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Mit Kreativitätstechniken leichter Prüfungen bestehen

Prüfungen gehören zum Lernen dazu, sind aber auch Stress pur. Mit fünf einfachen Kreativtechniken können Sie gelassener in Ihre nächste Prüfung gehen.

Prüfungen gehören zum Lernen dazu. Lernfortschritte werden kontrolliert und dokumentiert, Aus- und Fortbildungen qualifiziert. Gute Prüfungsergebnisse machen uns für Arbeitgeber interessant oder für die Karriereleiter bereit.

Prüfungen sind aber auch Stress pur. Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht von Angstgefühlen oder gar Panikattacken heimgesucht wird. Prüfungen werden vergeigt, abgebrochen oder gar nicht erst angetreten.

Was also tun?

Probieren Sie es mal mit Kreativtechniken. Durch die Prüfung müssen Sie zwar immer noch hindurch, aber mit Kreativtechniken sind Sie besser gewappnet. Und dann lässt auch der Erfolg nicht lange auf sich warten.

Schritt 1: Aufbereiten mit Mind Mapping

Prüfungen fragen in der Regel ein bestimmtes Thema überblicksartig ab. D.h. der Lernstoff kann umfangreich sein und einen von seiner Fülle her erschlagen. Wer hier keine Vorauswahl trifft, sich das Wichtigste herauspickt und in eine logische Reihenfolge bringt, wird es beim Lernen umso schwerer haben.

Ordnung ins Chaos bringen

Nutzen Sie die Kreativtechnik Mind Mapping, um Ordnung in Ihr Chaos zu bringen. Legen Sie zu jedem Teilthema eine Mind Map an und halten Sie das dazugehörige Wissen visuell fest. Schreiben Sie dazu Ihr Thema in die Mitte eines Papiers und schließen Sie die Haupt- und Unterpunkte baumartig über sich verzweigende Haupt- und Nebenäste an.

Sie schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie können ein Thema leichter ordnen und seine Struktur herausarbeiten. Und Sie können Ihren Lernstoff auf verdaubare Häppchen herunterbrechen und übersichtlich darstellen.

Schritt 2: Auswendiglernen mit Assoziationen

Alles in unserem Gehirn wird in netzartigen Strukturen gespeichert und irgendwo einsortiert. Nichts steht für sich allein, alles ist mit allem verbunden. Gesteuert wird das Ganze über Verknüpfungen, die sogenannten Assoziationen.

Sinne ansprechen

Unterstützen Sie diese Verknüpfung von Worten, Zahlen und Bildern, Gerüchen, Geräuschen und Gefühlen. Versuchen Sie beim Lernen schon vorhandene Anknüpfungspunkte zu finden und so viele Sinne wie möglich einzubeziehen.

Bauen Sie sich dazu Eselsbrücken, rufen Sie sich passende Bilder ins Gedächtnis, erzählen Sie sich eine Geschichte. Arbeiten Sie mit Zeichnungen (Mind Maps!), drehen Sie im Kopf ganze „Filme“ oder verbinden Sie den Lernstoff mit Gehörtem oder Gefühltem.

Schritt 3: Aus dem Kopf holen mit Clustering

Sie sitzen in der Prüfung und wollen Ihre Kenntnisse zu einem bestimmten Thema abrufen. Dazu könnten Sie z.B. ein Brainstorming machen und stichpunktartig festhalten, was Ihnen durch den Kopf geht. Oder Sie nutzen die Kreativtechnik Clustering, um sich den Stoff möglichst umfassend und systematisch zu erschließen.

Gedankenketten zeichnen

Fangen Sie wie beim Mind Mapping mit einem Kernbegriff an. Schreiben Sie anschließend alle Fakten, die Ihnen einfallen, in Kreise und verbinden Sie zusammengehörige durch einen Strich. Verfolgen Sie eine solche Gedankenkette zeichnerisch weiter oder starten Sie eine neue beim ausgehenden Kernbegriff.

Anders als beim Mind Mapping gibt es hier keine Hierarchie oder Struktur. Mit Clustering können Sie Ihren Gedanken freien Lauf lassen und diese doch – durch die Ketten geführt – konsequent weiterverfolgen. Auf diese Weise können Sie schnell alles aus Ihrem Kopf herausholen, was Sie zu einem Thema wissen.

Schritt 4: Zu Papier bringen mit Free Writing

Es ist soweit: Sie müssen Ihr Wissen zu Papier bringen, die Fakten zu einem logischen Ganzen verbinden. Aber nichts geht. Das leere Blatt gähnt Sie an und es fällt Ihnen nichts ein. Sie haben einen Blackout, eine Denk- und Schreibblockade.

Einfach schreiben

Bevor Sie jetzt fluchtartig den Raum verlassen und Prüfung Prüfung sein lassen, greifen Sie lieber zur Kreativtechnik Freewriting. Alles, was Sie dazu tun müssen, ist schreiben. Einfach schreiben. Egal worüber und egal in welcher Form, ob mit Rechtschreibfehlern oder abseits Ihres Themas.

Der Trick an der Sache ist, dass Ihr Gehirn durch das automatische Schreiben mit dem Schreibprozess an sich beschäftigt ist und deshalb nicht mehr dazu kommt, Ihren Ängsten nachzugehen oder Ihre Arbeiten zu zensieren – und damit zu blockieren. Wenn Sie sich dann warmgeschrieben haben, können Sie sich auch wieder Ihrem Thema widmen – und Geschriebenes korrigieren.

Schritt 5: Zuversicht gewinnen mit Visualisierung

Unser Gehirn ist – bei aller Raffinesse – mitunter leicht zu steuern und kann uns zu dem verhelfen, was wir haben wollen. Wenn man weiß wie. Wollen Sie angstfrei durch die Prüfung gehen und mit einem möglichst guten Ergebnis bestehen? Dann nutzen Sie die Tatsache, dass unser Gehirn nicht zwischen tatsächlich Erlebtem und nur Vorgestelltem unterscheidet. Wie das geht? Mit der Kreativtechnik Visualisierung.

In leuchtenden Farben ausmalen

Malen Sie sich zu diesem Zweck in leuchtenden Farben aus, wie Sie gelassen an Ihre Aufgaben gehen und erfolgreich Ihre Prüfung bestehen. Je plastischer Ihnen die Szene vor Ihrem geistigen Auge erscheint, umso besser. Wenn Sie wollen, ist das Ganze eine Art Selbstmanipulation. Je öfter und positiver Sie sich das gewünschte Ereignis vorstellen, desto stärker wird sich das Bild in Ihre Nervenbahnen einbrennen. Und desto wahrscheinlicher auch in Erfüllung gehen.

PS: Nur, damit wir uns richtig verstehen: Das Lernen sollten Sie deshalb aber nicht aufgeben. Es muss eine Basis vorhanden sein, auf der die Visualisierung aufbauen kann. Nur dann kann sie zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung werden. Viel Erfolg bei Ihren Prüfungen. :-)

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht bei Focus Online, Februar 2007. © 2007 Heike Thormann

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