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Drei Tipps, um kreativ Ziele zu finden

So mancher, der in die Irre geht und nicht das erreicht, wovon er träumt, hätte sie gebrauchen können – klare Ziele. So manchem fällt es aber auch schwer, Ziele zu finden. Es ist halt einfacher zu wissen, was man nicht will, als zu wissen, was man will. Wenn Sie auch mühsam nach Zielen haschen, dann versuchen Sie es doch mal mit den folgenden drei Tipps, um kreativ Ziele zu finden.

1. Ziele finden über Fragen

Dieser Ansatz sieht so harmlos aus – keine ausgefeilte Methode mit werbeträchtigem Namen dahinter. Nur ein paar Fragen. Aber Fragen sind es auch, die – bewusst oder unbewusst – den Kern jeder Zieldefinition bilden. Denn Ziele sind immer eine Antwort auf Fragen wie

  • Was will ich erreichen? (Qualität)
  • Wie viel will ich erreichen? (Quantität)
  • Warum will ich es erreichen? (Begründung)
  • Bis wann will ich es erreichen? (Termin)
  • Wie will ich es erreichen? (Lösungsweg)

Fragen bestimmen die Blickrichtung und lenken unser Denken. Statt beispielsweise den allgemeinen Wunsch zu haben, mehr Umsatz zu machen (und damit der Lösung noch nicht wirklich näher zu sein), könnten Sie sich auch präziser fragen:

  • Womit will ich mehr Umsatz machen?
  • Wie viel mehr Umsatz will ich genau machen?
  • In welchem Zeitraum will ich meinen Umsatz steigern?
  • Wie werde ich dazu ganz konkret vorgehen?

Und Fragen setzen unsere Kreativität erst frei und lassen uns nach Lösungen suchen. Sie können keine Antworten erhalten, wenn Sie vorher nicht gefragt haben. Oder wie Albert Einstein gesagt haben soll: Die eigentliche Kunst ist es, ein Problem zu erkennen und zu formulieren.

  • Wer nicht fragt, sucht auch nicht, will nichts wissen und nichts verändern. Damit hat sich nicht nur jede Entdeckung und Entwicklung erledigt, sondern auch die Ziele, die ihnen vorausgegangen wären.
  • Und wer die „falschen“ Fragen stellt, also Antworten in der falschen Richtung sucht, wird auch Ziele erhalten, mit denen er in die Irre geht.

Wenn Sie also Ziele finden wollen, lernen Sie es, Fragen zu stellen.

Ärgern Sie sich zum Beispiel darüber, dass Ihr Schreibtisch immer aussieht wie ein Schlachtfeld? Dann könnten Sie sich fragen: Warum lasse ich eigentlich alles, womit ich arbeite, auf dem Schreibtisch liegen und räume es nicht wieder weg? Oder: Wohin kann ich meine Sachen noch legen, als nur auf den Schreibtisch?

Daraus könnten Sie dann etwa die Ziele ableiten: Ich will bis nächsten Monat eine Routine entwickeln, die Sachen, mit denen ich gearbeitet habe, zeitnah wieder wegzuräumen. Oder: Ich will mir zum nächsten Ersten ein kleines Regal kaufen, auf dem ich meine Unterlagen ablegen kann. Und Ähnliches mehr.

Übrigens: Je passgenauer Sie Ihre Fragen wählen, desto konkreter und besser erreichbar auch Ihre Ziele. Brüten Sie also ruhig ein wenig über möglichen Fragen. Es lohnt sich.

2. Ziele finden über Bilder bzw. Zielcollagen

Fragen setzen zwar unsere Kreativität frei, aber so mancher von uns fühlt sich mit greif- oder erfahrbaren Größen wohler. Mit Dingen, die eher die Sinne ansprechen als das „nackte Denken“.

Wenn Sie auch dazu gehören, dann greifen Sie zu einem Trick und arbeiten Sie mit einer Zielcollage.

Sammeln Sie Fotos, Texte, Buttons, kleine Objekte – was auch immer. Alles, was Sie in irgendeiner Weise anspricht und etwas darstellt, was Ihr Herz berührt.

Halten Sie die Augen offen und schneiden Sie Ihre Fundstücke aus Zeitungen oder Werbeprospekten aus, streifen Sie mit Ihrem Fotoapparat durch die Gegend, lassen Sie sich vom Fernsehen inspirieren und skizzieren schlaglichtartig einzelne Szenen nach … Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das Besondere: Da unser Gehirn in Bildern denkt, werden durch die Fragmente Ihrer Collage auch Träume und Bedürfnisse angesprochen, die Sie sich bewusst vielleicht noch nie klargemacht haben.

So dürfte das Bild von einem roten Ferrari relativ leicht zu erklären sein. Wenn Sie aber zum Beispiel immer wieder über Bilder von Uhren stolpern, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Sie mehr Zeit für sich haben wollen, mit Ihrer Zeit nicht auskommen oder die Zeit an sich vorbeieilen sehen.

Vielleicht müssten Sie noch ein bisschen „übersetzen“, was Ihr Unterbewusstsein Ihnen sagen will. Immerhin lässt es Sie verstärkt auf Wünsche und mögliche Ziele achten.

Nebenbei, Zielcollagen helfen Ihnen nicht nur, Ihre Ziele Gestalt annehmen zu lassen und greifbar zu werden. Sie halten Sie auch wie Leuchtbojen während des langen Wegs zum Ziel auf Kurs. Werfen Sie einfach regelmäßig einen Blick darauf und prägen sich Ihre Bilder und Symbole gedanklich ein. Bessere Chancen für Ihre Ziele, nicht durch den Alltagstrott wieder verdrängt und vergessen zu werden.

3. Ziele finden über Merkmale

Sinnhaft erfahrbare Bilder mit „nacktem Denken“ kreuzt dann diese Methode, bei der Sie sozusagen mit geistigen Bildern arbeiten und versuchen, sich Ihre Ziele konkret vorzustellen.

Oder genauer: Sie versuchen, die Merkmale zu erkennen, die zu Ihren Zielen gehören, um diese damit besser greifen zu können.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie wollen besser auf Ihre Ernährung achten. Schnappen Sie sich dazu ein Blatt Papier und brainstormen Sie beispielsweise zu folgendem Satzanfang:

„Ich würde mich besser ernähren, wenn ich …“

  • keine Kekse mehr im Bett esse
  • nicht ständig Schokolade zwischendurch esse
  • mehr Obst und Gemüse esse
  • mir weniger Fast Food reindrücke
  • nicht zwischen Ess-Orgien und Fastentagen schwanke
  • mein Essen nicht in fünf Minuten runterschlinge
  • und so weiter, und so fort.

Sammeln Sie ruhig wild durcheinander, was Ihnen einfällt. Wenn Sie können, formulieren Sie auch ruhig so konkret wie möglich. Was genau bedeutet für Sie zum Beispiel „mehr Obst und Gemüse essen“? Ein Stück pro Woche? Eines am Tag? Je präziser Sie die Szene vor Ihrem geistigen Auge haben, desto leichter können Sie sie auch umsetzen und erreichen.

Streichen Sie dann alles, was Sie nicht weiter verfolgen wollen, beziehungsweise priorisieren Sie den Rest und bringen ihn gegebenenfalls in eine sinnige Reihenfolge. Dann könnten aus Ihrem Wunsch „ich möchte besser auf meine Ernährung achten“ die (Teil-) Ziele werden:

  • Ich werde mir für jede Mahlzeit mindestens 15 Minuten Zeit lassen.
  • Ich will nur noch eine Tafel Schokolade in der Woche essen.
  • Ich werde keine Kekse mehr im Bett essen.

Oder zusammengefasst: Ziel-Merkmale sind keine Todos oder Handlungsschritte, die Sie bewältigen müssen, um ein Ziel zu erreichen. Sie werden sich selbst dann besser ernähren, wenn Sie zwar jeden Tag ein Stück Obst essen, aber Ihren Keksen im Bett ergeben bleiben.

Es sind die Einzelheiten und geistigen Bilder, die zu Ihren Zielen gehören und unterschwellig in Ihrem Kopf herumspuken, wenn Sie etwa denken „ich möchte besser auf meine Ernährung achten“. Je klarer Sie sie vor Augen haben, desto leichter wird es Ihnen fallen, Ihre Ziele zu finden.

Auch eine Methode, Kreativität und Vorstellungsvermögen zum Einsatz zu bringen.

© 2008 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 17.12.08

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