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Eine Hand wäscht die andere: 10 Tipps für gute Kooperationen

Niemand muss alles allein machen und manchmal kann man auch gar nicht alles allein machen. Kooperationen machen aus einem schwachen „ich“ ein stärkeres „wir“. Doch wie bei allen Partnerschaften kann auch bei Kooperationen einiges schiefgehen. Lesen Sie hier 10 Tipps, wie Selbstständige, Autoren und Co. doch noch gelungen miteinander kooperieren.

Vor allem Selbstständige und Unternehmen gehen Kooperationen ein. Doch auch Autoren, die wechselweise ihre Texte austauschen und gegenlesen, sind „kooperativ tätig“; ebenso Frauen, die gegenseitig auf ihre Kinder aufpassen; und und.

Mit anderen Worten: Jeder, der mit anderen in irgendeiner Weise kürzer oder länger zusammenarbeitet, ohne dafür in Lohn und Brot zu stehen und weisungsgebunden zu sein, ist „kooperativ“.

Manche sind von Kooperationen ganz begeistert, stürzen sich von einer in die nächste, und verzetteln sich gar zum Schluss. Andere sind klassische Einzelkämpfer und wollen lieber „ihren eigenen Kram machen“. Wieder andere fürchten Konkurrenz und Ideenklau.

Auch gehen Statistiken zufolge die meisten Kooperationen früher oder später einem natürlichen Ende entgegen.

  • Manchmal entwickeln sich die Beteiligten in unterschiedliche Richtungen.
  • Manchmal sind die Bedürfnisse, die einen zusammengeführt haben, mit der Zeit nicht mehr gegeben.
  • Und viele, viele Kooperationen scheitern am „Faktor Mensch“, das heißt, die Beteiligten geraten sich zum Beispiel in die Haare oder hängen sich an der Umsetzung auf. 😉

Dennoch können Kooperationen viele Vorteile haben:

Man muss nicht alles allein machen oder das Rad neu erfinden, wenn man auf Leute zurückgreifen kann, die einem weiterhelfen. Wer Fensterputzen hasst, aber gern im Garten tätig ist, könnte nach jemandem suchen, bei dem es genau umgekehrt ist. Wer ein bestimmtes Produkt anfertigt, könnte nach Vertriebspartnern suchen, statt sich auch noch um den Verkauf kümmern zu müssen.

Manches schafft man vielleicht auch gar nicht allein beziehungsweise manches wird vielleicht erst durch eine Kooperation möglich. Schon mehrere Verbrauchermärkte, die sich in einem Gewerbegebiet niederlassen, ziehen Kundenströme an, die sich in diesen Massen dort sonst nicht blicken lassen würden. Eine „unbewusste Kooperation“, wenn man so will. 😉

Man wird durch eine Kooperation schlagkräftiger und stärker, bekommt ganz konkrete Unterstützung oder hilfreiches Knowhow. Vielleicht hat der eine die Technik, der andere die Inhalte. Oder die Beteiligten bringen unterschiedliche Erfahrungen, Zugänge, Denkweisen und Perspektiven ein. Selbst Kundengruppen könnte man, wenn es Sinn macht, „zusammenwerfen“.

Oder man wird durch eine Kooperation zugkräftiger und attraktiver. Niemand kann alles haben und alles machen. Wenn sich mehrere zusammentun, steigen oft Auswahl und Angebot – und das macht einen interessanter. Ein klassisches Beispiel ist der freiberufliche Texter, der mit Grafikern und Co. zusammenarbeitet, um ein bestimmtes Angebot „aus einer Hand“ liefern zu können. Oder man kann so auch Zugriff auf neue Zielgruppen und Märkte erhalten.

Auch ich bin für den Aufbau meiner neuen Präsenzsparte mit Seminaren, Coachings und Co. gerade auf der Suche nach Kooperationspartnern und führe erste entsprechende Verhandlungen. Dabei kann es ganz simpel um Räume gehen, da ich hier keine eigenen Möglichkeiten habe. Aber auch um Querbewerbungs-Effekte oder noch vage „schauen wir mal, wie wir voneinander profitieren“-Versuche.

Übrigens: Mein Kurs „Ideen für Kunden und Konzepte finden“ zeigt Ihnen, wie Sie mit Hilfe diverser Kreativitätstechniken Schritt für Schritt eine Idee finden und umsetzen. Das kann eine Geschäftsidee sein oder auch eine Idee für Ihre Kooperation. Die Vorgehensweise ist dieselbe. Versuchen Sie’s mal.

Achten Sie bei Ihren Kooperationen nur darauf, dass …

Die Beteiligten, egal, ob Einzelpersonen oder Unternehmen, sollten zueinander passen oder sich zumindest gut ergänzen. Vor allem sollten sie auch ähnliche Werte vertreten und Ziele verfolgen. Hören Sie da ruhig auf Ihren Bauch. Ihr Kopf kann noch so begeistert von einer Sache sein – wenn Ihr Bauch Amok läuft, weil Sie mit jemandem nicht klarkommen oder Ihnen etwas gegen den Strich geht, haben Sie nicht viel davon. 😉

Meiden Sie Kooperationen, wenn Animositäten, persönliche Differenzen oder unterschwellige Spannungen im Spiel sind. Streits, die während einer Zusammenarbeit auftreten, kann man noch lösen. Dinge, die tiefer gehen, können ein so empfindliches Gebilde zerreißen. Auch das Big Business ist zunächst einmal eines: Menschlich und damit emotional. Unterschätzen Sie „diesen ganzen Gefühlskram“ deshalb nicht. 😉

Gehen Sie ebenfalls keine Kooperationen ein, wenn Konkurrenzdenken, Wettbewerbshaltung, Eifersüchteleien oder Ähnliches beteiligt sind. Der eine Partner darf nicht befürchten, dass der andere ihm schaden könne. Auch das geht nicht gut.

Der Gewinn aus einer Kooperation muss für beide klar und deutlich zu sehen sein. Beide Partner müssen davon überzeugt sein, hiervon einen Vorteil zu haben. Die Zusammenarbeit darf nicht als Belastung oder überflüssige Last wahrgenommen werden. (Sogenannte win-win-Situation.)

Sie können auf Abgrenzungen im Angebot achten, wenn Sie Konkurrenz befürchten. So könnte ein Texter also mit einem Grafiker zusammenarbeiten, ein Schreibtrainer mit einem Zeichenlehrer, oder ein Blumengeschäft mit einem Süßwarenladen.

Wenn der Vorteil für beide klar zu sehen ist, können Sie aber durchaus auch mit Wettbewerbern kooperieren, so Sie sich gegenseitig „bereichern“. Also zum Beispiel der Life-Coach, der sich auf Methode A spezialisiert hat, mit einem Life-Coach, der sich der Methode B verschrieben hat. Beide könnten zusammen Werbung machen oder sogar gemeinsame Leistungen anbieten und sich die potenzielle Kundschaft teilen.

Überlegen Sie also bei Ihrer Suche nach Kooperationspartnern:

  • Passen wir menschlich / persönlich zusammen? Oder gibt es „Tretminen“?
  • Haben wir Schnittstellen in unserem Angebot? Profitieren wir gut voneinander?
  • Sind wir etwa gleich stark beziehungsweise ergänzen wir uns zumindest so weit, dass keiner das Gefühl hat, den anderen „mitziehen“ zu müssen?

Machen Sie deutlich, was genau Sie sich von der Kooperation erhoffen und welche Erwartungen Sie an den Kooperationspartner haben. Nebulöse Ziele können leicht ins Aus führen, unterschwellige Annahmen können sich ändern, und ohne gemeinsame Absprachen und feste Regeln wird das Tagesgeschäft schnell mühsam.

Klären Sie rechtzeitig offene Fragen, verteilen Sie Zuständigkeiten, legen Sie Vorgehensweisen fest. Ihre Kooperation ist wie ein Arbeitsteam, und so sollten Sie sie auch behandeln. Je sorgfältiger Sie hier sind, desto mehr „Streitpotenzial“ räumen Sie aus dem Weg.

Ach ja, und aus eigener Erfahrung noch ein Tipp: Stellen Sie sicher, dass beide Parteien wissen, wie und wann eine Kooperation startet. 😉

Denn was für mich noch ein erstes Abtasten war, inwieweit man überhaupt zusammengehen könne, und was später detailliert (und hier auch schriftlich) hätte festgehalten werden müssen, wurde von der anderen Partei für eine bereits laufende Kooperation gehalten. Entsprechend vergrätzt war diese, als ich zu dem Schluss kam, dass eine Zusammenarbeit so keinen Sinn mache, und alles „eigenmächtig“ beendete.

Das deutet auch schon darauf hin, dass bei einer Kooperation – wie bei allem – der Ton die Musik macht. Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit, Fairness sollten selbstverständlich sein. Der andere ist Ihr Partner, und solange er das ist, sollten Sie ihn auch so behandeln.

Vermeiden Sie deshalb auch besser, sagen wir, die Vermischung unterschiedlicher Rollen. Wenn Sie zum Beispiel mit jemandem kooperieren und dieser von Ihnen gern Unterstützung bei einer bestimmten Sache hätte, werden Sie unter Umständen Probleme bekommen, wenn Sie in dieser Sache gleichzeitig Ihre Unabhängigkeit wahren wollen. Entscheiden Sie dann gegebenenfalls, welche Rolle Sie gerade wahrnehmen wollen und lehnen Sie die andere ab. Auch das ist ein Beispiel aus meinem eigenen Erfahrungsschatz.

Aus dem gleichen Grund sind deshalb Kooperationen unter Freunden oder Familienangehörigen heikel. Auch hier können sich die verschiedenen Rollen und Erwartungen („aber Du bist doch mein Freund, dann kannst Du doch wohl …“) in die Quere kommen. Kommt es in einer Kooperation später zu Misstimmigkeiten oder geht diese in die Brüche, geht die Freundschaft vielleicht gleich mit den Bach hinunter und die Familie redet nicht mehr miteinander. Das Gleiche gilt natürlich auch für Partnerschaften.

Und zum guten Schluss: Beenden Sie eine Kooperation, wenn diese keinen Nutzen mehr für Sie hat oder wenn Sie sich nicht mehr mit ihr identifizieren können. Das ist allemal besser, als sich irgendwann im Streit an die Gurgel zu gehen und nie wieder etwas miteinander zu tun haben zu wollen. Mmh? 😉

© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 03.02.12

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