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10 kreative Entspannungsmethoden

Der Alltag vieler ist heute von Anspannung und Stress geprägt. Entsprechend fahrig, unkonzentriert und gereizt sind die Menschen. Auch ist das schlecht für die Kreativität, die Freiräume, Mußestunden und ein frisches Denken braucht. Deshalb habe ich hier 10 kreative Entspannungsmethoden für Sie, mit denen Sie ruhiger werden und Ihren Kopf für Kreatives freibekommen können.

Hmmmh, ich habe gerade ein kleines Sonnenbad hinter der hohen Fensterfront meines Wohn- und Arbeitszimmers genossen. So angenehm wie ein eigener kleiner Wintergarten. (Während die gleichen Fenster im Sommer alles in eine Gluthölle verwandeln. ;-)) Herrlich entspannend.

Nun gibt es viele Möglichkeiten, sich zu entspannen. Und jeder hat andere Bedürfnisse und Vorlieben, was ihn von Arbeit und Co. abschalten lässt. Mein Schwerpunkt liegt – natürlich – auf dem Kreativen. Wenn Sie wollen, habe ich hier 10 Ideen für kreative Entspannungsmethoden gesammelt. Lassen Sie sich inspirieren.

1. Tagträume

Lassen Sie Ihre Gedanken ziellos wandern. Träumen Sie mit offenen Augen und am hellichten Tag. Besonders gut geht das, wenn ein warmes Sonnenbad Sie wohlig schwer werden lässt. Oder schauen Sie aus dem Fenster. Einfach so, ohne bestimmten Grund.

Sehen Sie die Blätter wispern, die Wolken jagen oder Vögel geschäftig ihre Nester bauen. Wichtig ist, dass Sie wirklich jedes bewusste Wollen ausschalten. So gleiten Sie fast von selbst in einen Zustand, der zwischen Träumen und Denken liegt. Sie haben einen Wachtraum.

Nebenbei: Wachträume oder Tagträume entspannen nicht nur. Sie sind auch hoch kreativ. Ideen werden hier geboren und Lösungen gefunden. Je älter ich werde, desto mehr lasse ich mich in solche Wachträume fallen und erlaube Antworten und Ideen, in mich „einzusickern“, statt sie bewusst mit dem Verstand zu suchen. Es funktioniert. 😉

2. Imaginäre Reisen

Lenken Sie Ihren Blick nach innen. Gehen Sie auf eine imaginäre Reise. Malen Sie sich beispielsweise Ihren nächsten Urlaub in allen Farben aus. Zeichnen Sie in Gedanken eine Pflanze nach. Erinnern Sie sich, wie Sie als Kind mit Ihrem Bruder haben Drachen steigen lassen, und wie der Wind in die dünnen Sparren griff und am Drachen zog und zerrte. So heftig, dass Sie ihn kaum halten konnten.

Sie sehen schon, Sie müssen das „Reisen“ nicht allzu wörtlich nehmen. Erschaffen Sie einfach Bilder und folgen Sie ihnen.

3. Denken lenken

Wenn wir angespannt und gestresst sind, sind es oft unsere Gedanken, die uns stressen. Wir denken „Mist, das muss ich noch erledigen“, oder „dieser ärgerliche Typ von gerade geht einem echt auf die Mütze“. Ändern Sie das. Denken Sie an etwas Schönes, Freundliches, Entspannendes. Halten Sie sich ein paar „Alternativ-Szenarien“ parat, auf die Sie im Bedarfsfall zugreifen können.

4. Melodien summen

Lieder, die wir nicht mehr aus unserem Kopf bekommen, nennt man Ohrwürmer. Und diese Ohrwürmer können einen ganz narrisch machen, wenn man sich zum Beispiel gerade konzentrieren will und einem so eine hartnäckige Melodie durch den Kopf geht.

Damit können Sie aber auch prima entspannen. Ich summe zum Beispiel über weite Strecken am Tag – meist in Gedanken – irgendwelche Lieder vor mich hin. Das entspannt, beruhigt oder beflügelt sogar, je nach Melodie. Auch jetzt beim Schreiben singe ich innerlich. Das schaltet den Verstand ab und zaubert vielleicht sogar ein Lächeln auf Ihr Gesicht.

Übrigens: Sie können natürlich auch ganz handfest Musik hören. Ich habe zum Beispiel eine kleine Sammlung von Instrumental-CDs mit Naturgeräuschen. Gute Laune verbreiten die Iren mit ihrer keltischen Musik. Dabei kann ich allerdings nicht arbeiten, sondern höre einfach nur ruhig zu. Testen Sie aus, was bei Ihnen funktioniert.

5. Meditieren

Im Grunde gehen meine Melodien schon stark in Richtung Meditation. Beim Meditieren sollen Sie Ihren Geist von allen bewussten Gedanken frei machen und damit entspannen. Doch viele können nicht einfach so alles fallenlassen und brauchen dafür den einen oder anderen „Trick“.

Bei mir klappt das, wie gesagt, mit einem Refrain oder Liedauszug gut, den ich wortlos in Gedanken summe.

Oder ich starre in eine Flamme und nehme ihr Bild in mich auf, fülle mein Bewusstsein damit sozusagen an. Achtung: Sehen Sie am besten nie direkt in das Feuer, damit Ihre Augen keinen Schaden nehmen. Fixieren Sie einen Punkt, der leicht darüber oder darunter liegt. Alter Trick aus meinen Astronomie-Tagen. 😉

6. Malen und kritzeln

Manche nutzen auch Mandalas, um zu meditieren. Etwas platt formuliert zeichnen sie symmetrisch (oft kreisförmig) angeordnete Muster auf Papier oder in den Sand.

Während Sie mit der (Gedanken-) Melodie Ihren Geist innerlich fokussiert haben, zentrieren Sie ihn mit einer Mandala auf eine äußerliche Sache. Beides hilft Ihnen, ruhig zu werden und zu entspannen.

Nebenbei: Sie müssen natürlich nicht unbedingt Mandalas malen. Ordinäre Strichmännchen tun es auch. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Ihr Geist hellwach und entspannt zugleich ist, wenn Sie gedankenversunken irgendetwas malen oder kritzeln.

7. Meditatives Schreiben

Sie müssen noch nicht einmal kritzeln, wenn Ihnen das nicht liegt. Obwohl das auch ganz nett ist. Versuchen Sie es einmal mit dem „das ist das Haus vom Nikolaus …“ 😉 Aber gut, Sie wollten ja nicht zeichnen. Wie wäre es dann mit Schreiben?

Schreiben Sie einfach langsam und bedächtig einen Text ab. Wohlgemerkt, schreiben Sie ihn bitte ab, denken Sie nicht über Gebühr darüber nach. Dieses Abschreiben ist ebenfalls eine gute Entspannungsmethode.

Und bevor Sie mit Einwänden kommen: Ja, es hat doch noch viel mit Zeichnen zu tun. Denn Sie malen die Buchstaben eher, als dass Sie sie setzen. Das sieht man auch schön bei der Kalligrafie. Die Grenzen sind fließend.

8. Wohlfühl-Atmosphäre

Auch Ihre Umgebung kann entspannend oder aufregend sein. 😉 Das fängt schon bei Farben an. Blau beruhigt, kann aber auch etwas kühl wirken. Rot ist voller Energie und regt an, kann aber auch aggressiv ankommen. Gelb oder Orange sind helle, freundliche Farben. Und meine Lieblingsfarbe ist eh Grün. Naturverbunden und in der Kreativität ein klassisches Symbol für Neues und junge, frische Ideen. Achten Sie darauf und setzen Sie sich nicht gerade in einen rotgestrichenen Raum, wenn Sie entspannen möchten.

Überlegen Sie, was Sie noch brauchen, um sich entspannen zu können. Vielleicht ein paar Grünpflanzen? Eine Katze, die schnurrend Behaglichkeit verbreitet? Ein Aquarium, in dem Sie den Fischen zusehen können? Manche meiner Teilnehmer schwören auch auf Duftkerzen, Öl-Lämpchen, gedämpftes Licht oder den süßen Duft von frischgebackenen Keksen. 😉

9. Atemübungen

Ich habe früher oft zu flach geatmet, und das hat mich unter Stress gesetzt. Seit ich Yoga mache, atme ich öfter tief aus dem Bauch. Das versorgt mein Gehirn mit mehr Sauerstoff, entspannt und ist zudem gut für die Stimme. Jeder Sänger weiß, dass nur die volle Bauchatmung ihn über längere Gesangsstrecken hinwegbringt.

Mit Atemübungen können Sie auch bewusst „runterkommen“, wenn Sie das Gefühl haben, abgehetzt, fahrig, übernervös oder gereizt zu sein. Nehmen Sie sich die Zeit, um einige Male tief ein- und auszuatmen. Das verscheucht einen großen Teil Ihrer Anspannung.

10. Lächeln Sie

Wer lächelt, kann nicht fluchen, toben oder wüten. Es sei denn, es ist ein unheilverkündendes Lächeln. 😉 Doch das meine ich hier nicht. Wer lächelt, kann nicht gestresst sein. Lächeln und Stress schließen sich schon physisch aus.

Nun wäre es schön, wenn Sie Grund haben, zu lächeln, oder in heiterer Grundstimmung sind. Doch Sie können sich auch selbst austricksen. Ihr Gehirn weiß nicht, warum Sie lächeln. Es weiß nur, dass Sie lächeln. Und es wird Sie mit der Ausschüttung von Glückshormonen belohnen.

Nebenbei: Herzhaft lachen geht natürlich auch. 😉

Kann es eine billigere und gesündere Entspannungsmethode geben?

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 27.10.2010

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