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10 kreative Denkstile, um Ideen zu suchen und Probleme zu lösen

von Heike Thormann

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Der Begriff “kreative Denkstile” ist recht unscharf. Im Prinzip geht es aber immer um dasselbe: Durch verschiedene Denkansätze von eingefahrenen Routinen und Blockaden wegzukommen, um besser Ideen zu suchen und Probleme zu lösen. Auf die hier genannten zehn kreativen Denkprinzipien greifen viele Kreativitätstechniken zurück.

Der Begriff “kreative Denkstile” ist recht unscharf. Je nach Autor versteht man darunter alles vom allgemeinen “kreativer denken” bis zu einer ganzen Sammlung von Denkstilen wie dem divergenten Denken, dem lateralen Denken, aber auch dem Perspektivwechsel und anderes mehr.

Im Prinzip geht es aber immer um dasselbe: Durch verschiedene Denkansätze von eingefahrenen Routinen und Blockaden wegzukommen, um besser Ideen zu suchen und Probleme zu lösen.

Dazu habe ich hier zehn kreative Denkprinzipien für Sie. Viele Kreativitätstechniken greifen auf sie zurück.

1. Ich sammle alles, was mir spontan zu meinem Problem einfällt

Lassen Sie Ihre Gedanken wandern. Schreiben Sie auf, was Ihnen spontan zu Ihrem Problem durch den Kopf geht. Folgen Sie allen Gedanken und Assoziationen, seien sie noch so abwegig. Gerade ungesteuerte, ungezielte Gedanken können Ihnen neue Wege zeigen. Das bekannte Brainstorming funktioniert genau so.

2. Ich male Problem und Ideen in allen Einzelheiten auf

Etwas vom Kopf aufs Papier zu bringen, kann helfen, es besser oder anders zu sehen. Greifen Sie zur Tafel, zur Flipchart oder zu besagtem Papier. Stellen Sie Ihr Problem samt Ihrer Lösungsansätze bildlich dar. Verwenden Sie zum Beispiel eine Mind Map oder zeichnen Sie munter Bilder und Symbole. Geben Sie Zusammenhänge durch Pfeile wieder. Kreativtechniken, die dies zu fördern versuchen, sind neben dem Mind Mapping das Fischgräten-Diagramm, Vistem oder das Storyboard.

3. Ich vereinfache die ganze Sache

Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wir sind umgeben von Einzelheiten, das Problem scheint viel zu komplex zu sein. Greifen Sie dann zu einem Trick: Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihr Problem samt Ihren Ideen dazu, sagen wir, einem kleinen Kind erklären. Lassen Sie alle komplizierten Fakten weg. Brechen Sie die Sache auf ihren Kern runter. Manchmal lösen sich Denkblockaden so von ganz allein.

4. Ich nehme das Problem auseinander

Das ist auch eine Möglichkeit, um zu verstehen, worum es eigentlich geht: Nehmen Sie die Dinge auseinander. Zerlegen Sie Ihr Problem in seine Einzelteile. Was gehört alles dazu? Inspirieren Sie die einzelnen Details zu neuen Ideen? Techniken, die nach diesem Prinzip arbeiten, sind etwa das Attribute Listing oder Osborns Checkliste.

5. Ich stelle Problem und Ideen auf den Kopf

Das ist eine beliebte Methode, sich möglichst weit von seinem Problem zu lösen: Man sucht keine Ideen, die das Problem lösen könnten. Man sucht Ideen, die das genaue Gegenteil lösen könnten. (Also etwa statt “ich will abnehmen” “ich will zunehmen”.) Dreht man diese Lösungen wieder in ihr Gegenteil um, hat man einen Bausch neuer Ideen für sein “eigentliches Problem”. (Vgl. zum Beispiel die Kopfstandtechnik.)

Ähnlich funktioniert auch das Prinzip, nicht strikt lösungsorientiert zu denken. (Also mir zu überlegen, mit welchen Ideen ich von Problem A zu Lösung oder erstrebtes Ziel B komme.) Sondern sozusagen rückwärts zu denken. (Also mir vorzustellen, ich wäre bereits am Ziel, und mich zu fragen, welche einzelnen Schritte mich an meinen Ausgangspunkt zurückbringen. Das wären dann meine gesuchten Ideen.)

6. Ich suche nach Vergleichen

Sind Sie immer noch nicht weiter mit Ihrem Problem? ;-) Okay, noch eine Möglichkeit: Suchen Sie nach Vergleichen. Fallen Ihnen ähnliche Sachverhalte oder Situationen zu Ihrem Problem ein? Denken Sie zum Beispiel darüber nach, wie Sie den Verkehrsinfarkt auf Ihrem Firmen-Parkplatz lösen wollen. Fällt Ihnen als Analogie dazu das Gewusel in einem Bienenstock ein? Dann ist das der Ort, an dem Sie nach Ideen für Ihr Problem suchen können. Entweder durch Beobachtung, oder indem Sie sich in die Bienen hineindenken. ,-))

7. Ich versuche, mein Problem mit anderen Augen zu sehen

Auch der Perspektivwechsel ist ein klassischer kreativer Denkstil. Immer geht es darum, die eigenen Denkmuster aufzubrechen und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Dazu können Sie das Problem oder Ihre Ideen unter mehreren Gesichtspunkten betrachten. (Überlegen Sie zum Beispiel immer sauber getrennt, was an einer Sache negativ oder was eine Chance sein kann, oder was sich als Vorteil oder als Nachteil erweisen könnte. So denken Sie strukturierter und klarer. Kreativitätstechniken, die sich dieses Prinzips bedienen, sind etwa Walt Disneys Denkstühle oder Edward de Bonos Sechs Denkhüte.)

Oder Sie können, wie bei der Vereinfachung mit dem kleinen Kind angedeutet, versuchen, selbst eine andere Perspektive einzunehmen. Also beispielsweise das Problem aus den Augen anderer Menschen, Altersgruppen, Berufsangehöriger und so weiter zu betrachten. So denken Sie nicht strukturierter, so erweitern Sie Ihr Blickfeld.

8. Ich versuche, mein Problem in einem anderen Licht zu sehen

Verfremden Sie Ihr Problem. Diesmal suchen Sie nicht nach Ähnlichkeiten und Vergleichbarem wie bei den Analogien. Diesmal versuchen Sie, Ihr Problem selbst anders aussehen und in einem neuen Licht erscheinen zu lassen. Vielleicht kommen Sie so auf andere Gedanken und neue Ideen. ;-) Stellen Sie sich also beispielsweise Ihr Parkplatz-Problem als Gerangel vor, wer als erster in die Kantine darf – und wie Sie das organisatorisch lösen wollen. Übertragen Sie anschließend Ihre Lösungsansätze auf Ihr eigentliches Anliegen.

9. Ich setze mein Problem in ein anderes Umfeld

Das Verfremden und Übertragen ist nicht so ganz Ihr Ding? Dann setzen Sie Ihr Problem in ein anderes Umfeld. Arbeiten Sie nicht am Parkplatz-Problem Ihrer Firma. Versetzen Sie den ganzen Kladderadatsch stattdessen etwa nach New York oder in eine quirlige Raum-City auf dem Mars. Lassen Sie die berüchtigten New Yorker Taxis oder futuristische Flug-Autos auf Parkplatzsuche gehen. Auch das kann helfen, Denkblockaden zu lösen.

10. Ich halte die Augen nach Alternativen offen

Geben Sie sich nie mit der erstbesten Lösung zufrieden. Halten Sie immer Ausschau nach Alternativen. Selbst wenn Sie meinen, nicht nur die erstbeste, sondern die, auf den ersten Blick, beste Lösung gefunden zu haben. Seien Sie zumindest offen für weitere Ideen. Auch das hilft Ihnen, über Ihre üblichen Denkroutinen und vorschnellen, auf der Hand liegenden Ideen hinauszugehen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 03.02.2010

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besser denken, ideen finden, kreativität, kreativitätstechniken, mentaltraining

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