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10 Tipps, wie Sie Lebensübergänge bewältigen

Unser Leben verläuft oft nicht glatt. Wir schlittern ganz gern unachtsam, unvorbereitet oder überfordert von Abschnitt zu Abschnitt, kleinere oder größere Krisen inbegriffen. Dabei steckt in diesen „Lebensübergängen“ auch viel Potenzial; nun, oder wir könnten es uns zumindest etwas einfacher machen. 😉 Deshalb habe ich hier zehn Tipps für Sie, wie Sie diese Übergänge besser bewältigen und neue Abschnitte in Ihrem Leben bewusster gestalten.

Unser Leben verläuft nicht immer glatt, wir entwickeln uns nicht kontinuierlich fort. Dazu muss man gar nicht mal an Katastrophen und Co. denken, die von außen zu Einschnitten führen. Brüche, Wechsel und Übergangsphasen sind von selbst als fester Bestandteil in unser Leben eingebaut.

Säuglingsalter, frühe Kindheit, Schule und Ausbildung, Studium und Beruf, Jahre der Reifung als Erwachsener, womöglich Elternschaft, die ersten Verluste, Flüggewerden der Kinder, „Krise der Lebensmitte“, Sorge für die eigenen, älter werdenden Eltern, der nahende Ruhestand, langsames Altern, Schwächerwerden des Körpers und irgendwann der Tod.

Manche dieser Lebensphasen gehen relativ problemlos ineinander über. Bei vielen knirscht es aber auch ganz gehörig im Gebälk, schlägt das Rad des Lebens nur mühsam einen neuen Kurs ein, müssen sich neue Denkmuster und Verhaltensweisen erst ächzend herausbilden. Und hin und wieder kommt es sogar zu regelrechten Krisen.

Was können wir tun, um diese Lebensübergänge besser zu bewältigen? Dazu habe ich mal folgende Tipps gesammelt.

1) Übernehmen Sie die Verantwortung

Sie müssen nicht blind in Ihren nächsten Lebensabschnitt stolpern. Junge Eltern bereiten sich manchmal auf die Geburt des ersten Kindes umfangreich durch Bücher und Kurse vor. Das schützt sie nicht vor Überraschungen und dem „Schock“ der tatsächlichen Praxis. Doch sie sollten zumindest etwas besser wissen, was sie erwartet und was sie zu tun haben. 😉

Entwickeln Sie etwas mehr Achtsamkeit für sich und Ihr Leben. Wo zeichnen sich Veränderungen ab? Was geht nicht mehr? Was bricht weg? Was kommt neu hinzu? Wo zieht es Sie hin? Erkennen Sie den neuen Lebensabschnitt und würdigen Sie ihn als das, was er ist, mit all den Möglichkeiten, die in ihm liegen. Das macht es leichter.

Und: Übernehmen Sie die Verantwortung für die Gestaltung dieses Abschnitts. Sie sind nicht für das verantwortlich, was Ihnen geschieht. Doch geben Sie die Verantwortung für das, was Sie daraus machen, nicht leichtfertig ab. Es ist Ihr Leben, gestalten Sie es, so gut Sie können.

2) Schaffen Sie Raum für Veränderungen

Viele Menschen sperren sich gegen Veränderungen. Und ich kann das gut verstehen. Mir fallen Veränderungen immer besonders schwer, wenn ich das, wovon ich mich weg entwickle oder was ich aufgebe / verliere, geliebt habe. Andere hadern mit dem, zu dem sie sich hin entwickeln – der Auszug der Kinder, das Älterwerden, der (Un-) Ruhestand: Welchen Sinn hat das Leben noch für eine leidenschaftliche Mutter, wenn die Kinder fort sind? Wie soll man die Nachteile des Alters akzeptieren, wenn man sich über die Jugend identifiziert?

Doch, wie oben schon gesagt, viele Veränderungen geschehen von selbst, ob wir wollen oder nicht. Nicht nur „äußere“ Veränderungen wie Auszug der Kinder oder nahende Rente. Nicht nur biologische Veränderungen wie die unseres eigenen Körpers oder der Menschen, die wir lieben. Nein, auch „innen“, in uns selbst verändern wir uns. Wir entwickeln neue Bedürfnisse, Sehnsüchte, Prioritäten, wir brauchen andere Lebensinhalte und -gewohnheiten.

Wenn Sie diesen Veränderungen einen „Raum“ zur Verfügung stellen, wenn Sie sie annehmen und zu ihnen stehen, fällt es leichter.

3) Räumen Sie auf, entmisten Sie und schaffen Sie Platz

Wenn etwas Neues seinen Platz finden soll oder will, muss etwas Altes weichen. Das ist eine Binsen-Weisheit, die allerdings oft übersehen wird. Schaffen Sie Platz für dieses Neue.

Manche nutzen zum Beispiel einen Umzug, um mal ordentlich zu entrümpeln, fortzuräumen, was ihnen nichts mehr bedeutet, und sich auf die neuen Lebens- und Wohnverhältnisse einzustellen. So habe ich zum Beispiel nach Studienende viele „zusammengeklaubte“ Möbel meiner Studentenbutze auf den Sperrmüll gegeben, habe die Stadt verlassen und mit sehr leichtem Gepäck neu angefangen.

Tipp: Lesen Sie dazu auch meine Checkliste „Entrümpeln“.

Gibt es andere Dinge, die Sie aufgeben wollen oder müssen? Dinge, die sich überlebt haben, die Ihnen nicht mehr gut tun, mit denen Sie sich vielleicht sogar Schaden zufügen? Wo brauchen Sie „Platz“? (Das muss nicht gegenständlich gemeint sein. Es können zum Beispiel auch alte Verhaltensweisen, Gewohnheiten, Einstellungen und anderes mehr sein.)

4) Versuchen Sie, loszulassen, zu trauern und zu beenden

Nicht alles räumen wir freiwillig oder leichten Herzens fort. Das Haus, das man mit so viel Opfern und Hingabe gebaut hat; die Menschen, die man sympathisch fand, ins Herz geschlossen oder geliebt hat; der Beruf, der einem alles gegeben hat. Selbst den Verlust einer Lebensphase oder einer Rolle im Leben kann man betrauern.

Versuchen Sie, loslassen zu lernen. Fragen Sie sich immer: Tut mir das, was ich hier halte, noch gut? Oder fügt es mir Frust, Sorgen, Schaden und Schmerzen zu? Hat es noch einen Sinn zu halten? Liegt es noch in meiner Macht zu halten?

Wenn das Halten nicht mehr möglich ist oder Schaden zufügt, kann bewusstes Loslassen, Abschiednehmen und Trauern Erleichterung bringen, heilen, neuen Aufbruch, Befreiung und Freude ermöglichen.

Nebenbei: Erwarten Sie nicht, dass alles nahtlos abheilen wird oder sich vergessen lässt. (Das wäre allenfalls Verdrängung.) Verluste und Trauer verändern einen Menschen genauso, wie regelrechte „Folgeschäden“ zurückbleiben können. Nehmen Sie das an, das ist normal und manchmal kann man es sogar in etwas Positives verwandeln.

5) Seien Sie achtsam, achten Sie auf eigene Wünsche und Ziele

Es hat keiner gesagt, dass Sie die Veränderungen und Lebensübergänge passiv hinnehmen müssen, ob sie nun „von außen“ oder eher „von innen“ kommen oder beides. Entwickeln Sie noch einmal Achtsamkeit für sich und Ihr Leben: Was bedrückt und frustriert Sie, was fehlt Ihnen? Was sind demnach Bedürfnisse und Wünsche, die Sie noch nicht leben? Was zählt wirklich für Sie? Was inspiriert Sie?

Leider sind wir oft schon als Kleinkinder durch Erziehung und Umfeld so von uns selbst entfernt, dass wir nicht mehr wissen, was wir wirklich wollen. Wir streben „falsche Ziele“ an, richten uns nach anderen, passen uns an oder setzen einmal entwickelte Gewohnheiten fort.

Aber sind das noch wir? Ist es wirklich das, was *wir* wollen? Lebensübergänge sind da ein bisschen wie Umzüge: Sie geben Ihnen die Chance, einmal innezuhalten, Ihr bisheriges Leben zu hinterfragen, mitzunehmen, was Sie „in der neuen Wohnung“ haben wollen, loszulassen, was nicht mehr erfüllt oder Schmerzen zufügt, und sich zu überlegen, wie Sie den Rest des „neuen Ambientes“ gestalten wollen.

Versuchen Sie auch, sich wirklich selbst zu hören. Entwickeln Sie ein gutes Bauchgefühl, „innere Weisheit“, Intuition. Nehmen Sie sich ernst. Wer sollte das tun, wenn nicht Sie?

Tipp: Mehr über sich selbst, Ihre Wünsche, Träume und Ziele erfahren Sie mit meinem Kurspaket „Lebe dein Leben“.

6) Entwickeln und trainieren Sie Ihren „Anfängergeist“

Mir fällt dazu eine kleine Episode ein: Nach Weihnachten war ich das erste Mal seit Urzeiten wieder in unserem Hallenbad schwimmen. Ich fühlte mich an meine Jugend erinnert. Und ich musste unwillkürlich denken: Meine Güte, jetzt bin ich über 40 und bin schon wieder dabei, etwas Neues aufzubauen. Sollte man in dem Alter nicht mal langsam „solider“ werden und die Früchte seines Lebens genießen? Muss ich mir vorkommen, wie ein in die Jahre geratener Teenager, der es immer noch nicht „geschafft“ hat? 😉

Nun, zweifellos gibt es „stabilere“ Lebensläufe als die von Autoren oder Kreativen, die oft eher ihrer Neigung folgen, statt sich für die nächsten Jahrzehnte ein gutes Pölsterchen in einer möglichst großen (und vermeintlich sicheren) Firma zu suchen.

Doch täuschen Sie sich nicht: Nur sehr wenige kommen in diesen Zeiten noch an Einschnitten und Veränderungen vorbei. Und es gibt immer mehr Menschen, die sich mit 40, 50, 60, 70 oder 80 noch Neues aufbauen oder aufbauen müssen.

Was dann hilft, nennen manche Autoren den „Anfängergeist“. Das heißt, üben Sie sich darin, dieses Neue ganz bewusst zu entdecken, zuzulassen und zu fördern. Wie heißt es so schön: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Es gilt, die Bereitschaft, die kindliche Neugier, das Staunen und die Offenheit für diesen Anfang zu entwickeln; sich immer wieder auf Neues einlassen oder Altes neu abändern zu können.

Wenn Sie so wollen, ist der Anfängergeist eine Mischung aus:

  • typischen Dingen, die die Kreativität fördern, wie etwa, Routinen aufzubrechen, mal einen neuen Weg zur Arbeit zu nehmen, neue Menschen kennenzulernen oder Orte aufzusuchen, etwas „Ungewöhnliches“ oder „Verrücktes“ zu tun … (Lesen Sie dazu auch meinen Artikel „12 Erfolgsfaktoren für Kreativität“.)
  •  sich selbst, dem Leben, seinen Mustern und Menschen zu vertrauen
  •  und im Hier und Jetzt zu leben.

7) Holen Sie noch fehlende Kompetenzen nach

Brauchen Sie noch neues Wissen und Knowhow für den Weg? Wo können Sie dieses Knowhow dann erwerben? Oder fehlen Ihnen bestimmte Informationen? Wo könnten Sie diese dann finden? Oder könnten Ihnen bestimmte sogenannte „Metakompetenzen“ hilfreich sein? Wie können Sie diese dann entwickeln?

(Mit Metakompetenzen sind allgemeine, übergeordnete Fähigkeiten gemeint wie: Die eigenen Körpersignale und Gefühle zu verstehen. Seine Affekte besser zu beherrschen. Einfühlungsvermögen und Sozialkompetenz aufzubringen. Strategisch planen und diszipliniert handeln zu können. Probleme lösen zu können. Und anderes mehr.)

8) Fördern Sie Ihren Mut und Ihr Selbstvertrauen

Das Selbstvertrauen hatte ich oben schon beim Anfängergeist erwähnt: In der Regel haben wir Menschen Angst vor neuen, unbekannten Situationen. Das gilt für alle, die einen mehr, die anderen weniger. Wir wollen den sicheren Hafen nicht verlassen, uns keine Blessuren holen, die Anstrengungen nicht auf uns nehmen und – wenn überhaupt – am liebsten an Mamas Hand ins Neue gehen. 😉

Letzteres war übrigens kein Scherz: In der Regel wird sich auch Ihr „inneres Kind“ bei Ihnen melden, zetern, Bedenken haben und beruhigt werden wollen. „Mamas Schutz“ werden Sie nun selbst oder genauer Ihr erwachsenes Ich übernehmen müssen. Fragen Sie sich bei Ängsten also zum Beispiel immer: „Welcher Teil von mir spricht da gerade? Wie alt ist die Stimme, die sich dort fürchtet?“ Wenn es das kleine Kind in Ihnen ist, dann nehmen Sie es liebevoll an die Hand und machen Sie ihm Mut.

Lesen Sie hier

9) Schulen Sie Ihre Willenskraft

Neben Mut und Selbstvertrauen könnte auch ein bisschen Willenskraft nicht schaden. Manche Menschen haben sie von Natur aus, manchmal vielleicht sogar ein bisschen mehr, als gut für sie wäre. (Ich gehöre dazu.) Andere könnten darin noch ein bisschen Unterstützung gebrauchen. Lesen Sie deshalb zum Beispiel

Auch mein Kurs „Motiviert ans Werk“ kann helfen.

Luise Reddemann empfiehlt in ihrem Buch „Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“: Machen Sie es wie das Wasser. Bahnen Sie sich einen Weg durch sämtliche Stolpersteine hindurch. Schließlich wurde selbst der Grand Canyon von Wasser geschaffen. Geduldig und unnachgiebig hat Wasser eine gewaltige Kraft.

10) Lassen Sie Ihrer Seele Zeit

Vor zwei Jahren bekam ich von meiner Nachbarin einen kleinen Kalender geschenkt. Und ich glaube, für den Monat Januar oder Februar gab es einen sehr schönen Spruch, der mir damals, mitten in meiner eigenen Umbruchszeit, sehr passend erschien: Zwei Wanderer lagen hoch oben in den schneebedeckten Bergen auf Liegestühlen und genossen die Wintersonne. Und darunter stand etwas wie: „Lass‘ deiner Seele immer wieder Zeit, dich einzuholen.“

Mit anderen Worten: Pläne und Taten sind gut. Einen Lebensabschnitt und -übergang bewusst zu gestalten, ist gut. Doch unsere Seele braucht Zeit, diese Veränderungen zu verkraften und zu verarbeiten. Geben Sie sie ihr. 😉

Kurstipp

  • Unterstützung bei Ihren Lebensübergängen und -krisen erhalten Sie mit meinem schon oben erwähnten Paket „Lebe dein Leben“

Literaturtipp

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01.02.14

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