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In Alternativen denken: Es gibt immer eine Alternative

„Das geht eben nicht“, sagen wir allzu oft, und, schwupps, werfen wir die Flinte ins Korn. Egal, ob wir uns einen Lebenswunsch erfüllen oder als Selbstständige bestehen wollen. Ich kann ein Lied davon singen, war ich doch jahrelang selbst der Überzeugung, dass es sinnlos wäre, Autorin werden zu wollen. Bis ich gelernt habe, in Alternativen zu denken. Seither lautet mein neues Motto: „Es gibt immer eine Alternative.“

Ohne Alternativen an Hürden scheitern

„Ach, das geht einfach nicht.“ Kommt Ihnen dieser Spruch bekannt vor? Haben Sie damit selbst schon mal Träume oder Wünsche in den Wind geschossen, weil sie unerfüllbar schienen? Dann willkommen im Club.

Da will man etwas tun oder verändern, und checkt auch einige Möglichkeiten. Wenn sich diese aber als Sackgassen erweisen, bricht man vorschnell ab, statt nach Alternativen zu suchen.

Beispiel: Mein eigener Wunsch, mir als Autorin meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Vorhanden ist er seit frühester Jugend. Das Problem war, dass ich keine Möglichkeit sah, damit meine verschiedenen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Grob über den Daumen gepeilt, hatte ich weder Lust, noch zusätzlich einem „Brotjob“ nachzugehen, um mir meinen eigentlichen, aber leider allzu oft schlecht bezahlten Beruf leisten zu können. Noch fand ich es reizvoll, mir die Inhalte vorschreiben zu lassen und als Werbetexter oder Ghostwriter für andere zu schreiben. Und zuletzt: Ich wollte schon immer selbstständig sein. Meine Freiheit war mir wichtiger als jeder noch so gut dotierte Redakteursposten.

Das schien mir die Quadratur des Kreises zu sein, eine Erfüllung nicht möglich. Oder anders formuliert: Ich hatte zwar einige Alternativen gesehen. Da ich deren Vorteile aber nicht kombiniert bekam, um das, was mir wichtig war, zu erreichen, habe ich viel zu schnell aufgegeben und nicht weiter gesucht.

Erst Jahre später haben mir die Beispiele anderer gezeigt, welche Möglichkeiten mir noch offen gestanden hätten. So habe ich Menschen kennen gelernt, die – schreibend – von einer erfolgreichen Webseite leben. Eine Journalistin, die ihre Bücher auf eigene Faust verkauft. Autoren, die einen Verlag gegründet haben, eine Zeitschrift herausgeben, ein Trainingsinstitut betreiben, und Ähnliches mehr.

Heute bin ich schlauer und selbst auf bestem Wege dorthin. Ich habe zwar noch eine Menge Arbeit vor mir. Aber nachdem ich meine persönliche Blockade als eigentliches Übel erst einmal losgeworden bin, habe ich auch endlich die Ideen, die mir dabei weiterhelfen.

Mit anderen Worten: Es gibt immer Möglichkeiten. Wir müssen nur das Brett vor unserem Kopf loswerden, in Alternativen denken und sie sehen.

Mit Alternativen Wünsche erfüllen und Krisen meistern

Aber nicht nur, wer sich wie ich einen scheinbar unmöglichen Traumjob erfüllen will, sollte diesem Brett den Garaus machen. Ein alternatives Denken ist die Antwort für jeden, der nicht vorschnell an der ersten Hürde scheitern will.

Was immer Sie vorhaben, welche Pläne Sie auch machen – es kann jederzeit Probleme geben, die Sie unterwegs einholen. Manchmal greift dann Ihre erstbeste, routinemäßige Lösung. Oft aber auch nicht. Gut für den, dem dann noch Alternativen einfallen.

Sind Sie selbstständig? Auch dann werden Sie immer wieder vor der Frage stehen, was Sie für Alternativen haben. Welche Produkte können Sie noch entwickeln? Welche Zielgruppen und Märkte angehen? Welche Vertriebswege stehen Ihnen offen? Und so weiter, und so fort. Alternativen helfen Ihnen, konkurrenzfähig zu bleiben und zu überleben.

Ein bekannter Spruch für das Schreiben lässt sich auch allgemein auf Alltag und Beruf übertragen: Es braucht 10% Talent, aber 90% Schweiß. Die vielen kleinen Verbesserungen, über die Sie bei einem Denken in Alternativen fast von selbst stolpern, gehören zu diesen 90%.

Dinge, die einem alternativen Denken im Weg stehen

Nach Alternativen suchen – das ist offenbar das Gebot der Stunde. Nur: So einfach ist die Sache leider nicht.

Machen Sie irgendjemandem den Vorschlag, sein Leben oder sein Unternehmen zu ändern, und Sie werden am Anfang vielleicht noch auf Begeisterung stoßen. Danach aber werden sich die Bedenkenträger zu Wort melden und die inneren Schweinehunde in die Schlacht ziehen.

Gründe, warum wir uns mit einem alternativen Denken schwer tun, gibt es viele.

Manchmal ist es schlicht Bequemlichkeit, denn Alternativen und Veränderungen arten in Arbeit aus und bedeuten den Abschied von liebgewordenen Gewohnheiten. Manchmal ist es auch Angst. Was, wenn die Alternative schief geht? Jeder Versuch birgt ein Risiko in sich.

Kein Wunder, dass unser Gehirn am liebsten alles beim Alten lassen will. Wenn es einmal eine Erfahrung gemacht hat („autsch, die Herdplatte ist heiß“), reicht ihm das. Es will sich nicht den Stress und das Risiko antun, die Nummer zu wiederholen. Auch wenn die Herdplatte jetzt kalt sein könnte.

Wenn wir unser Denken also dazu bringen wollen, nach Alternativen zu suchen, bedeutet das eine bewusste Anstrengung. Von allein macht es das nicht.

Genauso wenig, wie mir bei meiner Jobsuche weitere Alternativen in den Schoß fielen. Als ich damit aufgehört hatte zu suchen, war das Thema für mich durch. Und zwar so lange, bis ich durch einen äußeren Reiz (das Beispiel anderer) wieder auf Spur gebracht wurde – und diesmal dran blieb.

Schließlich auch nicht ganz ohne: Je mehr Alternativen wir sehen, desto mehr Entscheidungen müssen wir treffen. Gehe ich jetzt diesen Weg oder jenen? Entscheide ich mich für Alternative A oder lieber B?

An und für sich ist diese Freiheit ja eine feine Sache. Das Problem ist, dass jede Entscheidung Verzicht und Risiko bedeutet. Wenn ich mich für eine Alternative entscheide, verzichte ich gleichzeitig auf viele andere. Zudem weiß ich nie, ob diese Entscheidung jetzt „die richtige“ war, oder ich mich nicht doch falsch entschieden habe. So kann ein alternatives Denken für mich schnell zur Qual der Wahl werden.

Was hilft mir, Alternativen zu finden?

Was kann mir also dabei helfen, in Alternativen zu denken, Alternativen zu finden? – Von der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen einmal abgesehen. 😉

1. An Alternativen glauben

Es klingt simpel, ist aber der Grund für so manche vorschnell ins Korn geworfene Flinte: Wenn ich nicht daran glaube, dass es weitere Möglichkeiten und Lösungen gibt, werde ich sie auch nicht finden.

Wenn ich davon überzeugt bin, mit schlecht bezahlten Autoren, nach Vorgaben arbeitenden Werbetextern / Ghostwritern und abhängigen Redakteuren schon das ganze Spektrum an Alternativen erfasst zu haben, werden mir auch keine weiteren einfallen.

2. Neugier entwickeln

Offenheit für Alternativen ist gut, aber für sich genommen noch nicht viel wert. Ich muss eine Alternative auch aktiv suchen bzw. sie als solche erkennen, wenn sie mir über den Weg läuft.

Und das bedeutet: Ich muss neugierig sein. Ich muss allem und jedem mit Fragen begegnen wie: Was kann das mit mir zu tun haben? Was kann es mir an Alternativen bieten? Welche Möglichkeiten habe ich sonst noch? Wie kann ich noch an mein Ziel gelangen? Gibt es für mich vielleicht sogar weitere Ziele? Ziele, die besser geeignet oder leichter zu erreichen wären?

Je größer meine Neugier ist, desto mehr werde ich auch alles, was mir begegnet, unter die Lupe nehmen und nach Alternativen für mich abklopfen.

3. Status Quo ablehnen

Ein alternatives Denken bedeutet auch, das bisher Erarbeitete, den Status Quo immer wieder abzulehnen. Nur, wenn ich mich mit dem Erreichten nicht zufrieden gebe, kann ich nach Verbesserungen suchen und Alternativen finden.

(Beispiel: So sehr ich mit dem Aufbau meiner aktuellen Tätigkeit beschäftigt und zufrieden bin, gilt es doch, diese in Gedanken schon wieder zu „verwerfen“ und Alternativen für die Zukunft zu sammeln. Damit bleibe ich beweglich, sorge vor, mache Ausbau- und Umbaupläne, und kann einige Lösungen vielleicht sogar jetzt schon gebrauchen.)

4. Blockaden erkennen

Das ist ein schwieriger Teil und setzt einiges an Selbstreflexion voraus. Ich muss mich selbst beobachten und meinen Gedanken nachspüren: Welche Dinge / Antworten fallen mir regelmäßig zu bestimmten Themen / Fragen ein? (Aufschreiben.) Kann ich diese Antworten ordnen und Muster ausfindig machen? Können diese Muster, und mehr noch die Lücken dazwischen, dann vielleicht auf bestimmte Blockaden hindeuten?

(Beispiel: In meinem Fall fehlte völlig die unternehmerische Perspektive. Also etwas selbst auf die Beine zu stellen und direkt an Endkunden zu verkaufen.)

5. Ansatzpunkte ausmachen

Wenn ich Alternativen für etwas finden will, muss ich dieses Etwas erst einmal genauer definieren. Was steht konkret zur Debatte? Was stört, klappt noch nicht oder soll besser werden? Wofür brauche ich Alternativen, und wo will ich hin?

Beispiel: Wenn mein Problem lautet „als Autor zu schlecht bezahlt“, dann könnte mein Ansatzpunkt lauten: Höhere Honorare anstreben. Oder auch: Mehr Exemplare (Bücher) verkaufen. Oder auch: Zwischenhändler ausschalten. Und so weiter, und so fort. Zu diesen Ansatzpunkten kann ich dann gezielt Alternativen, sprich Lösungen suchen. (Wie erreiche ich höhere Honorare, verkaufe mehr Exemplare pp.)

6. Hilfsmittel nutzen

Es hat keiner gesagt, dass ich Alternativen nur vor mich hinbrütend im stillen Kämmerlein finden kann.

Die Lösungen anderer können mir helfen, meine eigenen zu erweitern. (Wahrnehmen und übertragen.)

Brainstormings und Gespräche mit Freunden und Bekannten können für zusätzlichen Input sorgen. (Auch wenn ich das Pech hatte, weder Autoren noch Unternehmer zu kennen, und die Lösungen aus meinem Umfeld meinen eigenen verdächtig ähnlich sahen.)

Und, nicht zu vergessen, können Kreativität und Kreativitätstechniken mein Denken aus dem gewohnten Trott herausreißen und nach Alternativen suchen lassen. (Eine Möglichkeit, die ich mir schlussendlich zugelegt habe. ;-))

Oder mit anderen Worten:

  • Glauben Sie an Lösungen.
  • Suchen Sie überall nach ihnen.
  • Lassen Sie in dieser Suche niemals nach.
  • Achten Sie auf Denkmuster und Blockaden.
  • Nutzen Sie Ansatzpunkte für eine gezielte Suche.
  • Greifen Sie zu Hilfsmitteln wie Kreativitätstechniken.

Ein Denken in Alternativen ist Übungssache. Gewohnheiten stehen ihm ebenso im Weg wie das berühmte Brett vorm Kopf. Aber es lohnt sich: Um an Handlungsspielraum zu gewinnen, Hürden zu nehmen und Ziele zu erreichen. Egal, ob im eigenen Leben oder Unternehmen. Nutzen Sie es. Schließlich: Es gibt immer eine Alternative. Wetten?

© 2008 Heike Thormann. Erstveröffentlichung 29.06.08

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