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Mit dem kreativen Prozess Probleme lösen

von Heike Thormann

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Ein Problem zu lösen kann mitunter eine ziemliche Herausforderung sein. Der kreative Prozess ist ein Weg, es sich etwas einfacher zu machen.

Probleme haben wir alle, ob groß oder klein, in den verschiedensten Facetten. Meistens handelt es sich darum, dass wir an einer Differenz, einer Hürde angelangt sind zwischen dem, wie etwas ist, und dem, wie es sein sollte. Sei es, dass Sie vor dem Problem stehen, wer in Ihrer Abwesenheit auf Ihren Hund aufpasst. Sei es, dass Sie noch dringend etwas an Ihrem Marketing polieren müssten, um auf Touren zu kommen.

Es gibt nun zwei Wege, mit Ihren Problemen umzugehen.

Entweder versuchen Sie es mit der Vogel-Strauß-Taktik, stecken den Kopf in den Sand und beten, dass der Kelch an Ihnen vorübergehen möge. Manchmal funktioniert diese Methode sogar. Aber wetten würde ich darauf nicht.

Oder Sie versuchen eine Lösung zu finden. Auf Dauer würde ich diesen Weg wählen. :-)

Dennoch: Einfach ist es nicht. Meistens scheitern wir schon am Anfang. Bei der richtigen Frage. Wie man ein Problem und damit eine Frage formuliert, kann entscheidend für eine mögliche Lösung sein. Auch das ist eine Sache von Wahrnehmung und Denken. Fragen wirken richtungs- und zielführend für unsere Aufmerksamkeit. Ihre Kreativität kann Ihnen dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen.

Wie löst man ein Problem?

Wie löst man nun ein Problem? Tja, ich würde mal sagen, in etwa so, wie man seine Kreativität fördert. Denn genau darum geht es ja: Wer kreativ ist und vielleicht sogar mit Kreativtechniken umgehen kann, findet schneller zu Ideen – und löst damit seine Probleme. :-)

Sie brauchen also wieder kreativitäts- und lösungsfördernde Eigenschaften wie etwa

  • Aufgeschlossenheit
  • Optimismus
  • Initiative
  • Fantasie
  • und Humor.

Dazu eine gehörige Portion Motivation – die immerhin größer sein muss, als der Widerwille, sich mit seinen Problemen und seinen inneren Schweinehunden zu befassen.

(Fach-) Wissen kann auch nie schaden.

Und natürlich die richtigen Techniken

  • Assoziieren
  • Verzerren
  • Vereinfachen
  • Umkehren und
  • Kombinieren.

Auch kreative (Kontroll-) Fragen sind wichtig:

  • Muss ich das Problem lösen?
  • Muss ich das Problem lösen?
  • Ist mein Problem überhaupt ein Problem?

Der kreative Prozess

Der Weg, Ihre Probleme erfolgreich zu lösen, sieht dabei fast immer gleich aus und wird auch als kreativer Prozess bezeichnet.

Als erstes müssen Sie Ihr Problem natürlich einmal wahrnehmen und identifizieren. Lachen Sie nicht. Wie oft verspüren wir lediglich ein dumpfes Gefühl von Unzufriedenheit, wie oft fühlen wir uns getrieben und wissen nicht wovon. Wie oft auch hindern uns unklar oder unrealistisch formulierte Ziele daran, unsere Aufgaben zu bewältigen.

Also. Schritt Eins des kreativen Prozesses lautet:

  • Machen Sie sich Ihr Problem bewusst, nehmen Sie es wahr.
  • Beschreiben Sie Ihr Problem so genau wie möglich.
  • Formulieren Sie Ihr Ziel so konkret wie möglich.
  • Visualisieren Sie Problem und Ziel.

Damit haben Sie eine solide Ausgangsbasis geschaffen. Darauf können Sie aufbauen.

Im nächsten Schritt, Schritt Zwei des kreativen Prozesses, sammeln Sie:

  • Sammeln Sie Informationen (Hintergrundwissen kann nie schaden).
  • Strukturieren Sie Ihre Informationen.
  • Bilden Sie Hypothesen.
  • Suchen Sie Ideen.

Ganz wichtig hierbei ist: Lassen Sie sich Zeit. Legen Sie sich nicht zu schnell auf erste Ideen oder mögliche Lösungswege fest. Erst mal bitte wirklich nur sammeln.

Und danach tun Sie bitte folgendes: Gar nichts (Schritt Drei des kreativen Prozesses). Genau, Sie haben richtig gelesen. Als nächstes nehmen Sie sich ein gutes Buch, gehen ins Kino oder zum Essen, treffen sich mit Freunden oder fahren in Urlaub.

Warum? Ganz einfach. Weil Ihr Unterbewusstsein jetzt damit beginnt, das Problem intern – und damit hundert Mal effektiver, als mit den schönsten Kreativtechniken – zu lösen. Vertrauen Sie Ihren Instinkten und Ihrer Kreativität. Auch Kreativitätsmethoden können nur freisetzen, was als Potential in Ihnen schon angelegt und gefördert sein muss, was Ihr Gehirn unterbewusst und spielerisch mit links bewältigt.

Wenn Sie jetzt Druck ausüben, weil der Abgabetermin droht oder das Meeting mit dem Lenkungsausschuss – vergessen Sie’s. So wird nichts draus.

Stress, Druck und andere Blockaden sind Gift für Ihre Kreativität. Es mag sein, dass Sie auch unter Druck zu Ideen kommen. Die besten werden es aber kaum sein. Also: Schlafen Sie drüber und lassen Sie Ihr Gehirn seine Arbeit tun (Inkubationsphase).

Irgendwann wird es dann Klick machen (Schritt Vier des kreativen Prozesses). Vielleicht wie bei Archimedes in der Badewanne („heureka“), vielleicht beim Dauerlauf im Park oder auch im Schlaf. (Tipp: Schreiben Sie Ihre Träume auf.)

Sie machen einen Sprung, haben einen Geistesblitz. Alles, was Sie vorher getan haben, die Informationen, die Sie gesammelt, die Ideen, die Sie mit Kreativtechniken hervorgelockt haben, alles war für diesen einen entscheidenden Moment gedacht. (Illuminationsphase)

Und jetzt? Jetzt haben Sie Ihre schöne Idee, Ihre mögliche Lösung. Sie sind begeistert. Aber halt, etwas fehlt noch. Sie sollten Ihre Idee schon noch überprüfen und bewerten (Schritt Fünf des kreativen Prozesses). Denn manchmal spielt Ihnen Ihr Unterbewusstsein einen Streich und präsentiert Ihnen die Lösungen, mit denen Sie auch in der Vergangenheit Erfolg hatten.

Nur – die Dinge ändern sich, nichts bleibt, wie es war. Hier braucht es Analyse und Vorstellungsvermögen, um die Chancen und Risiken einer Idee zu erkennen. (Bewertungsphase)

Ach ja, und umsetzen sollten Sie Ihre Idee schon noch. Die Realisierung einer Lösung gehört zwar nicht mehr zum eigentlichen kreativen Prozess, aber – Sie erinnern sich – ohne Umsetzung ist alle schöne Kreativität nichts. :-) (Ausarbeitungsphase)

(PS: Je nach Autor werden auch nur vier Phasen des kreativen Prozesses unterschieden oder derselbe auch in bis zu neun Phasen aufgeschlüsselt. Wichtig ist: Die Reihenfolge bleibt immer die gleiche. Wie Sie die einzelnen Schritte nun aufteilen, liegt oft auch im Auge des Betrachters.)

© 2005 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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