Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




15 Tipps, wie Sie Ihren Inneren Zensor bändigen

Unser innerer Kritiker kann sehr viel Schaden anrichten. Weniger bekannt, doch potenziell genauso schädlich ist unser innerer Zensor. Wer ihm blind folgt, büßt an Selbstbewusstsein ein, behindert sich bei seinen Träumen und Zielen, übersieht seine Wünsche und Bedürfnisse, opfert sich für andere und verliert sich selbst. Deshalb zeige ich Ihnen 15 Tipps, wie Sie Ihren inneren Zensor bändigen.

Was ist der innere Zensor?

Eines gleich vorweg: Mit dem inneren Zensor ist *nicht* der innere Kritiker gemeint. Es gibt hier eine Unsicherheit in der Begrifflichkeit. Auch ich habe früher beides in einen Topf geworfen. (In meinem Artikel „6 Tipps, wie Sie Ihren Inneren Kritiker zähmen“.)

Viele von uns haben mit ihrem inneren Kritiker zu kämpfen. Entweder zeitweise oder permanent. Das kann von einer ganz normalen Unsicherheit in neuen Situationen bis zu schweren Minderwertigkeits-Komplexen reichen.

Auch bei vielen Bestseller-Autoren und Schreibtrainern lese ich immer wieder Tipps gegen den inneren Kritiker. Sie brandmarken sich, kreiden sich ihre Fehler an oder sind davon überzeugt, den „letzten Mist“ zu produzieren, der eh keinen interessiert. 😉

Oder wie ich in meinem Artikel „15 Tipps für mehr Selbstvertrauen“ schrieb: Der innere Kritiker erzählt Ihnen, was Sie alles nicht können, was Sie falsch machen, wo Sie versagen, wo Sie nicht genügen. Ich muss wohl nicht betonen, dass das fürs Schreiben – oder generell – ausgesprochen schädlich sein kann, mmh? 😉

Der innere Zensor ist weniger bekannt, doch mindestens genauso aktiv wie der innere Kritiker. Er erzählt Ihnen gern, was Sie alles nicht dürfen beziehungsweise was Sie umgekehrt tun sollten. Bei ihm geht es um Werte, Normen, Konventionen.

Der innere Zensor sucht vor allem Menschen heim, die

a) sich zu sehr anpassen und ihrer Umwelt zu gefallen versuchen (das sind dann eher äußere Normen, denen man folgt)

b) zu hohe Ansprüche an sich selbst haben und ihren ethischen Grundsätzen zu entsprechen versuchen (das sind dann eher die eigenen, überhöhten Normen, denen man folgt).

Manchmal geht auch beides ineinander über beziehungsweise Grundzüge davon sind in vielen Menschen vorhanden.

Wie äußert sich der innere Zensor?

Wie das Wort schon sagt: Beim inneren Zensor üben Sie Zensur aus. Sie zensieren Ihr Verhalten und Ihre Gefühle.

Das gibt es auch beim Schreiben, um beim obigen Beispiel zu bleiben: Dann sind Sie allerdings nicht von Ihrer Unfähigkeit überzeugt. Sie bremsen sich eher aus mit Gedanken wie: Das kannst du doch jetzt nicht schreiben. So etwas kannst du doch nicht erzählen. Das gehört sich nicht. Das ist tabu. Vielleicht auch: Damit verletze ich.

Vielleicht haben Sie ein schlechtes Gewissen, sich auf eine bestimmte Art und Weise zu verhalten. Oder Sie geben zu viel auf die Meinung der anderen, wollen alles richtig machen. Der Wunsch nach Perfektion und der Drang nach Harmonie gehören dazu. Wie oben schon erwähnt, die teils unglaublich hohen Ansprüche an sich selbst. (Ethische Ansprüche, nicht Fähigkeiten.) Der Wunsch, allem und allen gerecht zu werden.

So wie ich selbst früher noch jahrelang mein Verhalten in einer bestimmten Situation immer und immer wieder reflektiert habe. Zweifellos war das gut, um daraus zu lernen. Ebenso zweifellos hat es Energie abgezogen und mich am Weitergehen gehindert.

Bei manchen führt der innere Zensor dazu, sich auf gar keinen Fall eine Blöße geben zu wollen und unbedingt Ego und Selbstwert zu schützen. Andere richten ihr gesamtes Leben nach ihm aus.

Ich selbst kann manchmal regelrechte körperliche Reaktionen auf ihn spüren. Ein flaues Gefühl im Magen, Schwitzen, ein schnellerer Puls, der Atem geht flacher … Alles das soll mich davon abhalten, etwas zu tun, was mein innerer Zensor als „falsch“ brandmarkt. Nun, da ich relativ rabiat sein kann, habe ich kaum Probleme damit, mich darüber hinwegzusetzen. Doch es ist vorhanden.

Andere Male spüre ich unterdrückte Wut und Gereiztheit, wenn ich etwas will, aber glaube, es nicht tun zu dürfen.

Die Vorteile des inneren Zensors

Wie gesagt, der innere Zensor ist ein sehr effektives Kontroll-Organ, damit wir uns an die herrschenden Normen und Konventionen halten.

Und teilweise hat das durchaus sein Gutes. Der innere Zensor ist genauso wenig grundsätzlich schlecht wie der innere Kritiker.

Zweifellos liegt eine Gesellschaft ohne Werte nur knapp über der Stufe totaler Barbarei. 😉 Auch ich selbst als Individuum profitiere vom inneren Zensor. Er hilft mir, in meiner Familie und meinem Umfeld mit ihren Gewohnheiten zu überleben, und zwar möglichst gut zu überleben. Ohne permanent anzuecken oder gar ausgeschlossen zu werden.

(Den „Sippenhalt“ zu verlieren, kam in früheren Zeiten einem Todesurteil gleich. Auch heute noch sind Kinder oft vom Wohlwollen ihrer Eltern abhängig.)

Menschen mit ausgeprägtem inneren Zensor haben ein besseres Händchen für andere, sind bei ihren Mitmenschen beliebt. Sie entsprechen der Norm, fallen nicht auf, werden nicht kritisiert, werden anerkannt. Sie können sich selbst besser organisieren, haben mehr Selbstdisziplin, sind handlungsstärker, verfolgen und erreichen ihre Ziele. Und vieles mehr.

Der innere Zensor ist also nicht nur eine Selbstschutz-Maßnahme. Ganz ohne geht es nicht. Wenn wir zum Beispiel alle so rücksichtslos vorgehen würden, wie es der Autor Anthony de Mello in seinem Buch „Der springende Punkt. Wach werden und glücklich sein.“ vorschlägt, wären wir ziemlich bald ziemlich allein auf der Welt. Kein Problem für alle, die als „Prophet in der Wüste“ leben und arbeiten wollen. 😉 Doch sonst nicht unbedingt zur Nachahmung geeignet.

Die Ursachen des inneren Zensors

Nach dem, was ich gerade gesagt habe, dürfte klar sein, warum viele von uns einen mehr oder weniger stark ausgeprägten inneren Zensor haben.

  • Sie haben ihn sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. Er ist ihnen durch Glaubenssätze und Erziehung in Fleisch und Blut übergegangen.
  • Sie passen sich als Selbstschutz-Maßnahme an die herrschenden Vorgaben an. Sie opfern dafür ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse.
  • Angst ist wie üblich ein guter Motivator: Zum Beispiel die Angst davor, sozial isoliert zu sein. Oder die Angst, seinen Job, seine Kunden oder seine Einnahme-Quellen zu verlieren.
  • Sie wollen von anderen anerkannt und angenommen werden. Es dauert, bis man realisiert, dass man mit jemandem uneins sein kann und trotzdem oder gerade deswegen geliebt wird.
  • Sie wollen sich keine Blöße geben und sich vor Kritik schützen.
  • Und manchmal ist der innere Zensor „biologisch“ bedingt und zum Beispiel bei Hochsensiblen durch ihre Art der Wahrnehmung quasi „angeboren“. 😉 Denn wenn ich den anderen deutlicher wahrnehme als mich selbst, zensiere ich mich zum Wohle des anderen.

Die Nachteile des inneren Zensors

Tja, und daran werden leider auch schon die Nachteile des inneren Zensors deutlich. Wenn Sie sich von ihm beherrschen lassen,

  • geben Sie zu viel auf die Meinung der anderen und lassen sich davon verunsichern; das hemmt Sie darin, ein gesundes Selbst-Bewusstsein zu entwickeln. (Absichtlich so geschrieben.)
  • Sie verlieren sich selbst, Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse; Sie opfern sich für andere.
  • Sie behindern sich bei Ihren Träumen und Zielen; Sie gestalten Ihr Leben nicht nach Ihrem Willen, sondern nach den Vorgaben und dem Willen anderer.

Oder wie ich einmal schrieb: „Wir wollen alles richtig machen, funktionieren, gegenüber anderen bestehen, Ansprüchen genügen, Rollen leben – und passen uns an. Wir beschneiden uns und unsere Kreativität, ohne je zu erfahren, welches Potenzial auf uns gewartet hätte.

Das ist für sich schon traurig genug. Aber fatal wird es, wenn der Zeitpunkt kommen sollte, an dem wir doch unsere Rollen sprengen und einfach mal etwas anderes machen wollen. Egal, ob es darum geht, sich einen neuen Job zu suchen, neue Produkte zu entwickeln oder etwas in unserem Leben zu verändern.“

Nebenbei, wenn Sie mehr über sich herausfinden oder Ihr Leben nach Ihren Wünschen gestalten wollen, können diese Kurse für Sie interessant sein:

So, doch nun zu den Maßnahmen gegen Ihren inneren Zensor.

15 Tipps gegen den inneren Zensor

Was also tun? Nun, hier habe ich ein paar Tipps für Sie, wie Sie Ihren inneren Zensor etwas besser unter Kontrolle behalten – um seine Vorteile zu nutzen, ohne den Nachteilen zum Opfer zu fallen. 😉

1. Fühlen Sie sich nicht für alles zuständig

Zunächst einmal: Fühlen Sie sich nicht für alles und jeden zuständig. Sie sind nicht für das Wohl und Wehe anderer Menschen verantwortlich. Diese wissen sich meistens gut genug selbst zu helfen.

(Ich gehe davon aus, dass Sie den Unterschied zwischen normaler Hilfsleistung und „sich zuständig oder verantwortlich fühlen“ kennen, mmh? Genauso wie den Unterschied zwischen Familienangehörigen, Freunden, Partnern und „allen anderen“, mmh?)

Bitte keine Opfer-Mentalität. Sie sind nicht Atlas, der die Last der Welt auf seinen Schultern trägt. (Atlas war ein Halbgott aus der griechischen Mythologie.) Gerade für Hochsensible ist es typisch, zu sehr auf den anderen zu achten und zu wenig auf sich selbst.

2. Lernen Sie, sich abzugrenzen

Ebenfalls ist es für sensible Menschen typisch, offen für die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu sein. Das ist an und für sich eine schöne Eigenschaft. Sie wird allerdings selbstschädigend, wenn Sie nicht lernen, sich vom anderen abzugrenzen und zu unterscheiden.

Gerade Sensible spüren das, was der andere fühlt, bei sich selbst. Sie lassen sich sehr stark auf die Schwingungen des anderen ein. (Manche reden hier auch von Spiegel-Neuronen, die in dem Fall sehr aktiv sein können.) Sie müssen dringend lernen, mitzufühlen, aber nicht mitzuleiden. Wer mitfühlt, nimmt Anteil. Wer mitleidet, verliert sich.

Ihr innerer Zensor wird Sie dann immer kasteien, nicht die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen. Schließlich spüren Sie sie so deutlich, als ob es Ihre eigenen wären.

3. Pflegen Sie einen gesunden Eigennutz

Hier stimme ich Anthony de Mello einmal zu: Es ist nicht egoistisch, die Wünsche des anderen nicht zu erfüllen. Es ist egoistisch, vom anderen zu verlangen, dass er meine Wünsche erfüllt.

Natürlich ist auch hier wieder alles eine Frage der Balance. Es bricht mir das Herz, wenn ich zum Beispiel sehe, wie lieblos viele Paare oder Familien miteinander umgehen. Zumindest dort sollte es doch anders laufen. Andererseits weigere ich mich mittlerweile ganz entschieden, permanent zu geben und mich „ausbluten“ zu lassen.

Achten Sie auf ein gutes Mittelmaß und einen gesunden Eigennutz.

4. Halten Sie sich nicht blind an Gebote und Verbote

Ich war gerade auf einer Fortbildung in einem größeren Seminarzentrum. Das Seminar hat mir sehr gut gefallen. Doch wimmelte es dort teilweise von Ge- und Verboten. Mir stieß das ungut auf. Andere Teilnehmer meinten nur: Du musst dich ja nicht daran halten. Sorry, doch das ist Aberwitz. 😉

A) Es ist offenbar typisch deutsch, etwas „befehlen“ zu wollen. (Haben Sie schon mal auf die ganzen Verbotsschilder geachtet?) –> B) Das führt entweder dazu, dass man blind befolgt. Oder es führt dazu, dass man sich dagegen auflehnt. (Verbote reizen bekanntlich zum Widerstand.) –> C) Damit wurde das eigentliche Ziel nicht erreicht.

Ich fände es besser, wenn

  • der Veranstalter erklären und bitten würde, etwas zu tun oder zu lassen
  • die Menschen weder blind folgen noch ebenso blind Widerstand leisten, sondern sich ihr Urteilsvermögen bewahren, selbst entscheiden und Respekt erweisen.

Und ja, ich weiß, auch das ist wieder eine Frage der Balance. Ohne Regeln geht es nicht, und viele Menschen haben auch eine solche Form der „Selbstdisziplin“ nie gelernt. Dennoch – irgendwo muss man ja anfangen.

Und für Ihren inneren Zensor heißt das: Schulen und kontrollieren Sie ihn, indem Sie genau dieses Urteilsvermögen, dieses „kritisch-kreative Denken“ entwickeln.

5. Hören Sie auf, es allen recht machen und das Richtige tun zu wollen

Ich glaube, dazu muss ich gar nichts weiter sagen, mmh? Wie ich aus meinem eigenen Umfeld weiß, gilt das nicht zuletzt für viele völlig verunsicherte Hochschul-Absolventen, die nur noch gelernt haben, wie man sich anpasst und „es richtig macht“. Wie man ein eigenes Leben lebt, hat diese Generation nie erfahren.

Zudem – wer hätte das gedacht 😉 – ist so etwas auch tödlich für Ihre Kreativität.

6. Hüten Sie sich vor Harmoniedrang

Das dürfte eigentlich auch selbsterklärend sein. Gerade bei besonders harmonie-süchtigen Menschen ist der innere Zensor sehr ausgeprägt.

7. Leben Sie nach Ihren eigenen Mustern

Ob Ge- und Verbote, der Wunsch, alles richtig zu machen, oder Harmoniedrang: Entwickeln Sie lieber Ihre eigenen Muster.

Ja, ich weiß, es ist bequemer und oft auch „sicherer“, sich nach den Vorgaben anderer zu richten. Manchmal wird Ihnen sogar schlicht nichts anderes übrig bleiben. Doch es ist auch ein „Fest“ für Ihren inneren Zensor. Und oft hätten Sie durchaus mehr Möglichkeiten, als Sie vielleicht glauben.

Werden Sie kreativ und entwickeln Sie wieder Urteilsvermögen. Passen Sie nicht (blind) sich an. Passen Sie lieber etwas (bewusst) an sich an. 😉

Es ist Ihr Leben. Wir alle sind verschieden. Und wir alle brauchen verschiedene Dinge. Bei allem Respekt und der Sorge für das Gemeinwohl: Niemandem ist damit geholfen, wenn Sie sich verbiegen und Ihr eigenes Selbst aufgeben. Finden Sie lieber heraus, was Sie brauchen. Suchen Sie nach entsprechenden Möglichkeiten. Und passen Sie dann an.

(Ich vertraue immer noch darauf, dass Sie den Unterschied kennen und sich zum Beispiel nicht als Kopfjäger entpuppen, weil Sie das nun mal gerade für sich brauchen. ;-))

8. Tun Sie etwas Unkonventionelles oder völlig Verrücktes

Ja, Sie haben richtig gelesen. Das bringt Ihren inneren Zensor so richtig zum Schreien. 😉

9. Beobachten Sie sich selbst

Versuchen Sie immer, sich teilweise aus einer gewissen „Adler-Perspektive“ zu beobachten. Handeln Sie also zum Beispiel nicht nur, sondern beobachten Sie sich bei diesem Handeln. Wohlgemerkt: Nur beobachten, nicht zensieren.

Wenn Sie erkennen, dass Ihr innerer Zensor mal wieder am Werke ist, ist das schon die halbe Miete. Sie können ihm dann kurz zunicken und zur Tagesordnung übergehen. 😉

Tipp: Wenn Sie sich mit der permanenten Selbst-Beobachtung oder Selbst-Bewusstheit noch etwas schwer tun, dann meditieren Sie. Bei solchen Meditationen können Sie etwas Revue passieren lassen oder über den Tag reflektieren. Mit Schreiben geht das natürlich auch. Schreiben Sie Tagebuch, Morgenseiten oder anderes mehr.

10. Hinterfragen Sie Ihre Normen und Werte

Woher stammen eigentlich die Normen und Werte, denen Ihr innerer Zensor so eifrig zu folgen pflegt? Sind Sie sicher, dass das wirklich etwas ist, was die anderen oder die Gesellschaft von Ihnen erwartet?

In Wahrheit stecken wir uns nämlich oft selbst diese Meßlatte. Es sind unsere eigenen Ideale – oder im Gegenteil unsere eigenen Ängste -, die diese Werte formen und nähren.

Schon mal darüber nachgedacht?

11. Nehmen Sie Ihre dunklen Seiten an

Wir alle haben auch häßliche, unschöne Seiten an uns. Selbst wenn wir es nicht wahrhaben wollen. Wir sind keine Strahlemänner / – frauen und auch keine Säulenheiligen. Stehen Sie zu Ihrem „dunklen Zwilling“, kämpfen Sie nicht gegen ihn. Seien Sie ganz Mensch. Dann hat Ihr innerer Zensor auch kein Futter mehr. 😉

Mehr dazu lesen Sie zum Beispiel bei Jean Monbourquette, Umarme deinen Schatten (Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich).

12. Lassen Sie locker

Das Leben ist nicht zu kontrollieren. Nicht alles lässt sich allein durch Willenskraft beherrschen. Andererseits geschehen viele Dinge auch ohne Ihr eigenes, aktives Eingreifen. Lassen Sie sich darauf ein, testen Sie, probieren Sie aus.

Der innere Zensor nährt sich nicht zuletzt auch aus der Fiktion, alles kontrollieren zu können. Wie im übrigen der innere Kritiker auch.

13. Legen Sie sich eine Schutzpersona zu

Macht Ihnen Ihr innerer Zensor immer noch zu schaffen? Dann legen Sie sich einen fiktiven Beschützer, einen Persönlichkeits-Anteil zu, der immer dann aktiv wird, wenn Sie unter Ihrem Zensor zu leiden haben.

Vielleicht brauchen Sie zum Beispiel eine Zynikerin, die immer dann eingreift, wenn Sie „hoch-heilig“ zu werden drohen. 😉 Wer weiß?

14. Erlauben Sie sich eine gesunde Wut

Jawohl, auch Wut kann sehr nützlich sein. Kein Gefühl ist nur gut oder schlecht. Wut macht Sie auf Mängel oder Unzufriedenheit aufmerksam. Wut gibt Kraft und Energie, holt Sie aus Ihrer Opferhaltung heraus. Und mit Wut kommen Sie zur Not auch gegen Ihren inneren Zensor an. Garantiert.

15. Geben Sie Ihrem inneren Zensor eine Gestalt

Zuckt Ihr innerer Zensor immer noch? Herrje, ein hartnäckiges Tierchen. Gut, ein letzter Tipp: Visualisieren Sie ihn. Geben Sie ihm eine Gestalt und ein Bild. Stellen Sie ihn sich so richtig schön vor.

Und dann braten Sie ihm eins über. Nieten Sie ihn zum Beispiel mit einer gekonnten Rückhand um. Sehen Sie ihn fallen? Zack. Da soll noch mal einer sagen, dass sich Tennisspielen nicht auszahlt. 😉

Denn unter uns: Sie dürfen sogar „böse sein“. Lassen Sie sich bloß nichts anderes einreden. 😉

© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 21.09.12

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)