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10 kreative Gewohnheiten und Verhaltensweisen

Kreative Gewohnheiten auflisten zu wollen, ist ein haariges Unterfangen. Erstens dürfte sich das bei jedem unterscheiden. Und zweitens ist meine Auswahl natürlich völlig subjektiv. Immerhin – es gibt gemeinsame Grundmuster, warum bestimmte Verhaltensweisen Ihre Kreativität fördern. Hier sind einige von ihnen.

Viel ist schon geschrieben worden über Kreativität: Was für die Kreativität förderlich ist, was ihr schadet, was ihr nützt. Auch Kreativitätstechniken werden Sie immer wieder finden. Aber Techniken sind nicht alles. Kreativität beginnt im Kopf und im Verhalten, und zwar sowohl von Einzelnen als auch von ganzen Unternehmen.

Aber welche Verhaltensweisen, Angewohnheiten, Gewohnheiten sind nun gut für unsere Kreativität? Nun, ich muss Sie enttäuschen. 😉 Definitive Antworten kann ich Ihnen nicht geben.

Manche kommen mit Tipps wie „trauen Sie sich, Fehler zu machen“ weiter. Manche müssen alles bunt und in Farben sehen oder wiedergeben. Manche haben sich ein reiches Repertoire angeeignet, wie sie ihre Inspiration fördern können. Und manchen hilft es, neue Ideen mit anderen zu besprechen und sich gegenseitig die Bälle zuzuwerfen.

Kurz: Es gibt keinen Königsweg zur Kreativität. Es gibt nur Verhaltensweisen, die – zusammen mit anderen – mal mehr, mal weniger förderlich sind.

Aber wenn Sie sich inspirieren lassen möchten, habe ich hier einige meiner eigenen Gewohnheiten gesammelt, mit denen ich gut gefahren bin und von denen ich glaube, dass sie meiner Kreativität nutzen. Vielleicht helfen sie Ihnen, Ihre eigenen Muster und Gewohnheiten besser zu erkennen und gegebenenfalls zu ändern.

Ach ja, erwarten Sie bitte keine Vollständigkeit. Ich habe einfach irgendwann aufgehört, zu zählen. 😉

1. Nehmen Sie nichts für selbstverständlich

Nicht nur die berühmte Betriebsblindheit beginnt da, wo man aufhört, sich zu wundern. Wer etwas nicht wahrnimmt, kann es auch nicht erschaffen oder verändern. Kreativität ist Staunen – über die Vögel am Himmel („warum fliegen die eigentlich“?), das Wunder des Lebens, Ihre Katze, was auch immer.

2. Nehmen Sie alles auseinander

Meistens geht beides Hand in Hand: Sich über etwas „zu wundern“ und das dann auch auseinanderzunehmen und verstehen zu wollen. Wenn „Jugend forscht“, ist sie auf jeden Fall kreativ. Sammeln Sie dazu auch ruhig querbeet Wissen, woher immer Sie es bekommen.

3. Bessern Sie nach

Ich erinnere mich, dass ich schon als i-Dötzchen Geschichten, mit denen ich unzufrieden war, verbessern wollte. Auch das ist eine schöne kreative Angewohnheit: Wer kreativ ist, erschafft nur sehr selten etwas aus dem Nichts. Meistens bessert er an etwas Bestehendem herum.

4. Hören Sie nie auf zu denken

Keine Bange, das hört sich stressiger an, als es ist. Im Prinzip geht es nur darum, das Denken zur Gewohnheit werden zu lassen, nicht erst, wenn der Ernstfall da ist. Denken Sie dazu auch gern schriftlich.

Und halten Sie interessante, wichtige pp. Gedanken irgendwo fest. Damit legen Sie nicht nur einen praktischen Ideenspeicher an, auf den Sie jederzeit zugreifen können. Sie fördern auch so manchen Geistesblitz.

5. Leben Sie nach Ihren eigenen Mustern

Ich weiß, es ist bequemer, sich nach den Vorgaben anderer zu richten. Und oft genug wird Ihnen leider gar nichts anderes übrig bleiben. Aber kreativ ist das nicht. Kreativ wäre es, eine Sache auf Ihre eigenen Gewohnheiten und Bedürfnisse abzustimmen, etwas anzupassen, aber nicht, es gläubig nachzuahmen.

6. Wechseln Sie die Perspektive

Die Betriebsblindheit hatten wir schon. Aber auch viele andere Denkfehler beruhen auf der Tatsache, dass wir meistens nur uns selbst sehen beziehungsweise von uns selbst ausgehen.

Damit werden Sie aber in der Regel weder Ihre eigenen noch die Probleme anderer lösen. Lernen Sie, so oft wie möglich so viele Perspektivenwie möglich einzunehmen. So erweitern Sie Ihren Handlungsspielraum und gewinnen mehr und bessere Ideen und Lösungen.

7. Achten Sie auf das rechte Maß

Kreativität ist die Kunst, Widersprüche zu vereinen. Das kann der Wunsch nach Rückzug oder Kontakt sein. Oder der Spagat zwischen Rebellentum und Bewahren-Wollen. Kreative müssen sich anpassen, gleichzeitig aber auch durchhalten. Und vieles andere mehr. Lernen Sie, diese Widersprüche in ein rechtes Maß zu bringen, und Sie fördern automatisch Ihre Kreativität.

8. Machen Sie Pausen

Legen Sie immer wieder Pausen ein. Und zwar nicht nur, weil es viel Energie kosten kann, kreativ (tätig) zu sein. Ich bin nicht die Einzige, die ihre besten Ideen beim Abwasch oder unter der Dusche findet.

Wir müssen unserem Unterbewusstsein die Möglichkeit geben, kreative Querverbindungen herzustellen. Und dazu müssen wir es in Ruhe an der Nuss knacken lassen. Auch müssen Ideen sich erst bewähren und den Zeittest überstehen.

9. Vertrauen Sie sich und Ihrer Intuition

Ich bin bekannt dafür, gern in Bildern zu denken. Und ein gutes Gefühl habe ich bei einer Idee, wenn sie „ästhetisch“, schön, rund aussieht. Wahrscheinlich, weil ein unstimmiges Bild unbewusst auf Schwächen hinweist, die ich noch lösen muss.

Bei Ihnen kann das ganz anders aussehen. Vielleicht empfinden Sie eher ein warmes Glühen, wenn Ihre Intuition Ihnen sagt: „Jawohl, das ist das Richtige.“

Aber ganz egal, wie es sich bei Ihnen äußert: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, immer wieder in sich hineinzuhören und nach diesen Bildern pp. Ausschau zu halten.

10. Lieben Sie das, was Sie tun

Gewöhnen Sie sich an, Ihre Kreativität nur in die Dinge zu stecken, die Sie wirklich wollen. Und wenn Ihnen das nicht möglich ist, dann versuchen Sie zumindest, der Sache etwas Spaß abzugewinnen oder sich für die Herausforderung zu begeistern. Sie können sich selbst zwingen, etwas Ungeliebtes zu tun, ja. Aber Ihre Kreativität können Sie nicht zwingen.

Außerdem wird es Ihnen so auch leichter fallen, durchzuhalten und Ihrer Kreativität die Chance zu geben, aktiv zu werden und nach Lösungen zu suchen. Vielleicht der wichtigste Punkt, der Sie Ihre Ideen auch umsetzen und verwirklichen lässt.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 09.06.10

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