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Ideen wirkungsvoll präsentieren

von Heike Thormann

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Eine Idee wird erst dann zur Innovation, wenn sie in die Tat umgesetzt wird. Und das bedeutet im Allgemeinen, dass Sie dazu erst einmal andere Menschen für sich und Ihre Idee gewinnen müssen.

Ohne Umsetzung nützt die schönste Kreativität nichts

Was hat das Thema Präsentation mit kreativem Denken und Ideen finden zu tun? Warum habe ich es hier mit aufgenommen?

Nun, mit Ideen finden hat es auch nichts zu tun. Aber: Ohne Umsetzung nützt die schönste Kreativität nichts. Eine Idee wird erst dann zur Innovation, wenn sie in die Tat umgesetzt wird. Und im Job bedeutet das im allgemeinen, dass Sie dazu erst einmal andere Menschen für sich und Ihre Idee gewinnen müssen.

Natürlich sollten Sie als erstes Ihre Idee eingehend prüfen: Ist Ihre Idee wirklich so gut, wie Sie glauben?

Wer könnte Ihnen helfen, Ihre Idee zu verwirklichen?

Als nächstes brauchen Sie, das kann ich Ihnen jetzt schon sagen, ein gut Teil an Ausdauer und Widerstandskraft. Denn es werden nicht nur Rückschläge kommen, das ist normal. Sie werden auch immer wieder auf Ideenkiller stoßen. Auch das ist leider normal.

Hilfreich ist es da, wenn Sie Menschen finden, die Sie mit ins Boot nehmen können. Wie heißt es so schön: „Bloß ist der Rücken desjenigen, der keinen Bruder hat, der hinter ihm steht.“ (… oder Schwester, versteht sich. ;-) )

Dazu brauchen Sie die berühmte Teamfähigkeit – die allerdings oft als reine Anpassungshaltung missverstanden wird. Besser wäre also wohl der Ausdruck Kooperationsfähigkeit. Sie brauchen einen Riecher dafür,

  • wer an Ihrer Idee interessiert sein könnte
  • wer Ihnen hilfreich zur Seite stehen könnte
  • welche Vorteile andere davon haben (denn davon werden Sie sie überzeugen müssen)
  • was andere dazu veranlassen könnte, Ihnen ihre Unterstützung anzubieten.

Gewinnen Sie Menschen mit einer guten Präsentation für Ihre Ideen

Noch einmal: Wenn Sie Ihre Idee umsetzen wollen, müssen Sie andere Menschen finden, die Sie darin unterstützen. Und Sie müssen sie überzeugen. Sie müssen ihnen den Nutzen Ihrer Idee klar machen, um Akzeptanz werben. Im Arbeitsalltag passiert das meistens im Rahmen von Meetings und Präsentationen.

Je besser Sie dabei präsentieren, desto eher überzeugen Sie Ihre Teilnehmer. Das ist nun mal so. Die nackten Fakten zu bringen, reicht bei weitem nicht mehr aus. So manches sorgfältig ausgearbeitete Konzept ist den Bach hinuntergegangen, so manche Idee gestorben, weil ihr Urheber es nicht verstanden hat, sein Thema rüberzubringen und Interesse zu wecken.

Beispielsweise war ich neulich bei einem Vortrag, auf dem der Vortragende (Dr. Dr.) sich wirklich Mühe gegeben hatte mit seinem Konzept. Die Inhalte waren sauber recherchiert, die Fakten übersichtlich zusammengetragen, das 40-Seiten-Skript war sehr interessant und die Präsentation war – grottenschlecht. Das Publikum hatte nach fünf Minuten abgeschaltet und sich einem wohligen Halbschlaf hingegeben. Ob es das wert war? ;-)

Merke: Eine gute Präsentation kann jeden mittelmäßigen Inhalt herausreißen. Bei einer mittelmäßigen oder schlechten Präsentation ist allerdings der beste Inhalt verloren.

Nun ist das hier kein Präsentationstraining. Aber einige Tipps möchte ich Ihnen doch mit auf den Weg geben, damit Ihre Idee der Umsetzung einen Schritt näher ist.

Eine Präsentation will …

  • durch sauber strukturierte, verständliche Inhalte
  • in logischer, nachvollziehbarer Reihenfolge
  • unterstützt durch Visualisierung und Medien
  • ihre Zuhörer dort abholen, wo sie stehen
  • um sie von Wert und Nutzen des Präsentierten zu überzeugen.

Dabei bedeutet überzeugen, dass Sie

  • zunächst mal auf die Bedeutung des Problems aufmerksam machen (der Mensch ist nun mal so, dass er sich selten aus lauter Spaß an der Freud’ zu Veränderungen aufrafft :-) )
  • danach den Nutzen Ihrer Idee herausstellen und auf die Vorteile verweisen, die alle haben, wenn Sie Ihre Idee verwirklichen
  • die Vorteile auch ruhig mit Zahlen und Fakten untermauern (es gibt zwar keine Statistik, die sich nicht manipulieren und unterschiedlich auslegen lässt, aber der Mensch liebt halt den Anschein von Objektivität ;-) )
  • bei aller Perspektivgebundenheit aber bitte keine aus der Luft gegriffenen Behauptungen aufstellen
  • sich auf erwartbare Gegenargumente und Ideenkiller einstellen, um diesen den Wind aus den Segeln zu nehmen
  • das Ganze aber möglichst sachlich und höflich tun und Einwände immer als konstruktive Beiträge begrüßen (damit, dass man sich in die Haare gerät, ist niemandem geholfen)
  • die nächsten Schritte aufzeigen und deren Durchführbarkeit nachweisen (ein Maßnahmeplan macht sich auch immer gut)
  • und vor allem: dass Sie selbst von Ihrer Idee überzeugt sind, an Ihre Idee glauben und dies auch begeistert rüberbringen. :-)

Erfolgreich wird Ihre Präsentation, wenn Sie …

  • Ihre Inhalte strukturieren und auch gern vorher bekannt geben (Sie können das Strukturieren zum Beispiel mit Mind Maps üben)
  • Ihre Zeit einhalten, regelmäßig Pausen machen und nicht überziehen
  • Ihre Zuhörer ansprechen und eine Beziehung zum Publikum aufbauen
  • möglichst frei sprechen und flexibel auf Fragen eingehen (statt eines Skripts würde ich immer Karteikarten mit Notizen empfehlen, dann kommen Sie gar nicht erst in Versuchung abzulesen)
  • so einfach und verständlich wie möglich formulieren, ohne Ihre Zielgruppe aus den Augen zu verlieren
  • wichtige Aspekte wiederholen, ohne weitschweifig vom Thema abzukommen
  • auch gern mit Gestik, Mimik und Humor arbeiten (geben Sie es ruhig zu, wenn Sie den Faden verloren haben, das macht Sie Ihren Zuhörern nur sympathischer)
  • Ihre ganze Persönlichkeit einbringen und auch ruhig „ich“ statt „man“ sagen
  • unterstützend visualisieren und mit Medien arbeiten (aber bitte kein mediales Feuerwerk; erfolgreiche Präsentationen haben mehr mit handwerklichem Können als mit HighTech zu tun)
  • vor allem auf Einstieg und Abschluss achten und nicht mit „das war’s“ von der Bühne abtreten ;-)
  • und ganz wichtig: üben, üben und nochmals üben, denn a) ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und b) je besser Sie Ihren Stoff beherrschen, desto flexibler können Sie auf Ihr Publikum eingehen.

Viel Erfolg beim Präsentieren!

© 2005 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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