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Kreativität ist für mich

von Heike Thormann

Mein Tipp:

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Machen Sie sich Ihre Vorstellungen von Kreativität und kreativen Menschen bewusst. So können Sie leichter Glaubenssätze und Überzeugungen erkennen, Blockaden besser lösen.

Kreativ … Lassen Sie das Wort auf der Zunge zergehen. Schmecken Sie es, kosten Sie es. Folgen Sie ihm gedanklich nach.

Was schwingt da für Sie mit? Genie und Größe? Irrationalität und Wahnsinn? Sind kreative Menschen ständig pleite oder schwimmen sie im Geld? Sind sie ihrer Zeit leider voraus oder formen sie gerade den nächsten Trend? Sind sie …

Halt. Ich glaube, das reicht. Das Muster dürfte deutlich sein. :-)

Jeder von uns hat bestimmte Vorstellungen von Kreativität im Kopf

Worauf ich hinausmöchte?

Nun, darauf, dass jeder von uns ganz bestimmte Vorstellungen von Kreativität und kreativen Menschen im Kopf hat.

Vielleicht ist es ein idealistisches “wer kreativ ist, löst alle Probleme”. Vielleicht auch ein “wer kreativ ist, ist innovativ und erfolgreich”.

Möglich auch, dass Ihnen dazu spontan Dinge einfallen wie “brotlose Kunst” oder “verantwortungslose Ich-Bezogenheit”.

Und ja, man kann in der Tat etwa mit kreativen Denkmethoden Probleme besser in den Griff bekommen und kreative Menschen können verantwortungslos handeln.

Man kann. *schmunzel*

Glaubenssätze und Erwartungen können Kreativität blockieren

Aber Sie und ich wissen auch, dass in Verallgemeinerungen Glaubenssätze stecken, die sich zu Blockaden auswachsen und uns damit unbewusst vielleicht echte Möglichkeiten verbauen können. Oft sind diese Glaubenssätze und Überzeugungen sogar der Grund, warum wir unsere Kreativität nicht erkennen können, warum wir sie nicht leben wollen.

Wer zum Beispiel meint, dass kreative, innovative Menschen auf der Welle des Erfolgs zu reiten haben, wird ein Problem damit bekommen, wenn das bei ihm nicht der Fall ist. Oder wer kreative Menschen für weltfremde Anhänger ihrer Zunft hält, wird mit diesen in unserer Leistungsgesellschaft eher scheel beäugten Außenseitern lieber nicht in Verbindung gebracht werden wollen. ;-)

Wer Pech hat, kann sich mit solch übersteigerten Erwartungen selbst blockieren. Und wer sich selbst schützen und bei anderen nicht anecken möchte, wird es sich vielleicht nicht erlauben, ganz er selbst zu sein, wird sein kreatives Potenzial nicht nutzen oder ausbremsen. Zu groß können Gruppendruck und stillschweigende Konventionen sein. Zu groß auch die Angst davor, ausgegrenzt zu werden und allein zu sein.

Nun kann hier nicht der Ort sein, um an Glaubenssätzen zu arbeiten. Aber ich weiß, dass ein wichtiger Schritt dazu das Aufdecken und Erkennen derselben ist. Denn nur, was ich erkannt habe, kann ich hinterfragen. Nur, was ich angenommen habe, kann ich auch lösen.

Hier habe ich eine kleine Kreativübung für Sie

Deshalb möchte ich Sie zu dieser kleinen Übung einladen. Ich möchte, dass Sie auf die Suche gehen und sich Ihre Bilder und Überzeugungen zum “kreativ sein” bewusst machen.

Ergänzen Sie dazu die folgenden Satzanfänge. Gehen Sie sie einmal durch oder setzen Sie immer wieder neu an. Ganz wie Sie wollen. Wichtig bei dieser Übung ist, dass Sie möglichst spontan aufschreiben, was Ihnen durch den Kopf geht. Ungefiltert, unzensiert. Niemand sieht Ihnen zu oder bewertet Sie gar. Deshalb nur Mut, lassen Sie alles raus. ;-)

  • Kreativität ist für mich …
  • Kreativ sein heißt für mich …
  • Kreative Menschen sind …
  • Wer kreativ ist, der …
  • Kreativität kann …
  • Wenn man kreativ ist, dann …
  • Kreativ sein ist ja gut und schön, aber …
  • Ach ja, diese kreativen …
  • Ich würde meine Kreativität …
  • Zum Thema Kreativität hat man mir gesagt …
  • Ich finde, dass Kreative …
  • Meine Kreativität …

Achten Sie vor allem auch auf Extreme, denn hier können besonders dicke Blockaden lauern.

Ein Beispiel: Sie haben aufgeschrieben, dass Kreativität für Sie bedeutet, alle Probleme lösen zu können. Und Sie halten sich für einen kreativen Menschen. Was machen Sie jetzt mit dem nächstbesten Problem, das Sie nicht lösen können? Halten Sie sich dann nicht mehr für einen kreativen Menschen?

Und so weiter, und so fort.

Machen Sie sich Ihre persönlichen Bilder bewusst.

Machen Sie sich Ihre persönlichen Bilder klar. Holen Sie sie aus Ihrem Kopf heraus und bannen Sie sie aufs Papier. Das Aufschreiben hilft Ihnen dabei, Zusammenhänge zu erkennen und diese zu hinterfragen.

Dann sind Sie besser gewappnet, wenn Sie das nächste Mal vor einem Problem stehen, nicht weiter wissen und ein kleines Stimmchen in Ihnen wispert: Ich sollte das doch lösen können. Ich bin doch kreativ.

Denn, mal ehrlich: Gibt es nicht auch Probleme, die man nicht lösen kann? Oder die man vielleicht nicht jetzt, aber später lösen kann? Oder die vielleicht ein anderer lösen – und einem dabei helfen kann? Oder die vielleicht gar kein Problem sind? Oder die …

Na, Sie wissen schon. ;-)

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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kreativität, übungen kreativität

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