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Mit Fragen Probleme lösen

Viele Wege führen nicht nur nach Rom. Es gibt auch viele Methoden, Probleme zu lösen. Ein Grundzug von so mancher Methode ist es, Fragen zu stellen. Denn Fragen regen nicht nur Ihre Kreativität an. Sie lenken auch Ihr Denken und produzieren entsprechende Lösungen. Hier ein paar Tipps, worauf es dabei ankommt.

1. Stellen Sie permanent Fragen.

Galileo Galilei soll es gesagt haben: Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.

Denn wenn Sie neugierig sind und „Fragen an Ihre Umwelt stellen“, blicken Sie über Ihren Tellerrand und sammeln Wissen. Wissen, das Sie, immer wieder anders kombiniert, als Basis für neue Ideen und Lösungen nutzen können.

Und wenn Sie neugierig sind und Fragen stellen, laufen Sie auch weniger Gefahr, sich mit der erstbesten Lösung zufrieden zu geben oder ein Problem gar nicht erst als solches zu erkennen – bis es Sie dann mit Macht einholt.

Fragen Sie also. Fragen Sie wie ein Kind allem und jedem Löcher in den Bauch. Hinterfragen Sie den Sinn und Zweck von dem, was Sie gerade tun. Fragen Sie, ob und wo es nicht noch Alternativen geben kann. Fragen zu stellen bedeutet, nach Lösungen zu suchen.

2. Stellen Sie die richtigen Fragen.

Permanent Fragen zu stellen ist gut, um unsere Kreativität anzuregen und um über genügend Futter zu verfügen, dieses auch kreativ zu nutzen. Das ist allerdings erst die halbe Miete.

Denn es reicht nicht, irgendwelche Fragen zu stellen. Es geht darum, die „richtigen“ Fragen zu stellen. Fragen wirken richtungs- und zielführend für unsere Aufmerksamkeit. Je nachdem, wie Sie eine Frage formulieren, werden Sie unterschiedliche Lösungen finden.

Ein Beispiel:

Ihr Gewicht macht Ihnen Kummer und Sie wollen abnehmen. Nun könnten Sie fragen: „Welche Diät kann ich machen, um abzunehmen?“ Damit haben Sie aber alles, was Ihnen beim Abnehmen helfen könnte, auf das eine Mittel Diät reduziert. Auf andere Lösungen werden Sie so bestenfalls im Vorbeigehen stoßen.

Wenn Sie sich dagegen fragen „Was kann mir alles helfen abzunehmen?“, könnten Ihnen neben Diäten auch Dinge wie „mehr Sport“ oder „kein üppiges Essen mehr vor dem Zubettgehen“ einfallen.

Sie sehen den Unterschied? Eine „falsche“ Frage kann auch „falsche“ oder zumindest stark eingeschränkte Lösungen ergeben. Je präziser Sie Problem und Frage aufeinander abstimmen, desto besser können Sie Ihr Denken lenken und entsprechende Assoziationen und Ideen abrufen. Und: Desto besser werden Ihre Antworten ausfallen.

Dabei kann es Ihnen auch helfen, Ihre Fragen einzugrenzen …

3. Grenzen Sie Ihre Fragen ein.

Manche Fragen sind zwar „richtige“ Fragen, weil sie zum Beispiel nach bestimmten Diäten suchen, wenn es Ihnen nur um Diäten geht, oder allgemein nach Abnehm-Methoden, wenn Sie sich einen ersten Überblick über Ihre Möglichkeiten verschaffen wollen.

Der letzte Punkt deutet es aber schon an, dass Fragen auch zu weit formuliert sein können. Sie zu beantworten kann zu lange dauern, viel zu viele Lösungen produzieren, und vor allem auch Lösungen produzieren, die mit Ihrem eigentlichen Problem gar nichts mehr zu tun haben.

Ein Beispiel:

Nehmen wir an, Ihre Kunden laufen Ihnen davon. Nun könnten Sie, vergleichbar zum Abnehm-Beispiel fragen „Was kann mir helfen, meine Kunden zu halten?“ Eine weit gefasste Frage, mit der Sie erstes Terrain sondieren und auf Problemfelder abklopfen.

Oder Sie haben vielleicht schon einen möglichen Pferdefuß erkannt und überlegen „Wie können wir unseren Kundenservice verbessern?“ Damit haben Sie Ihre Frage auf ein Problem abgestimmt und suchen nun, wie bei der Diät, nach einem konkreten Mittel.

Allerdings ist selbst das noch eine weit gefasste Frage, zu der Ihnen alle möglichen Dinge einfallen können von Kinderbetreuung bis zu extrem langen Öffnungszeiten.

Wenn das in Ihrem Sinne ist, prima. Wenn nicht, dann versuchen Sie, zum Kern Ihres Problems vorzudringen und Ihre Frage entsprechend zuzuschneiden.

Fragen Sie sich beispielsweise: Wer gehört alles zu unseren Kunden, und wer soll von einem besseren Kundenservice profitieren? (Wer soll als Kunde gehalten werden?) Wann wollen wir einen besseren Kundenservice anbieten? (Welcher Zeitpunkt, welche Uhrzeit und so weiter könnten entscheidend bzw. mögliche Schwachstellen sein?) Wo wollen wir diesen besseren Kundenservice bieten? (Auf welchen Gebieten, Filialen, Vertriebswegen?) Warum genau wollen wir unseren Kundenservice verbessern? (Welche Problemfälle oder Beschwerden wollen wir bekämpfen, welche Vorteile erhoffen wir uns pp.) Und Ähnliches mehr.

Nehmen Sie Ihre Fragen auseinander und grenzen Sie sie ein. So können Sie Ihrem eigentlichen Problem auf die Spur kommen und passgenauere Lösungen finden.

4. Stellen Sie scheinbar sinnlose Fragen.

Stellen Sie nicht nur gezielte, lösungsorientierte Fragen, die Antworten auf Ihre Probleme liefern sollen. Machen Sie sich gelegentlich von solchen Zweckgedanken frei.

Sie wissen ja, neugierig und fragend durch die Welt zu gehen, ist gut für unsere Kreativität. Und genauso auch, mit scheinbar sinnlosen, zweckfremden Fragen zu spielen. Fragen, die Ihre Kreativität wecken, um sie zu beantworten. Fragen, die Ihnen Denkanstöße liefern, mentale Prozesse auslösen, vielleicht die eine oder andere neue Perspektive aufzeigen.

Eine meiner Lieblingsfragen dazu ist die nach dem „warum“. Nicht nur, weil sie so schön zum Hinterfragen und In-Frage-Stellen von scheinbaren Selbstverständlichkeiten einlädt. Sie kann Sie auch von dem Impuls, etwas „möglichst richtig“ zu beantworten, wegführen, Blockaden erkennen und auf diesem Weg nach Lösungen suchen lassen.

In diesem Sinne: Warum ist die Banane krumm? Sind Sie sicher, dass sie nicht auch gerade sein kann? *schmunzel*

Lösen Sie sich von vorgegebenen Tatsachen und Denkmustern, und üben Sie sich darin, etwas in einem anderen Licht zu sehen. Auch das ist eine Methode, Antworten und Lösungen zu finden.

© 2008 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 29.05.2008

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