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9 Tipps, wie Sie mutiger werden

Wer kreativ sein will, braucht Mut. Aber auch im Leben braucht man oft Mut. Dumm nur, dass man Mut nicht im Supermarkt kaufen kann. 😉 Im Gegenteil, es ist gar nicht so leicht, gegen seine Ängste und Bedenken anzugehen. Doch es ist nicht unmöglich. Lesen Sie hier neun Tipps, wie Sie mutiger werden.

Viele Kreative brauchen nicht nur Kreativität und Ideen. Sie brauchen auch etwas, was man von selbst vielleicht nicht mit Kreativität in Verbindung bringen würde. Sie brauchen Mut.

  • Werke und Produkte müssen vielleicht um Akzeptanz ringen oder sich bewähren.
  • Wahre Kreativität erfordert eine gewisse Unabhängigkeit im Denken und es erfordert Mut, nicht zu sehr nach der Meinung der anderen zu schielen.
  • Jede kreative Handlung ist auch eine Selbstentäußerung und es erfordert Mut, sein Inneres zu öffnen. Und so fort.

Natürlich braucht man auch sonst im Leben Mut.

  • Es braucht zum Beispiel Mut, um sich selbst anzunehmen statt zu versuchen, den Wünschen und Vorgaben anderer gerecht zu werden.
  • Es braucht Mut, sich Liebe und Mitgefühl in einer berechnenden, egoistischen Welt zu erlauben.
  • Es braucht Mut, Krisen und Verluste zu bewältigen, sich weiterzuentwickeln und die nächste Stufe zu betreten.
  • Es braucht Mut, seine Ziele und Träume zu leben.

Kurz, es braucht Mut, ein besseres Leben anzustreben, statt am Gewohnten festzuhalten. Auch diese Beispiele ließen sich fortsetzen.

Mir selbst ist immer Mut bescheinigt worden, ohne dass ich mich für sonderlich mutig gehalten hätte. Für mich war es völlig normal, trotz meiner Ängste zu handeln. Angst, Sorgen und Bedenken waren da, sicher, doch das gehört zum Leben dazu. In der Regel ziehen nur Märchenfiguren aus, um „das Fürchten zu lernen“. 😉

Und warum soll ich mich auf etwas beschränken, bei dem ich mich sicher fühle, statt zu versuchen, mir das zu holen, was ich haben will?

Doch offenbar hapert es bei vielen immer wieder am Mut. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der viele Halt gebende Strukturen und Traditionen wegbrechen, einer Zeit immer schnellerer technischer und wissenschaftlicher Fortschritte, gesellschaftlicher Veränderungen und stetig steigender persönlicher Anforderungen wächst die Unsicherheit bei den Menschen, wachsen Angst und Sicherheitsdenken.

Daher habe ich hier neun Tipps für Sie, wie Sie mutiger werden. Diese Tipps sind teils dem Buch „Mut. Über sich hinauswachsen.“ von Andreas Dick entlehnt, und teils stammen sie aus meiner eigenen Erfahrung. Doch betrachten Sie diese bitte nicht als Universallösung. Jeder wird seinen eigenen Weg finden müssen. Immerhin können sie Ihnen einige Anregungen geben.

1. Erkennen, dass jetzt Mut gefragt ist

Angst hat es an sich, dass sie besonders dann virulent wird, wenn eigentlich Ihr Mut gefragt wäre. Machen Sie sich deshalb zunächst einmal klar, dass Sie jetzt in einer „Mut-Situation“ sind.

Das Leben hat Ihnen eine Herausforderung gestellt und eine Chance geboten. Akzeptieren Sie, dass Sie durch Ihre Angst hindurch müssen, um diese zu bewältigen beziehungsweise zu ergreifen. Gehen Sie auf keinen Fall auf Autopilot, wie Sie es sonst vielleicht tun würden, und lassen Ihrer Angst die Zügel schießen. Seien Sie wachsam und achtsam.

2. Die Hoffnung wählen und bekräftigen

Wer befürchtet, dass die zukünftige Situation schlimmer ist als die bisherige, lässt die Finger davon. Wer mutig sein will, muss also hoffen, dass sein Gewinn größer ist als ein möglicher Verlust.

Doch Angst und Zweifel können diesen Gewinn kleiner und den Verlust größer erscheinen lassen. Verstärken Sie deshalb Ihre Hoffnung für die Zukunft, indem Sie zum Beispiel Ihre Ziele (also das, was Sie sich erhoffen) nicht aus den Augen verlieren oder indem Sie mögliche Lösungswege entwickeln (und damit die Angst verringern).

Pflegen Sie auch gern einen gesunden Optimismus, dass der Gewinn Ihnen sicher sein wird, wenn Sie nur erst einmal durch die angsterregende Situation hindurch sind.

Machen Sie sich dazu zum Beispiel vergangene Erfolge und Erfahrungen klar. Oder machen Sie sich klar, dass Sie in jedem Fall gewonnen haben werden, selbst wenn Sie eine Niederlage erleiden sollten. Sie werden beispielsweise für das nächste Mal gelernt haben und können es neu versuchen. Sie werden sich selbst überwunden haben, schon allein das ist ein Triumph. Und natürlich werden Sie es zumindest versucht haben. Nicht zu handeln bedeutet auch, absolut keine Chance auf den Gewinn zu haben.

3. Die Liebe anstreben und erlauben

Wer mutig sein will, braucht ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Sie müssen etwas unbedingt wollen, und zwar am besten aus Liebe und nicht aus „nichtigeren Beweggründen“. Nur die Liebe ist in der Regel groß genug, um Opfer zu bringen. Und Opfer werden Sie manchmal bringen müssen, wenn Sie mutig sein wollen.

Das kann etwa die Liebe zu einer Sache, zu anderen Menschen, zu Tieren oder zu sich selbst sein. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass Sie etwas als gut und richtig für sich erkannt haben sollten. Als etwas, was Sie für sich und Ihr Leben brauchen, um glücklich zu sein und nach Ihren Überzeugungen zu leben.

Ach ja, und Sie sollten sich diese Liebe auch erlauben. Viele sind nur deshalb nicht mutig, weil sie sich die Liebe – oder den Willen zu etwas – verkneifen, um nicht mutig sein zu müssen. Das könnte man dann als Teufelskreis bezeichnen. 😉

4. Die Willenskraft stärken und zulassen

Und damit wären wir auch gleich bei Punkt 4: Seine Willenskraft stärken und diesen Willen auch zulassen.

Wie gesagt, viele versagen es sich, einen eigenen Willen zu entwickeln, weil sie befürchten, dafür einen (zu hohen) Preis zahlen zu müssen. Oder sie misstrauen ihrem Impuls zu etwas und spielen alles endlos in Gedanken durch, ohne einer Entscheidung und einer Handlung näher zu kommen. Anderen ist von klein auf ein eigener Wille „ausgetrieben worden“.

Versuchen Sie, solche und ähnliche Blockaden zu beseitigen, wenn Sie mutiger werden wollen.

5. Die eigene Sicherheit und Bequemlichkeit opfern

Wie ich oben schon schrieb: Mut hat in der Regel einen Preis, den viele nicht zahlen wollen.

Vielleicht müssen wir unsere Bequemlichkeit opfern, das Gewohnte, Vertraute, das behagliche Nest. Oder vielleicht müssen wir eine Unsicherheit aushalten, eine Lücke zwischen dem, was war, und dem, was sein wird, ein Risiko.

Doch wer um jeden Preis sich selbst schützen und ein angenehmes, sicheres Leben führen will, wird niemals mutig sein. Eine gewisse Bereitschaft zur „Selbstschädigung“ oder besser zur Schädigung des alten Selbst gehört einfach dazu. Nur dann kann ein neues Selbst entstehen.

6. Auf das Leben und sich selbst vertrauen

Worauf soll man dann bauen, wenn man seine Sicherheit opfern muss?

Nun, Sie brauchen Vertrauen. Sie brauchen zum Beispiel Vertrauen auf das Leben, darauf, dass alles gut ausgehen wird. (Gern auch durch „statistische Betrachtungen“ Ihres bisherigen Lebens untermauert. ;-))

Oder Sie brauchen ein gesundes Selbstvertrauen. Sie müssen sich selbst vertrauen, dass Sie im Zweifelsfall schon eine Lösung finden werden. (Gern auch mit Alternativen oder einem Plan B für den Notfall angereichert.)

Natürlich ist es auch hilfreich, wenn man Menschen hat, auf die man bauen kann. Auch das ist eine Quelle von Vertrauen. Genauso wie Gott, höhere Mächte, Spirituelles und so fort.

Es ist sicher kein Zufall, dass gerade in einer Zeit, in der die Religiosität drastisch abnimmt, die Ängste und Unsicherheiten erheblich zunehmen. Das Gleiche gilt für zwischenmenschliche Bindungen.

7. Abhängigkeiten verringern und unabhängig sein

Es ist schwer, mutig zu sein, wenn wir von etwas abhängig sind oder uns zumindest abhängig fühlen. Dann wird unser ganzes Sinnen und Trachten eher darauf gerichtet sein, den bestehenden Status Quo zu sichern und zu erhalten.

Wenn Sie mutig sein wollen, müssen Sie unabhängiger werden. Oder genauer, Sie sollten die Quellen, auf die Sie sich stützen, breiter streuen. Wenn Sie zum Beispiel voll und ganz in Ihrem Job aufgehen, werden Sie Probleme bekommen, wenn dieser Job bedroht ist. Das Gleiche gilt für einen Partner, der Ihre Absicherung ist.

Je mehr „Werte“ Sie besitzen (also Aktivposten und Dinge, die Ihnen wichtig sind), desto eher können Sie es sich erlauben, mutig zu sein und den möglichen Verlust eines dieser „Werte“ zu riskieren.

Oder wie ich es mal bei meiner kurzen Stippvisite auf Facebook schrieb: Ich habe nichts gegen Macht an sich. (Ich habe nur etwas gegen den Missbrauch von Macht.) Im Gegenteil. Ich tue alles, um nicht ohn-mächtig zu sein. (Absichtlich so geschrieben.) Es ist meine Freiheit und Unabhängigkeit, die mir meinen Mut und meine Lebensqualität ermöglicht.

8. Sein Denken in die Zucht nehmen und trainieren

Ich schrieb weiter oben, dass Sie auf keinen Fall auf Autopilot gehen und Ihrer Angst die Zügel überlassen dürfen. Doch wenn Sie erst mal an diesem Punkt angekommen sind, sieht die Sache anders aus. Jetzt sollten Sie auf Autopilot gehen und Ihr Denken abschalten.

Machen Sie sich nicht damit verrückt, was alles schiefgehen könnte, wenn Sie mutig sein wollen. Denken Sie nicht nach, schalten Sie Ihren Verstand und seine Bedenken ab, gehen Sie auf Autopilot.

Ignorieren Sie auch die Tricks Ihres Körpers, der Ihnen gegebenenfalls von Magenschmerzen bis Herzrasen so ziemlich alles bescheren wird, um Sie vom Handeln abzuhalten. Schauen Sie nicht rechts und links, legen Sie los und springen Sie.

Wie gesagt, eine gewisse Bereitschaft zur Selbstschädigung gehört dazu. Und was sind schon ein paar kurzfristige Bauchschmerzen im Vergleich zum langfristigen Gewinn? 😉

Wenn Sie es sich einfacher machen wollen, können Sie auch diverse Mentaltechniken anwenden. Visualisierungsübungen sind zum Beispiel immer gut, um sich mit positiven Zukunftsbildern ein bisschen selbst zu beschwatzen. 😉 Lesen Sie dazu etwa meinen Artikel „Mit der So-als-ob-Technik seinen Willen stärken“.

9. Stück für Stück vorgehen und langsam steigern

Übrigens, es hat niemand gesagt, dass Sie gleich in die Vollen gehen sollen. Wenn Sie Angst vor dem Fliegen haben, machen Sie sich erst mal mit dem Flugzeug vertraut, bevor Sie sich im Fallschirmspringen ausbilden lassen. 😉

Mut ist auch etwas, was man langsam und Stück für Stück steigern kann. Gehen Sie in kleinen Schritten vor. Mit jeder Hürde, die Sie nehmen, werden Ihre Zuversicht und Ihr Gefühl der Sicherheit steigen. Irgendwann werden Sie den Berg hinunterschauen, den Sie erklommen haben, und Sie werden nicht verstehen können, was Ihnen eigentlich Angst eingejagt hat.

Und wenn Sie sich dann noch mit einem satten Gefühl der Zufriedenheit zurücklehnen, diesen Moment genießen und ihn sich für immer ins Gedächtnis einprägen, haben Sie – genau – wieder eine Quelle, die Sie beim nächsten Mal anzapfen können.

Und wieder und wieder – wann immer Sie eben mutig sein wollen. :-)

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 04.11.11

Literaturtipp:

Andreas Dick, Mut. Über sich hinauswachsen, Bern 2010

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