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Kreativität tut gut

Kreativität ist mehr als Innovation und exzentrisches Genie. Sie ist ein wesentlicher Baustein für unser Überleben und unser Wohl – und das auf allen Gebieten. Mit diesem Artikel möchte ich etwas Achtsamkeit für unsere Kreativität erzeugen. Reflexionsfragen können Ihnen helfen, den Wert der Kreativität für sich selbst zu erkennen und zu überlegen, wie Sie diese fördern.

In den letzten Jahren ist es stiller geworden um die Kreativität. Der Hype um Innovation, kreative Produkte und kreative Mitarbeiter ist von Schlagworten wie Achtsamkeit, Meditation, Entspannung oder Yoga abgelöst worden.

Teils wird Kreativität auch eher negativ gesehen. Versponnene Träumer werden belächelt, brotlose Künstler bemitleidet und exzentrische Genies ein bisschen gefürchtet.

Dennoch bleibt Kreativität wichtig. Uns ist oft gar nicht klar, wie wichtig sie ist. Und weil das so ist, und weil Kreativität gepflegt werden muss, habe ich diesen Artikel geschrieben. Sozusagen für ein bisschen mehr Achtsamkeit für die Kreativität. :-)

Was ist Kreativität?

Das Wort Kreativität stammt vom lateinischen „creare“ und meint so viel wie erschaffen, ein gestalterisches, schöpferisches Potenzial. Dieses Potenzial ist jedem Menschen gegeben; ich denke, zu einem guten Teil auch den Tieren. Es ist allerdings unterschiedlich ausgeprägt, kann leicht ausgebremst oder verhindert werden, und muss gepflegt und geübt werden.

In einem Interview sagte ich einmal, dass Kreativität meiner Meinung nach der Unterschied ist zwischen erschaffen, gestalten, mitdenken, sich einbringen, selbstbestimmt zu handeln und zu leben sowie dem bloßen Befolgen von Abläufen, Gewohnheiten, Routinen, Gesetzen. Ohne ihre Kreativität wäre die Menschheit nicht da, wo sie heute ist.

Mit den folgenden Beispielen gehe ich etwas näher darauf ein. Am Ende des Textes finden Sie die Links zu einigen Artikeln mit Tipps, wie Sie Ihre Kreativität fördern. Ich empfehle aber auch, immer nach eigenen Lösungen zu suchen. Auch das trainiert Ihre Kreativität. :-)

Kreativität tut gut

1. Kunst und Kultur. Ästhetisch-Künstlerisches und kulturelle Errungenschaften sind wohl das, was die meisten Menschen instinktiv mit Kreativität verbinden. Ich weiß nicht, ob beides auch in Ihrem Leben vorkommt? Tut es Ihnen gut? Manche Menschen blühen ja in Museen auf, ich selbst erhole mich mit einem guten Buch, und viele sind glücklich, wenn sie ihren künstlerisch-schöpferischen Teil ausleben können. Was wollen Sie tun, um diese Form von Kreativität für sich zu nutzen? Was wollen Sie tun, um Ihre Kreativität hier zu pflegen?

2. Fantasie und Vorstellungsvermögen. Fantasie ist die Basis für alle Autoren, die fiktive Welten erschaffen. Vorstellungsvermögen ist der Rohstoff für alle Weltverbesserer. Und Vorstellungskraft hilft auch Therapeuten und ihren Patienten, Blockaden zu lösen, Verletzungen zu heilen, Zukunftsentwürfe zu schaffen. Ist diese Form von Kreativität wichtig für Sie? Oder könnte sie es werden? Was wollen Sie tun, um Ihre Kreativität hier zu pflegen?

3. Ideen und Produkte. Kreativität in ihrer Form als Innovation ist wohl das zweite, was die meisten Menschen mit diesem Begriff verbinden. Zumindest ist letztere oft genug in den 1990er und 2000er Jahren durch die Presse gegangen. Manche Unternehmen schwören auch heute noch ihre Mitarbeiter auf sie ein. Innovative Ideen und Produkte sollen aber nicht nur Unternehmen beflügeln. Auch Wissenschaft und Technik können ohne sie nicht sein, in diesem Fall als neue Erkenntnisse und Erfindungen. Ist Kreativität hier hilfreich für Sie? Was wollen Sie tun, um sie in diesem Zusammenhang zu fördern und zu pflegen?

4. Anpassungen und Verbesserungen. Wer etwas entwickelt oder erfindet, stößt selten ins Unbekannte vor. Meist handelt es sich bei allem Neuen eher um die Anpassung, Änderung oder Verbesserung von etwas Bestehendem. Das ist der Fall beim Kaizen, also dem Managementkonzept der kontinuierlichen Verbesserung. Und das ist genauso der Fall beim Idealisten, der die Dinge etwas besser hinterlassen möchte, als er sie vorgefunden hat. Sind Sie ein Verbesserer? Ist diese Form von Kreativität die Ihre? Wie wollen Sie sie pflegen?

5. Lösungen und Alternativen. Manchmal reichen Verbesserungen nicht aus. Neue Lösungen, Alternativen müssen her, die Ihren Handlungsspielraum erweitern. Ich erinnere mich an eine Bekannte, die in einer beruflich und privat schwierigen Situation häufig murmelte „wenn ich doch nur eine Idee hätte“, die Lösung für ihre Probleme. Nun, Kreativität ist keine Lösung an sich. Aber sie kann Ihr Denken erweitern, um eine solche zu finden. Viele Ideen werden aus der Not geboren. Der äußere Druck kurbelt die menschliche Kreativität an; und diese hilft, die schwierige Lebenssituation zu bewältigen. Kennen Sie das von sich? Können Sie sich an Gelegenheiten erinnern, bei denen Ihre Kreativität Ihnen auf die Sprünge half, neue Lösungen finden ließ? Können Sie vielleicht etwas tun, um es hier in Zukunft leichter zu haben? Was?

6. Denkmuster und Gedanken. Kreativität bedeutet auch, anders zu denken als gewöhnlich, die Gedanken freier fließen zu lassen. Damit kann sie helfen, blockierende oder schädigende Denkmuster zu beseitigen. Wie heißt es so schön: Die Welt ist das, wofür wir sie halten. Erschaffen Sie mit Ihrer Kreativität neue mentale Muster, die Sie besser leben lassen. Das geht mit Hilfe kreativer Ausdrucksformen wie Malen oder Schreiben. Das geht mit Hilfe von Techniken. Und wenn es Ihnen allein eher schwer fällt, wissen viele Trainer, Coaches oder Therapeuten solche Mittel einzusetzen. Jetzt Sie: Tut Ihnen Kreativität hier gut? Wenn ja: Auf welche Art und Weise hilft sie Ihnen? Was wollen Sie tun, um kreativer und freier zu denken?

7. Veränderungen und Wandel. Nicht nur Einstellungen und Gedanken wandeln sich. Unsere ganze Lebensweise, Technik, Gesellschaft und Kultur ist schnellen, starken Veränderungen unterworfen. Wenn nichts bleibt, wie es ist, braucht es Kreativität, um das Neue zu gestalten. Sie ist Teil menschlicher Anpassungs- und Lernfähigkeit. Jetzt Sie: Gab es Veränderungen, Umbrüche, Wandel in Ihrem Leben? Hat Ihre Kreativität Ihnen geholfen, neue Wege zu gehen? Wenn ja: Was können Sie aus diesen Erfahrungen mitnehmen? Und: Wie können Sie auch in Zukunft hier kreativ und beweglich bleiben?

8. Selbstausdruck und selbstbestimmtes Leben. Traditionen fallen weg, gesellschaftliche und soziale Grenzen werden durchlässig. Das ist die Chance, sein Leben selbst zu gestalten. Für andere ist das Gleiche eher lästiges Übel und unvermeidbare Aufgabe. Wieder andere schätzen die Möglichkeit, dem eigenen Wesen Ausdruck zu geben oder unkonventionell und abwechslungsreich zu leben. Es ist Ihre Kreativität, die Sie Antworten und Wege finden lässt. Wie sieht es bei Ihnen aus? Führen Sie ein mehr oder weniger selbstgestaltetes Leben? Hat Ihnen Ihre Kreativität dabei geholfen? Was können Sie daraus mitnehmen?

9. Verbindung zu sich selbst. Eng verwandt zur Kreativität ist die Intuition. Der Volksmund kennt sie auch als Bauchgefühl oder sechsten beziehungsweise siebten Sinn. Über kreative Ausdrucksformen wie Malen oder Schreiben können Sie wieder in Kontakt mit sich selbst treten, Ihr Un- oder nur Halbbewusstes hören. Kreative Visualisierungen können Geist und Körper wohltuend beeinflussen. Und kreative Techniken lassen Sie bewusster denken. Haben Sie so etwas schon erfahren? Wie haben Sie damals Ihre Kreativität eingesetzt? Wie wollen Sie es auch weiterhin tun?

10. Verbindung zu anderen. Nicht zuletzt hilft Ihre Kreativität Ihnen auch, eine Verbindung zu anderen Menschen zu schaffen. Nehmen Sie eine andere Perspektive ein – und Sie fördern Einfühlungsvermögen, Verständnis und Toleranz. Setzen Sie Ihre Sinne bewusster ein – und Sie tun etwas für Feingefühl und Mitgefühl. All das können wir in unseren Beziehungen und Kontakten gebrauchen. Und noch einmal Sie: Tut Ihnen Ihre Kreativität hier gut? Hilft sie Ihnen im Zwischenmenschlichen? Wenn ja: Wie? Und, genau, wie wollen Sie dieses erhalten?

Wie bedeutend Kreativität für uns ist, kann man schon an einer einzigen Tatsache sehen: Nach neueren Forschungen hat die Evolution unser Gehirn offenbar so geschaffen, dass das freie Fließen von Assoziationen wichtiger ist als die korrekte Abspeicherung und Wiedergabe von Erfahrungen. Das führt zwar zu vielen, vielen Gedächtnisfehlern. Aber Assoziationen sind auch der Grundbaustein der Kreativität. Und das war offenbar die höhere Priorität fürs Überleben. Interessant, nicht? (Nach Julia Shaw, Das trügerische Gedächnis. Wie unser Gehirn Erinnerungen fälscht. London, München 2016, Seite 103. Partnerlink zu amazon.)

Kurstipps:

Kreatives Denken leicht gemacht. Mit Kreativität mehr Erfolg in Business und Beruf.
Ideen für Kunden und Konzepte finden. Ideen finden, ausarbeiten und umsetzen.
Kreativ lernen. Mit Kreativität leichter, schneller und besser lernen.

Lesetipps:

Kreative Helfer für Alltag und Beruf (PDF)
Kreativitätstest: Wie kreativ sind Sie? (PDF)

10 kreative Gewohnheiten und Verhaltensweisen
12 Erfolgsfaktoren für Kreativität

24 Übungen für ein besseres Vorstellungsvermögen
66 Ideen für neue Perspektiven

© 2017 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 06.06.17