewohnheit“ als Ersatz für die alte, die Ihnen nicht mehr reicht. Das kann zum Beispiel eine halbe Stunde schreiben statt der täglichen Soap Opera sein. Hier sind Ihre Wünsche und Ideen gefragt.

Schritt 8: Verankern Sie die neue Gewohnheit

Wie heißt es so schön: Der Wille ist stark, aber das Fleisch ist schwach. Die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass nach den ersten motivierten Anläufen die Soap Opera doch wieder den Sieg davonträgt und das Buch mit Schreibübungen achtlos in die Ecke fliegt.

Verknüpfen Sie deshalb die neue Gewohnheit mit irgendetwas, das Ihnen hilft, an ihr dranzubleiben. Das können andere Routinen sein, feste Termine, nette Menschen, die Ihnen sanft auf die Finger schauen. Hier ist ein bisschen Ihre Phantasie gefragt.

Bei den Schreibübungen könnten Sie zum Beispiel Ihre Ergebnisse regelmäßig mit einer Freundin austauschen. (Gewohnheit und soziale Kontrolle.) Oder Sie holen Ihr Buch raus, sobald Sie Feierabend haben und nach Hause gekommen sind, noch vor dem Abendbrot. (Gewohnheit und Termin / Zeitfenster.)

Schritt 9: Machen Sie einen Plan B

Noch ein schönes Sprichwort: Erstens kommt es anders, als man zweitens denkt. So auch mit Sicherheit bei Ihrem Versuch, sich gute Gewohnheiten zuzulegen. Beugen Sie dem vor, machen Sie einen Plan B. Was machen Sie, wenn Ihnen irgendetwas die Schreibstunde vermasseln sollte? Was tun Sie, wenn Ihre Firma Ihre Weiterbildung für einen Luxus-Workshop hält?

Schritt 10: Üben Sie

Sie wissen ja, Übung macht den Meister. Nur lesen und nicken reicht nicht. 😉 Üben Sie also Ihre neuen Muster und Gewohnheiten geduldig immer wieder ein.

Gewöhnen Sie sich auch eine gewisse Regelmäßigkeit an. Je regelmäßiger Sie etwas tun, desto geringer wird der Anfangswiderstand. Statt sich also zum Beispiel mit Ach und Krach zur Schreibrunde aufzuraffen, würde Ihnen ein regelmäßiges Schreiben schnell in Fleisch und Blut übergehen.

Und seien Sie nicht so streng mit sich, wenn die neue Gewohnheit nicht gleich auf Anhieb sitzt. Es braucht einfach Zeit, ein neues Muster auszubilden und zu verankern. 30 bis 60 Tage „Einüb-Zeit“ sind völlig normal, bei größeren Verhaltensänderungen auch locker ein halbes bis ein Jahr.

Schritt 11: Kontrollieren Sie Ihre Fortschritte

Nein, keine Bange. Ich will Sie nicht an Schule und Notenzwang erinnern. Doch Kontrolle ist effektiv, kein Zweifel. Sie treibt an, sie motiviert, sie hält Fortschritte fest und legt den Finger auf Dinge, die noch nicht so gut gelaufen sind. Lassen Sie doch einfach den strengen Lehrer weg und seien Sie Ihr eigener Kontrolleur. Achten Sie auf Ihre Erfolge, und feiern Sie sich auch mal.

Sie haben Ihr Schreibbuch durchgearbeitet? Wunderbar, dann gleich ran an das nächste. Sie haben es geschafft, neben Ihrem Business noch Ihre feinsinnige Seite mit klassischer Musik und asiatischer Dichtung zu pflegen? (Tennis und Fußball gehen natürlich auch. Ich will hier keine Vorurteile zugunsten kreativer Hobbys aufbauen. ;-))

Dann auf zur nächsten Gewohnheit, die Sie ändern oder sich zulegen wollen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 13.07.10

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