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Lernhilfe Metakognition: Besser lernen durch Selbsterkenntnis

Kinder sind unschlagbar im Auswendiglernen, bei Erwachsenen lässt diese Fähigkeit ohne Gegenmaßnahmen oft spürbar nach. Dafür haben Erwachsene eine andere „Waffe“ im Gepäck, um besser zu lernen: Die Fähigkeit, ihr Lernen geschickt zu planen und an ihre Stärken und Schwächen anzupassen. Je besser Sie sich selbst kennen, desto leichter werden Sie auch lernen. So geht’s …

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, so oder ähnlich lautet ein Sprichwort. Und ja, in mancher Hinsicht fällt uns das Lernen schwerer, je älter wir werden.

Ich sehe es an mir selbst: Während ich früher noch mühelos ganze Aktenordner auswendig gelernt habe, schreibe ich jetzt lieber eine Einkaufsliste, statt zu riskieren, im Supermarkt zu stehen und die Hälfte vergessen zu haben. 😉

Allerdings muss ich zugeben, dass das auch reine Bequemlichkeit ist, denn mit den richtigen Strategien könnte ich mir meine Einkaufsliste sehr wohl merken.

Das ist andererseits aber auch eine große Stärke von Erwachsenen beim Lernen. Erwachsene können beurteilen, was sie wann wie lernen wollen, welche Stärken und Schwächen sie haben, und welche Strategien sie deshalb anwenden wollen. (Und ob es sich lohnt, seine Einkaufsliste auswendig lernen zu wollen. ;-)) Kinder und Jugendliche, denen das Auswendiglernen vielleicht noch leicht fällt, tun sich hier erheblich schwerer.

Richtig eingesetzt können Sie mit dieser Selbstbeobachtung, dieser Selbsterkenntnis um die eigenen Lernfähigkeiten (Metakognition) erheblich besser lernen.

Lernhilfe Metakognition: Die Person

Fangen Sie bei sich selbst an: Wie steht es mit Ihren Stärken und Schwächen beim Lernen? Was können Sie gut? (Das dann weiter optimieren.) Was fällt Ihnen eher schwer? (Hier nach Alternativen suchen.)

Beobachten Sie sich beim Lernen und führen Sie Buch.

Beispiel:

  • Lesen Sie lieber Texte, oder werten Sie eher Zahlen und Statistiken aus?
  • Sind Sie gut darin, Wissen zu strukturieren, oder brauchen Sie Zusammenfassungen?
  • Was merken Sie sich bei einem Text: Die Beispiele, wichtige Begriffe, die Aussagen?
  • Wann lernen Sie ruhig und gelassen, und wann werden Sie hektisch und gereizt?
  • Lernen Sie lieber still für sich oder gemeinsam in einer Gruppe?

Lernhilfe Metakognition: Die Aufgaben

Bereiten Sie sich sorgfältig auf eine neue Aufgabe vor. Überlegen Sie, welche Ansprüche die Aufgabe vielleicht an Sie stellen wird, und welche Fähigkeiten Sie dafür einsetzen können.

Beispiel:

  • Wenn Sie sich (neue) Computerkenntnisse aneignen wollen, fällt Ihnen der Umgang mit dieser Technik eher leicht oder schwer?
  • Lernen Sie besser aus Computerbüchern, unter Anleitung im Seminar, oder Learning by doing vor Ihrem Rechner?
  • Auf welche Schwierigkeiten und mögliche Probleme sollten Sie sich vorbereiten?
  • Welches Leistungsniveau wollen Sie in welcher Zeit erreichen?

Lernhilfe Metakognition: Die Vorgehensweise

Unterschiedliche Aufgaben erfordern oft unterschiedliche Vorgehensweisen. Wer für eine Klausur lernt, muss anders an die Dinge herangehen als derjenige, der ein neues Programm ausprobiert.

Je besser Sie Aufgaben und Vorgehensweisen aufeinander abstimmen, desto höher Ihr Lernerfolg.

Also etwa:

  • Welche Aufgabe erfordert welche Vorgehensweise?
  • Welche Strategie davon liegt Ihnen, mit welcher haben Sie Schwierigkeiten?
  • Auf welche Bedingungen, zeitliche Vorgaben und so weiter müssen Sie achten?
  • Welche Lernschritte versuchen Sie allein zu bewältigen, wo holen Sie sich Hilfe?
  • Wo machen Hilfsmittel wie Bücher, Medien oder Seminare Sinn?

Lernhilfe Metakognition: Die Auswertung

Ziehen Sie Bilanz und lernen Sie aus Ihren Erfahrungen für das nächste Mal.

Beispiel:

  • Welche positiven oder negativen Erfahrungen haben Sie gemacht?
  • Wie hätten Sie mehr aus einem Seminar oder einer Lerneinheit mitnehmen können?
  • Was wollen Sie das nächste Mal tun, damit Sie noch erfolgreicher lernen?

Und so weiter, und so fort.

Diese Fragen sind nur Beispiele und längst nicht erschöpfend. Sie sollen Ihnen zeigen, worum es geht und was möglich ist. Übertragen Sie sie auf Ihre eigenen Lernprojekte.

Am wichtigsten wäre mir, dass Sie folgendes mitnehmen: Es gibt viele Mittel, besser zu lernen. Aber eine große Lernhilfe wird oft übersehen: Das Wissen um seine eigenen Möglichkeiten, und die Umsetzung dieses Wissens in einer guten Strategie.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 04.05.09

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