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Artikel: Ideen finden leicht gemacht


von Heike Thormann

Fünf kleine Tipps und eine spielerische Vorgehensweise, um leichter Ideen zu finden.

Mit Ideen ist das so eine Sache.

Entweder haben wir zuviele davon oder nicht eine einzige. Entweder trauen wir ihr nicht oder andere trauen ihr nicht. Ideen können so flüchtig sein wie Rauch oder uns so hartnäckig im Ohr sitzen wie der berühmte Floh.

Dabei brauchen wir sie alle, die Ideen. Um unsere Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen, im Job zu bestehen oder einfach nur Spaß zu haben.

Wenn Sie sie finden wollen, die Ideen, dann habe ich hier ein paar Tipps für Sie, wie Sie das anstellen können.


Tipp 1: Kreisen Sie Ihr „Problem“ ein. Und bitte verstehen Sie den Begriff Problem jetzt nicht zu problematisch. Damit meine ich einfach, dass Sie sich überlegen sollten, wofür genau Sie eine Idee brauchen. Sonst kann es Ihnen schnell passieren, dass Sie von Höppsken auf Stöcksken kommen – und Ihre Ideen zwar interessant, aber nicht unbedingt brauchbar sind. ;-)

Ein Beispiel: Es ist Samstag. Ihre Schwiegereltern sind für morgen zum Mittagessen angemeldet. Sie hetzen durch diverse Läden und überlegen verzweifelt, was Sie zum Essen kochen können. Es soll etwas Besonderes sein. Sie wollen sich nicht blamieren. Aber Ihnen fällt nichts ein, Sie brauchen eine Idee.

Nur, wo ist das Problem? Wissen Sie wirklich nicht, was Sie kochen sollen? Oder wollen Sie sich nur nicht blamieren? (Warum eigentlich nicht?) Wollen Sie Streitereien und Kritik vorbeugen? (Warum lassen Sie sich die gefallen?) Wollen Sie vielleicht gar nicht, dass Ihre Schwiegereltern zum Essen kommen (weil Sie sie nicht mögen)?

Noch einmal: Finden Sie heraus, wo Ihr wirkliches Problem liegt. Erst dann können Sie auch die richtigen Ideen finden.


Tipp 2: Sammeln Sie Informationen. Um mal beim obigen Beispiel zu bleiben: Jemand mit einer ausgedehnten Rezeptsammlung hätte vielleicht die Qual der Wahl (und damit ein anderes Problem ;-)), aber er würde zumindest nicht ungesteuert durch die Läden hetzen.

Deshalb: Wenn Sie eine Idee brauchen, machen Sie sich auf die Suche nach Information und Wissen. Halten Sie die Augen offen. Achten Sie auf alles, was Sie weiterbringen könnte. Nutzen Sie Vorbilder und Beispiele. Fragen Sie Freunde und Verwandte. Und dann tun Sie Folgendes:


Tipp 3: Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Überlegen Sie, wie Ihnen Ihr erworbenes Wissen bei Ihrem Problem weiterhelfen könnte. Fördern Sie Ihre Fantasie. Kombinieren Sie nach Lust und Laune. Spielen Sie mit Möglichkeiten.


Auch Kreativitätstechniken können eine Hilfe sein. 
  • So könnten Sie etwa mit Assoziationen arbeiten und überlegen, was Ihnen zum Thema Essen, Sonntage, Schwiegereltern usw. einfällt. Vielleicht das kleine Restaurant, das Sie vor zwei Jahren gemeinsam besucht haben und dessen Wildgerichte Ihrer Schwiegermutter so gefallen haben? Oder vielleicht der total verhagelte Geburtstag der Familienpatriarchin, auf dem die servierte „Forelle Blau“ noch zu leben und Ihren Schwiegervater anzustarren schien?
  • Oder Sie könnten Ihr Problem mit der Kopfstandtechnik von hinten aufzäumen und nach Anti-Lösungen suchen. Fragen Sie sich also nicht: Was kann ich meinen Schwiegereltern am Sonntag zum Essen vorsetzen. Sondern: Was kann ich ihnen definitiv nicht vorsetzen (weil sie das nicht mögen, mir das Ganze zu teuer ist, ich eine Niete am Herd bin). Und wenn Sie dann Ihre Anti-Lösungen haben, wandeln Sie die einfach noch in Lösungen um. Fertig.

    Nebenbei: Sie werden sehen, Anti-Lösungen lassen sich erheblich leichter finden als Lösungen. Wir Menschen sind nun mal darauf trainiert, das Haar in der Suppe zu finden. Nutzen Sie das aus und drehen Sie den Spieß um. :-)

Tipp 4: Schlafen Sie drüber. Lassen Sie alles in Ruhe sacken. Nachdem Ihr „wacher Verstand“ seine Pflicht getan und für den nötigen Hintergrund gesorgt hat, tritt jetzt Ihr Unterbewusstsein in Aktion. Es prüft, wägt ab und beurteilt. Es ergänzt, ersetzt und wirft über Bord. Völlig automatisch und ohne, dass Sie davon etwas mitbekommen. Lassen Sie es arbeiten. Lassen Sie locker. Versuchen Sie nicht zu steuern. Und vor allem ...


Tipp 5: Schalten Sie Ihren inneren Zensor ab. Viel zu viele Ideen sterben eines frühen Todes oder werden gar nicht erst geboren, weil wir uns selbst einschränken und kontrollieren.

Wer sagt denn, dass Ihre Schwiegereltern nicht auch Spaß an einer Grillparty haben könnten? Haben Sie es schon einmal versucht? Oder trauen Sie sich nur nicht, weil „man das nicht tut“?


Nur Mut. Jede Idee ist zunächst einmal eine gute Idee. Und überprüfen und bewerten können Sie immer noch. Wenn Sie auf Ihren Instinkt hören und Ihren Verstand gebrauchen, dann wird es auch irgendwann „Klick“ machen und Sie haben Ihre Idee.

Nur eines sollten Sie nicht vergessen: Sie aufzuschreiben. Denn Sie wissen ja: Mit Ideen ist das so eine Sache und sie können flüchtig sein wie Rauch.

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht im workshopwelt-magazin, Mai 2006. © 2006 Heike Thormann



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Artikeltipp

Wie man Ideen nicht nur findet, sondern sie auch überzeugend präsentiert - und damit bei einem geneigten Publikum durchzusetzen versucht - erfahren Sie im Artikel Ideen präsentieren.

Und was man tun kann, falls das Publikum doch nicht so geneigt ist, verrät Ihnen der Beitrag Ideenkiller. ;-)

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