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10 Gewohnheiten, die Gift für Ihre Kreativität sind

Möchten Sie herausfinden, was Ihre Kreativität behindern kann? Dann können Sie dazu alles nehmen, was gut für Ihre Kreativität ist und anschließend das Gegenteil tun. Oder Sie lesen meine Auswahl von 10 Gewohnheiten, die Gift für Ihre Kreativität sind, und lernen noch ein paar mehr kennen. Hier entlang bitte.

1. Sich durch schädliche Glaubenssätze den Wind aus den Segeln nehmen

Manche haben sie im Elternhaus erlernt, manche kurieren damit an Komplexen wie Selbstwert-Problemen und Ähnlichem herum.

Sie pflegen zum Beispiel blockierende Glaubenssätze wie „ich bin nicht kreativ“ oder „ich kann nicht schreiben“. Sie braten sich gewohnheitsmäßig eins über und lassen den inneren Kritiker ungebremst regieren. Sie wollen auf Nummer Sicher gehen und entwickeln in falsch verstandenem Perfektionismuseine Heidenangst vor einer Tätigkeit. Oder womit man sich sonst so fertigmachen kann.

Kreativität braucht aber den Mut, es zu versuchen, das Schulterzucken, wenn es schiefgeht, und die Dreistigkeit, auch mal Fehler machen dürfen zu wollen. Oder zumindest alles, was in diese Richtung geht. 😉

2. Unbedingt „seriös“ und erwachsen sein wollen

Heutzutage kann es den Teenagern gar nicht schnell genug gehen, erwachsen zu werden. Zur Not hilft man mit Kleidung, Schminke, Alkohol oder Tabak nach. Viele junge Berufstätige stürzen sich begeistert in Anzug und Krawatte, sind das doch die Zeichen, dass sie es „geschafft“ haben. Sie geben sich große Mühe, „seriös“ und vernünftig zu wirken.

Schade, denn bei diesem Streben danach, „dazuzugehören“, bleibt oft das unbekümmerte, spielerische, kindliche Wesen von uns auf der Strecke. Damit bleibt aber auch das forschende, neugierige, kreative Kind auf der Strecke. Das Kind, das um die Ecke denkt und noch nichts für unabänderlich und gegeben nimmt.

3. Immer Recht haben wollen

Betriebsblindheit und Tunnelblick sind Auswüchse davon: Von der Neigung, immer Recht haben zu wollen. Diese ist natürlich beruhigend und hält die hauseigenen Selbstzweifel in Schach. 😉 Sie ist allerdings auch schädlich für Ihre Kreativität.

Wer kreativ sein will, muss in der Lage sein, die Dinge von außen zu sehen, Abstand zu gewinnen, Kritik zuzulassen und umzusetzen. Was ist Kreativität anderes als der Wunsch, etwas zu erschaffen oder besser machen zu wollen? Schlagen Sie die „kritisierende“ Hand nicht aus, wenn sich Ihnen eine entgegenstreckt.

4. Es allen Recht machen und das Richtige tun wollen

Nein, ich habe mich nicht verschrieben: Die Version gibt es auch. Das geht wieder in Richtung „seriös sein wollen“.

Viele Menschen wollen es heute allen recht machen beziehungsweise sie wollen alles richtig machen. Da sind die stromlinienförmig durchgetunten Lebensläufe. Das brave Erklimmen der Karriereleiter. Die konformistische Anpassung an herrschende Normen und Konventionen.

Das ist verständlich. Wer will schon immer auffallen, weil er anders ist? Aber auch das ist schlecht für Ihre Kreativität.

Kreativ zu sein bedeutet, originell zu sein, unorthodoxe Wege zu gehen, mit Sackgassen, Windungen und Biegungen klarzukommen. Das lernt man nicht, wenn man auf dem Highway des Lebens bleibt. 😉

5. Das glauben, was andere (scheinbar) glauben

Zugegeben, es ist mühsam: Selbstständig zu denken, statt die Meinung anderer ungefragt zu übernehmen, macht Arbeit.

Aber wer kreativ sein will, muss auch unabhängig sein können. Sehr schön kann man das beispielsweise an den Medien beobachten. Da wird einmal dieser Trend oder diese Tatsache ausgemacht, dann wieder ein anderer. Und beide scheinen sich zu widersprechen. Dahinter muss nicht mal böse Absicht stecken. Es liegt einfach an Auswahl und Perspektive der Berichterstattung.

Wer jetzt nicht mitdenkt, wird einmal das eine glauben, und dann das andere. Oder er wird nur eines von beiden sehen und das andere ignorieren. Erst Ihr unabhängiges kreatives Denken kann Ihnen zeigen, wie die Dinge in Wirklichkeit zusammenhängen.

6. Alles planen und unter Kontrolle haben wollen

Wie gesagt, der Highway des Lebens ist nicht unbedingt dafür geeignet, genug Kreativität zu entwickeln, um um die Ecke zu denken und mit den Kurven fertigzuwerden. Doch es sind die Kurven, die unsere Kreativität erst herausfordern und uns kreatives Denken lehren.

Ähnlich verheerend kann auch die Gewohnheit sein, alles durchplanen zu wollen. Ein Plan beruhigt und gibt Sicherheit. Aber wer alles unter Kontrolle haben will, verliert die Fähigkeit, Chancen und Zufälle zu nutzen. Er verliert die Fähigkeit, sich anzupassen, Umstände zu gestalten und auf Veränderungen zu reagieren.

7. Alles schwarz auf weiß haben wollen

Kreativität ist eine Frage des Verstandes, ja. Beide schließen sich nicht aus. Logik und Analyse gehören genauso zu einem ganzheitlichen kreativen Denken wie Tagträume und Gedankensprünge.

Wer aber ausschließlich dem Verstand folgen und alles logisch nachvollziehbar, schwarz auf weiß haben will, wer seiner inneren Stimme und Intuition nicht traut, erweist seiner Kreativität einen Bärendienst.

Viele kreative Prozesse spielen sich unbewusst ab. Sie reifen im Stillen, bis sie als Geistesblitz oder auch nur als vages Gefühl in die Welt springen. Geben Sie diesem Unbewussten eine Chance.

8. Alles übergrübeln und abwägen wollen

Auch hier ist unser Verstand am Werk, der gern alles durchdacht und beurteilt haben will, bevor er seinen „Wilhelm“ unter eine Idee oder einen Geistesblitz setzt.

Wobei gegen dieses Durchdenken kaum etwas einzuwenden ist. Vorausgesetzt, Sie lassen auch noch Ihr Bauchgefühl ran.

Ideen wollen aber nicht nur durchdacht werden. Ihr eigentlicher Wert zeigt sich erst in der Umsetzung. Bis dahin sind sie allenfalls etwas für Leute, die sich an ihrer Ästhetik erfreuen. Irgendwann müssen Sie den Sprung schaffen, Ihre Idee umzusetzen, auszuprobieren und zu verbessern. Je eher, desto besser.

9. Sich permanent unter Stress setzen

Viele Kreative merken es noch nicht mal, dass sie Raubbau mit ihren Kräften treiben, so begeistert sind sie von ihrem Tun, so groß ist vielleicht der Rausch des Schaffensdrangs.

Aber Kreativität zehrt auch stark an Ihren Ressourcen, sie kostet viel Energie. Und das (Aus-) Powern im Schaffensdrang oder die übliche Hetze des Alltags machen die Sache nicht besser. Im Gegenteil.

Wenn Sie in Stress geraten, ist das ein Kreativitätskiller ersten Grades. Ihre Synapsen machen dicht und Ihr Denken biegt in den Tunnelblick ein. Eine tödliche Kreativitätsblockade.

Gönnen Sie sich zumindest Pausen zwischen Ihren kreativen Hochs. Tun Sie etwas gegen Ihren Stress. Oder verfahren Sie gleich nach der Devise: Weniger ist mehr.

10. Von Gewohnheiten nicht abrücken wollen

Der Ausspruch „das haben wir schon immer so getan“ ist ein beliebter Ideenkiller. Von seinen Gewohnheiten nicht abrücken zu wollen, ist jedoch ebenfalls eine erstklassige Kreativitätsblockade.

Gewohnheiten sind nur gut, solange sie Sinn machen. Dann erleichtern sie uns das Leben, sparen uns Zeit und erfreuen unser Gehirn, das gar nicht gern ständig neue Lösungen ersinnt.

Sonst gilt es, spontan und flexibel zu bleiben und Gewohnheiten immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Haben sie sich überlebt oder machen hier keinen Sinn: Weg damit.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 29.06.10

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