Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Fünf Tipps, wie Sie Ihre Konzentration durch Schreiben fördern

Konzentration hängt oft mit der Qualität unserer Arbeit zusammen. Beim Schreiben kann sie sogar essentiell sein. Dennoch – einfach ist die Sache nicht. Wenn Ihre Gedanken ständig abschweifen, finden Sie hier einige Gegenmaßnahmen.

Konzentration – ein tückisches Wort. „Du musst Dich besser konzentrieren“, heißt es etwa vorwurfsvoll, wenn wir einen Fehler gemacht haben – und kommt damit gleich nach dem ähnlich gelagerten „Du musst Dir mehr Mühe geben“. Ich kann mich nicht konzentrieren, klagen viele, wenn sie eigentlich sagen wollen: Ich will das jetzt nicht machen.

Und in der Tat – Konzentration hängt oft mit der Qualität unserer Arbeit zusammen.

Konzentration ist nützlich

Kennen Sie den schlauen Spruch: Energie folgt der Aufmerksamkeit? Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, worauf wir uns konzentrieren, erhält einen hohen Anteil unserer Fähigkeiten und Begabungen. Gute Voraussetzungen also, gezielter und effektiver zu arbeiten, weniger Fehler zu machen.

Beim Schreiben kann Konzentration sogar essentiell sein: Wer sich nicht auf sein Thema konzentrieren kann, schreibt über alles mögliche, nur nicht über das, was er eigentlich sagen wollte. Die Gedanken schweifen ab, das Papier starrt einen an, man selbst sucht sein Heil in Ablenkung und Flucht.

Gutgemeinte Aufforderungen oder Selbstgespräche à la „ich konzentriere mich jetzt“ sind da wenig zielführend. Sagen sie unserem Gehirn doch, dass etwas von ihm verlangt wird – die Konzentration auf eine wichtige Aufgabe, die auch noch möglichst gut erledigt werden soll. Prima Stoff für jede Menge Blockaden. 😉

Was also tun, wenn man sich nicht konzentrieren kann?

Störquellen beseitigen

Am besten schalten Sie erst einmal möglichst viel von dem aus, was Ihre Konzentration stören könnte. Ziehen Sie sich an einen ruhigen Ort zurück, verbannen Sie alle ablenkenden Geräusche, Gerüche oder Farben. Liebe Mitmenschen, die etwas von Ihnen wollen, müssen ebenso warten wie spielwütige Hunde oder Katzen. Und nein, Sie müssen auch nicht ständig ins Internet gehen oder nach Ihren eMails sehen, obwohl ich verstehen kann, wie verlockend das ist. :-)

Aber auch, wenn unsere Gedanken sich frei flottierend noch mit unverarbeiteten Problemen beschäftigen, ist das Gift für die Konzentration. Deshalb habe ich hier noch einen schlauen Spruch für Sie: Störungen haben immer Vorrang.

Sie wollen sich konzentrieren, aber es klappt nicht, weil Ihre Gedanken von etwas anderem in Anspruch genommen werden? Dann gehen Sie erst dieser Störung nach. Beschreiben Sie sie, schmücken Sie sie im Detail aus, verbannen Sie alles vom Kopf aufs Papier. Wenn Sie den Druck schreibend losgeworden sind und Ihren Kopf wieder frei haben, setzen Sie sich hin und tun das, was Sie eigentlich tun wollten.

Anknüpfungspunkte finden

Das heißt, vorausgesetzt, Sie wollen auch etwas tun. Wer sich seinen Aufgaben nur widerwillig nähert, mit seinem Thema nichts anfangen kann, wird es um einiges schwerer haben.

Versuchen Sie deshalb, Anknüpfungspunkte zu finden: Was haben Sie davon, diese Aufgabe zu machen? Was bringt sie Ihnen an Positivem ein? Welche interessanten Aspekte könnte Ihr Thema bieten? Was könnte das mit Ihnen zu tun haben?

Je engagierter und begeisterter Sie an eine Sache herangehen, desto besser für Ihre Konzentration.

Und wenn auch das nicht hilft? Dann „erschreiben“ Sie sich Ihre Konzentration.

Übung: Sich schreibend konzentrieren

Meditatives Schreiben

Konzentrieren Sie sich mit Formen des meditativen Schreibens. Reduzieren Sie Anzahl und Geschwindigkeit Ihrer Wahrnehmungen, indem Sie etwa einen beliebigen Text abschreiben. So gesammelt und fokussiert können Sie Ihre Konzentration auch auf andere Dinge übertragen.

Free Writing

Üben Sie sich im Freewriting. Schreiben Sie automatisch und ohne aufzuhören zu einem Thema Ihrer Wahl. Freewriting verlangt und fördert Ihre Konzentration gleichermaßen.

Gedankenschleifen

Umkreisen Sie Ihr Thema in Gedankenschleifen und betrachten Sie es von allen Seiten. So wandeln Sie Ihren Hang zur Ablenkung produktiv in die Beschäftigung mit der eigentlichen Aufgabe um.

Assoziationen

Assoziieren Sie und schreiben Sie über das Konzentrieren. Schreiben Sie über Denkfalten und geistesabwesende Blicke. Beschreiben Sie, was Sie tun können, wenn Sie sich nicht konzentrieren können. Schreiben Sie, wie Sie sich auf ein Thema einlassen wollen, wie Sie eintauchen können in seine Welt.

Und wenn alle Stricke reißen?

Dann lenken Sie sich eben ab. Konzentration lässt sich nicht erzwingen. Kochen Sie das Mittagessen für den nächsten Tag oder gehen Sie zum Bäcker um die Ecke. Lassen Sie aber Aufgabe und Schreibheft offen liegen. Wetten, dass Ihnen unterwegs, fast im Vorbeigehen neue Ansätze und Ideen einfallen? Halten Sie sie fest – und lassen Sie sich von ihnen inspirieren.

Auf, zur nächsten Runde. :-)

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)