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Artikel: Kleiner Knigge für Mitarbeiter und Chefs



von Heike Thormann

Es herrscht Krieg in deutschen Unternehmen. Die meisten Mitarbeiter sind sauer auf ihren Chef. Und viele Chefs scheinen ihre Mitarbeiter eher als lästiges Übel zu sehen. Wenn sie nicht gleich aus allen Wolken fallen, sobald man sie mit der „Lage der Nation“
konfrontiert. ;-)

Unter Trainern und Beratern gibt es das geflügelte Wort, dass 8 von 10 Führungskräften alles Mögliche können – nur eines nicht: Führen. Und Umfragen haben immer wieder gezeigt, dass etwa 7 von 10 Mitarbeitern nur noch Dienst nach Vorschrift machen oder eh schon die innere Kündigung eingereicht haben. Dass das weder Unternehmen noch Chefs erfreuen kann, liegt auf der Hand.

Scheint, als ob die Sache nach einem kleinen Knigge für Mitarbeiter und Chefs schreit.

Allerdings ist dieser Knigge etwas Besonderes. Ich glaube nämlich, dass beide Parteien an der „Lage der Nation“ beteiligt sind und dass es mit einem allgemeinen Hick-Hack auf Chef und Co. nicht getan ist. Deshalb, liebe Mitarbeiter und Chefs, folgt hier ein offener Brief. Lest und unterzeichnet. Es geht um Eure Beziehung und Euren (inneren) Frieden. Tut etwas dafür. :-)


Liebe Chefin, lieber Chef: Liebe Mitarbeiterin, lieber Mitarbeiter:

Bin ich hier richtig?

Sind Sie sicher, dass Sie wirklich eine Führungskraft sein wollen? Vorher waren Sie vielleicht eine Topkraft in Entwicklung, Marketing oder Vertrieb. Sie kannten sich aus, waren ein alter Hase. Jetzt müssen Sie Menschen führen, keine Zahlen oder Maschinen. Das ist etwas ganz anderes. Schlimmer noch, das ist unter Umständen ein Vollzeitjob. Das macht man nicht nebenbei. Sie müssen Ihre geliebten Zahlen oder Maschinen verlassen und sich mit einer völlig anderen Materie herumschlagen. Und Sie sollten die Zeit und Geduld mitbringen, dieses neue Handwerk von der Pike auf zu lernen, so wie Ihr altes auch. Sind Sie sicher, dass Sie das wollen? Sind Sie sicher, dass Sie den richtigen Job haben? Und fragen Sie jetzt bitte nicht, was das mit dem Verhältnis zu Ihrem Chef zu tun hat. Da kann ich nur sagen: Alles. Falls Sie noch nicht davon gehört haben, möchte ich kurz das Phänomen Übertragung in den Raum werfen. Einfach erklärt: Wenn Sie Ihren Job nicht mögen, weil Sie dort falsch sind oder Dinge tun müssen, die Sie aus tiefster Seele gar nicht tun wollen, dann haben Sie gute Karten, diese Abneigung auch auf Ihren ahnungslosen Vorgesetzten zu übertragen. Nur wer sich mit seinem Job wohl fühlt, kann sich auch mit seinem Chef wohl fühlen. Alles andere geht nach hinten los.

Mitarbeiten und mitdenken

Sagen Sie, wieviele Brillen tragen Sie eigentlich? Keine bzw. nur eine? Das ist nicht gut. Sie sollten mindestens noch eine weitere Brille in Ihrem Gepäck haben. Die Mitarbeiterbrille. Es ist verständlich, wenn Sie Ihre Meinung für das nonplusultra halten (das tun wir alle ;-)), aber auch Mitarbeiter haben Meinungen und wollen gehört werden. Schlimmer noch, sie wollen als gleichberechtigte Partner anerkannt werden, das Recht haben, Bestehendes in Frage zu stellen und ihre Lösungen von Zeit zu Zeit auch umgesetzt sehen. Ansonsten ist die Motivation im Keller, Kreativität und Engagement sowieso. Also, her mit der (Mitarbeiter-) Ersatzbrille. :-) Gehören Sie auch zu denen, die immer nur Ja und Amen sagen und im Stillen fluchen? Das ist nicht gut. Woher soll Ihr Vorgesetzter dann wissen, ob Sie mit Job und Aufgaben zufrieden sind? Besser wäre, wenn Sie Aufgaben nicht einfach nur annehmen, sondern a) nach dem Sinn und Zweck des Ganzen fragen und b), wo immer möglich, Ihre eigenen Vorstellungen und Ideen mit einbringen. Und sagen Sie jetzt nicht: Das geht nicht. Mag sein, dass es wirklich nicht geht. Aber viele Vorgesetzte sind auch angenehm überrascht, auf interessierte, engagierte Mitarbeiter zu stoßen. Und viele Mitarbeiter hätten dies von ihren Vorgesetzten nie gedacht ... :-)

Wir und nicht ich

Die Identifikation der Mitarbeiter mit einem Unternehmen ist das A und O für unternehmerischen Erfolg. Aber mal ehrlich: Wie steht es eigentlich mit Ihrer Identifikation mit dem Unternehmen? Warum tun Sie, was Sie tun? Für mehr Geld, als nächsten Schritt auf der Karriereleiter oder um eine ruhige Kugel im Vorstand zu schieben? Wenn ja, dürften Sie Schwierigkeiten bekommen, Ihre Mitarbeiter zusammenzu- schweißen und ein Wir-Gefühl zu erzeugen. Mitarbeiter können sehr empfindlich sein, was Ihre persönliche Glaubwürdigkeit angeht. Und wenn Sie sich dann noch auf Kosten des Teams profilieren wollen oder gar Ideen klauen und für Ihre eigenen ausgeben ...*uiuiuiui* ;-) Was für Chefs gilt, gilt auch für Mitarbeiter. Die Frage muss erlaubt sein: Warum tun Sie, was Sie tun? Wenn Sie Ihren Lebensunterhalt sichern wollen, ist das verständlich. Wenn das aber alles ist, was Sie interessiert, ist das ein bisschen wenig. Und wer sich nur von Provisionen, Prämien und Incentives, von Aufstiegs- und Beförderungsgedanken leiten lässt, mag zwar im klassischen Sinne Karriere machen. Auf Identifikation und Wir-Gefühl wirkt sich ein solches Verhalten allerdings verheerend aus. Von Ihrer Lebensqualität mal ganz abgesehen. Deshalb: Versuchen Sie, sich intrinsisch (von innen heraus) zu motivieren. Stellen Sie die Freude an einer Tätigkeit über den materiellen Aspekt dieser Tätigkeit. Betriebsklima und eigene Zufriedenheit werden es Ihnen danken. :-)

Fehler zugeben

Wir alle wollen perfekt sein. Fehler geben wir nur selten gerne zu. Chefs nicht. (Da muss man sein Gesicht wahren. Auch wenn das bedeutet, zur Not nur den Schein zu wahren.) Und Mitarbeiter auch nicht. (Da hat man Angst davor, gefeuert zu werden und hält sich lieber bedeckt.) Aber Fehler zugeben zu können, ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Und „Fehler“ ist nur ein anderes Wort für Erfahrungen. Ein Unternehmen, das wachsen, eine „lernende Organisation“ im wahrsten Sinne des Wortes sein will, ist gut beraten, etwas für seine Fehlerkultur zu tun. – Nebenbei: Ich bin davon überzeugt, dass Sie aus Fehlern schneller lernen als aus irgendetwas anderem. Schon allein, um eine Wiederholung zu vermeiden. ;-)

Feedback und Lob

Mal ehrlich: Sind Sie zufrieden mit der Arbeit Ihrer Mitarbeiter? Ja? Haben Sie ihnen das auch gesagt? Und andersherum: Sind Sie unzufrieden mit der Arbeit Ihrer Mitarbeiter? Haben Sie ihnen auch das gesagt? Und zwar so konkret und sachlich wie möglich, ohne pauschal zu verurteilen? Warum ich darauf Wert lege? Ganz einfach. Weil in deutschen Unternehmen zu wenig gelobt wird (und jeder will doch, dass seine Arbeit Wertschätzung erfährt). Weil entweder zu pauschale oder gar keine Kritik geübt wird (nicht gut, sich hier vornehm zurückzuhalten: a) weiß der Mitarbeiter sonst nicht, was Sache ist und b) spürt er die Unzufriedenheit seines Vorgesetzten so oder so, er kann sie nur nicht einordnen). Und weil es frustrierend ist, kein Feedback für seine Tätigkeit zu bekommen und quasi im Blindflug zu operieren. Das geht noch nicht mal bei Computerspielen gut. ;-) Mal ehrlich: Sind Sie zufrieden mit der Arbeit Ihres Chefs? Ja? Haben Sie ihm das auch gesagt? Oder sind Sie eher unzufrieden? Und haben Sie ihm auch das gesagt? Ach, Sie meinen, dass ich hier einen selbstmörderischen Tipp gebe, weil Mitarbeiter sich aus gutem Grund nicht trauen, ihren Vorgesetzten zu sagen, was ihnen missfällt? Ja, mag sein, dass Sie ein Exemplar erwischt haben, dass auf Ihre Kommentare, sagen wir, sehr ungut reagiert. Aber ich glaube, dass diese „Gefahr“ überschätzt wird und viele Chefs froh sind, von ihren Mitarbeitern Feedback zu bekommen – und zwar nicht nur positives. Sei es in Form von 360° Feedback, ausgedehnterem Mitarbeitergespräch, Umfrage oder einfach morgens im Flur. Chefs sind auch nur Menschen und freuen sich, wenn man ihnen ein Kompliment macht. Und die „härteren Sachen“ in Sachen Selbsterkenntnis? Für die leisten sie sich oft teure Workshops oder Coachings, weil sie sie von ihren Mitarbeitern nicht bekommen. Seien Sie so nett und helfen Sie ihnen dabei. ;-)

Aber Achtung: Wie bei allem macht auch hier der Ton die Musik. Wenn Sie nicht das Kriegsbeil ausgraben und Menschen verletzen wollen, üben Sie, wie man richtig Feedback gibt und nimmt. Mehr dazu erfahren Sie auch in meinem Spickzettel Feedback.

Delegieren und Übernehmen

Darf ich einmal so dreist sein und fragen, wofür Sie sich Mitarbeiter halten? Immerhin kostet Sie der Spaß einiges, da sollte er schon was bringen. Eine Arbeitserleichterung zum Beispiel. Mehr Zeit. Mehr Know-how. Oder oder ... Viele Chefs, gerade wenn sie aus der Fachebene aufgestiegen oder noch neu sind, haben aber ein Problem damit zu delegieren. Bzw. richtig zu delegieren. Da werden nur die unbeliebten Aufgaben abgegeben, eigene Entscheidungen nicht zugelassen, in Ergebnisse eingegriffen oder zwanghaft nachkontrolliert. Fähigkeiten der Mitarbeiter werden nicht genutzt, Anweisungen unklar formuliert und die Verantwortung dafür an der Bürotür abgegeben. Deshalb: Wenn unter Ihren Mitarbeitern nicht nur mehr oder weniger heiteres Rätselraten herrschen soll – üben Sie das Delegieren. Ihre Frau gibt Ihnen doch eines auf die Finger, wenn Sie sich an ihren Aufgaben vergreifen – oder Ihr Mann, versteht sich. ;-) Darf ich einmal so dreist sein und fragen, wie es um Ihre Arbeitsauffassung bestellt ist? Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben – und sei es nur, dass Sie die Schrift Ihres Vorgesetzten nicht lesen können? (Nicht lachen. Sehr viele fragen nicht nach, weil sie Angst haben, sich eine Blöße zu geben.) Informieren Sie sich über Produkte und Arbeitsabläufe Ihres Unternehmens, halten Sie sich, so gut es geht, auf dem Laufenden? (Wieder nicht lachen. Viele Mitarbeiter wissen auch nach Jahren noch nicht, was ihr Unternehmen macht und wie es funktioniert. Bei neuen Aufgaben verlangen sie als erstes eine Schulung statt sich in Eigeninitiative fit zu halten oder winken gleich ab, nach dem Motto: Das geht mich nichts an, dafür habe ich keine Zeit.) Wenn nicht: Erwarten Sie dann allen Ernstes, dass Ihnen jemand Verantwortung überträgt und Vertrauen in Sie setzt? Zum Delegieren gehören immer zwei: Einer, der gibt, und einer, der nimmt. :-)

Heute hüh, morgen hott ...

Nur für den Fall, dass Sie es noch nicht gewusst haben: Was Mitarbeiter an ihren Vorgesetzen vor allem schätzen, ist Verlässlichkeit. Schnellschüsse aus der Hüfte kommen weniger gut. ;-) Mitarbeiter wollen wissen, woran sie sind, und nicht, woran sie vielleicht sein könnten. Sie wollen ein Ziel haben, auf das sie hinarbeiten können - nicht eines, das morgen schon wieder passé ist. Sie wollen das beruhigende Gefühl haben, ihren Chef und ihre Arbeit zu kennen, eine Basis zu haben, auf der sie aufbauen können. Machen Sie Ihren Mitarbeitern die Freude und geben Sie ihnen Grund, Ihnen zu vertrauen. Auch, wenn Sie Ihre Impulsivität nur schwer zügeln können. Gehören Sie zu denjenigen, die einen, sagen wir, etwas sprunghaften Chef ihr Eigen nennen? Regt Sie das auf? Das ist verständlich. Aber nicht besonders sinnvoll. Sehen Sie lieber über seine Schwächen hinweg – wir sind alle nur Menschen. Oder sehen Sie noch einmal genauer hin – vielleicht ist seine „Sprunghaftigkeit“ die berechtigte Anpassung an sich verändernde Bedingungen. Oder bieten Sie ihm Ihre Unterstützung an – möglicherweise ist sein Hin und Her auch nur Unsicherheit in Bezug auf eine Fragestellung und ein Problem. Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Das schweißt zusammen.

Top secret ...

... ist sicher so manches im Unternehmen und niemand erwartet von Ihnen, dass Sie mit Firmeninternas hausieren gehen. Was Ihre Mitarbeiter allerdings zu Recht von Ihnen erwarten dürfen, ist, über alles informiert zu werden, was sie selbst und ihre Arbeit für Sie betrifft. Und zwar von Ihnen persönlich und nicht durch Dritte oder den Flurfunk. Nur das verschafft die nötige Sicherheit, eine Aufgabe korrekt auszuführen. Nur das erlaubt ein vorausschauendes Arbeiten und Mitdenken. Und es ist nebenbei auch erheblich besser für Motivation und Identifikation als jede Gehaltserhöhung oder Gratifikation. Sicherheit, Vertrauen und Zusammenarbeit sollten keine leeren Schlagworte sein. Füllen Sie sie mit Inhalt.  Die Verpflichtung eines Mitarbeiters, sich informiert zu halten, hatten wir schon. Dass es mit der Bereitschaft dazu mitunter hapert, auch. Dass so mancher Mitarbeiter eine Versorgungshaltung pflegt, erst recht. Aber Vorgesetzte haben nicht nur eine Bringschuld, Sie selbst haben auch eine Holschuld. Fragen Sie, wenn Sie etwas nicht verstanden haben oder genauer wissen wollen. Erkundigen Sie sich nach Ergebnissen von Vorstands- oder Betriebsratssitzungen. Nutzen Sie Schwarze Bretter oder das hauseigene Intranet. Pflegen Sie Kontakte zu Ansprechpartnern und Fachleuten. Erwarten Sie nicht, dass man Ihnen alles serviert, sondern halten Sie die Augen offen. Engagierte Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter – und wertvoll für ein Unternehmen.

Mögen und Gernhaben ...

Mögen Sie Menschen? Nein? Warum wollen Sie sie dann führen? Und falls Sie das jetzt für eine rhetorische Frage halten, lassen Sie sich sagen, dass die traurige Wahrheit anders aussieht. Viele Vorgesetzte behandeln ihre Mitarbeiter wie willkommene Fußabtreter, lassen ihre Launen oder ihren Beziehungsfrust an ihnen aus, interessieren sich nicht sonderlich für sie als Menschen oder sehen in ihnen eh nur den Kostenfaktor. Dass das auf die Dauer nicht gut gehen kann, sollte auf der Hand liegen. Deshalb: Versuchen Sie es mal mit ein bisschen Sozialkompetenz. Sie müssen ja nicht gleich die halbe Firma zu Ihrer nächsten Geburtstagsparty einladen. :-) Mögen Sie Ihren Chef? Nein? Nun, das müssen Sie auch nicht unbedingt (obwohl es die Sache erleichtern würde :-)). Was Sie aber schon tun sollten, ist, Ihren Chef als Menschen zu sehen und nicht nur als Chef. Andernfalls ist die Gefahr groß, dass Sie nur noch die Rolle in ihm sehen. Eine Rolle, an die Sie hohe Ansprüche richten können, ohne sich klar zu machen, dass es ein Mensch ist, der dahinter steckt. Ein Mensch mit Stärken und Schwächen, der auch nur seinen Job machen und mit der Welt in Frieden leben will. Keine Maschine, die den perfekten Chef verkörpert und bei jedem Verstoß dagegen von Ihnen verdammt werden darf. Ihr Chef ist eben auch nur ein Mensch – sieh mal an, welche Entdeckung. ;-)

Kommunizieren und Lernen

Wenn Sie Menschen führen wollen, müssen Sie vor allem eines: Kommunizieren. Sie müssen Ihre Mitarbeiter anleiten und motivieren, Spannungen abbauen und Probleme lösen. Sie müssen Maßstäbe setzen, Ziele vereinbaren und zur Annahme bewegen. Sie müssen Mitarbeitergespräche führen und Feedback geben, Trost spenden und für Ausgleich sorgen. Kurz gesagt: Sie sind ein Mädchen für alles und die „Mutter der Nation“. Wer meint, dass Führung nur auf der Sachebene stattfindet, irrt. Die Beziehungsebene ist das A und O und hier wiederum die Kommunikation.

Aber keine Bange. Wem das jetzt nicht so liegen sollte, der hat noch eine Chance: Lernen Sie. Machen Sie sich klar, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen und dann arbeiten Sie daran. Gehen Sie am besten grundsätzlich davon aus, dass Sie noch „Potenzial“ haben und in der Entwicklung sind. Das bewahrt Sie nicht nur davor, sich selbst zu überschätzen und den Zugang zu Ihren Mitarbeitern zu verlieren. Es ist Ihre Schwäche, die Sie liebenswert macht und es sind Ihre kleinen Macken, die Ihre Mitarbeiter Ihnen gern verzeihen – weil sie sie teilen. ;-)
Was für Chefs gilt, gilt auch für Mitarbeiter: Geben Sie Rückmeldungen. Und zwar nicht nur, was das Fachliche angeht, sondern auch und vor allem im persönlichen Bereich. Wenn Sie gerade mies drauf sind, weil die Katze Ihren Lieblingsvogel gefressen hat, dann sagen Sie das. Und wenn Sie mit Ihrer Arbeit unglücklich sind, auch das. Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie den Helden spielen, und Gedankenlesen ist eine Fähigkeit, die auch Chefs noch nicht beherrschen.

Vor allem aber: Lernen Sie. Versetzen Sie sich in die Rolle Ihres Vorgesetzten und versuchen Sie, die (Firmen-) Welt mit seinen Augen zu sehen. Entwickeln Sie Verständnis für seine Aufgaben und Probleme. Das macht es Ihnen nicht nur leichter, Ihre Rolle als Mitarbeiter zu erfüllen, sondern gibt Ihnen auch die Möglichkeit, Ihren Chef dort abzuholen, wo er steht – und an einer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten. Wenn nicht in diesem, dann im nächsten Leben. :-)

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht im workshopwelt-magazin, August 2006.
© 2006 Heike Thormann


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