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Mit der Cliffhanger-Strategie nicht mehr aufschieben

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ rät schon der Volksmund. Trotzdem sind viele von uns ein Meister darin – im Aufschieben. Eine einfache Denktechnik schafft Abhilfe.

Wir wollen es nicht, aber wir tun es: Aufschieben

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ rät schon der Volksmund. Trotzdem sind viele von uns ein Meister darin – im Aufschieben. Da werden Aufgaben nicht angefangen, Entscheidungen nicht gefällt, Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt.

Vordergründig verschafft uns das Erleichterung. Müssen wir uns doch nicht um unangenehme oder schwierige Dinge kümmern, sondern können das tun, wonach uns der Sinn steht. Doch das dicke Ende kommt noch. Die Aufgabe wird unter Umständen schlecht oder gar nicht erledigt, Ziele nicht erreicht, zurück bleibt ein Gefühl von Unfähigkeit und Versagen.

Dabei kann Aufschieben viele Ursachen haben.

Mancher glaubt vielleicht, die Aufgabe nicht bewältigen zu können. Manchen lassen vielleicht unterschwellige Ängste oder ein schwaches Selbstwertgefühl zögern. Und bei manchem sind vielleicht auch die Ziele, die es zu verfolgen gilt, gar nicht die eigenen – ist das Aufschieben eine Abwehrreaktion auf fremde Erwartungen.

Manchmal ist es aber auch viel simpler.

Da lockt die Sonne, haben wir keine Lust, erscheint uns der (Aufgaben-) Berg viel zu hoch. Also lassen wir es sein.

Ganz abgesehen davon, dass der Beginn jeder Tätigkeit eine gewisse Hürde darstellt, einen besonderen Energieaufwand erfordert. Das ist wie beim Sport, wo wir uns auch erst warmlaufen müssen. Wenn wir dann „drin“ sind, läuft es meist wie geschmiert.

Das heißt, alles, was Sie in dem Fall tun müssen, ist, den Anfangswiderstand zu überwinden. Sie müssen den Berg demontieren und sich selbst motivieren.

Anfangswiderstand verringern: Mit der Cliffhanger-Strategie

Dabei hilft Ihnen die Cliffhanger-Strategie: Anstatt eine Aufgabe nur dann anzufangen, wenn Sie genug Zeit und Motivation zusammengekratzt zu haben glauben, versuchen Sie lieber, sie in Einzelpäckchen aufzuteilen und nach und nach zu erledigen.

Das hat nicht nur den Vorteil, dass Sie freie Zeitfenster nutzen, die Arbeit überschaubarer halten und schneller erste Erfolgserlebnisse verzeichnen können.

Sie können so auch die Arbeitsweise Ihres Gehirns für sich nutzen.

Der Zeigarnik-Effekt: Unser Gehirn will Dinge beenden, die es angefangen hat

So hat die russische Psychologin Bljuma Zejgarnik in den 1920er Jahren herausgefunden, dass wir uns viel besser und detailreicher an nicht abgeschlossene Aufgaben erinnern als an erledigte (sogenannter Zeigarnik-Effekt). Offenbar will unser Gehirn beenden, was es begonnen hat, will Türen schließen, die es geöffnet hat. Erst dann kann es eine Sache abhaken und zur Tagesordnung übergehen.

Die Werbung hat diese Tatsache aufgegriffen, indem sie zum Beispiel in Anzeigen die notwendigen Informationen nur schrittweise freigibt, Fernsehfolgen an der spannendsten Stelle abbricht (sogenannter Cliffhanger). Der Leser soll am Ball bleiben, die Anzeige zu Ende lesen und auch beim nächsten Mal wieder einschalten.

Und das heißt auf Ihre Aufschieberitis übertragen …

Auf Ihre Aufschieberitis übertragen heißt das: Fangen Sie mit einer Teilaufgabe an und lassen Sie Ihr Gehirn für sich arbeiten. Lassen Sie es sich an offenen Türen stoßen und nach der Antwort suchen. Wie bei einem Cliffhanger eben: Etwas ungelöst im Kopf zu haben, ist wie an einer Felswand zu hängen. Wir können einfach nicht loslassen. Solange, bis die Aufgabe erledigt ist.

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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