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Steigern Sie mit Lernpausen Ihren Lernerfolg

Hauruck-Aktionen kurz vor Prüfungen sind beliebt, aber nicht sonderlich sinnvoll. Genauso wenig, wie wir tagelang ohne Pause durcharbeiten können, können wir am Stück lernen. Oder genauer: Wir können es noch weniger. Wir brauchen Pausen, um erfolgreich zu lernen. So steigern Sie mit Lernpausen Ihren Lernerfolg.

Wir brauchen Pausen, um erfolgreich zu lernen

Hauruck-Aktionen und Nacht-und-Nebel-Aktionen kurz vor Prüfungen sind beliebt, aber nicht sonderlich erfolgreich. Genauso wenig, wie wir tagelang ohne Pause durcharbeiten können, können wir ohne Pause und am Stück lernen. Oder genauer: Wir können es noch weniger.

Unser Körper braucht Erholung

Das fängt ganz physisch an: Unser Körper braucht Erholung und Bewegung. Stundenlang verkrampft über einem Buch oder vor einem Rechner zu hocken, tut ihm nicht gut.

Wir können uns nicht permanent konzentrieren

Wir können uns auch nicht rund um die Uhr konzentrieren.So sagt man zum Beispiel, dass Kinder sich nur ungefähr doppelt so lange konzentrieren können, wie sie Jahre alt sind. Das heißt, ein zehnjähriges Kind würde nach rund 20 Minuten geistig „abbauen“ und eine Pause brauchen.

Erwachsene können sich zwar länger konzentrieren, aber auch hier gilt: Nach etwa einer halben Stunde machen sich die ersten Tiefs bemerkbar und spätestens nach etwa anderthalb Stunden ist es mit geistiger Arbeit vorbei. Dann schleichen sich die ersten Fehler aus Erschöpfung ein.

Unser Gehirn braucht Zeit, damit sich die Dinge setzen können

Unser Gehirn ist keine Waschstraße. Wir können ihm nicht im Fließband-Takt immer neue Informationen zuführen und hoffen, dass sie hängenbleiben. Es braucht Zeit, um die neuen Eindrücke schrittweise zu verarbeiten.

Unser Gehirn braucht Abwechslung, um nicht durcheinanderzukommen

Wenn unser Lernstoff sich zu sehr ähnelt, produzieren wir Überlagerungen, die entweder den neuen Lernstoff blockieren oder den bereits gelernten älteren überlagern. Unterschiedlicher Lernstoff und mehr noch Pausen können helfen, diese Überlagerungen zu vermeiden.

Jeder neue Anfang erhöht unsere Aufmerksamkeit für den Lernstoff

Unser Gehirn kann sich Anfang und Ende einer Lerneinheit besser merken als den Mittelteil. Die Aufmerksamkeit ist hier höher. Das bedeutet, je öfter Sie (kleine) Pause(n) machen, also etwas beginnen oder beenden, desto mehr neues Wissen wird auch hängenbleiben.

Wann sollten wir Pause machen?

Wie gesagt, wir können uns nicht nonstop konzentrieren. Hier setzt uns unser Körper schon eine physiologische Grenze.

Meistens reicht aber schon eine kurze Pause von etwa 5 Minuten aus, um wieder fit zu werden. Atmen Sie dann tief durch. Schließen Sie auch gern die Augen. Legen Sie die Hände in den Schoß.

Wenn Sie keine Mini-5-Minuten-Pausen nach Bedarf machen, können Sie auch etwa alle halbe Stunde für 5 bis 10 Minuten „vom Netz gehen“.

Etwa nach anderthalb Stunden wäre eine etwas längere Pause von 15 bis 20 Minuten fällig, um das oben erwähnte Konzentrationsloch abzufangen.

Und spätestens nach drei bis vier Stunden ruft die Erholungspause von etwa 1 bis 1,5 Stunden.

Wobei Sie diese Angaben nicht allzu sklavisch sehen sollten. Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten. Wichtig auch: Unterbrechen Sie beim Lernen nicht nach der Stoppuhr. Machen Sie Pause, wenn es sich vom Inhalt her anbietet. So viel Zeit sollte schon sein, um Ihre Gedanken oder Arbeitsschritte zu Ende zu denken. 😉

Wie können unsere Pausen aussehen?

Nehmen Sie auch diese Anregungen bitte als Anregungen. Überlegen Sie selbst, was Ihnen gut tut und wie Sie Ihre Pausen gestalten wollen.

Fest steht, dass es nicht so günstig ist, in diesen Pausen „mal eben schnell“ der einen oder anderen Arbeit nachzugehen. Etwa seine eMails zu checken oder Rechnungen zu schreiben. Das ist schließlich keine Pause, und es beansprucht auch wieder Ihre Aufmerksamkeit und Konzentration. Das gilt zumindest für die kurzen Pausen.

Gut wäre der Griff zum Glas Wasser, um Ihr Gehirn mit „Treibstoff“ zu versorgen.

Stellen Sie sich für einen Moment ans Fenster. Beobachten Sie die Mauersegler, die endlich nach dem langen Winter wieder zurückgekehrt sind und trillernd ihre Kapriolen am Himmel ziehen. So verschaffen Sie sich gleichzeitig Bewegung, Sauerstoff (wenn Sie das Fenster öffnen) und ein paar kreative Tagträume, Wahrnehmungen und Assoziationen.

Oder laufen Sie bei größeren Pausen um den See, wandern Sie um den Block, machen Sie Yoga oder kümmern Sie sich um Ihre Wäsche und verschnaufen dann.

Praktisch sind auch Routinetätigkeiten. Hochgeistige Arbeit kostet Kraft. Das macht Ihr Körper nicht lange mit. Erholen Sie sich zwischendurch immer wieder mit Lernschritten, die Ihre Konzentration weniger beanspruchen. Das könnte zum Beispiel eine kleine Recherche im Internet sein. Oder Sie sortieren und ordnen Ihr Material. Vielleicht können Sie auch eine kleine Skizze machen, wenn das zu Ihrem Stoff passt. Damit verarbeiten Sie bereits das Gelernte. Und Ähnliches mehr.

Es sind Ihre Pausen. Gestalten Sie sie so, wie es Ihnen auskommt.

Hauptsache, Sie machen auch welche: Pausen. 😉

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 29.04.2010

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