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2005 - 2008
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Ladenhüter, Konflikte oder unglaubwürdige Texte - sie alle haben eines gemeinsam: Ein fehlendes Einfühlungsvermögen. Wenn Sie nicht am Kundenbedarf vorbeientwickeln oder sich in Auseinandersetzungen aufreiben wollen, lernen Sie, die Perspektive zu wechseln und die Sichtweise des anderen einzunehmen. Edward de Bonos Methode OPV kann Ihnen dabei helfen. Wissen, was im Kopf des anderen vorgeht ... Wissen, was im Kopf des anderen vorgeht – das ist ein alter Traum. Ein Traum mit handfesten Vorteilen. Sind Sie selbstständig oder arbeiten in Marketing und Produktentwicklung? Fein. Dann könnten Sie das Wissen über Kundenbedürfnisse für Ihre Produkte nutzen. Wollen Sie bessere Entscheidungen treffen? Dann dürfte es Gold wert sein, die Interessen und Reaktionen der Beteiligten abschätzen zu können. Ihr Kontakt zu Familie, Freunden und Bekannten könnte konfliktfreier, weil weniger anfällig für Missverständnisse werden. Selbst als Autor würden Ihre Texte davon profitieren. Wäre es doch etwa für einen Knastroman hilfreich, wenn Sie sich in einen Gefängnisinsassen einfühlen, damit glaubwürdiger schreiben könnten. Die Perspektive wechseln ... Nur – leider können wir keine Gedanken lesen. Wir können nicht wissen, was im Kopf des anderen vorgeht, solange derjenige es uns nicht selbst sagt. Was also tun? Lernen Sie, die Perspektive zu wechseln und in den Schuhen des anderen zu gehen. Versuchen Sie, die Welt aus den Augen von Gefängnisinsasse oder Konfliktpartner zu sehen. Edward de Bonos OPV: Aufmerksamkeit lenken ... Eine Methode, die Sie dafür nutzen können, ist die von Edward de Bono entwickelte OPV-Methode. (OPV für Other People’s Views. Im Deutschen vielleicht nicht ganz treffend mit „anderer Leute Meinungen“ wiedergegeben. Geht es bei dieser Methode doch weniger um Meinungen als vielmehr um Sichtweisen und Perspektiven.) Das Ziel von OPV: Ihre Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, um sich so in die Lage anderer Menschen zu versetzen. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor: Angenommen, Sie wollen eine Entscheidung treffen. Vielleicht spielen Sie mit dem Gedanken, in Ihrer Gegend ein Seminarhaus aufzumachen. Dort wollen Sie eigene Kurse anbieten und die Räume auch an andere Trainer und Berater vermieten. Im ersten Schritt überlegen Sie, wer alles von Ihrer Entscheidung betroffen sein könnte. Nehmen Sie sich Stift und Papier und listen Sie auf:
Im zweiten Schritt gehen Sie jetzt die einzelnen Gruppen durch. Überlegen Sie, wie jede von ihnen Ihr Projekt "Seminarhaus" vielleicht sehen und beurteilen würde. Also zum Beispiel:
Bewusstsein für Möglichkeiten schärfen ... Versuchen Sie, den Standpunkt der jeweils Beteiligten einzunehmen und die Auswirkungen Ihres Plans „Seminarhaus“ von allen Seiten abzuklopfen. Damit haben Sie zwar keine Garantie, dass jemand tatsächlich so denkt. Und erst recht können Sie nicht in die Zukunft sehen, welche Ihrer Szenarien Wirklichkeit werden. Das ist aber auch gar nicht der Punkt. Bei OPV geht es einzig darum, Ihr Bewusstsein für Möglichkeiten zu schärfen. Für die Möglichkeit, was Kunden wollen, Entscheidungen bewirken und Familienmitglieder sagen. So wissen Sie zwar immer noch nicht, was im Kopf des anderen vorgeht. Aber Sie sind ein gutes Stück näher dran. Üben Sie mal ... Wenn Sie wollen, dann üben Sie den Perspektivwechsel mit OPV doch gleich einmal ein. Sie können sich dazu selbst ein Szenario ausdenken oder zu meinen Vorgaben greifen:
Artikeltipp Mehr zu Edward de Bono und seinen Denktechniken finden Sie auch in meinem Spickzettel Laterales Denken. Literaturtipp
© 2008 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 04.03.08
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