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Kreative Menschen werden schon mal für nicht ganz dicht im Oberstübchen gehalten, weil sie zwischen heller Begeisterung und tiefen Zweifeln hin- und herschwanken können.
- Das Buch wird ein Renner, das Bild todschick, das neue Produkt ein Erfolg.
- Das Buch wird ein Ladenhüter, das Bild ist auch nicht wirklich neu, das Produkt wird keiner haben wollen.
Das liegt daran, dass Hoffnungen und Ängste sich hier die Klinke in die Hand geben, und niemand im Vorhinein wissen kann, wie das Ergebnis aussehen wird.
Die Fähigkeit, emotional zwischen Glaube und Skepsis zu wechseln, ist aber auch eine Voraussetzung für Innovation und Kreativität. Notorische Optimisten sind ihr genauso abträglich wie ewige Schwarzmaler.
Sie brauchen den Glauben an sich und Ihre Ideen, weil Sie sonst gar nicht erst anfangen oder bei der erstbesten Kleinigkeit aufgeben. Aber Sie brauchen auch Ihre Bedenkenträger und Zweifel, weil Sie sich sonst schnell verrennen und Ihre Ideen nicht beurteilen können.
Die Kunst ist es, permanent eine Balance zwischen diesen Polen zu halten.
Dafür habe ich einige Anregungen für Sie.
Testen Sie aus.
Wenn Sie nicht riskieren wollen, am Ende mit einer Pleite dazustehen, dann vollenden Sie Ihr Werk nicht im stillen Kämmerlein, nur um es im Praxistest scheitern zu sehen. Testen Sie es schon vorher immer wieder aus und lassen Sie sich Feedback geben.
Machen Sie sich mental Mut.
Fragen Sie sich beispielsweise, was Sie tun würden, wenn nichts schiefgehen könnte. (Um Ihre Idee nicht bereits zu Beginn zu verwerfen oder den berühmten Sachzwängen anzupassen.)
Überlegen Sie, wie der kleinste Schritt aussehen könnte, der Sie dieser Idee näherbringt. Gehen Sie ihn. (Und sei es zunächst nur in Gedanken.) Und dann den nächsten, und den nächsten.
Wandeln Sie Ihre Zweifel in Fragen um.
Verwerfen Sie eine Idee nicht bloß, sondern fragen Sie sich zum Beispiel: Wie komme ich darauf, dass das nicht klappen wird? Was spricht dafür, was dagegen? Was würde schlimmstenfalls passieren, wenn meine Idee nicht funktioniert? Wie kann ich diese Folgen auffangen oder minimieren? Was kann ich denn tun, damit meine Idee funktioniert?
Schwanken Sie ruhig zwischen Zweifeln und Glauben, Skepsis und Vertrauen. Ihrer Kreativität wird es nützen. Solange Sie eines nicht vergessen: Immer wieder zum Glauben zurückzukehren.
© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 09. April 2009
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