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Mit Kopfstandtechnik besser lernen und Wissen abfragen

Kreativitätstechniken werden meistens im Berufsalltag angewandt. Sie sind aber durchaus vielseitig einsetzbar, zum Beispiel auch beim Lernen. Die Kopfstandtechnik ist eine von ihnen. Nutzen Sie sie, um Inhalte zu finden, Fakten abzufragen oder Lösungen zu erarbeiten.

Kreativitätstechniken werden meist im Berufsalltag angewandt. Im Marketing, in der Produktentwicklung, im Projektmanagement, und und. Eben überall dort, wo man eigene oder Kundenprobleme lösen, seine Kreativität steigern, Produkt- oder Verkaufsideen finden will und Ähnliches mehr.

Kreativitätstechniken sind aber vielseitig einsetzbar, zum Beispiel auch beim Lernen.

Die Kopfstandtechnik ist eine von ihnen. „Klassisch“ angewandt, ist es eine einfache, aber sehr ergiebige Methode, um Ideen zu finden. Und natürlich können Sie sie auch beim Lernen nutzen, um Ideen zu finden. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten.

Wie funktioniert die Kopfstandtechnik?

Das Bestechende an der Kopfstandmethode ist, dass sie den Erwartungsdruck mindert, indem sie ein Problem nicht lösen, sondern sozusagen verschlimmern will. Hier geht es nicht darum, besonders ausgefeilte Lösungen zu finden. Hier darf im Gegenteil einmal so richtig in den Topf gegriffen und zerstörerisch gedacht werden. 😉

Und das macht nicht nur Spaß. Das löst auch mögliche Blockaden und beugt eingefahrenen Sichtweisen vor.

Schließlich fällt es uns Menschen erheblich leichter, das Haar in der Suppe zu finden und Kritik an etwas zu üben, als am laufenden Band konstruktive Beiträge zu liefern. 😉

Warum den Spieß dann nicht umdrehen, diese menschliche Schwäche nutzen und mit einem kleinen Trick ein Feuerwerk ungewöhnlicher Ideen entfachen?

1. Dazu formulieren Sie zunächst eine Aufgabe, eine Frage oder ein Problem.

2. Stellen Sie diese anschließend auf den Kopf und wandeln Sie sie in ihr Gegenteil um.

3. Sammeln Sie als nächstes alle Ideen, die Ihnen zum umgekehrten Problem einfallen.

4. Suchen Sie zum Schluss für diese „Anti-Ideen“ „richtige“ Ideen, und Sie haben Ihre Aufgabe oder Ihr Problem doch noch gelöst.

Ein Beispiel:

Nehmen wir an, Sie wollen abnehmen. (Und sorry, liebe Produktentwickler und Co. Auch wenn Sie mit diesem einfachen Beispiel vielleicht nicht viel anfangen können, glauben Sie mir, je einfacher und „aus dem Leben gegriffen“ etwas ist, desto leichter können wir es lernen. ;-))

Sie wollen also abnehmen. Ihre Frage oder Ihr Problem lautet: Wie kann ich abnehmen? (Schritt 1)

Stellen Sie diese Frage nun auf den Kopf und suchen Sie nach dem Gegenteil.

Also etwa: Wie kann ich zunehmen? Oder auch: Was muss ich tun, damit ich mir jeden Versuch, abzunehmen, ruiniere? (Ähnliche, aber leicht unterschiedliche Ansätze.) (Schritt 2)

Suchen Sie dazu nun sogenannte „Anti-Ideen“ oder „Anti-Lösungen“. („Anti“, also „gegen“ deshalb, weil Sie ja in Wirklichkeit nicht zunehmen, sondern abnehmen wollen.)

Also etwa: Ich esse nur noch kalorienreiche Dinge. Ich esse so viel wie möglich. Ich esse besonders gern vor dem Schlafengehen. Und andere Nettigkeiten mehr. 😉 (Schritt 3)

Wandeln Sie als Letztes diese „Anti-Ideen“ in „richtige“ Ideen oder Lösungen um. Das heißt, in Lösungen, die Sie auch tatsächlich anstreben.

Dann werden aus den kalorienreichen Dingen kalorienarme Nahrungsmittel. Aus dem „ich esse so viel wie möglich“ wird vielleicht ein „ich esse nur das Nötigste“, oder aber ein „ich esse so viel wie nötig und so wenig möglich“. Und aus dem Essen vor dem Schlafengehen wird vielleicht ein „ich achte abends besonders auf meine Ernährung und esse nach 20 Uhr gar nichts mehr“. (Schritt 4)

So weit die Kopfstandmethode.

Und was hat das jetzt mit dem Lernen zu tun?

1. Ideen und Inhalte suchen

Nun, auf die gleiche Art können Sie zum Beispiel nach Ideen oder Inhalten für Ihre Hausarbeiten, Referate, Abschlussarbeiten suchen.

Wenn etwa das Thema „Vernetzungsmöglichkeiten von Selbstständigen“ lautet, könnte es Ihre Anti-Aufgabe sein, zu überlegen, wie man sich (als Selbstständiger) ganz sicher nicht vernetzt beziehungsweise jeder Vernetzung aus dem Weg geht.

Drehen Sie diese „Anti-Ideen“ noch um, und Sie haben den Rohstoff für Ihre Arbeit oder Ihr Referat.

2. Wissen abfragen

Das funktioniert auch, wenn Sie nicht nach Ideen aus Ihrem Vorstellungsvermögen fischen, sondern Wissen aus Ihrem Erfahrungsschatz (oder angelesenes Knowhow) abfragen. (Wobei beides ineinander übergeht.)

Wenn Sie zum Beispiel einige Bücher zum Thema gelesen haben, hilft Ihnen die Kopfstandtechnik, dieses Wissen spielerisch abzufragen und für Ihre Arbeiten zu verwenden. Achten Sie nur darauf, die oben geschilderten vier Schritte einzuhalten.

Sie müssen dann nicht Ihr zögerndes Gehirn damit quälen, sich die Fakten aus dem Stand wieder ins Gedächtnis zu rufen. Lassen Sie es spielerisch von selbst danach suchen.

Stellen Sie ihm die Anti-Aufgabe „los, du hast das doch gelesen, was würdest du tun, wenn du jeder Vernetzung aus dem Weg gehen willst“. Locken Sie die Anti-Lösungen hervor. Drehen Sie diese wieder um. Et voíla.

3. Lösungen erarbeiten

Das funktioniert sogar dann, wenn Sie bei Hausaufgaben oder Klausuren Lösungsvorschläge erarbeiten sollen.

Nehmen wir an, Sie sollen begründen, warum das Marketingkonzept der Firma xx nicht zog. Dann könnte Ihre Anti-Aufgabe lauten: „Was muss die Firma xx tun, um ihr neues Marketingkonzept in den Sand zu setzen?“ Die Ideen und Fakten, die sich dazu einstellen, bilden die Basis für Ihre Analyse.

Und Ähnliches mehr.

Spielen Sie einfach mal mit dieser umgedrehten Perspektive. Statt stur geradeaus zu denken (Aufgabe / Problem –> Lösung), erweitern Sie so Ihren Spielraum – und verbessern damit Ihre Ergebnisse beim Lernen.

Kurstipps:

Selbstlernkurs „Kreatives Denken leicht gemacht“
Selbstlernkurs „Kreativ lernen“

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 05.11.09

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