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In vier Schritten mit Geschichten lernen

von Heike Thormann

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Die Sendung mit der Maus macht es erfolgreich vor: Wenn Sie leichter lernen und sich etwas besser merken wollen, dann greifen Sie zu Geschichten. Selbst schweren, abstrakten Lernstoff können Sie sich so besser einprägen. Und Spaß macht die ganze Sache auch noch …

1. Wecken Sie mit einer Geschichte das Interesse an Ihrem Lernstoff.

Warum schlägt die „Sendung mit der Maus“ das „Schulfernsehen“ in Sachen Einschaltquoten um Längen? Weil sie es schafft, neues Wissen durch interessante Rahmengeschichten so attraktiv zu verpacken, dass wir nur zu bereitwillig einschalten.

Wir schalten nicht nur ein, um zu lernen. Wir schalten vor allem ein, um die Geschichte dazu zu hören. Wir können gar nicht anders. Geschichten wecken unser Interesse und berühren etwas in jedem von uns.

Noch bevor der Mensch aus den Höhlen der Steinzeit kroch, waren die Geschichten schon da, um mit ihnen zu kommunizieren, Traditionen weiterzugeben und Entfernungen zu überbrücken. Sie sind ein Teil unseres kulturellen Erbguts.

Und das können wir nutzen, um zu lernen. Denn je mehr uns eine Sache interessiert, desto besser lernen wir auch. Wir sehen genauer hin und bleiben hartnäckiger dran. Ja, wir können uns die Information sogar besser merken, weil unser Interesse die kleinen Filter in unserem Gedächtnis aushebelt, die uns vor zu viel Neuem schützen sollen.

Suchen Sie deshalb immer nach der Geschichte hinter Ihrem Lernstoff. Sehen Sie ihn nicht als tote Masse. Alles hat auch eine Geschichte und ein Gesicht. Gute Bücher oder Trainer werden Ihnen solche Geschichten mitliefern. Wenn das bei Ihnen nicht der Fall sein sollte, fragen Sie nach, recherchieren Sie oder erfinden Sie Ihre eigene Geschichte, mit der Sie Ihr Interesse am Lernstoff steigern. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

2. Machen Sie sich mit Geschichten ein Bild von Ihrem Lernstoff.

Geschichten wecken aber nicht nur unser Interesse. Sie funktionieren auch wie ein Beispiel und helfen uns damit, den Lernstoff leichter zu begreifen.

Denn Beispiele erklären uns nicht nur, wie etwas funktioniert oder gemeint ist. Mit Beispielen kann man sich die Sache auch besser vorstellen. Und alles, was man sich vorstellen, wovon man sich ein lebendiges Bild machen kann, wird man schneller verstehen und leichter lernen.

Lernen Sie also nicht nur stumpf die Fakten auswendig, wie man, sagen wir, Bier braut. Stellen Sie sich das Ganze als Geschichte vor. Malen Sie sich bildlich aus, wie Sie den Hopfen vom Acker bis zu Bier verwandelt in Ihren Kühlschrank begleiten. Je anschaulicher Sie werden und je mehr Details Sie in Ihre Geschichte einbauen, desto besser.

3. Verankern Sie mit Geschichten Ihren Lernstoff in Ihrem Gehirn.

In unserem Gehirn ist alles mit allem verbunden und Informationen werden immer auch mit einer Vielzahl von Wahrnehmungen, Erinnerungen und Emotionen weitergegeben.

Gesteuert wird das Ganze über Verknüpfungen, die sogenannten Assoziationen. Sie sind das “Netz”, mit dem Ihr Gehirn arbeitet, neues Wissen zuordnet und speichert. Sie sind das, was Sie erhalten, wenn Ihnen zum Beispiel zu A spontan B einfällt. Wenn Sie etwas riechen und sich an die Apfeltorte bei Großmuttern erinnern. Wenn Sie das Wort Kino hören und Ihnen dazu Popcorn und Chips einfallen.

Je mehr Assoziationen Sie zu Ihrem Lernstoff herstellen können, desto mehr Anknüpfungspunkte haben Sie auch für Ihr Wissensnetz, desto leichter können Sie sich etwas merken. Und da kommen die Geschichten ins Spiel.

Beispiel:

Nehmen wir an, Sie wollen sich etwas merken, historische Ereignisse zum Beispiel.

Wenn Sie das so tun

  • 333 v. Chr. Schlacht bei Issos, Alexander der Große gegen den Perserkönig Dareios

und davon gleich einen ganzen Batzen haben, wird die Sache ziemlich haarig.

Wenn Sie eine Eselsbrücke bauen

  • drei-drei-drei bei Issos Keilerei

haben Sie schon mehr Aussicht auf Erfolg.

Wenn Sie mit dem Ereignis ein Bild (zum Beispiel das bekannte Alexandermosaik) verbinden, haben Sie bereits ziemlich gute Karten, alles im Kopf zu behalten.

Und wenn Sie sich jetzt noch die Geschichte dazu erzählen, sich die Schlacht lebendig, wie in einem Film, vorstellen, das Wiehern der Pferde hören oder die Angst der Soldaten riechen … dann müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn Sie die Keilerei bei Issos jemals wieder vergessen sollten. ;-)

Arbeiten Sie wann immer möglich mit Assoziationen und Geschichten. Selbst wenn Ihnen 333, Dareios und sogar Alexander entfallen sollten – solange Sie die Geschichte vor Augen haben, wird sich auch der Rest wieder einfinden.

4. Erfinden Sie Geschichten, um sich Ihren Lernstoff leichter zu merken.

Und zum Schluss habe ich hier noch einen Trick für Sie, um selbst trockenem Lernstoff ohne Raum für eigene Geschichten noch genug Assoziationen für diese abzuluchsen: Erfinden Sie einfach eine.

Beispiel:

Nehmen wir an, Sie müssen relativ abstrakte Fachausdrücke oder Vokabeln lernen, oder vielleicht auch mehrere Zahlenkombinationen. Dinge, die Sie nicht aus sich selbst heraus erklären, mit Bildern versehen oder assoziativ an Ihr Wissensnetz anknüpfen können.

Wenn Sie es jetzt mit stumpfem Pauken versuchen, werden Sie sich keinen Gefallen tun. Das Lernen wird Ihnen schwer fallen, keinen Spaß machen und Ihr Gedächtnis wird sich alle Mühe geben, den unwillkommenen Ballast wieder loszuwerden.

Werden Sie dann zum Geschichtenerzähler.

Bauen Sie eine Geschichte um Ihre Vokabeln oder Zahlen herum. Ganz egal, welche. Sie muss mit dem Lernstoff selbst nichts zu tun haben. Der Lernstoff muss in ihr nur logisch verknüpft und mit Details angereichert vorkommen.

So schaffen Sie künstlich die Verbindungen und anschaulichen Einzelheiten, die den Vokabeln oder Zahlen selbst womöglich fehlen.

Die Geschichte muss auch nicht besonders sinnig oder schön sein. Sie wollen schließlich keinen Wettbewerb mit ihr gewinnen, sondern Ihrem Gehirn helfen, das neue Wissen besser zu fassen zu kriegen. Also keine falschen Hemmungen.

Hauptsache, Ihre Geschichte bleibt Ihnen unvergesslich im Kopf – und mit ihr die Vokabeln oder Zahlen. :-)

© 2008 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.10.2008

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besser lernen, gedächtnis, gedächtnistraining, lerntechniken, mnemotechniken, tipps lernen

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