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Profi-Tipps Mind Mapping: So holen Sie mehr aus einer Mind Map heraus

Jeder hat sicher seine eigene Art zu mappen. Doch es gibt einige Punkte, mit denen Sie mehr aus Tony Buzans Mind Mapping herausholen können. Hier kommen ein paar Tipps, die ich in meiner eigenen Praxis gesammelt habe.

Tony Buzans Mind Mapping (Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich) ist bekannt. Viele haben davon gehört, etliche haben es ausprobiert. Auch in meinen Selbstlernkursen und Artikeln kommt diese Kreativtechnik immer wieder vor, etwa in meinen Beiträgen „6 Tipps, wie Sie mit Mind Mapping besser lernen“ und „Aufgaben mit Mind Maps visualisieren“.

Und sicher wird jeder seine eigene Art haben zu mappen. Doch es gibt einige Punkte, die Sie beachten sollten, weil Sie mit ihnen mehr aus Ihrer Mind Map herausholen können. Hier kommen einige, die ich selbst erprobt habe.

1. Üben Sie erst auf dem Papier, bevor Sie zum Programm wechseln

Sie können eine Mind Map ganz ordinär mit Stift und Papier erstellen oder ein Mind-Map-Programm dafür nutzen. Doch selbst wenn Sie ein Programm vorrätig haben, würde ich empfehlen, zumindest am Anfang auf dem Papier zu üben.

So haben Sie Gelegenheit, sich in Ruhe mit der „Denkweise“, also der Arbeitsweise der Technik vertraut zu machen. Sie müssen sich nicht noch gleichzeitig mit dem Programm herumschlagen. In einem zweiten Schritt können Sie immer noch mit den vielen, kleinen Symbolen, Buttons und Möglichkeiten der Software spielen. 😉

2. Beginnen Sie eine Mind Map in der Mitte des Papiers

Schreiben Sie den Kernbegriff Ihrer Map in die Mitte des Papiers, nicht in eine Ecke. Das hat praktische Gründe, ja. Sie können sich nach allen Richtungen ausbreiten. Doch es beeinflusst auch Ihr Denken.

Der rundherum freie Raum signalisiert Ihren Gedanken: „Hallo, schau mal, wie und womit du mich füllen kannst.“ Ihr Denken ist offen.

Wenn Sie aus einer Ecke starten, signalisiert das Ihrem Unterbewusstsein: „Achtung, das geht jetzt hier nur in einige wenige Richtungen.“ Ihr Denken ist begrenzt und schnell auf einen bestimmten Kurs festgelegt.

3. Beschriften Sie Ihre Äste mit Schlüsselbegriffen, nicht mit ganzen Sätzen

Eine Mind Map wird gleichzeitig gelesen und „auf einen Blick erfasst“. Sie nehmen die Map und ihre Äste und Verzweigungen teils wie eine Kamera mit einem „Klick“ wahr.

Lange Sätze auf den Ästen erschweren diese „ganzheitliche Wahrnehmung“. Sie fangen an zu grübeln und knien sich tiefer rein, um die Sätze zu lesen und zu erfassen. Doch besser wäre es, einzelne Schlüsselworte auf besagten Ästen mit einem „Klick“ erkennen zu können.

4. Verwenden Sie für zusammengehörige Dinge die gleiche Farbe

Wie gesagt, Sie lesen eine Map nicht nur, Sie erfassen sie als Bild, als Ganzes, auf einen Blick. Deshalb hilft es, wenn Sie für zusammengehörige Dinge (Äste, Begriffe, Symbole und so fort) die gleiche Farbe verwenden. Ihr Gehirn weiß so gleich: „Aha, alles, was rot ist, gehört zusammen in eine Schublade. Alles, was blau ist, in eine andere.“

So können Sie die Struktur und die Zuordnung Ihrer Map teilweise bereits über die Farben wahrnehmen.

5. Nutzen Sie Mind Mapping nur bedingt, um damit Ideen zu finden

Die Stärke von Mind Mapping ist es, zu systematisieren, zu ordnen und zu strukturieren. Sie können damit auch Ideen finden, ja. Allerdings eher in dem Sinne, dass Sie eine schon vorhandene Idee weiterdenken, in die Tiefe verfolgen und Details herausarbeiten.

Wenn Sie noch keinen „blassen Schimmer“ haben, würde ich eine unbewussst-assoziative Kreativtechnik wie das Clustering nutzen. Hier suchen Sie ungesteuerter nach Ideen, Sie lassen sich treiben, Ihr Denken ist offen. Alles ist noch möglich und auch erwünscht.

Erst in einem zweiten Schritt würde ich die so gewonnenen Ideen mit Mind Mapping verfeinern und ausgestalten.

6. Was ist der Unterschied zwischen Clustering und Mind Mapping?

Vermutlich liegt Ihnen jetzt die Frage auf den Lippen, was denn der Unterschied zwischen Clustering und Mind Mapping ist, mmh? 😉 Nun, nehmen wir einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt als Beispiel.

Die Äste einer Mind Map würden etwa so aussehen:

Weihnachtsmarkt (Kernbegriff) –> Buden (Hauptast; stehen auf dem Weihnachtsmarkt) –> Kerzen / Ketten / Glühwein (einzelne Nebenäste; kann man in den Buden kaufen)

Die Assoziationskette bei einem Clustering könnte etwa so aussehen:

Weihnachtsmarkt (Kernbegriff) –> Buden –> Holz (Buden sind aus Holz) –> Wald (dort wächst der Baum für das Holz) –> Holzfäller (er schlägt den Baum) –> Axt (mit der Axt) –> Unfall (der Holzfäller haut sich die Axt ins Bein ;-))

Sehen Sie den Unterschied? Bei einem Cluster lassen Sie sich treiben und folgen Ihren Gedanken. Ganz egal, wohin diese auch führen mögen. Bei einer Mind Map strukturieren Sie. Sie suchen gezielt nach Dingen, die zusammengehören, und versuchen, eine Logik und Reihenfolge zu erkennen.

7. Überlegen Sie, wonach Sie strukturieren und ordnen wollen

Eine Mind Map kann nur unterstützen, sie ist kein Wundermittel. Sie hilft Ihnen, strukturiert zu denken, doch sie macht das nicht von allein. 😉 Es ist Ihre Aufgabe, zum Beispiel die Hauptäste und Oberbegriffe so zu wählen, dass sich daraus eine klare Struktur ergibt.

Denken Sie vom Allgemeinen zum Speziellen, oder vom chronologisch Früheren zum Späteren, oder vom Übergeordneten zum Untergeordneten. Versuchen Sie, Ordnungskriterien zu erkennen, zu bündeln und zu gruppieren.

Wenn das nicht auf Anhieb sitzt, können Sie die Map in einem zweiten Schritt neu zeichnen und anpassen. Mit einem Programm geht das natürlich noch einfacher, Sie müssen nur einzelne Punkte hin und her schieben.

Überlegen Sie auch, was genau Sie eigentlich mit Ihrer Map erfassen wollen. Ist es zum Beispiel das grobe Gerüst eines Buchs? (Vogelschau.) Oder eher eine einzelne Szene mit all ihren Details? Wollen Sie damit die Charakterstudie einer Figur herausarbeiten? Oder gehen Sie eher einzelnen Fragen der Handlung nach? Werfen Sie nicht alles in einen Topf, das „verwässert“ nur Ihre Map. Fertigen Sie in dem Fall lieber mehrere Maps an.

Üben Sie ruhig ein wenig das strukturierte Denken mit einer Mind Map. Sie werden sehen, dass es Ihnen von Mal zu Mal leichter fallen wird.

8. Mappen Sie im Uhrzeigersinn

Eine Mind Map wird zumindest im westlichen Kulturkreis im Allgemeinen im Uhrzeigersinn gelesen. Nutzen Sie das, um wieder eine gewisse Struktur in Ihrer Map wiederzugeben. Denn Ihr Auge wird den Ästen wie ein Zeiger den Ziffern einer Uhr folgen und deren Reihenfolge ans Gehirn weiterleiten. Es ist dann praktisch, wenn die aufeinander folgenden Äste gleich schon eine gewisse Logik wiedergeben.

Auch dafür können Sie eine Map gegebenenfalls noch einmal reinzeichnen oder eine Software benutzen.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 24.02.2011

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